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Cougar GX 1050 - Eine gute Anlage dank 80Plus Gold?

Autor: doelf - veröffentlicht am 24.09.2010
s.1/12
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Volle Leistung trifft maximale Effizienz: In unserem heutigen Test werden wir Cougars GX 1050 unter die Lupe nehmen, ein Netzteil welches brachiale 1.050 Watt mit der Zertifizierung "80Plus Gold" vereint. Gold gilt in Krisenzeiten als sichere Anlage und daher wollen wir herausfinden, ob sich diese nicht ganz billige Investition wirklich lohnt. Zum Vergleich ziehen wir acht weitere Netzteile mit Leistungen zwischen 750 und 1010 Watt heran, darunter auch das Modell NesteQ XS-1000, welches ebenfalls zur exklusiven "80Plus Gold"-Riege gehört.


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Lange Zeit waren Computer wahre Stromschleudern, da die Hersteller bei den Netzteilen nur auf den Preis geachtet hatten. Durch die mieserable Energieeffizienz der Netzteile wurde ein großer Teil des Stroms ungenutzt als Abwärme in die Umgebung abgegeben. Da die entstandene Hitze abgeführt werden musste, drehten die Lüfter der Netzteile entsprechend schnell und erzeugten dabei einen hohen Lärmpegel. Energieeffiziente Hardware brachte in solchen Systemen kaum Vorteile, denn insbesondere bei geringer Last war der Wirkungsgrad der Netzteile sehr schlecht.

Leistungsfaktorkorrekturfilter (PFC)
Ausgerechnet als Prozessoren und Grafikkarten immer stromhungriger wurden, trat eine Wende ein. Nichtlineare Verbraucher wie Schaltnetzteile erzeugen unerwünschte Oberschwingungen und somit Abweichungen von der Sinuskurve, da sie den Strom in Form von kurzen, hohen Stromimpulsen ziehen. Diese höherfrequenten Abweichungen sind in zweierlei Hinsicht problematisch: Einerseits können sie zu Störungen bei anderen elektrischen Geräten führen, andererseits verursachen die Blindströme Verluste im Leitungsnetz und in den Transformatoren des Stromversorgers. Die Lösung für dieses Problem war der Leistungsfaktorkorrekturfilter (PFC), welcher in Europa seit dem 1. Januar 2001 für alle Netzteile, die mehr als 75 Watt aus dem Stromnetz ziehen, vorgeschrieben ist (DIN EN 61000-3-2).

Erstrebenswert ist ein Leistungsfaktor (Verhältnis zwischen Wirk- und Scheinleistung) von 1,0, doch ohne PFC erreichen Schaltnetzteile maximal einen Wert von 0,6. Durch die Verwendung eines passiven Filters, welcher aus Reihen einfacher Drosselspulen besteht, kann man den Leistungsfaktor auf 0,8 verbessern. Sinnvoll ist dies aus Kostengründen für Netzteile unter 200 Watt, denn aktive Filter sind aufwändiger und die hierfür notwendigen Bauteile teurer. Aktive Filter arbeiten mit Pulsbreitenmodulation, wobei die Transistoren selbst höherfrequente Störungen erzeugen, weshalb ein passiver Filter nachgeschaltet wird. Dessen Spulen sind jedoch deutlich geringer dimensioniert, so dass Netzteile mit aktiver PFC kleiner und leichter sind und zudem kühler arbeiten. Sie erreichen üblicherweise einen Leistungsfaktor von 0,99. Der aktive PFC darf als Grundlage für die Entwicklung sparsamer und leiser Netzteile betrachtet werden.

DC-DC-Technologie
Mit der Einführung der 80Plus-Zertifizierung wurde dann erstmals eine klare Messlatte für die Effizienz von Netzteilen gelegt, welche für den Kunden transparent und nachvollziehbar ist. Wenn das 80Plus-Logo auf einem Netzteilkarton zu finden ist, erreicht das Gerät in üblichen Lastzuständen eine Effizienz von mindestens 80 Prozent. Die Hersteller nahmen diese Zertifizierung schnell an, so dass bald weitere Effizienzklassen folgten. Die zweite Stufe "80Plus Bronze" ließ sich dabei noch mit gängigen Konstruktionen in Verbindung mit besseren Bauteilen erreichen, doch für Silber und Gold mussten die Hersteller tiefer in die Trickkiste greifen. Die Lösung nennt sich DC-DC-Technologie. Statt eines +12V/+5V-Transformators, bei dem eine Drossel +3,3V aus der +5V-Ebene erzeugt, kommt hier ein reiner +12V-Transformator zum Einsatz. Wie beim Spannungswandler des Mainboards übernehmen dann zwei VRMs (Voltage Regulator Module) die Erzeugung von +5V sowie +3,3V. Diese Bauweise spart nicht nur Platz, sondern ermöglicht auch eine Energieeffizienz von um die 90 Prozent.

Offizielle 80 Plus Resultate
Betrachten wir nun die unabhängigen Messergebnisse von 80 Plus. Die Messungen von 80 Plus werden mit 115 Volt vorgenommen, unsere Testsysteme arbeiten jedoch mit 230 Volt. Daher kann es vorkommen, dass sich einzelne Netzteile abweichend verhalten. Zudem sind Qualitätsschwankungen in der Produktion möglich.

Wirkungsgrad laut 80 Plus:
Modell 20% 50% 100% Ø
be quiet! Pro P7-750W 82,80 85,59 82,68 83,69
be quiet! Pro P8-750W 88,44 89,54 85,85 87,95
be quiet! Pro P8-900W 87,83 89,37 85,96 87,72
Cougar 1000 CM 85,67 87,43 83,60 85,56
Cougar GX 1050 88,80 90,50 87,72 89,01
FSP Everest 1010 84,22 85,10 80,06 83,13
NesteQ XS-1000 88,23 90,93 89,20 89,46
XFactor REX-750AS 82,04 85,30 83,01 83,45

Für die "80Plus Standard"-Wertung muss das Netzteil in drei Lastzuständen mit einer Effizienz von mindestens 80 Prozent arbeiten. Die Anforderungen für "80Plus Bronze" liegen etwas höher, hier muss das Gerät bei 20- und 100-prozentiger Auslastung zumindest 82 Prozent und bei Halblast sogar 85 Prozent Effizienz erreichen. Wer nach "80Plus Silber" greift, muss bei 20- und 100-prozentiger Auslastung mit 85 Prozent Effizienz aufwarten und bei Halblast zumindest 88 Prozent erreichen. Die Königsklasse "80Plus Gold" verlang eine Effizienz von 87 Prozent bei 20- und 100-prozentiger Auslastung sowie eine 90-prozentige Effizienz bei Halblast.

Das Cougar GX 1050 hat die Gold-Hürde genommen und ist im Schnitt 3,45 Prozent effizienter als sein Vorgänger Cougar 1000 CM. Zumindest auf dem Papier schneidet das NesteQ XS-1000 nochmals um 0,45 Prozent besser ab, seine Vorteile erzielt das NesteQ XS-1000 dabei insbesondere unter Volllast.

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