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CPU-Kühler im Quad-Core Extremtest
Autor: doelf - Veröffentlicht am 21.08.2007 - Letztes Update: 29.02.2008
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seite 22/24

Fazit: Scythe Orochi
Ohne Zweifel, dieser riesiege Kühler ist beeindruckend! Scythe schickt mit dem Orochi den größten und schwersten Kühler ins Rennen, den wir bis dato getestet haben. Zudem stellt der Orochi auch in Bezug auf die Anzahl der Heatpipes einen neuen Rekord auf. Insbesondere wenn man den Orochi im Vergleich zum Andy Samurai Master sieht, erwartet man von diesem Giganten auch eine gewaltige Kühlleistung. Doch statt Bestwerte sehen wir einen Prozessor, der heiß läuft und heruntertaktet, um nicht zu überhitzen. Wie konnte es dazu kommen?

Der Orochi wurde von Scythe als passiver Kühler konzipiert, doch passiv lassen sich Prozessoren mit einer Abwärme von 130 Watt nicht kühlen. Folglich legen die Japaner dem Kühler einen 140 mm Lüfter bei, der mit 500 U/min so gut wie lautlos arbeitet, dabei aber nur einen Luftdurchsatz von 49,93 m3/h aufweist. Zum Vergleich: Der 120 mm Lüfter des Scythe Andy Samurai Master schaufelt bei 1200 U/min rund 84,24 m3/h. Diese Werte beziehen sich jedoch auf den frei drehenden Betrieb, auf dem Orochi montiert hat der Lüfter erhebliche Probleme, ausreichende Luftmengen durch die Finnen des Kühlers zu pressen. Im ungünstigsten Fall, wenn der Lüfter oben auf dem Kühler befestigt wird, entsteht im Umfeld des Prozessors ein Hitzestau. Für unserem Quad-Core Prozessor ist der Orochi somit nicht geeignet.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Die Situation verändert sich grundlegend, sobald wir den Lüfter austauschen. Mit dem 120 mm Lüfter des Scythe Andy Samurai Master erzielt der Orochi bereits sehr gute Ergebnisse, mit schneller drehenden Lüftern sinken die Temperaturen auf ein hervorragendes Niveau. Den optimalen Kompromiss aus Kühlleistung und Laufruhe erreichen wir bei 1200 U/min, oberhalb von 1600 U/min sehen wir kaum noch Verbesserungen. Unserer Ansicht nach hätte Scythe einen 120 mm Lüfter mit einer Regelung oder einem 4-Pin Anschluss mitliefern sollen. Der 140 mm Lüfter macht sicherlich eine gute Figur als Gehäuselüfter, ist für die unterschiedlichen Anforderungen moderner Prozessoren hingegen ungeeignet.

In diesem Vergleichstest wollen wir die Leistungsfähigkeit aktueller CPU-Kühler anhand eines entsprechend kraftvollen Prozessors überprüfen. So mancher Leser wird somit beklagen, dass dies nicht das eigentliche Einsatzgebiet des Orochi sei. Und in der Tat wird ein solcher Passiv-Kühler zumeist auf Prozessoren mit einer TDP von 65 oder gar 45 Watt zu finden sein. Aus diesem Grund haben wir auch einige Messungen mit einem Intel Pentium E2200 durchgeführt. Dieser Dual-Core Prozessor basiert auf der aktuellen Core 2 Architektur, taktet mit 2,2 GHz und weist eine TDP von 65 Watt auf. Gemessen wurden zwei Durchläufe, der erste mit dem oben auf dem Orochi montierten 140 mm Lüfter, der zweite lüfterlos:

Temperaturen IDLE + EIST: Core #1, #2 (niedriger ist besser)
Scythe Orochi
top 140mm @ 487U/min
24
23
Scythe Orochi
passiv
33
32

Temperaturen Halblast: Core #1, #2 (niedriger ist besser)
Scythe Orochi
top 140mm @ 487U/min
45
35
Scythe Orochi
passiv
60
53

Temperaturen Volllast: Core #1, #2 (niedriger ist besser)
Scythe Orochi
top 140mm @ 487U/min
50
50
Scythe Orochi
passiv
72
70

Wie die Messwerte zeigen, reicht die Kühlleistung des Orochi für aktuelle Dual-Core Prozessoren mit einer TDP um die 65 Watt voll und ganz aus, selbst der komplett passive Betrieb ist möglich. In Anbetracht eines 22°C wärmeren Prozessors und eines stark aufgeheizten Mainboards können wir allerdings keinen Sinn im Passiv-Betrieb erkennen, denn der Lüfter arbeitet sowieso unhörbar leise. Ein weiterer Testaufbau mit einem AMD Athlon 64 X2 5000+ (65 nm) konnte ebenfalls passiv betrieben werden.

Egal welchen Prozessor man nun verwendet, um Probleme bei der Montage dieses Giganten kommt niemand herum. Egal wie man den Orochi dreht oder wendet, irgendetwas scheint immer im Weg zu sein. Auf aktuellen Mainboards muss man den Kühler über die Speichermodule kragen lassen, einige AMD Platinen, bei denen sich die DIMM-Sockel oberhalb der CPU befinden, erlauben auch eine Ausrichtung zum Netzteil hin. Während der Orochi auf Intel Mainboards verschraubt wird, hängen sich die knapp 1,3 kg bei AMD Mainboards an die beiden mittleren Sockelnasen - in unseren Augen keine überzeugende Lösung.

Aufgrund der zahlreichen Tücken, welche dieser Kühler mit sich bringt, werden wir keine Empfehlung aussprechen. Der Orochi ist ein beeindruckendes Produkt und für bestimmte Einsatzgebiete durchaus empfehlenswert. Wer ein LGA775 Mainboard mit einer TDP 65 Watt CPU verwendet und ein ausreichend großes Gehäuse besitzt, wird kaum einen leiseren Kühler finden. Dennoch erscheinen uns alle anderen Kandidaten in diesem Vergleichstest als sinnvollere Wahl.

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Inhalt:
  1. Einleitung und Testsystem
  2. Trends und Übersicht des Testfeldes
  3. Referenz: Noctua NH-U9 und Scythe Andy Samurai Master
  4. ASUS Arctic Square: Design
  5. ASUS Arctic Square: Montage
  6. Coolink Silenator: Design
  7. Coolink Silenator: Montage
  8. Scythe Kama Cross: Design
  9. Scythe Kama Cross: Montage
  10. Xigmatek HDT-S1283: Design
  11. Xigmatek HDT-S1283: Montage
  12. Zaward Vivo: Design
  13. Zaward Vivo: Montage
  14. Scythe Orochi: Design
  15. Scythe Orochi: Montage #1
  16. Scythe Orochi: Montage #2
  17. Kühlleistung: IDLE
  18. Kühlleistung: Volllast, 2 Kerne
  19. Kühlleistung: Volllast, 4 Kerne
  20. Schallpegelmessung
  21. Schallpegel vs. Kühlleistung
  22. Fazit: Scythe Orochi und TDP 65W Messungen
  23. Fazit: ASUS Arctic Square, Coolink Silenator, Scythe Kama Cross
  24. Fazit: Xigmatek HDT-S1283, Zaward Vivo
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