www.Au-Ja.de - http://www.au-ja.de/review-aopenak76f400-print.phtml


Review: AOpen AK76F-400 - 1/14
02.11.2003 by doelf
Zur HTML-Ansicht

26.11.2003 - Update und Troubleshooting

Ein kurzes Intermezzo?
Als uns das AOpen AK76F-400 erreichte, kamen die ersten Exemplare gerade auf den europäischen Markt. Leider gab es Probleme mit der Speicherkompatibilität, so daß wir auf ein BIOS Update warten mußten und den Test um eine Woche verschoben. Statt eines neuen BIOS' erreichte uns jedoch die Meldung, daß AOpen das Mainboard zukünftig nur noch auf dem asiatischen Markt anbieten wolle, in Europa würden nur noch die letzten Exemplare abverkauft.
Dies ist nicht nur schade, denn mit ein wenig Feinschliff hätte aus dem AK76F-400 ein gutes Mainboard werden können, es stellte uns auch vor die Frage, ob wir überhaupt weitere Arbeit in diesen Test stecken sollten. Da wir jedoch regelmäßig Nachfragen bezüglich des SiS 748 bekommen, und das AOpen AK76F-400 eines der wenigen SiS 748 Mainboards mit Multiplikator-Einstellung ist, wollen wir es euch dennoch vorstellen - auch weil die SiS 748 Premiere auf Au-Ja durch ein defektes Asrock K7S8XE bereits ins Wasser gefallen war!
Betrachten wir diesen Testbericht also weniger als die Review eines Mainboards, sondern vielmehr als die Fortsetzung der Vorstellung des SiS 748 Chipsatzes.

Der Lieferumfang
Der Lieferumfang des AOpen AK76F-400 ist schnell genannt:

Für ein Basis-Mainboard ist der Lieferumfang völlig ausreichend und Norton AntiVirus eine sinnvolle Beigabe. Unserem Testmuster lag kein gedrucktes Handbuch bei, wohl aber einen Kurzanleitung für den Aufbau. Dennoch würden wir uns immer ein gedrucktes Handbuch wünschen!

- Seite 1 -

Review: AOpen AK76F-400 - 2/14
02.11.2003 by doelf
Zur HTML-Ansicht

zum Vergößern anklicken zum Vergößern anklicken

Das Layout
Mit dem AK76F-400 präsentiert AOpen eine Platine, die ein brauchbares, jedoch keineswegs perfektes Layout bietet. Oberster Kritikpunkt ist die Northbridge-Kühlung: Der flache, lüfterlose Kühlkörper reicht zwar vollkommen aus, er wurde jedoch auf der Northbridge verklebt! Diese Art der Montage schränkt die Kühlleistung ein und erschwert den Austausch gegen leistungsfähigere Kühler, die ein erfolgreicheres Übertakten versprechen. Zudem wäre dieser nicht der erste verklebte Kühler, der nach einigen Monaten Betrieb abfällt und dabei Schaden anrichten könnte.

Kritikpunkt Nummer 2 ist der ATX-Stromstecker, denn diesen müssen wir über die CPU führen. Dadurch besteht die Gefahr, daß sich Kabel in den CPU-Lüfter verirren und diesen somit lahmlegen. Doch auch wenn ein solches Unglück nicht eintritt, wird zumindest der Luftstrom an dieser Stelle gestört.

Kritikpunkt Nummer 3 sind die vier Jumper zum Einstellen des Multiplikators: AOpen platziert diese links oberhalb der DIMM-Slots, wo sie bei einem eingebauten Mainboard kaum zu erreichen sind! Aber auch auf unserer Teststation war das Umjumpern eine Arbeit für Leute mit langen, spitzen Fingernägeln (oder einer Pinzette), da ein Kondensator, der Anschluß des CPU-Lüfters sowie die Speicherverriegelung kaum Platz zum Arbeiten lassen. Eine Reihe DIP-Schalter wäre zumindest wünschenswert gewesen! Noch bequemer ist natürlich das Umschalten des Multiplikators im BIOS, doch zumindest bietet das AOpen AK76F-400 überhaupt eine Einstellmöglichkeit für den Multiplikator - Asrock (hier ist zumindest in Asien eine neue Revision mit Multiplikator-Einstellung erschienen), Gigabyte und DFI verzichten ganz darauf.

Kritikpunkt Nummer 4 sind die Laufwerksanschlüsse, die sich am rechten Rand des Mainboards befinden. Zwar sind lange PCI-Karten rar geworden, doch lange AGP-Grafikkarten sind seit der GeForce 4Ti-Familie keine Seltenheit mehr. Um unnötige Fummelei zu vermeiden, hätte AOpen die Anschlüsse hinter den DIMM-Slots anordnen sollen.

Bleibt noch das verlötete BIOS, das im Falle eines fehlgeschlagenen Flash-Vorganges einen einfachen Austausch des BIOS-Chips verhintert.

Positiv fanden wir den großzügigen Abstand zwischen Speicher-Slots und AGP-Grafikkarten, der einen Speicherwechsel ohne Ausbau der Grafikkarte ermöglicht (dafür gibt es auch nur 5 PCI-Steckplätze). Der Freiraum um den CPU-Sockel ist ebenfalls ausreichend und bereitete unserem Thermalright SLK800 keine Probleme; die drei Lüfteranschlüsse fallen positiv ins Auge. Die farbliche Markierung aller Anschlüsse vereinfacht den Aufbau des Mainboards und verhindert Fehler, der CLEAR-CMOS Jumper liegt leicht erreichbar neben der Batterie.

- Seite 2 -

Review: AOpen AK76F-400 - 3/14
02.11.2003 by doelf
Zur HTML-Ansicht

Onboard Komponenten
Im ATX-Panel finden wir folgende Anschlüsse:

Ein Audio-Modul mit digitalen Anschlüssen ist optional erhältlich, weiterhin findet sich am unteren Rand des Mainboards ein USB-Header für zwei zusätzliche USB 2.0-Anschlüsse. Dieser kann für die Front-USB-Anschlüsse des Gehäuses genutzt werden oder aber mit einem optionalen Slotblech herausgeführt werden.

10/100 MBit LAN wird durch einen Realtek RTL8100BL herausgeführt, den wir links vom AGP-Steckplatz finden. Links von PCI #2 finden wir den Realtek ALC650 AC97 Audio-Codec, der den überraschend guten 5.1 Sound verwirklicht. Das Monitoring ermöglicht ein Winbond W83697HF, der sich rechts vom vierten PCI-Steckplatz befindet. Weiter rechts bleibt der Platz für einen Firewire-Controller leer, dieser bleibt der Pro-Version des Mainboards vorbehalten.

BIOS und Besonderheiten
Das BIOS des AK76F-400 bietet nur sehr beschränkten Zugriff auf die Speichertimings, was an den Vorgaben von SiS zu liegen scheint - auch bei Asrock fanden wir nur diese Einstellungsmöglichkeiten:

Dank SilentTek ist es möglich, die am Mainboard angeschlossenen Lüfter per BIOS oder Steuerungssoftware entsprechend der CPU-Last und Abwärme steuern zu lassen. Ein leises Betriebsgeräusch ist mit dem AK76F-400 somit sichergestellt - man sollte es jedoch vermeiden, regelbare Lüfter zusätzlich durch das Mainboard steuern zu lassen!
CPU-, AGP- und PCI-Takt lassen sich im BIOS in 1 MHz-Schritten einstellen, eine Voltage-Manipulation wird jedoch nicht geboten. Den Multiplikator kann - wie beschrieben - nur per Jumper manipuliert werden.

Zwischenstand:
Das AOpen AK76F-400 bietet eine einfache aber ausreichende Ausstattung mit 5.1 Sound und 10/100 MBit LAN. Das Layout hat zwar einige Schwächen, dennoch sollte niemand allzu große Probleme beim Aufbau dieses Mainboards haben. Übertakter werden jedoch kaum zufrieden sein und die vier Multiplikator-Jumper - wie sagen wir es nur nett - nicht gerade lieben.

- Seite 3 -

Review: AOpen AK76F-400 - 4/14
02.11.2003 by doelf
Zur HTML-Ansicht

Resourcen
In Sachen IRQ-Verteilung ist das AOpen AK76F-400 recht unkritisch, da sich seine Ausstattung auf die wichtigsten Komponenten beschränkt. Ideal ist die Verteilung jedoch nicht:

  INT A INT B INT C INT D INT E INT F INT G INT H
AGP X - - - - - - -
PCI#1 - X - - - - - -
PCI#2 - - X - - - - -
PCI#3 - - - X - - - -
PCI#4 X - - - - - - -
PCI#5 - X - - - - - -
USB 2.0 #A - - - - X - - -
USB 2.0 #B - - - - - X - -
USB 2.0 - - - - - - - X
LAN - X - - - - - -
Audio - - X - - - - -

Stabilität
Unser AOpen AK76F-400 wurde mit dem aktuellen BIOS 1.07 getestet und zeigte so manche Probleme.

  1. Zunächst wurde Windows 2000 installiert und mit SP4 sowie DX9 versehen: keine Probleme
  2. Im zweiten Schritt folgten die Benchmarks bei FSB166 und FSB200: Hierbei gab es Probleme beim FSB200/DDR400 Betrieb.
  3. Zuletzt sorgten 3DMark2001SE, SiSoft Sandra und Prime95 für einen Tag Dauerlast: Dies war nur mit maximal einem DDR400 oder zwei DDR333 Speicherriegeln möglich!
Betrachten wir die Kompatibilität zum Arbeitsspeicher im Detail:

Bei seinem K7S8XE, welches ebenfalls den SiS 748 Chipsatz benutzt, schreibt Asrock maximal einen DDR400 und maximal zwei DDR333 Riegel vor. Das hätte AOpen ebenso machen sollen, dann könnten wir uns nun nicht über die Speicherkompatibilität des AK76F-400 beklagen. Im Vergleich zum Albatron KX18D Pro II und Asus A7V600 erweist sich das AOpen AK76F-400 als äußerst heikler Kandidat, der die im Handbuch angegebenen Versprechungen - Seite 16: 2 x DDR400 oder 3 x DDR333 oder 3 x DDR266 - nicht einhalten kann!

- Seite 4 -

Review: AOpen AK76F-400 - 5/14
02.11.2003 by doelf
Zur HTML-Ansicht

Das Testsetup:

RightMark Audio Analyzer
Seit dem Shuttle AK39N 1.1 konnte uns in der Disziplin onboard-Audio keine Platine mehr voll und ganz überzeugen. Hören wir uns mal das AOpen AK76F400N an:

RightMarkt 5.0 AOpen
AK76F400N
Albatron
KX18D Pro II
Asus
A7V600
Frequency response, dB
Bezugsfrequenz: 40Hz,15KHz
(geringere Abweichungen sind besser)
+0.37;-0.29 +0.27;-0.89 +9.38;-13.15
Noise level, Eigen-Rauschpegel, dBA
(niedrigere Werte sind besser)
-86.9 -71.7 -73.7
Dynamic range, Dynamik-Bereich, dBA
(größere Werte sind besser)
86.1 71.6 73.6
Total Harmonic Distortion (Klirrfaktor) %
(niedrigere Werte besser)
0.0054 0.0068 0.014
Intermodulation distortion, %
(kleinere Werte sind besser)
0.611 5.553 0.097
Stereo crosstalk (Übersprechen), dB
(niedrigere Werte besser)
-85.1 -72.2 -73.2

Beim AK76F400N hat AOpen ganze Arbeit geleistet, lediglich die Intermodulationsverzerrung fällt ein wenig zu hoch aus. Dennoch: Der onboard-Sound ist gelungen, ein solch gutes Ergebnis hätten wir uns auch von vielen teuren Mainboards gewünscht!

USB 2.0-Performance
Betrachten wir nun die USB 2.0 Performance, hierbei wurde wiederum das Advance 2,5"-Case mit einer IBM 40 GB Notebook-Festplatte benutzt:

SiSoft Sandra 8.59
AOpen
AK76F-400
SiS 748
12848
18 MB/s
18 MB/s


Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
13028
19 MB/s
18 MB/s


Asus
A7V600
VIA KT600
13069
19 MB/s
18 MB/s


Das AOpen AK76F400N zeigt eine gute USB 2.0-Performance, kann jedoch nicht ganz mit den schnellsten Mainboards in dieser Disziplin mithalten. Wir vermuten, daß AOpen die USB 2.0-Leistung durch zukünftige BIOS-Updates ebenfalls weiter optimieren wird. Leider lieferte das AOpen nicht genug Strom über die USB 2.0-Buchsen für unsere - zugegebenermaßen recht fordernde - 40 GB Notebook-Festplatte.

- Seite 5 -

Review: AOpen AK76F-400 - 6/14
02.11.2003 by doelf
Zur HTML-Ansicht

Betrachten wir zunächst die DDR400 Benchmarks, welche mit einem AMD Athlon XP 1700+ @ 10x 200 MHz = 2000 MHz ermittelt wurden. Wir haben diese mit zwei 256 MB DDR400 CL2,5 Riegeln von MemorySolution durchgeführt, die einseitig bestückt sind. Unser AOpen AK76F-400 arbeitete jedoch nur mit einem DDR400 Speicherriegel stabil. Auch Speicherriegel von GeIL und Corsair brachten keine Abhilfe! Da wir beim Test der anderen Mainboards zwei dieser Riegel verwendet hatten, entschlossen wir uns, auch auf dem AOpen zwei einzusetzen, um die Vergleichbarkeit zu wahren. Um die Benchmarks durchführen zu können, wurden für die Speicher die Einstellungen SAVE und CL2,5 gewählt:

SiSoft Sandra 8.59: Dhrystone, Whetstone
AOpen
AK76F-400
SiS 748
5556
2753

Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
5523
2742

Asus
A7V600
VIA KT600
5439
2694

SiSoft Sandra 8.59: INT/SSE, FPU/SSE
AOpen
AK76F-400
SiS 748
10974
12689

Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
10931
12641

Asus
A7V600
VIA KT600
10745
12422

In Sachen CPU Performance zeigt das AOpen sehr gute Werte. Oft erreicht man bei SiSoft Sandra eine bessere CPU-Performance, wenn der Speicherdurchsatz niedriger ausfällt. Mal sehen...

SiSoft Sandra 8.59: Mem/INT, Mem/FPU
AOpen
AK76F-400
SiS 748
2392
2217

Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
3049
2838

Asus
A7V600
VIA KT600
2701
2467

Richtig geraten: Die hohe CPU-Performance scheint zum Teil das Ergebnis des niedrigen Speicher-Duchsatzes zu sein. Klar, der Grund hierfür ist die "SAVE"-Einstellung im BIOS. Mit der Auswahl "FAST" kamen wir in den Bereich des Asus A7V600, allerdings lief das Mainboard dabei mit einer indiskutablen Stabilität. Die Auswahl "ULTRA" verhinderte sogar den Windows-Start.

- Seite 6 -

Review: AOpen AK76F-400 - 7/14
02.11.2003 by doelf
Zur HTML-Ansicht

PCMark2002: CPU, MEM
AOpen
AK76F-400
SiS 748
5837
4277

Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
6211
5900

Asus
A7V600
VIA KT600
5902
4677

Futuremarks PCMark2002 zeigt für das AOpen eine ordentliche CPU-Performance, diese ist hier immer etwas vom Speicherdurchsatz abhängig und der fällt - wie zu erwarten - niedrig aus.

3DMark2000
AOpen
AK76F-400
SiS 748
11999
Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
14353
Asus
A7V600
VIA KT600
12838

Weniger Speicherdurchsatz = Weniger Frames pro Sekunde? Stimmt!

3DMark2001SE
AOpen
AK76F-400
SiS 748
12572
Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
15325
Asus
A7V600
VIA KT600
13513

3DMark2001SE bestätigt unsere These.

- Seite 7 -

Review: AOpen AK76F-400 - 8/14
02.11.2003 by doelf
Zur HTML-Ansicht

Vulpine GL @ 1024x768x32
AOpen
AK76F-400
SiS 748
81.2
Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
84.1
Asus
A7V600
VIA KT600
82.5

VulpineGL bestätigt die Werte von 3DMark2001SE...

Codecreatures @ 1024x768x32
AOpen
AK76F-400
SiS 748
47.0 fps
17.1 mio.

Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
50.0 fps
18.5 mio.

Asus
A7V600
VIA KT600
47.6 fps
17.5 mio.

...wie auch Codecreatures. Aber auch wenn wir einiges an CPU-Power aufbringen müßten, um den Vorsprung des nForce 2 Ultra 400 zu kompensieren, kann man bei allen Kandidaten von einer ausreichenden Performance sprechen.

nBench 2
AOpen
AK76F-400
SiS 748
2610
Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
2864
Asus
A7V600
VIA KT600
2704

nBench 2 kombiniert CPU- und 3D-Leistung, und auch hier bestätigen sich die bisherigen Messungen.

- Seite 8 -

Review: AOpen AK76F-400 - 9/14
02.11.2003 by doelf
Zur HTML-Ansicht

CineBench 2003, Raytracing
AOpen
AK76F-400
SiS 748
249
Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
253
Asus
A7V600
VIA KT600
247

CineBench 2003 spiegelt mit seinem Raytracing-Test die pure CPU-Performance wieder, der Speicherdurchsatz spielt hier nur eine Nebenrolle. Aus diesem Grund kann sich der SiS 748 auch vor VIAs KT600 schieben.

TMPEG: VCD PAL, highest quality (niedriger ist besser)
AOpen
AK76F-400
SiS 748
179 sec.
Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
172 sec.
Asus
A7V600
VIA KT600
177 sec.

TMPEG legt wieder ein wenig mehr Wert auf die Memory-Performance, das AOpen AK76F-400 fällt hier etwas zurück.

Zwischenstand:
Wird das AOpen AK76F-400 mit nur einem Speicherriegel ausgestattet - wie es z.B. Asrock für sein SiS 748 basierendes K7S8XE vorschreibt - so kann man zumindest "NORMAL", mit ein wenig Glück sogar "FAST" für die Speichereinstellungen wählen. Damit liegt das Mainboard nur noch knapp hinter dem VIA KT600 auf dem Asus A7V600! Allerdings spricht AOpen dem AK76F-400 die Fähigkeit zu, mit zwei DDR400 Riegeln arbeiten zu können - im Ernstfall sind dies zwei doppelseitige Riegel und somit vier belegte Bänke. Wir scheiterten jedoch bereits an zwei belegten Bänken - nur ein einseitiger Speicherriegel erlaubte einen stabilen DDR400-Betrieb! Somit stellt sich die Frage, warum man bei maximal gleicher Performance derart deutliche Einschnitte bei der Speicherbestückung auf sich nehmen sollte, nur um ein Mainboard mit SiS 748 Chipsatz zu betreiben. Zudem wird kaum jemand eine teure FSB200 CPU kaufen, um diese dann auf einem preiswerten SiS 748 Mainboard zu benutzen - der DDR400 Modus macht jedoch nur in Verbindung mit einem FSB200 Prozessor wirklich Sinn. Oder beim Übertakten! Eine Overclocker-Platine ist das AK76F-400 jedoch auch nicht. Seien wir also realistisch und betrachten die DDR333 Performance mit einer FSB166 CPU.

- Seite 9 -

Review: AOpen AK76F-400 - 10/14
02.11.2003 by doelf
Zur HTML-Ansicht

Für die DDR333 Benchmarks setzten wir unseren AMD Athlon XP 1700+ auf 12x 166.66 MHz = 2000 MHz. Zwei doppelseitige GeIL DRR333 CL2,5 Speicherriegel funktionierten stabil, bei drei doppelseitigen Riegeln kam es jedoch zu Abstürzen. Wir setzten für den Test unsere beiden DDR400 Riegel von MemorySolution auf DDR333 herunter, womit auch eine Vergleichbarkeit mit den DDR400 Messwerten gegeben ist. Diesmal wählten wir die Einstellung "NORMAL":

SiSoft Sandra 8.59: Dhrystone, Whetstone
AOpen
AK76F-400
SiS 748
5560
2761

Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
5532
2742

Asus
A7V600
VIA KT600
5438
2693

SiSoft Sandra 8.59: INT/SSE, FPU/SSE
AOpen
AK76F-400
SiS 748
11001
12724

Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
10928
12640

Asus
A7V600
VIA KT600
10741
12422

Wir erhalten ähnliche Ergebnisse wie beim DDR400 Durchlauf, auch im DDR333-Betrieb zeigt das AOpen AK76F-400 eine sehr gute CPU-Performance. Und noch etwas können wir festhalten: Der DDR400 Betrieb bringt der puren Prozessor-Leistung keinerlei Vorteile!

SiSoft Sandra 8.59: Mem/INT, Mem/FPU
AOpen
AK76F-400
SiS 748
2024
1917

Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
2582
2461

Asus
A7V600
VIA KT600
2286
2147

Die Speicherperformance sinkt im Vergleich zum DDR400-Betrieb deutlich, die Reihenfolge bleibt jedoch die selbe. Somit erwarten wir auch bei den 3D-Benchmarks einen leichten Rückstand für die SiS 748 Platine.

- Seite 10 -

Review: AOpen AK76F-400 - 11/14
02.11.2003 by doelf
Zur HTML-Ansicht

PCMark2002: CPU, MEM
AOpen
AK76F-400
SiS 748
5782
4088

Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
6121
5324

Asus
A7V600
VIA KT600
5810
4205

PCMark2002 verhält sich analog zum DDR400 Betrieb...

3DMark2000
AOpen
AK76F-400
SiS 748
11481
Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
13799
Asus
A7V600
VIA KT600
12216

...und auch bei 3DMark2000 gibt es keine Überraschungen...

3DMark2001SE
AOpen
AK76F-400
SiS 748
11922
Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
14625
Asus
A7V600
VIA KT600
12647

...wie auch bei 3DMark2001SE: Das AOpen AK76F-400 liegt immer etwas zurück!

- Seite 11 -

Review: AOpen AK76F-400 - 12/14
02.11.2003 by doelf
Zur HTML-Ansicht

Vulpine GL @ 1024x768x32
AOpen
AK76F-400
SiS 748
79.2
Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
83.4
Asus
A7V600
VIA KT600
81.0

Diese Tendenz bestätigen auch Vulpine GL...

Codecreatures @ 1024x768x32
AOpen
AK76F-400
SiS 748
45.8 fps
16.5 mio.

Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
49.6 fps
18.4 mio.

Asus
A7V600
VIA KT600
46.5 fps
16.9 mio.

...und CodeCreatures sowie...

nBench 2
AOpen
AK76F-400
SiS 748
2533
Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
2785
Asus
A7V600
VIA KT600
2607

...AMDs nBench 2.

- Seite 12 -

Review: AOpen AK76F-400 - 13/14
02.11.2003 by doelf
Zur HTML-Ansicht

CineBench 2003, Raytracing
AOpen
AK76F-400
SiS 748
248
Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
253
Asus
A7V600
VIA KT600
245

Analog zum DDR400-Betrieb profitiert das AOpen AK76F-400 beim Rendering-Test von CineBench 2003 von der guten CPU-Performance, bei TMPEG gibt es hingegen wieder einen leichten Rückstand:

TMPEG: VCD PAL, highest quality (niedriger ist besser)
AOpen
AK76F-400
SiS 748
180 sec.
Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
174 sec.
Asus
A7V600
VIA KT600
179 sec.

Fazit zur Performance:
Auch im DDR333-Betrieb kann sich der SiS 748 nicht in Szene setzen, die Ergebnisse erinnern an den DDR400-Durchlauf, doch diesmal konnten wir zumindest zwei doppelseitige Speicherriegel stabil betreiben. Allerdings zeigten das Asus A7V600 (VIA KT600) sowie das Shuttle AK39N (VIA KT400) auch keine Probleme mit drei doppelseitigen DDR333 Riegeln, warum sollte man also zum SiS 748 greifen und Einschränkungen beim Speicherausbau hinnehmen? Da kann wirklich nur eine ausgeprägte VIA- und NVIDIA-Allergie oder aber ein sehr günstiger Preis den Ausschlag geben!

- Seite 13 -

Review: AOpen AK76F-400 - 14/14
02.11.2003 by doelf
Zur HTML-Ansicht

Fazit
Die Beurteilung des AOpen AK76F-400 fällt schwer! Wir hätten uns knallharte Speichervorgaben wie bei Asrock gewünscht, doch leider verspricht AOpen mehr als das AK76F-400 hält. Zudem ist die Frage eher theoretischer Natur, denn das Board wird in Europa ja nicht mehr angeboten.
Beschränken wir uns lieber auf den SiS 748 Chipsatz, den wir auf zwei Mainboard testen konnten und dabei auf ähnliche Einschränkungen trafen:

SiS liefert uns mit dem 748 Standardkost, die sich nur durch den Preis von den Mitbewerbern absetzten könnte. Wer bereit ist, etwas Leistung und enge Einschränkungen beim Speicherausbau hinzunehmen, der wird mit einem SiS 748 Mainboard gut zurechtkommen. Mehr als eine Randerscheinung auf dem Mainboard-Markt wird der SiS 748 jedoch kaum werden.

Wie danken AOpen recht herzlich für die Teststellung des AOpen AK76F-400!

- Seite 14 -

Review: AOpen AK76F-400 - Nachtest
26.11.2003 by doelf
Zur HTML-Ansicht

Offene Fragen...
Nach unserem Test des AOpen AK76F-400 blieben einige Fragen offen:

Northbridge-Kühlung
Wir haben das Board noch einmal aufgebaut, um obige Fragen zu klären. Kommen wir zunächst zur letzten Frage, der kalten Northbridge. Schon in unserem Review bemängelten wir die Art und Weise, in der AOpen den Northbridgekühler verklebt. Eine Befestigung durch Pushpins ist immer vorzuziehen, da bei dieser Methode der Kühlkörper von den Federn der Pins gegen die zu kühlende Northbridge gedrückt wird. In Verbindung mit Wärmeleitpaste erreicht man eine sehr gute Kühlwirkung. Wird der Kühlkörper jedoch nur verklebt, dann hält er lediglich auf dem Chip, die Anpresskraft fällt weg; zudem leitet der Kleber immer schlechter als Wärmeleitpaste. Als wir den Kühler leicht drehten, lag er bereits in unserer Hand - ein doppelseitiger Klebestreifen hatte ihn in Position gehalten. Dieser Klebestreifen bedeckte nur etwa die Hälfte der Northbridgefläche und zeigte kaum eine Neigung, Hitze vom Chip wegzuführen. Wir entfernten den Klebestreifen und reinigten die Northbridge sowie den Kühlkörper von Rückständen, dann klebten wir den Kühlkörper mit einem 2-Komponenten Wärmeleitkleber von Zalman fest. Das Ergebnis: Statt 32° bekommen wir nun bei Last eine Temperatur 43° Celsius! Vielversprechend!
Wir starteten den Stabilitätstest mit zwei Speichermodulen und 3DMark2001SE hielt ca. 0,2 Sekunden durch. Netter Versuch, aber leider fruchlos. Also setzen wir uns wieder einmal an die Speichermodule.

Speicherkompatibilität
Bleibt die Frage, ob der SiS 748 bzw. das dazugehörige Referenz-BIOS schlicht und einfach nur einen DDR400 Speicherriegel nutzen kann. Bei uns meldeten sich einige Leser, die das AOpen AK76F-400 stabil mit zwei bestückten DIMM-Bänken betreiben konnten, andere bestätigen unsere Probleme. Im Telefonat mit unserer Partnerseite hardtecs4u.de wurden unsere Probleme zunächst bestätigt, später gelang es unserem Kollegen, das Mainboard nach der Modifizierung der Northbridgekühlung stabil zu betreiben. Allerdings verwendete man dort anderen Speicher! Wie wir herausfanden, hat das AOpen Mainboard besonders mit einseitig bestückten 256 MB Modulen so seine Probleme:

Es zeigte sich, daß die Verteilung der 256 MB Speicherriegel auf die DIMM-Slots unerheblich ist. Ob wir nun die Speicherslots #1 und #2 oder #2 und #3 oder #1 und #3 bestückten, spielte hinsichtlich der Stabilität keine Rolle - das AOpen AK76F-400 lief einfach nicht rund!
Bestückten wir das Mainboard mit den beiden PC4000 512 MB Riegeln von Corsair, so ergab sich hinsichtlich der Verteilung folgendes Ergebnis:

Sobald wir den ersten Speicherslot nutzten, beendete sich 3DMark2001SE ab und an, und beim Herunterfahren des PCs gelang das Ausschalten nicht mehr. Bestückten wir die DIMM-Slots #2 und #3, so lief das Mainboard vorbildlich. Hätte AOpen eine solche Einschränkung im Handbuch dokumentiert, hätten wir dies akzeptieren können. Daß jedoch der Benutzer per "try and error" die möglichen Speicherbelegungen herausfinden muß, finden wir nicht akzeptabel. Während unseres Testes hatten wir bereits Corsair-Speicher auf dem AOpen AK76F-400 ausprobiert, doch stolperten wir damals nicht über die passende Belegung, sondern probierten nur die Kombinationen #1 und #2 sowie #1 und #3. Nun gut, jetzt läuft es stabil.

Benchmarks
Da wir nun ein sattes Gigabyte stabil mit der Einstellung FAST betreiben konnten, haben wir uns nochmal ein paar Benchmarks zur Brust genommen. Die Ergebnisse sind überraschend:

SiSoft Sandra 8.59: Mem/INT, Mem/FPU
AOpen
AK76F-400
2x512MB Fast
2318
2159

AOpen
AK76F-400
2x256MB Safe
2392
2217

Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
3049
2838

Asus
A7V600
VIA KT600
2701
2467

Bei SiSoft Sandras Speichertest sehen wir keinen Zuwachs, sondern einen leichten Einbruch.

PCMark2002: MEM
AOpen
AK76F-400
2x512MB Fast
4476
AOpen
AK76F-400
2x256MB Safe
4277
Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
5900
Asus
A7V600
VIA KT600
4677

PCMark2002 profitiert im Gegensatz zu Sandra grundsätzlich immer von einem Speicherzuwachs, so erklärt sich die Steigerung in diesem Test.

3DMark2001SE
AOpen
AK76F-400
2x512MB Fast
12219
AOpen
AK76F-400
2x256MB Safe
12572
Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
15325
Asus
A7V600
VIA KT600
13513

3DMark2001SE bestätigt die Tendenz, die SiSofts Sandra andeutete: Mit einem Gigabyte schnellem Speicher bricht die Performance etwas ein.

TMPEG: VCD PAL, highest quality (niedriger ist besser)
AOpen
AK76F-400
2x512MB Fast
185 sec.
AOpen
AK76F-400
2x256MB Safe
179 sec.
Albatron
KX18D Pro II
nForce2 U400
172 sec.
Asus
A7V600
VIA KT600
177 sec.

Betrachten wir zum Abschluß den Videoencoder TMPEG: Hier hat jemand eine Handbremse angezogen. Auch hier bricht die Performance deutlich ein, und auch der Neustart des Rechners sowie ein zweiter Messdurchgang brachten keine Verbesserung.

Fassen wir zusammen:
Das AOpen AK76F-400 ist ein ordentliches Mainboard mit einer schlechten Northbridgekühlung und erheblichen Problemen bei der Speicherkompatibilität. Wer diese Probleme zu umgehen weiss, erhält ein stabiles Produkt - jedoch keinen Überflieger! Aus diesem Grund erhält das Mainboard auch in der Nachbetrachtung keine Empfehlung. Der SiS 748 hat sich jedoch ein wenig rehabilitiert. Eine Alternative zu VIAs KT600 und NVIDIAs nForce-Familie ist er dennoch nur, wenn der Preis stimmt!

- Update -
© copyright 1998-2010 by Dipl.-Ing. Michael Doering
www.Au-Ja.de / www.Au-Ja.org / www.Au-Ja.com / www.Au-Ja.net ist eine Veröffentlichung von Dipl.-Ing. Michael Doering.
Alle Marken oder Produktnamen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber. Alle Inhalte spiegeln die subjektive Meinung der jeweiligen Autoren wieder und sind geistiges Eigentum dieser Autoren. Alle Angaben sind ohne Gewähr! Wir setzen bei Nutzung unserer Publikation ausdrücklich die Verwendung des gesunden Menschenverstandes voraus. Sollten Sie mit dieser Voraussetzung nicht einverstanden sein, verstoßen sie gegen unsere Nutzungsbedingungen! Die Veröffentlichung aller Inhalte - auch auszugsweise - ist nur mit ausdrücklicher, schriftlicher Genehmigung erlaubt. Die Verwendung kurzer Ausschnitte für Nachrichten-Ticker und Ähnliches ist hiervon ausdrücklich ausgenommen!
Sollten Ihnen über Hyperlink verknüpfte externe Inhalte auffallen, welche mit der deutschen oder europäischen Rechtssprechung in Widerspruch stehen, bitten wir um eine kurze Meldung. Kommentare und Hinweise zu rechtswidrigen Inhalte unseres lokalen Angebotes sind natürlich ebenfalls erwünscht. Weitere Informationen finden Sie im Impressum!

www.Au-Ja.de - http://www.au-ja.de/review-aopenak76f400-print.phtml