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ASUS M3N-HT Deluxe (NVIDIA nForce 780a SLI)

Autor: doelf - veröffentlicht am 27.05.2008
s.7/17

Hybrid Power
Kommen wir nun zur zweiten Neuerung, die exklusiv unter Windows Vista genutzt werden kann. Bisher verbrauchten Grafikkarten auch dann vergleichsweise viel Strom, wenn gar keine hohe 3D-Leistung gefordert wurde. Befanden sich sogar zwei oder mehr Grafikkarten im System, addierte sich deren Stromverbrauch auf. NVIDIAs Lösung heißt "Hybrid Power" und ermölicht das Abschalten der Grafikkarten. Hierzu werden die Hybrid-Fähigkeiten des Chipsatzes im BIOS aktiviert und anschließend der Bildschirm mit dem Mainboard verbunden. Nach der Treiberinstallation findet sich dann ein neues Symbol in der TNA der Startleiste:


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Zur Auswahl stehen drei Optionen:

  • Save Power: Die Grafikkarten werden abgeschaltet und nur die Chipsatzgrafik wird genutzt.
  • Boost Performance: Die Grafikkarten und die Chipsatzgrafik werden zur Leistungssteigerung zugleich genutzt.
  • Additional Displays: Die Grafikkarten und die Chipsatzgrafik werden zugleich genutzt, um weitere Bildschirme ansteuern zu können.

Betrachten wir zunächst den Modus "Save Power" und messen den Stromverbrauch des gesamten Systems. Für diese Messungen haben wir das Mainboard (BIOS 0701) zunächst ohne Grafikkarte betrieben, danach mit einer GeForce 9800 GTX bestückt und zuletzt mit zwei GeForce 9800 GTX Grafikkarten im SLI-Betrieb getestet. Zunächst notieren wir den Stromverbrauch des Windows Desktop mit aktiviertem Cool'n'Quiet:

2D-Betrieb: Stromverbrauch in W
GeForce 9800 GTX SLI
244
Boost Performance SLI
237
GeForce 9800 GTX
182
Boost Performance
180
Save Power SLI
126
Save Power
122
nForce 780a SLI
117

Ohne Grafikkarte verbraucht das System 117 Watt. Kommt eine GeForce 9800 GTX hinzu, steigt der Stromverbrauch um 55,6 Prozent auf 182 Watt an. Die SLI-Konfiguration verbraucht mit 244 Watt sogar mehr als doppelt soviel Strom (+108,6%). Aktivieren wir "Save Power", erhöht sich der Stromverbrauch mit einer Grafikkarte nur noch um 4,3 Prozent und im SLI-Betrieb um 7,7 Prozent. Zudem schalten die Grafikkarten ihre Lüfter ab, so dass der PC deutlich leiser wird.

Starten wir nun das 3D-Spiel F.E.A.R. und messen den Stromverbrauch ein zweites Mal. Im "Save Power" Modus bleiben die Grafikkarten abgeschaltet, die Werte sollten daher denen des Systems ohne Grafikkarten entsprechen. Interessant ist nun "Boost Performance", also jene Betriebsart, bei der Grafikkarten und Chipsatzgrafik parallel arbeiten: Verbraucht das System jetzt mehr Strom als im normalen Betrieb mit einer Grafikkarte oder einem SLI-Verbund?

F.E.A.R. 1280x960; 8x AA; 4x AF: Stromverbrauch in W
GeForce 9800 GTX SLI
434
Boost Performance SLI
425
Boost Performance
297
GeForce 9800 GTX
291
Save Power SLI
179
Save Power
178
nForce 780a SLI
173

"Boost Performance" zeigt in etwa die selben Verbrauchswerte wie jene Konfigurationen, welche ohne Chipsatzgrafik vermessen wurden. Im 2D-Betrieb kann man viel Strom sparen, im 3D-Betrieb sehen wir keinen Mehrverbrauch - bisher kann "Hybrid Power" überzeugen. Stellt sich noch die Frage, wie es um die 3D-Performance steht:

F.E.A.R. 1280x960; 8x AA; 4x AF: in fps
GeForce 9800 GTX SLI
188
Boost Performance SLI
181
GeForce 9800 GTX
122
Boost Performance
110
Save Power SLI
7
Save Power
7
nForce 780a SLI
7

Die SLI-Konfiguration bricht mit "Boost Performance" um 7 fps (-3,9%) ein, die Framerate der einzelnen GeForce 9800 GTX sinkt sogar um 12 fps (-10,9%). Die Grafikeinheit des Chipsatzes kann die schnellen Grafikkarten nicht unterstützen, verringert jedoch den verfügbaren Arbeitsspeicher und die Speicherbandbreite. Diese Einbrüche sind zwar nicht erfreulich, doch im "Boost Performance" Modus funktionierte zumindest SLI einwandfrei.

Schalteten wir im BIOS die Hybrid-Funktionen ab, sah das nämlich ganz anders aus. Unter Windows Vista Home Premium 32-Bit zeigten sich im normalen SLI-Betrieb mit dem Treiber GeForce 175.16 WHQL bei F.E.A.R. deutliche Verzerrungen in der oberen Bildhälfte. Beim Spiel "Company of Heroes" zogen sich diese Störungen über das gesamte Bild, so dass man den Eindruck hatte, vor einer verschlüsselten Sendung im Pay-TV zu sitzen.

Zudem konnten wir nach dem Beenden einer 3D-Anwendung häufig nicht mehr zu "Save Power" wechseln, der Umschaltvorgang beendete sich nach einer langen Wartezeit einfach kommentarlos. Erst nach einem Neustart war das Wechseln wieder möglich. Das Konzept das manuellen Wechsels hat zudem den Nachteil, dass man regelmäßig ein Spiel im "Save Power" Betrieb startet oder nach dem Spielen vergisst, die Grafikkarten wieder abzuschalten. Hier würden wir uns einen Automatismus wünschen. Last but not least: NVIDIA ist mit dieser Funktion auf dem richtigen Weg, doch dass nur Grafikkarten der Modellreihen GeForce 9800 GTX und 9800 GX2 unterstützt werden, ist mehr als dürftig.

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Inhaltsverzeichnis:
  1. NVIDIA nForce 780a SLI
  2. Lieferumfang und Cool Mempipe
  3. Kühlung und Layout
  4. Anschlüsse
  5. Express Gate
  6. GeForce Boost
  7. Hybrid Power
  8. Soundcheck, USB, ATA133 und SATA
  9. CPU-Leistung, Speicher und Cache
  10. Multithreaded, Primzahlen und Pi
  11. Raytracing, Rendering und Kompression
  12. Audio- und Video-Encoding
  13. 3D-Spiele
  14. Stabilität und Probleme
  15. Stromverbrauch
  16. Übertakten
  17. Fazit
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