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Premiere: HiQ Mini PC auf Basis eines CFI Mini Barebone Systems CF-S868 - 4/10
08.07.2002 by doelf
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Betrachten wir die verwendeten Komponenten im Detail:
Das Flex-ATX Mainboard kommt nicht, wie ich zunächst erwartet hatte, mit einem SiS Chipsatz daher, es beherbergt einen P4M266 Chipsatz aus dem Hause VIA. VIA hat auf dem Sektor für Intel Pentium 4 Chipsätze derzeit keine großen Marktanteile. Dies liegt jedoch nicht daran, daß es Probleme mit VIA's Chipsätzen gibt, sondern vielmehr an einem Rechtsstreit mit Intel. Intel will Lizenzgebühren von VIA, VIA meint diese nicht zahlen zu müssen - auf die Qualität der Chipsätze hat dies keinen Einfluß. Jedoch sind die großen taiwanesischen Hersteller wegen dieses Rechtstreites recht zurückhaltend, diese Chipsätze einzusetzen. Der VIA P4M266 selber machte im Mini-PC keinerlei Probleme und erwies sich als stabil und leistungsfähig. Der VIA P4M266 hat folgende Eckdaten:

  • 400 MHz Systembus für Intel Pentium 4 Willamette und Northwood
  • bis zu 4 GB PC1600 (DDR200) und PC2100 (DDR266) Speicher
  • integrierte S3 ProSavage8 Grafiklösung
  • AGP 4x Steckplatz
  • ATA 133 IDE-Controller
  • Anbindung von North- und Southbridge durch VIA V-Link mit 266 MB/sec
Intel Pentium 4 Prozessoren mit 533 MHz Systembus werden von diesem Chipsatz also nicht unterstützt. Die CPU sitzt mittig im Gehäuse, gleich unter den Laufwerken. Ist der Käufig von Festplatte und Floppy demontiert (dieser wird von zwei Rändelschrauben gehalten - gute Lösung!), kommt man recht gut an die CPU heran. Der Arcua CPU Kühler, den CFI in diesem Barebone einsetzt, hat ein recht flaches Design und gibt die warme Luft in alle 4 Richtungen ab. Das ist nicht ideal, da das Gehäuse - wie bereits beschrieben - vorne Frischluftlöcher aufweist und auf der Rückseite die heiße Luft herausdrückt. Der gedachte Luftfluß geht also von vorne unten nach hinten oben - das ist zwar vollkommen richtig gedacht, doch da auf der Vorderseite nur kleine Öffnungen aber keine Lüfter sind und der CPU Kühler unter anderem auch nach vorne bläst, geht diese Rechnung nicht ganz auf. Die Hitze mit einer Heatpipe zur Rückseite zu führen und dort etwa in Kombination mit dem Netzteillüfter abzuführen, wäre ein besseres Konzept gewesen. HiQ setzt im Einstiegsmodell einen Intel Celeron Prozessor mit 1.7 GHz ein. Dieser ist zwar recht preisgünstig, setzt aber auf dem alten Willamette Core auf und erzeugt mit einer Leistungsaufnahme von 63,5 Watt (Datasheet) deutlich mehr Abwärme als ein Intel Pentium 4 mit 2 GHz und Northwood Core (52,4 Watt, Datasheet). Ein Intel Pentium 4 mit 1.6, 1.8 oder 2.0 GHz auf Northwood Basis wäre eine bessere Wahl - vor allem wenn man plant, eine AGP Grafikkarte einzusetzen!


links: Schraube lösen, Blech hochschieben, Karten einbauen; rechts: Speicher und 3.5-Zoll Laufwerke demontiert

Das kleine Mainboard bietet nur zwei Speichersteckplätze, womit der Speicherausbau auf maximal 2 GB reduziert wird - dies ist aber immer noch satt und genug für fast alle Anwender. Die Speicherbausteine lassen sich bequem einsetzen, wenn man beide Seitenteile entfernt hat, sie liegen parallel zur Gehäusefront. Die Speicherbausteine werden vom CPU Kühler mit heißer Luft angeblasen, was nicht ideal ist. Auch hier hätte eine Heatpipe für Abhilfe gesorgt. HiQ setzt einen 256 MB Speicherriegel mit Infinion Chips ein. Mit der zweiten Speicherbank kann man dann auf maximal 1280 MB aufrüsten. Wer eine sehr lange Grafikkarte einsetzen will, etwa eine GeForce 4 Ti4600 (ja, die passen wirklich!), sollte bedenken, daß diese Karten die zweite Speicherbank blockieren. Positiv fiel auf, daß HiQ die Speicherbank bestückt hat, die weiter von der CPU entfernt liegt und somit nicht so stark von der Abwärme des Prozessors betroffen ist.

Weiter: 5. Grafik, Sound, LAN

1. Einleitung, erster Blick
2. Von Außen: das Gehäuse
3. Im Inneren: die Ausstattung
4. CPU und Speicher
5. Grafik, Sound, LAN
6. Netzteil und Mainboard
7. Stabilität, Kompatibilität
8. Wärmekonzept
9. Benchmarks
10. Fazit und Bewertung

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