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Im Test: Chieftec BK-01B-SL-B - Die schöne neue Welt der Micro-ATX-Gehäuse - 1/7
15.02.2004 by sebastian
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Zwar ist neben dem Trend zum wohnzimmertauglichen Multimedia PC allgemein ein Trend hin zu kompakten Systemen zu verzeichnen, doch nicht immer sollen dabei Erweiterbarkeit und Leistungsfähigkeit zu Gunsten der Microbauweise auf der Strecke bleiben. Aus diesem Grund möchten wir euch heute ein Desktop-Gehäuse im Micro-ATX-Format aus der BX-Serie von Chieftec vorstellen: Das Chieftec BK-01B-SL-B. Dieses Gehäuse bietet trotz seiner bescheidenen Abmessungen von 372 x 140 x 425 mm (BxHxT) und seinem geringen Gewicht von nur 7 kg inklusive Netzteil ausreichend Platz für 4 Erweiterungskarten sowie drei 3,5- und zwei 5 ¼-Zoll Laufwerke - da kann kein Mini-Barebone mithalten!

Das Gehäuse

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Das Gehäuse ist ganz in silber und schwarz gehalten, die Farben wurden dabei pfiffig verteilt. Die Proportionen wirken stimmig und das Design zeitgemäß. Die Kanten der Gehäusefront sind abgerundet und laufen weich aus, der untere Rand wurde als Elipse ausgebildet; das Design lädt zum Anfassen ein.

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Erst auf den zweiten Blick entdeckt man unterhalb der beiden 5 ¼ Zoll Laufwerkseinschübe ein sauber eingepasstes Kläppchen, hinter dem sich zwei USB- und ein Firewireanschluß (4-polig) sowie Line- und Mic-In verbergen. Der Mechanismus zur Arretierung macht einen stabilen, gut funktionierenden Eindruck.
Die Lüftungsschlitze auf der linken Seite deuten es an: Dahinter lässt sich ein 80 mm Lüfter befestigen. Auf der rechten Seite neben dem 3,5 Zoll Einschub finden sich der Hauptschalter, Reset-Taste und die üblichen LEDs für Power und Festplattenaktivität.

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Die Gehäuseabdeckung wird mit drei Schrauben fixiert.
Das I/O-Shield ist vorbildlich farbig gekennzeichnet, nur wird es kaum Verwendung finden, weil so gut wie jedes Mainboard von der Norm abweicht und eine speziell angepasste Variante erforderlich macht.

Die rechte Gehäuseseite ist teilweise perforiert und dient als Luftein- bzw. auslaß. Wir werden uns diese Stelle gleich noch einmal genauer ansehen.

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Hat man die Gehäuseabdeckung entfernt, ist die Frage geklärt, ob man wohl einen Monitor auf dem Gehäuse abstellen kann: Wir finden hier eine sehr stabile Stahlschiene, die mit einer Schraube gesichert ist.

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Links vorne ist der Käfig für zwei 3,5 Zoll Festplatten und ein externes 3,5 Zoll Laufwerk zu erkennen, dieser ist gleichfalls mit einer Schraube gesichert. Nach dem Lösen der Schraube läßt sich der Käfig in einer Schwenkbewegung nach oben herausnehmen und bestücken; rechts davon befindet sich der fest eingebaute Schacht für zwei 5 ¼ Zoll Laufwerke. Hier muß die Front abgenommen werden, um ein CD- oder DVD-Laufwerk einzuführen und dieses dann seitlich zu verschrauben. Leider gestaltet sich das Abnehmen der Frontabdeckung etwas hakelig.

Die Abstandhalter für das Mainboard sind leider fest im Gehäuse installiert, sollte die gewählte Hauptplatine nicht für jeden Abstandhalter die passende Bohrung bieten, läuft man beim Einbau Gefahr, durch einen an der Platine anliegenden Abstandhalter einen Kurzschluß zu verursachen. In diesem Fall hilft dann nur der Griff zur Flex, doch dieses Vorgehen ist nicht gerade ideal und auch nicht reversibel.


Der Festplattenkäfig ausgebaut...

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Diese Lücke wird normalerweise vom Festplattenkäfig geschlossen. Links daneben läßt sich ein weiterer 80 mm Lüfter in das Gehäuse einsetzen, dort wo, wie zuvor gezeigt, die Perforierung im Seitenteil zu erkennen ist. Sinnvollerweise sollte der Frontlüfter Frischluft ansaugen und dieser Zusatzlüfter zusammen mit dem Netzteillüfter die erwärmte Luft aus dem Gehäuse herausführen.


Der Laufwerksschacht...

Maximal vier Erweiterungskarten können im Chieftec BK-01B-SL-B verbaut werden, dies entspricht auch der maximal verfügbaren Anzahl an Steckkartenplätzen von M-ATX Mainboards.

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Das Netzteil saugt die Gehäuseluft an, kühlt damit noch sein Innenleben und schickt die dann deutlich erwärmte Luft nach draußen.

Wie auch bei vielen anderen M-ATX Gehäusen bildet der untere 5 ¼ Zoll-Einschub einen Engpaß mit der Hauptplatine. Wer zwei Laufwerke verbauen möchte, sollte auf die Einbautiefe des unteren Laufwerkes achten und nach Möglichkeit nicht über 170 mm gehen. Ansonsten kollidiert es, zumindest bei Hauptplatinen, die - wie hier gezeigt - den Netzteilanschluß rechts neben den Speicherbänken sitzen haben, mit dem Netzteilkabel, das dann mit viel Geschick vorsichtig zurecht gebogen werden muß – in manchen Fällen wird aber auch das nicht funktionieren.

Das Netzteil

Das mitgelieferte M-ATX Netzteil stammt gleichfalls von Chieftec; es hört auf den Namen SFX-230P2, ist P4 tauglich und auch einzeln erhältlich. Das Netzteil leistet maximal 230 Watt, ist auf der +5V Schiene mit 21A, auf der +3,3V Schiene mit 17A und auf der +12V Schiene mit 10A belastbar; die Summenangabe von +3,3V und +5V lautet auf maximal 135 Watt.

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P4-Mainboards belasten bevorzugt die +12V Schiene, ATX-Netzteile mit 350 Watt liefern dort im Schnitt 15A. Im Test hatte das Netzteil genug Saft für das QDI P4I875P Mainboard mit einem P4 2,26 Ghz, einer Festplatte, einem DVD Brenner und einer Grafikkarte mit einem MX440 Chip von Nvidia. Zum Vergleich: Die meisten Mini-Barebones werden mit 200 Watt starken Netzteilen geliefert, diese reichen auch für einen 3.2 GHz starken Pentium 4 mit Northwood-Kern noch aus - allerdings lassen sich in Mini-Barebones auch weniger Laufwerke und Zusatzkarten einbauen. Doch voll bestücken läßt sich das Chieftec BK-01B-SL-B mit dem mitgelieferten Netzteil ohnehin nicht: Es sind nur drei 4-polige Festplattenstecker und ein 4-Pin Stecker für ein Diskettenlaufwerk vorhanden; man muß sich also überlegen, ob man lieber auf eine zweite Festplatte oder auf ein zweites CD/DVD-Laufwerk verzichtet. Wird eine Grafikkarte eingesetzt, die einen eigenen Stromanschluß verlangt, spitzt sich dieser Mangel weiter zu und kann nur durch den Einsatz zusätzlicher Y-Kabel gelöst werden.

Das Netzteil besitzt die Möglichkeit der Spannungswahl (220V/110V), doch ein Netzschalter wäre uns wichtiger gewesen. So hilft im Zweifel nur ein Kippschalter an der Netzsteckerleiste weiter, wenn der Rechner hartnäckig abstürzt, oder wirklich kein Strom im Standby-Betrieb verschwendet werden soll.

Der Netzteillüfter arbeitet leider nicht sonderlich leise - wer sich ein Silent System aufbauen möchte, muß entweder beim Lüfter nachbessern oder gleich zu einem anderen M-ATX-Netzteil greifen. Hier haben sich z.B. die Modelle von Seasonic als Leisetreter erwiesen, diese sind aber nur schwer einzeln zu bekommen.

Wie der Aufkleber verrät, verfügt das SFX-230P2 über PFC. Es handelt sich dabei um eine passive Leistungsfaktorkorrektur mittels einer eingeschleiften Drossel. In Deutschland dürfen Netzteile ohne aktive oder passive PFC gar nicht mehr auf den Markt kommen.

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Fazit und Empfehlung
Das Chieftec BK-01B-SL-B ist gut verarbeitet, sehr stabil und schick. Für 59,- EUR erhält man wirklich einen angemessenen Gegenwert. Kritikpunkte sind die etwas hakelige Entfernung der Frontabdeckung, der knappe Abstand vom unteren 5 ¼ Zoll Laufwerk zum Mainboard sowie die festen Abstandhalter für das Mainboard. Zudem hätten wir uns mehr Stromanschlüsse und einen leiseren Lüfter für das Netzteil gewünscht.
Im Vergleich zum Casetek 1007 bietet das Chieftec BK-01B-SL-B mehr Platz für Laufwerke sowie bessere Möglichkeiten zur Belüftung, dabei ist das Chieftec auch noch 9 Euro preiswerter. Damit hat sich das Chieftec BK-01B-SL-B die Wertung "Sehr Gut" verdient.

Micro-ATX-Gehäuse stellen eine interessante Alternative zu ATX-Gehäusen und Mini-Barebones dar. Wer öfters auf LAN-Parties geht, wird die kompakten Abmessungen zu schätzen wissen; wer mehrere PCI-Karten einsetzten muß oder diverse Laufwerke verwendet, wird sich über die größere Flexibilität und mehr Platz im Innenraum freuen. Wenn es noch kompakter sein soll, empfehlen wir die folgenden, von uns kürzlich getesteten Mini-Barebones:

Chieftec BK-01B-SL-B
Hersteller: www.arena-chieftec.de
Vertrieb: www.citx.de

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