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EPoX 8K3A+ oder die Suche nach einem Referenzsystem - 3/6
28.05.2002 by holger
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Kommen wir nun zu Punkt 1, den PCI-Aussetzern des VIA-Chipsatzes.
Wir hatten nichts Gutes erwartet, da sämtliche Tests mit Asus- und MSI-Platinen immer das gleiche Bild zeigten: mehr als 72 MB/Sek. Burstrate sind nicht drin. Doch Gerald Tobolewski (CEO EPoX) meinte, dass EPoX diese Probleme nicht kennt, selbst ohne VIA PRP-Patch erziele man gute Ergebnisse. Schnell wurde eine Promise TX2 PCI-Controller-Karte installiert und HD-Tach 2.61 ohne Verwendung des PRP-Patches gestartet und siehe da: bereits jetzt wurden 76MB/Sek. gemessen. Große Augen machte ich allerdings, nachdem der PRP-Patch installiert war: satte 85MB/Sek.- solche Werte hatten wir auf keinem einzigen VIA-Board gemessen – noch NIE! Diese Burst-Rates liegen absolut auf gleicher Höhe mit den Werten, die mit Intel-/MP-Chipsätzen gemessen wurden. Um es ehrlich zu sagen: An dieser Stelle des Tests wurde das Board für uns erst interessant. Würde es sich weiterhin so wacker schlagen?
Doch was soll überhaupt der Käse mit der unbedeutenden Burst-Rate? Nun, es geht uns überhaupt nicht um die Burst-Rate an sich. Vielmehr soll die Leistungsfähigkeit des PCI-Busses indirekt ermittelt werden. Nur ein fehlerfrei arbeitender PCI-Bus kommt nicht durch Profi-Karten (Sound und Co) aus dem Tritt, bestimmt erinnert sich der eine oder andere über lästiges Gekratzer und Aussetzer mit einer SB Live, wobei die Live nicht als Profi-Karte verstanden werden soll;-) Profis können ein Liedchen von der miserablen PCI-Performance singen. Ein anderes Beispiel: Da hat man sich ein flottes Raid-System zusammengestellt und freut sich über die versprochene Leistung. Daraus wird leider nichts, da die Leistung auf dem PCI-Bus verpufft. Jetzt soll mal einer sagen, die auf anderen Mainboard festgestellten Messwerte hätten keine Relevanz. Wo wir gerade beim Thema Raid-Controller sind: Wie sehen denn im Vergleich zur Promise TX2 die Messwerte des Highpoint HPT372 aus? EPoX hat selbst dieses leidige Kapitel voll und ganz im Griff! Während auf anderen Boards vielfach noch schlechtere Werte in Verbindung mit dem onboard Raid ermittelt wurden, sind die Werte voll und ganz im grünen Bereich.

Zu Punkt 2: Die interne Diode des Palomino muss ausgelesen werden können.
Zunächst betrachten wir uns folgendes Bild:


die interne Diode des Athlon XP wird ausgelesen

Man erkennt, dass die externe Diode über den Sockel des Boards angebunden ist. Einfach gesprochen, verdrahtet EPoX die interne Diode des Palomino über den THDC Pin (der zum Auslesen der internen Diode benötigt wird) so, dass sie über den gleichen Eingang der externen Diode ausgelesen werden kann. Wer mehr zu dem Thema wissen will, der kann den ungemein umfangreichen Artikel von Peter auf hardtecs4u.com durchforsten.
Nachdem Prime 95 eine ganze Weile lief, meldete der Hardware-Monitor 51 °C. Wurde Prime95 gestoppt, so viel die Temperatur innerhalb weniger Sekunden auf 46 °C. Gerald Tobolewski von Epox Deutschland beteuerte, dass man ruhig den Kühlkörper abnehmen könne, die Schutzschaltung funktioniere – an dieser Stelle wollten wir es eigentlich dabei bewenden lassen. Doch wie sollte es anders sein, ein Praxistest wurde in Form von einem verkantetet montierten Kühler von Staedler gemeldet, von ihm wird es in Zukunft auch ein paar Tests geben. Im lag das Board in Rev. 1.2 vor (augenfällige Unterschiede zur Rev. 1.1 waren nicht zu erkennen). Beim Einbau verkantete er seinen Termalright und schaltete den Rechner ein - der dann eine Sekunde später wieder abschaltete. Die Ursache war schnell gefunden: Der Kühlkörper lag nicht auf dem Die auf.
Bleibt also festzuhalten, dass das Board selbst diesen kritischen Punkt unseres Testparcous ohne Fehl und Tadel meisterte.

Zu Punkt 3: Das MB muss zu allen Testkomponenten kompatibel sein.
Mit sämtlichen Komponenten, einschließlich der Hauppauge DVBs, die sich als besonders kritisch erweist, da sie sich nicht an die PCI2.0-Spezifikationen hält und einen exklusiven IRQ beansprucht, konnten wir das Board nicht aus dem Tritt bringen. Um den Vogel abzuschießen, betrieben wir die DVBs einfach geshared mit der Promise TX2. Diese Konfiguration funktioniert eigentlich nie, auf anderen Boards wird einfach der NT-Kernel zerschossen, und man darf Windows XP neu installieren. Ein wenig arrogant zeigte sich das EPoX – das Board blieb unbeeindruckt und verrichtete seinen Dienst nach Vorschrift. Langsam packte uns der Ehrgeiz: Irgendwie musste dieses Board doch instabil zu bekommen sein. Also wurde auf dem primären Kanal des TX2 durch Kopieren einer 20GB-Datei eine ordentliche Last erzeugt. Ärgerlich war nur, dass sich auch diesmal keine nennenswerten Probleme ergaben, lediglich eine vereinzelte Blockbildung des Fernsehbildes konnte beobachtet werden, die aber im Normalbetrieb nie auftrat. Wir geben uns an dieser Stelle geschlagen und attestieren dem Board eine nie zuvor beobachtete Stabilität.

Weiter: 4. Setup, BIOS und Stabilität

1. Einleitung
2. Chipsatz und Mainboard
3. CPU-Schutz und Kompatibilität
4. Setup, BIOS und Stabilität
5. Benchmarks: Athlon XP 1800+
6. Fazit

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