www.Au-Ja.de - http://www.au-ja.de/review-asusa7n266-print.phtml


Asus A7N266 1.03 und A7N266-C 1.03, der nForce schlägt zu - 1/6
20.04.2002 by doelf und holger
Zur HTML-Ansicht

Mainboard, Speicher und CPUs sowie CPU Kühler stammen von HiQ Computer und können dort auch bezogen werden. Ich bedanke mich ganz herzlich beim HiQ Computer Team, für die gute Zusammenarbeit!

Der nForce 415/420 Chipsatz
Wir betrachten in diesem Test gleich zwei Mainboards: das Asus A7N266 verfügt über den nVidia nForce 420 Chipsatz mit aktiv gekühlter Northbrdige, Grafik und C-Media Audio, das A7N266-C bietet hingegen keine Grafik (nForce 415D, Northbridge passiv gekühlt) dafür aber Dolby Digital Audio durch nVidias Chipsatz und AMR Steckkarte.
nVidia hat in den letzten Jahren den Markt für Grafikkarten erobert, nun sollen auch die Chipsätze aus dem Hause nVidia zu Bestsellern werden. Mit dem nForce 415 und 420 tritt man auf der Socket-A Plattform an, die sich fest in der Hand von VIA befindet. ALi ist seit Monaten weit abgeschlagen, SiS vermag außer ECS keine Hersteller auf seine Seite zu ziehen (aber immerhin liefert derzeit MSI ein SiS 745 Mainboard aus) und AMD konzentriert sich auf den Dual-CPU Markt und damit auf die Profis. Die VIA-Alleinherrschaft hat uns neue Chipsätze im 4-Monats-Takt gebracht, aber auch etliche Bugs und nicht wenige Leute wünschen sich eine Alternative. So war anfangs das Interesse am nForce groß, Gerüchte über Datenverluste und sehr hohe Preise schreckten die meisten Käufer jedoch ab. 200 oder gar 250 Euro für ein Mainboard erscheinen etwas happig, wo es auch Alternativen unter 100 Euro gibt. Aber die hohen Preise hatten auch ihren Grund: der nForce 420 Chipsatz beinhaltet Grafik auf GeForce 2MX Niveau und Dolby Digital Sound. Erst der grafiklose nForce 415 ließ die Preise purzeln, doch nun achteten die Kunden bereits auf DDR333 und USB 2.0, zwei Ausstattungsmerkmale, die man auf nForce Mainboards vergeblich sucht. Ist der nForce also schon abgeschrieben?
NEIN! Der nForce ist in beiden Versionen - als 420 mit Grafik und als 415 ohne - ein guter Chipsatz auf hohem Leistungsniveau und eine gute Wahl für den Sockel A! Soviel vorweg: Datenverluste gab es bei uns keine, die Performance ist hoch und VIA muß sich warm anziehen, wenn nVidia den Nachfolger auspackt. Denn auch in VIA KT333 Zeiten gehört der nForce 415/420 keinesfalls zum alten Eisen!


A7N266 - onboard Grafik aber kein USB 2.0 oder Firewire

Das Asus A7N266
Das Asus A7N266 bietet 5 PCI Steckplätze, 3 Speicherbänke, 6-Kanal Audio von C-Media mit digitalen Ein- und Ausgängen, 6 USB-Anschlüsse und onboard Grafik mit etwa GeForce 2MX Niveau. Alternativ bietet Asus auch das A7N266-E mit Grafik und Dolby Digital Sound sowie das A7N266-C (nForce 415) mit Dolby Digital Sound aber ohne Grafik an. Der Dolby Digital Sound wird über eine AMR-Steckkarte realisiert, die den fünften PCI-Steckplatz blockiert. Zudem bietet die Dolby Digital Variante nur einen digitalen Audio-Ausgang, jedoch keinen Eingang an.

Holger zum A7N266-C: Dem User stehen lediglich drei magere interne analoge Anschlüsse zur Verfüng. Vom liebgewonnenen internen SPDIF-IN zum Anschluß des Digital-Out eines DVD-Laufwerkes fehlt jede Spur. Doch gerade dieser Anschluss bietet im Vergleich zum analogen Eingang ein ungleich besseres Rauschverhalten. In Anbetracht des saftigen Preises des A7N266-C von 179 Euro führt dieser Umstand zu einer Abwertung im Preis-/Leistungskapitel. Mir ist es ein Rätsel, wie Asus diese Lösung als beworbene Home-Entertainment-Plattform dem Kunden kommunizieren will.
Bei exotischen Betriebssystemen wird die AMR Lösung kaum unterstützt werden, der C-Media Soundchip ist hingegen weit verbreitet. Der Kunde hat also die Qual der Wahl. Die Mainboards sind optional auch mit Realtek 10/100 MBit LAN erhältlich.

Die Ausstattung

Asus A7N266 Asus A7N266-C
DDR-RAM3* (1,5GB: PC1600 oder PC2100)
AGP-Pro, PCI, ISA, ACR1 (4x), 5, 0, 1
COM, LPT, USB2, 1, 4 (Adapter für USB 3+4 sowie COM 2 beigelegt)
VGAja, GeForce 2MX-
USB 2.0-
IEEE-1394-
UDMA100/Raid2 / -
Soundja, 6 Kanal C-Media
(+ digital in/out Adapter)
ja, Dolby Digital
(über AMR-Karte)
Hardwaremonitorja
Lüfteranschluß3
ACPI / APICja / ja
* die Bänke 1 und 2 können mit beidseitigen Modulen bestückt werden, in Bank 3 kann nur ein einseitiges Modul verwendet werden!

Das Mainboard wirkt sauber und aufgerämt, die rechte obere Haltenase des CPU Sockels wird allerdings von einigen niedrigen Bauteilen gesämt, die eine Montage dickerer Dreipunkt Klammern (GlobalWin, Neolec) unmöglich machen. Abgesehen davon gibt es rings um den CPU Sockel viel Platz für gigantische Kühlkörper.


ein ordentliches Layout ohne grobe Fehler

Auch Grafikkarte und Speicherbänke wahren ausreichend Abstand, wer also eine AGP-Grafikkarte auf dem A7N266 einsetzt, kann Speicherbausteine ein und ausbauen ohne zuvor diese entfernen zu müssen. Wo wir beim Speicher sind: die ersten beiden Bänke dürfen mit doppelseitigen Modeln bestückt werden, die dritte Bank nur mit einem einseitigen. Um die Twin-Bank Technologie zu nutzen, sollen zudem in den Bänken 1 und 2 gleiche Module Verwendung finden. Das eng die Optionen beim Speicherausbau jedoch arg ein! Die fünf PCI-Steckplätze können auch lange Karten ohne Probleme aufnehmen und der AGP Steckplatz unterstützt auch AGP-Pro Karten, über eine Halteklammer verfügt er allerdings nicht.
Asus legt dem A7N266 folgende INT-Tabelle bei:

INT-AINT-BINT-CINT-DINT-E
PCI 1X----
PCI 2---X-
PCI 3--X--
PCI 4-X---
PCI 5X----
AGP-Pro----X
OnBoard Audio-X---
OnBoard USB 1.1---X-
ACR SlotX----
Der Interrupt Request Table des Asus A7N266

Mit dem BIOS 1.00D bewaffnet, stellten wir fest, das alle Karten auf IRQ 5 landeten - und zwar schon beim Postscreen, nicht erst unter Windows! Keine Panik, dachte ich, das A7N266 verfügt über 5 INT-Leitungen und APIC, was soll da denn schief gehen. So einiges, wie sich zeigte. Zunächst einmal Ernüchterung im APIC Modus: alle PCI-Karten erhalten einen einzigen IRQ (nein, wir reden hier nicht über den ACPI Modus, wo dies normal wäre!), der zudem mit der onboard CMedia Soundkarte geshared wird. Das onboard USB erhält einen weiteren und AGP bzw. die integrierte Grafik landen auf einem dritten. Damit nutzt das A7N266 nur 3 INTs von 5 möglichen. Wo bleiben die anderen beiden? Erst als Holger das A7N266-C (ohne Grafik, dafür mit AMR Dolby-Digital Soundkarte) testete, fanden sie sich wieder: sie werden vom Dolby Digital Sound vereinnahmt! Mußte sich Asus derart strecken, um das Dolby Digital Zertifikat zu bekommen?
Zweiter Versuch: wieder benutzen wir das BIOS 1.00D aber diesmal vergaben wir die IRQs per Hand. Was geschieht? Der Postscreen zeigt unsere Einstellungen fehlerfrei an, unter Windows selber liegen alle Karten wieder einmal auf einem IRQ. Und nun kommen wir wieder zu einem Umstand, der recht seltsam wirkt: mein A7N266 ohne Dolby Digital Sound hat die Revision 1.03 und kommt mit dem BIOS 1.00A daher, Holgers A7N266-C mit Dolby Digital Sound hat ebenfalls die Revision 1.03, besitzt aber die BIOS Revision 1.00E! Zudem fiel mir auf, daß beim Update vom A7N266 BIOS 1.00A auf 1.00D (die Version 1.00E gibt es derzeit nur für das A7N266-C) alle Treiber neu installiert werden mußten, so als würde man den Rechner von ACPI-PC auf Standard PC umstellen. Schauen wir uns also das BIOS 1.00A nochmals näher an.
Auch hier landeten erst einmal alle PCI-Karten beim Postscreen auf IRQ 5, als Windows 2000 gestartet wurde, installierte es die komplette Hardware neu. Und? Alle Karten auf ein und dem selben IRQ. Manuelle Zuweisung wirkt beim Postscreen, dank APIC landet wieder alles auf einem IRQ unter Windows 2000. Wie gesagt: im ACPI Modus wäre dies normal, bei APIC aber keinesfalls! Hardtecs4u.de hatten zuvor mit dem A7N266-C ähnliche Erfahrungen machen müssen. Schade, denn diese Resourcenvergabe riecht nach Ärger. In meinem Fall liefen zwar alle Karten sauber und ohne Proleme, aber das kann durchaus anders kommen - z.B. wenn TV-Karten zum Einsatz kommen (oder schlimmer: DVB Karten!). Fazit:
Liebe Asus Techniker, diese PCI-INT Tabelle ist - ebenso wie die Resourcenverwaltung des A7N266 - ausgemachter Schwachsinn!


links: der CMedia Soundchip; Mitte: aktiv gekühlte Northbridge und viel Platz zwischen Speicher und AGP-Slot; rechts: gesockeltes BIOS

Das Asus A7N266 kann per Maus oder Tastatur eingeschaltet werden, es unterstützt mit dem aktuellen BIOS 1.00D auch den Suspend To RAM Modus (S3). Unser Exemplar hatte es allerdings nicht so mit dem Aufwachen - der Bildschirm blieb schwarz! Auch das Umsetzen der drei USBxxPWR Jumper und ein anderes Netzteil (Enermax 300 Watt) half nichts. Auf dem Asus A7N266-C bei Holger funktionierte der S3 Modus jedoch einwandfrei. Seltsam.
Ein paar winzige Bauteile vor der rechten, oberen Sockelnase konnte sich Asus leider nicht verkneifen. Einige CPU Cooler von GlobalWin und Neolec konnten hier nicht montiert werden. Zudem ist bei der Montage eines CPU Kühlers mit 3-Punkt Klammer an dieser Stelle höchste Vorsicht geboten!


hier passen nicht alle CPU Kühler!

Asus liefert das Mainboard mit einem Slotbech für die digitalen Ein- und Ausgänge der Soundkarte, einem zweiten für die USB Anschlüsse 3+4 und einem dritten für COM 2 aus. Zudem erhält man ein sehr gutes Handbuch, die Treiber CD, die Spiele "Star Trek: News Worlds" und "Messiah" sowie ATA100, ATA66 und Floppy Kabel.

- Seite 1 -

Asus A7N266 1.03 und A7N266-C 1.03, der nForce schlägt zu - 2/6
17.04.2002 by doelf, APIC Exkurs by holger
Zur HTML-Ansicht

Das Testsystem
Für die Kompatibilitätstests wurden zusätzliche PCI-Karten herangezogen.

Stabilität
Ich werde immer wieder gefragt, wie wir denn die Mainboards testen und auch auf die Testmethoden von den Kollegen bei Planet3dNow angesprochen. Tatsache ist, daß wir seit dem Frühjahr 2001 sehr ähnlich testen, da die Kollegen genau wie wir an der Analyse des "VIA 686B Bugs" beteiligt waren. Der IDE/USB/LPT Frust, der mit dem VIA KT133A einherging, hat diesen Testaufbau nötig gemacht. Zu den einzelnen Tests und Ergebnissen kommen wir gleich im Detail.
Wir testeten das System mit einem AMD Duron 1 GHz, der auf 143/286 MHz Frontsidebus mit dem Multiplikator 7x lief. Das Asus A7N266 zeigte dabei keine Probleme. Auch bei 150 MHz liefen alle Benchmarks stabil, oberhalb von 150 MHz wurde das System - wie zu erwarten - schnell instabil. Das Asus A7N266 leistete sich im Test keinen Ausrutscher in Bezug auf Stabilität und Kompatibilität:

Besser geht es nicht!
ABER: während ich mit meiner Auswahl an Hardware keine Probleme hatte - obwohl alle Karten auf ein und den selben IRQ gesetzt wurden - machten bei Holger auf dem A7N266-C sowohl eine ATA100 Controller Karte von Promise als auch ein Highpoint RAID-Controller Ärger. Der Promise betrieb die angeschlossenen Festplatten zumeist nur im PIO Modus, weiterhin lief einer von drei Micron DDR-RAM PC2100 Riegeln nicht, der auf anderen Mainboards fehlerfrei arbeitet.
Holger zum A7N266-C: Mit dem besagten Speichermodul wurde der Speicherbus vom Bios nur mit 100 MHz angesteuert. Mehr als 115MHz konnten nicht eingestellt werden, höhere Werte führten immer zu einem schwarzen Bildschirm, woraufhin der Clear-CEMOS-Jumper zur Anwendung kam. Der Highpoint 370a brachte den Chipsatz vollends aus der Fassung. Nach dem Einbinden des Treibers - Windows XP erkennt den 370A nicht selbständig - konnte das OS nie heruntergefahren werden. Bereits nach dem Kopieren der Installationsdateien des Betriebssystems blieb der sich anschließende obligatorische Reboot aus und das System fror ein. Anders ausgedrückt: Bei jedem Ausschaltvorgang sind Datenverluste zu verzeichnen! Bei der Verwendung des Promise ULTRA 100 ergaben sich ebenfalls schwerwiegende Probleme: Sämtliche Platten wurden nur im PIO-Mode 4 addressiert. Erst wenn die Karte in Slot 5 und gleichzeitig eine Netzwerkkarte in Slot 3 steckte, konnten die angehängten Platten im UDMA-5-Mode betrieben werden. Allerdings ist dann die Verwendung der AMR-Karte ausgeschlossen. Im Gerätemanger zeigte sich folgendes diffuses Bild. Wird die AMR-Karte nicht verwendet, so wird die Graffikkarte auf IRQ 19, sämtliche übrigen Karten auf 18 und die USB-Controller auf 21 gelegt. Es wird deutlich, dass lediglich 3 INT-Leitungen addressiert werden, selbst wenn die AMR-Karte ungenutzt bleibt. Unter Verwendung derselben ergab sich folgendes Bild: Grafikkarte auf IRQ 19, sämtliche übrigen Karten auf 18, die MCP Audio Processing Unit auf 20, der dazugehörige Codec befand sich auf IRQ 22 und die beiden USB-Controller auf 21! Anders ausgedrückt: Bei Nichtverwendung der Dolby Digital-Lösung werden immer 2 (ZWEI) INT-Leitungen verschwendet und stehen nie für andere Karten zur Verfügung. Wer also daran denkt, kritische Karten, wie die Hauppauge DVBs einzusetzen, die einen exklusiven IRQ benötigen, lässt sich auf ein Vabanquespiel mit ungewissem Ausgang ein. Selbst VIA-Boards, die mit den kostbaren Ressourcen ökonomischer umgehen, sind hier im Vorteil - das hätte wohl keiner gedacht! Wer sich noch an das Release des Chipsatzes erinnern kann, der wird sich ev. an Gerüchte erinnern, die Probleme mit PCI-IDE-Controller zum Gegenstand hatten; wir konnten diese mit dem Highpoint 370a und dem Promise ULTRA 100 (nicht mit dem Promise TX2) voll und ganz nachvollziehen.

Dafür funktionierte bei Holger Suspend To RAM und bei mir nicht.
Was nehmen wir nun mit? Das A7N266 kann - je nach eingesetzter Hardware - TOP oder FLOP sein!

- Seite 2 -

Asus A7N266 1.03 und A7N266-C 1.03, der nForce schlägt zu - 3/6
20.04.2002 by doelf und holger
Zur HTML-Ansicht

Die im nForce 420 integrierte Grafik (Werte in der Tabelle grau hinterlegt) soll auf dem Niveau einer GeForce 2MX liegen. Allerdings belegt die onboard-Grafik einen Teil des Arbeitsspeichers (maximal 32MB) und bremst diesen dadurch auch aus. Zum Vergleich verwenden wir die gute, alte ATi Radeon VE, die ein ähnliches Leistungsniveau wie eine langsame GeForce 2MX hat. Sie ist bei 16-Bit Farbtiefe klar langsamer und dafür bei 32-bit auf einem ähnlichen Niveau:

Asus A7N266
CPU 7,5x133MHz
RAM 133MHz CL2
onboard Grafik
Asus A7N266
CPU 7,5x133MHz
RAM 133MHz CL2
Radeon VE
Asus A7N266
CPU 10x100MHz
RAM 133MHz CL2
Radeon VE
Asus A7N266
CPU 10x100MHz
RAM 133MHz CL2
onboard Grafik
CPUMark 9988,188,679,378,1
FPU WinMark 995500550055005490
Sandra Dhrystone2769277327732774
Sandra Whetstone1387138913891387
Sandra INT/SSE5499551055105498
Sandra FPU/SSE6398640564056396
Sandra Mem/INT1405168913681233
Sandra Mem/FPU1377160812981179
PCMark2002/CPU3051306129612942
PCMark2002/MEM2463266822412106
AMD nBench 299011361067937
3DMark20003745341732823702
3DMark2001SE1756202719001743

Wir sehen unsere Vermutungen bestätigt: bei Verwendung der onboard Grafik, brechen die Benchmarks ein. Ist der Unterschied bei den CPU-Werten noch gering, sind die Einbußen beim Speicherdurchsatz hingegen recht deutlich.
Die onboard Grafik bewegt sich auf niedrigem GeForce 2MX Niveau, wie erwartet schlägt sie die Radeon VE bei 3DMark2000 (16-Bit Farbtiefe) und fällt dafür bei 3DMark2001 (32-Bit) und nBench zurück. Durch den Einsatz eines zweiten Speicherriegels, kann man die Bandbreite der onboard Grafik verdoppeln (Twinbank) und das Ergebnis spürbar verbessern. Allerdings müssen sich die beiden Speicherriegel auch vertragen. Mehr zum Thema onboard Grafik beim nForce 420 wird es in Kürze in unserer MSI K7N420 Review zu lesen geben.
Noch etwas: immer wieder wird behauptet, das Asus A7N266 spreche den AGP Steckplatz mit 89 MHz an. Dies ist schlicht und einfach falsch. SiSoft Sandra 2002 zeigt hier einfach einen falschen Wert an! Oft wird empfohlen diesen Bug zu beheben, indem der Speichertakt per Jumper auf 100 MHz gesetzt wird. Dies löst zwar Kompatibilitätsprobleme mit Speicherbausteinen, die asynchrone Taktung von CPU (133 MHz) und Speicher (100 MHz) bringt aber auch eklatante Leistungseinbrüche mit sich!

- Seite 3 -

Asus A7N266 1.03 und A7N266-C 1.03, der nForce schlägt zu - 4/6
17.04.2002 by doelf, APIC Exkurs by holger
Zur HTML-Ansicht

Bei asynchroner Taktung von Frontsidebus und Speicher konnte bisher nur VIA überzeugen, zu groß waren die Verluste bei ALi und SiS Chipsätzen. Der SiS 745 zeigte auf dem ECS K7S6A zwar gute Ansätze, brach aber bei 3DMark stark ein. Wie sieht es nun beim A7N266 aus?

Asus A7N266
CPU 10x100MHz
RAM 133MHz CL2
Asus A7V333
CPU 10x100MHz
RAM 133MHz CL2
ECS K7S6A
CPU 10x100MHz
RAM 133MHz CL2.5
CPUMark 9979,383,778,5
FPU WinMark 99550055305540
Sandra Dhrystone277327892784
Sandra Whetstone138913941394
Sandra INT/SSE551055335533
Sandra FPU/SSE640564296432
Sandra Mem/INT136815261375
Sandra Mem/FPU129814211280
PCMark2002/CPU29612960-
PCMark2002/MEM22412266-
AMD nBench 2106710921057
3DMark2000328233283018
3DMark2001SE190019171667

Und auch der nForce kann nicht ganz mit VIA's KT333 mithalten. Der SiS 745, VIA's KT333 und der nForce 420 liegen eng beeinander, bei 3DMark bleibt der nForce dicht am VIA KT333 dran während der SiS 745 deutlich zurückfällt. Wer plant einen AMD Athlon-B oder einen Duron auf dem A7N266 einzusetzen kann also beruhigt sein: die Leistung des nForce 420 ist im asynchronen Betrieb gut!

- Seite 4 -

Asus A7N266 1.03 und A7N266-C 1.03, der nForce schlägt zu - 5/6
17.04.2002 by doelf, APIC Exkurs by holger
Zur HTML-Ansicht

Als nächstes takten wir Speicher und Frontsidebus synchron. Hier hatte das Asus A7V333 ein gewaltiges Potential gezeigt, denn wenn dieses Mainboard auf 166 MHz Frontsidebus läuft, liegt der PCI-Takt bei 33 MHz und der AGP-Takt bei 66 MHz - Erweiterungskarten und onboard Komponeten werden somit nicht übertaktet! Das Asus A7V333 hat also passende Teiler für 100, 133 und 166 MHz.
Beim A7N266 (grau hinterlegte Werte) geht Asus anders vor: bei dem nForce Mainboard sind PCI und AGP-Bus fest eingestellt und unabhängig vom Frontsidebus. Oberhalb von 160 MHz startete der Rechner nicht mehr und bei 6,5x 154 MHz lief das System nicht ganz stabil. Bis 150 MHz hatten wir allerdings keine Probleme. Da wir die CPU selber nicht übertakten wollten und alle Messungen mit 1000 MHz durchgeführt haben, wählten wir auf dem A7N266 7x143 MHz und stellten dieser Taktung das Asus A7V333 mit 6x 166MHz gegenüber:

Asus A7N266
CPU 7,5x133MHz
RAM 133MHz CL2
Asus A7V333
CPU 7,5x133MHz
RAM 133MHz CL2
Asus A7V333
CPU 6x166MHz
RAM 166MHz CL2
Asus A7N266
CPU 7x143MHz
RAM 143MHz CL2
CPUMark 9990,388,290,391,8
FPU WinMark 995500548054605500
Sandra Dhrystone2778275627502777
Sandra Whetstone1389138013751389
Sandra INT/SSE5511547654565510
Sandra FPU/SSE6406636363416405
Sandra Mem/INT1693192220801853
Sandra Mem/FPU1624172018221734
PCMark2002/CPU3077301630323092
PCMark2002/MEM2755252627732868
AMD nBench 21149113211421163
3DMark20003449340734693484
3DMark2001SE2062201620812094

Doppelte Überraschung: der nForce hat bei 133/133 MHz die Nase vorn! Nur beim Speicherdurchsatz kann das Asus A7V333 einen Vorteil erzielen und hier hat der nForce ja noch ein Ass im Ärmel - bisher haben wir nur mit einem Speicherbaustein getestet!
Bei 143 MHz Takt zieht das Asus A7N266 in fast allen Benchmarks am Asus A7V333 mit 166 MHz vorbei, nur der Speicherdurchsatz bei Sandra 2002 spricht für den VIA KT333. Und das obwohl der VIA KT333 in diesem Durchgang mit satte 23 MHz schneller läuft! Eines ist klar, der nVidia nForce 420 ist ein Renner und die Option "CPU Fast Decode" im BIOS des A7N266 bringt die nötige Power, um den VIA KT333 endgültig abzuhängen!
Der nForce Chipsatz hat eine Besonderheit: TwinBank. Werden zwei gleiche RAM Module in die Bänke 1 und 2 eingebaut, verdoppelt sich die Bandbreite von 64 auf 128 Bit und der Speicherdurchsatz auf 4,2 GB/Sekunde (in der Theorie). Nur bringt das leider keine Vorteile, wenn man eine AGP Grafikkarte statt der ohnehin nicht sonderlich schnellen onboard Grafik einsetzt. Die Zugewinne waren so gering, daß sie kaum messbar waren! Nur die onboard Grafik kann hier wirklich profitieren.

- Seite 5 -

Asus A7N266 1.03 und A7N266-C 1.03, der nForce schlägt zu - 6/6
17.04.2002 by doelf, APIC Exkurs by holger
Zur HTML-Ansicht

Fazit
So, und nun habe ich ein Problem. Mein A7N266 läuft traumhaft gut, verweigert jedoch Suspend To RAM und legt alle Karten auf einen IRQ. Zudem bringt die TwinBank-Technologie beim Einsatz einer AGP Grafikkarte keine Vorteile. Damit kann ich leben und eine gute Bewertung hat sich das Mainboard ebenfalls verdient, denn es zeigte mit der Hardware, die auch alle anderen Testkandidaten vorgesetzt bekommen haben, nicht das geringste Problem.
ABER: ich kann auch nicht ignorieren, das die Resourcenvergabe des A7N266 ein echtes Problem darstellen kann, wie es ja bei Holger auch der Fall war. Somit wird es heute zwei Wertungen geben, eine von Holger für das Asus A7N266-C und eine von mir für das Asus A7N266. Vielleicht ist die duale Subjektivität ja ein wenig objektiver...

Holger zum A7N266-C: Aus meiner Sicht kann gesagt werden, dass die Performance überzeugen kann, mehr nicht! Die Probleme haben mich wirklich bis zur Verzweiflung und imensen Telefonrechnungen (nach Aachen) getrieben. Hätte Michael das nForce 420 nicht im Test gehabt, so hätte ich das Board sofort getauscht. In diesem Fall wollten wir den Problemen aber auf den Grund gehen. Die Vermutungen um Inkompatibiliäten in Verbindung mit PCI-IDE-Karten, können durch Tests mit dem Highpoint 370a und dem Promise ULTRA 100 bestätigt werden. Schlimmer stellen sich die Probleme mit dem Highpoint 370a dar, da es bei jedem nicht mögichen Abschaltversuch des Betriebssystems zu Datenfehlern kommt. Die Bereitstellung von nur drei (nutzbaren) PCI-INTs für mögliche Erweiterungskarten disqualifiziert in meinen Augen das Mainboard. MSI teilte mir mit, dass der Chipsatz tatsächlich über 6 (sechs) INTs verfügt. Schade, ich hätte wirklich gerne eine VIA-Alternative gesehen....

Die Bewertung im Überblick:

Asus A7V333
VIA KT333
ECS K7S6A
SiS 745
Asus A7N266
nForce 420
Asus A7N266-C
nForce 415
Layout (max 5)4.53.54.54.5
Ausstattung (max 5)5.03.54.54.0
Installation (max 5)5.04.05.02.5
Performance (max 25)22.519.024.524.5
Stabilität(max 40)39.027.539.029.0
Übertakten (max 5)4.53.54.54.5
Preis (max 15)11.014.09.08.0
Summe (max 100) 91.5 75.0 91.0 77.0
ACHTUNG: neues Bewertungsschema!

- Seite 6 -
© copyright 1998-2010 by Dipl.-Ing. Michael Doering
www.Au-Ja.de / www.Au-Ja.org / www.Au-Ja.com / www.Au-Ja.net ist eine Veröffentlichung von Dipl.-Ing. Michael Doering.
Alle Marken oder Produktnamen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber. Alle Inhalte spiegeln die subjektive Meinung der jeweiligen Autoren wieder und sind geistiges Eigentum dieser Autoren. Alle Angaben sind ohne Gewähr! Wir setzen bei Nutzung unserer Publikation ausdrücklich die Verwendung des gesunden Menschenverstandes voraus. Sollten Sie mit dieser Voraussetzung nicht einverstanden sein, verstoßen sie gegen unsere Nutzungsbedingungen! Die Veröffentlichung aller Inhalte - auch auszugsweise - ist nur mit ausdrücklicher, schriftlicher Genehmigung erlaubt. Die Verwendung kurzer Ausschnitte für Nachrichten-Ticker und Ähnliches ist hiervon ausdrücklich ausgenommen!
Sollten Ihnen über Hyperlink verknüpfte externe Inhalte auffallen, welche mit der deutschen oder europäischen Rechtssprechung in Widerspruch stehen, bitten wir um eine kurze Meldung. Kommentare und Hinweise zu rechtswidrigen Inhalte unseres lokalen Angebotes sind natürlich ebenfalls erwünscht. Weitere Informationen finden Sie im Impressum!

www.Au-Ja.de - http://www.au-ja.de/review-asusa7n266-print.phtml