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Arctic Cooling ATI Silencer 1 - 1/6
21.11.2004 by doelf; UPDATE: 24.11.2004
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Update 24.11.2004:
Aufgrund etlicher Nachfragen und Vorschläge haben wir den Test um die Sektion Troubleshooting erweitert und die Wertung des Produktes angepaßt!
Vor zwei Wochen machte es in einem unserer Testrechner "Plonk!" und nach dem Öffnen der Seitentüre fand sich der Kühler unser Powercolor Radeon 9800Pro am Lüfterkabel baumelnd auf der Soundkarte wieder (zum Glück war der PC zu diesem Zeitpunkt nicht in Betrieb). Unsere Powercolor Radeon 9800Pro war nach dem plötzlichen Ableben ihrer Vorgängerin erst vor wenigen Wochen ausgetauscht worden, die Austauschkarte kam dann mit Speicher von Samsung statt Hynix und mit Pushpins aus Plastik statt Metall. Nach dem Blick auf den GPU-Core - Mist, wieder nur ein R350 ;-) - folgte der Versuch, den Kühler wieder anzudrücken: Pushpins rein, mal leicht auf die Rückseite gekopft, um zu sehen, ob die Pushpins nun halten, aber sie halten nicht. Klar, man kann die Widerhaken der Pushpins wieder spreizen, doch man kann auch gleich mal einen anderen Kühler ausprobieren. Wie wäre es mit dem Arctic Cooling ATI Silencer 1?
Den Vorgänger des Arctic Cooling ATI Silencer 1, den Arctic Cooling Silencer, haben wir bereits in der Vergangenheit auf zwei Grafikkarten vorgefunden: HIS Excalibur Radeon 9800Pro IceQ-Edition und Sapphire 9800 Pro 430 MHz. Dabei hinterließ der VGA-Kühler einen guten Eindruck und arbeitete deutlich leiser als ATis Standardkühler. Für die Neuauflage hat Arctic Cooling gleich 8 verschiedene Modelle entwickelt, die für verschiedene Grafikkarten optimniert wurden. Für unsere Powercolor 9800Pro ist der genannte Arctic Cooling ATI Silencer 1 das passende Modell, welches auch auf Grafikkarten mit ATis Radeon 9500, 9700 sowie 9800 und 9800SE eingesetzt werden kann. Für die Radeon 9600 (SE, Pro, XT) GPUs gibt es den ATI Silencer 2, für die ATi Radeon 9800XT GPUs den ATI Silencer 3.
Arctic Cooling ATI Silencer 1 - 2/6
21.11.2004 by doelf; UPDATE: 24.11.2004
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Konstruktion
Im Gegensatz zu seinem Vorgänger verzichtet der Arctic Cooling ATI Silencer 1 auf den Umschalter zwischen niedrigen und höheren Drehzahlen, der neue Lüfter dreht sich mit konstant mit 1500 Umdrehungen pro Minute. Das ist nicht nur sehr langsam, sondern auch sehr leise - der Hersteller gibt 0,5 Sone als Lautstärke an. Für den Kühler mit keramikgelagertem Lüfter gibt Arctic Cooling satte 6 Jahre Garantie!
Zudem ist der Arctic Cooling ATI Silencer 1 kompakter als sein Vorgänger, wiegt nur 204 Gramm, verwendet auf der Unterseite der Karte einen kompakteren Befestigungsbügel, der nicht mehr so leicht mit Northbridgekühlern kollidieren kann. Die Kontaktfläche zur GPU besteht erfreulicherweise aus einer 2,5 mm dicken Kupferplatte. Das DHES (Direct Heat Exhaust System) ist ein sinnvolles Konzept, an welchem sich auch NVIDIA mit der FX6800 Ultra versuchte - allerdings ist der Aufbau bei Arctic Cooling nicht nur leiser sondern auch durchdacht. Der Lüfter sitzt ganz vorne, wo er Zuluft von der Gehäusefront anziehen kann und nicht durch PCI-Steckkarten verdeckt wird. Er drückt die Luft durch Alluminiumlamellen, die in einem geschlossenen Luftkanal liegen. Unter dem Slotblech der Grafikkarte tritt die warme Luft dann durch ein Gitter aus dem Rechner und heizt diesen nicht mehr unnötig auf.
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21.11.2004 by doelf; UPDATE: 24.11.2004
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Montage
Kommen wir nun zur Monatge. Der ATi Silencer 1 ist ein "wenig" größer als der Standard-Kühler und braucht zwei Slots im Gehäuse. Bei einigen Karten dürfte der schwerste Arbeitsschritt die Demontage des alten Kühlers sein. Hier müssen zwei Pushpins gelöst und der Kühler vorsichtig abgehoben werden. Dabei sollte man darauf achten, die Platine nicht unnötig zu biegen und zu belasten, auch beim Einsatz von Werkzeug ist Vorsicht geboten, denn eine abgerutschte Zange zerstört schnell mal ein SMD-Bauteil oder eine Leiterbahn. Nachdem der ATi-Kühler herunter ist, reinigt man vorsichtig die GPU - z.B. mit einem Wattestäbchen und etwas Alkohol. Blitzt uns die GPU nun porentief sauber an, ist dies eine gute Gelegenheit nachzuschauen, ob man einen R350- oder einen R360-Core auf seiner Karte hat.
Nun tragen wir die von Arctic Cooling mitgelieferte Wäremeleitpaste dünn auf und stecken die Karte auf die beiden Gewinde des Kühlers. Spannbügel aufstecken (mit dem Abstandhalter zur Karte hin), die Köpfe vorsichtig und abwechselnd auf den Gewinden festziehen, Lüfter einstecken: fertig. Das ist im Prinzip eine durchdachte und simple Montage.
Allerdings steckt der Teufel manchmal im Detail und während wir keine Probleme hatten, hatten einige unserer Leser um so mehr!
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21.11.2004 by doelf; UPDATE: 24.11.2004
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Der Taktgeber
Das Standardlayout der 9800 Pro sieht einen Taktgeber links unterhalb der GPU vor. Dieser Taktgaber, der sich auf allen Karten mit diesem Layout findet, ist derzeit in vielen Foren der Stein des Anstoßes, wenn es um die Montage des Arctic Cooling ATI Silencer 1 geht.
Der Luftkanel des Kühlers liegt nämlich auf diesem Bauteil auf! Dies ist auch bei unserer Testkarte der Fall. Im Test hatten wir bei den Kühler komplett befestigt, die Karte beiseite gelegt und nach einer halben Stunde den Kühler nochmal entfernt um zu prüfen, ob der Grafikchip vollflächigen Kontakt mit der Kupferplatte des Arctic Cooling ATI Silencer 1 hat. Dies war bei unserer Testkarte gegeben und nach knapp 3 Wochen Testbetrieb - ohne irgendwelche Probleme - veröffentlichten wir den Test.
Allerdings haben uns nun etliche Leser berichtet, daß bei ihren Karten der Kontakt nicht vollflächig gegeben war. Als Lösung wurde vorgeschlagen, ein kleines Loch in den Luftkanal zu schneiden, in das der Taktgeber paßt. Betrachten wir das Problem im Detail: Die roten Pfeile makieren den Verlauf des ursprüglichen Luftkanals, das Foto zeigt bereits die zungeschnittene Version.
Die kleinen blauen Pfeile markieren die vier Schrauben, welche die untere Abdeckung des Luftkanals halten. Für die Operation "Zurechtstutzen" sollte man die Bodenplatte entfernen und mit einem scharfen Cutter durch wiederholtes Ritzen ein quadratisches Loch (markiert durch die roten Pfeile) scheiden:
Nach der erneuten Monatge sitzt der Taktgeber in der Öffnung und der Luftkanal liegt nicht mehr auf:
Wie man aber ebenso sieht, ist der Unterschied nur minimal. Ob die Mühe bei unserer Testkarte nötig war, wage ich zu bezweifeln. Wenn der Kühler allerdings nicht plan und vollständig auf der GPU aufliegt, sollte man sich entweder von dem Arctic Cooling ATI Silencer 1 wieder trennen oder aber zum Cutter greifen! Da nicht alle Grafikkarten mit ATis Radeon 9800Pro GPU die gleiche Bestückung in Hinblick auf die verwendeten Bauteile haben, kann es auf den einzelnen Karten zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen!
Zuvor ist es jedoch ratsam, eine zweite Engstelle näher zu beäugen, denn manchmal liegt der Kühler vielleicht nur auf dem Lüfterstecker auf:
Sollte dies der Quell des Übels sein, so läußt sich das Problem leicht lösen: Verschaubung lockern, Kühler leicht vom Lüfteranschluß wegdrehen, wieder festschrauben.
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21.11.2004 by doelf; UPDATE: 24.11.2004
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Praxisbetrieb
Die modifizierte Radeon 9800Pro arbeitet auf einem MSI PT880 Neo mit einem Intel Pentium 4C 2,4 GHz, in diesem System ersetzt sie eine passiv gekühlte Radeon 9200 ViVo. Der Arctic Cooling ATI Silencer 1 hat dabei das Geräuschvolumen im Vergleich zur passiv gekühlten Vorgängerkarte nur minimal angehoben. Die Radeon 9800Pro selber läuft nun deutlich ruhiger, zudem liegt das Laufgeräusch des Lüfters in tieferen Frequenzbereichen als der hell klingende Referenzkühler. Verglichen mit anderen Lüftern würde ich den ATI Silencer 1 zwischen 19 und 21 dB(A) einordnen.
Da unsere Testkarte leider kein Monitoring der GPU-Temperatur erlaubt, können wir über die Kühlleistung keine genauen Angaben machen. Durch die zusätzliche Entlüftung des Gehäuses (DHES) sank die Innentemperatur jedoch um deutliche 4°C. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß es sich um ein schwach durchlüftetes Silent-System handelt. In 3 Wochen Testbetrieb gab es keine Probleme oder Beanstandungen, dieser VGA-Kühler wird hiermit adoptiert ;-)
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21.11.2004 by doelf; UPDATE: 24.11.2004
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Fazit
6 Jahre Garantie, einfach zu montieren, leise, durchdachtes Design und ein annehmbarer Preis (20,90 Euro), diese Eckpunkte beschreiben den ATI Silencer 1 von Arctic Cooling ziemlich treffend. Eigentlich würde man sich wünschen, diesen Kühler auf allen Karten der Radeon 9800Pro-Generation zu finden!
An dieser Stelle senken wir alle das Haupt und ich entschuldige mich für meine Begeisterung. Denn es wäre auch wirklich ein Wunder, wenn es nicht wieder ein Haar in der Suppe geben würde. Auf unsere Karte paßt der Kühler problemlos, gemessen an unserer Karte wäre an dieser Stelle ein Editors Choice fällig. Doch dem ist nicht bei allen Karten so! Auch Karten mit dem gleichen Layout haben mit diesem Kühler zum Teil deutliche Probleme, die wir in der Sektion Troubleshooting bereits angesprochen haben. Wenn der Kühler aber nur nach einer Bastelaktion den Grafikchip vernünftig kühlen kann, dann ist er nicht empfehlenswert. In Hinblick auf die unterschiedliche Bestückung diverser Karten mit Radeon 9800 Pro kann man an dieser Stelle kein generelles Urteil fällen. Paßt der Arctic Cooling ATI Silencer 1, dann ist alles "top", sitzt er nicht richtig auf, dann ist die Karte im schlimmsten Fall "hopp".
Nach der Rücksprache mit Benutzern und Händlern, die mich aufgrund unseres Testberichtes kontaktiert haben, ziehe ich die ursprügliche Bewertung für den Arctic Cooling ATI Silencer 1 zurück. Wer mit einem Cutter umgehen kann und bereit ist, dies auch zu tun, kann dennoch zuschlagen. Die "blinde" Monatge gemäß Anleitung ist jedoch nicht zu empfehlen.
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