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Premiere: HiQ Mini PC auf Basis eines CFI Mini Barebone Systems CF-S868 - 1/10
08.07.2002 by doelf
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Update: 12.7.2002
Nachdem wir letzte Woche die Gelegenheit hatten, eine absolute Neuheit auf dem deutschen Markt zu testen - den HiQ Mini PC auf Basis des CF-S868 Mini Barenbone Systems von CFI - hat HiQ Computer den Mini-PC noch einmal nachgebessert und ist auf unseren Vorschlag eingegangen, CPU und Grafikkarte auszutauschen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn die Hitzeentwicklung des Systems, unser Hauptkritikpunkt, wurde erheblich gesenkt! Aus diesem Grund wurde der Aktikel in folgenden Punkten aktualisiert:


Der HiQ Mini-PC bietet alles was das Herz begehrt - inklusive einem AGP und einem PCI Steckplatz! Zudem ist der Rechner optisch äußerst gut gelungen. Ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich bei HiQ Computer bedanken, daß wir uns den Mini PC als erste Webseite weltweit ansehen konnten. Zudem sollte es die Deutschlandpremiere für das CFI Mini Barebone Systems sein.


Der HiQ Mini-PC von vorne und von hinten.

Neue Hüllen für den PC
Der klassische PC ist in einem Büro gut aufgehoben: eine hellgraue Kiste, die unter dem Schreibtisch steht und ihre Arbeit verrichtet. Aber schon im Büro des Chefs, beim Architekten, beim Steuerberater oder in der Werbeagentur wünscht man sich etwas Schickes, etwas, daß besser zum exklusiven Schreibtisch mit der Edelleuchte paßt, als ein hellgrauer Kasten aus Stahlblech. Hier konnte Apple mit eigenwilligen Designs punkten, der PC hatte - was Design betrifft - meist das Nachsehen. Auch im heimischen Bereich ist der PC längst nicht mehr ein Rechenknecht sondern ein Multimediagerät wie die Hifi- oder die Home-Cinema-Anlage. Ja, oft übernimmt der PC gar diese Aufgaben. Aber während Hifi- und Videokomponenten zumeist ein schickes Aussehen haben, fehlt den meisten PCs eine solche Qualität. Derzeit erobern zwar sündhaft teure Aluminium-Gehäuse den PC-Markt und geben dem Rechenknecht ein elegantes, hochwertiges Äußeres. Doch sind diese PCs immer noch groß, für viele Aufgaben zu groß. Genau hier setzen die Mini-PCs an: sie erfüllen fast alle Aufgaben genau so gut wie ihre großen Brüder, finden durch ihre kompakte Bauweise aber problemlos auf jedem Schreibtisch, neben dem Fernseher oder bei der Stereoanlage platz. Und zudem sehen sie gut genug aus, um als Statussymbol zu fungieren. Eine Flachbildschirm daneben, fertig ist ein Arbeitsplatz, um den man beneidet wird. Soweit die Theorie, nun zur Praxis.

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Der HiQ Mini-PC von der Seite.

Von Außen
Der Mini PC überzeugt auf den ersten Blick durch seine Optik und auf den zweiten durch die hochwertige Verarbeitung. Das kompakte Gehäuse besteht aus Aluminium, wodurch es eine edle Optik erhält und leichter wird als ein Gehäuse aus Stahlblech. Die Front sowie die Seiten werden zusätzlich von dickem Plexiglas umhüllt, durch welches man das blanke Aluminium sehen kann. Oben wird das Aluminium von einem dunklen Kunststoff abgedeckt und man findet einen Griff, der das Gehäuse in voller Länge überspannt und ein angenehmes Tragen ermöglicht. Die Kombination von Plexiglas und Aluminium schluckt mehr Schall als Aluminium alleine und das empfindliche Aluminium wird zudem geschützt. Allerdings leitet Plexiglas Wärme nicht besonders gut, die positiven Wärmeleiteigenschaften des Aluminiums gehen somit leider verloren. Auf der Vorderseite befinden sich kleine Lüftungslöcher, durch die Frischluft in das Gehäuse gelangen soll.
Die Rückseite des Gehäuses dient der Wärmeabführung. Hier finden wir blankes Aluminium, den Lüfter und Ausschalter des Netzteiles, zwei 4 cm Lüfterchen, die zusätzlich Wärme nach außen pusten sowie die Anschlüsse und die Blenden von AGP und PCI Steckplatz. Die beiden Steckkarten werden außen verschraubt, um sie einsetzen zu können, muß eine Schraube gelockert und ein Abdeckblech etwas hoch geschoben werden. Der Einbau von Steckkarten ist dann recht einfach. Sollte ein Anschluß weit oben auf dem Slotblech der Karte sitzen, wie es bei eingen Grafikkarten der Fall ist, so sollte man das obere Schraubgewinde dieses Anschlusses vor dem Einbau entfernen und danach wieder einschrauben - diese Vorgehensweise vereinfacht den Einbau ungemein!
Das Socket 478 Mainboard wurde im Flex-ATX Design ausgeführt und bietet auf der Rückseite folgende Anschlüsse:

Zusätzlich findet man die Audio Anschlüsse, den Gameport sowie zwei USB Anschlüsse auch noch auf der Vorderseite des Gehäuses. Einen LPT-Anschluß gibt es leider nicht.
Die beiden Seitenteile des Mini-PC sind mit je einer Rändelschraube befestigt, was auch vollkommen ausreicht. Dreht man diese los, so kann man die Seitenteile an der gewölbten Vorderseite leicht nach hinten schieben und zur Seite hin abnehmen. Diese Befestigung der Seitenteile ist wirklich optimal gelöst. Nun haben wir das Innere des Mini-PC vor uns.

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Die Inneren Werte
Der Mini-PC kann die Bedürfnisse von 90% der PC-Benutzer abdecken. Wie man schon an der Aufzählung der Anschlüsse sehen konnte, wird hier einiges geboten. Folgende Ausstattung fanden wir in unserem Mini-PC vor:

Auf Grund seiner Größe hat der Mini-PC natürlich auch Einschränkungen: man kann nur ein 5 1/4 Zoll Laufwerk einbauen, es gibt nur Platz für eine Festplatte, ein Diskettenlaufwerk, eine PCI-Steckkarte und eine AGP-Steckkarte. Wer auf ein RAID-Array wert legt, sollte sich nach einem anderen Rechner umsehen. Den meisten Benutzern reicht jedoch eine schnelle Festplatte aus. Aufgrund der zahlreichen onboard Komponenten und der USB 2.0 Schnittstellen, sollte auch der eine PCI-Steckplatz in den meisten Fällen ausreichen und wer mit dem Mini-PC spielen will, kann das problemlos mit einer AGP-Grafikkarte erreichen.


Durch die linke Seitenwand geblickt...


... und von der rechten Seite.

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Betrachten wir die verwendeten Komponenten im Detail:
Das Flex-ATX Mainboard kommt nicht, wie ich zunächst erwartet hatte, mit einem SiS Chipsatz daher, es beherbergt einen P4M266 Chipsatz aus dem Hause VIA. VIA hat auf dem Sektor für Intel Pentium 4 Chipsätze derzeit keine großen Marktanteile. Dies liegt jedoch nicht daran, daß es Probleme mit VIA's Chipsätzen gibt, sondern vielmehr an einem Rechtsstreit mit Intel. Intel will Lizenzgebühren von VIA, VIA meint diese nicht zahlen zu müssen - auf die Qualität der Chipsätze hat dies keinen Einfluß. Jedoch sind die großen taiwanesischen Hersteller wegen dieses Rechtstreites recht zurückhaltend, diese Chipsätze einzusetzen. Der VIA P4M266 selber machte im Mini-PC keinerlei Probleme und erwies sich als stabil und leistungsfähig. Der VIA P4M266 hat folgende Eckdaten:

Intel Pentium 4 Prozessoren mit 533 MHz Systembus werden von diesem Chipsatz also nicht unterstützt. Die CPU sitzt mittig im Gehäuse, gleich unter den Laufwerken. Ist der Käufig von Festplatte und Floppy demontiert (dieser wird von zwei Rändelschrauben gehalten - gute Lösung!), kommt man recht gut an die CPU heran. Der Arcua CPU Kühler, den CFI in diesem Barebone einsetzt, hat ein recht flaches Design und gibt die warme Luft in alle 4 Richtungen ab. Das ist nicht ideal, da das Gehäuse - wie bereits beschrieben - vorne Frischluftlöcher aufweist und auf der Rückseite die heiße Luft herausdrückt. Der gedachte Luftfluß geht also von vorne unten nach hinten oben - das ist zwar vollkommen richtig gedacht, doch da auf der Vorderseite nur kleine Öffnungen aber keine Lüfter sind und der CPU Kühler unter anderem auch nach vorne bläst, geht diese Rechnung nicht ganz auf. Die Hitze mit einer Heatpipe zur Rückseite zu führen und dort etwa in Kombination mit dem Netzteillüfter abzuführen, wäre ein besseres Konzept gewesen. HiQ setzt im Einstiegsmodell einen Intel Celeron Prozessor mit 1.7 GHz ein. Dieser ist zwar recht preisgünstig, setzt aber auf dem alten Willamette Core auf und erzeugt mit einer Leistungsaufnahme von 63,5 Watt (Datasheet) deutlich mehr Abwärme als ein Intel Pentium 4 mit 2 GHz und Northwood Core (52,4 Watt, Datasheet). Ein Intel Pentium 4 mit 1.6, 1.8 oder 2.0 GHz auf Northwood Basis wäre eine bessere Wahl - vor allem wenn man plant, eine AGP Grafikkarte einzusetzen!


links: Schraube lösen, Blech hochschieben, Karten einbauen; rechts: Speicher und 3.5-Zoll Laufwerke demontiert

Das kleine Mainboard bietet nur zwei Speichersteckplätze, womit der Speicherausbau auf maximal 2 GB reduziert wird - dies ist aber immer noch satt und genug für fast alle Anwender. Die Speicherbausteine lassen sich bequem einsetzen, wenn man beide Seitenteile entfernt hat, sie liegen parallel zur Gehäusefront. Die Speicherbausteine werden vom CPU Kühler mit heißer Luft angeblasen, was nicht ideal ist. Auch hier hätte eine Heatpipe für Abhilfe gesorgt. HiQ setzt einen 256 MB Speicherriegel mit Infinion Chips ein. Mit der zweiten Speicherbank kann man dann auf maximal 1280 MB aufrüsten. Wer eine sehr lange Grafikkarte einsetzen will, etwa eine GeForce 4 Ti4600 (ja, die passen wirklich!), sollte bedenken, daß diese Karten die zweite Speicherbank blockieren. Positiv fiel auf, daß HiQ die Speicherbank bestückt hat, die weiter von der CPU entfernt liegt und somit nicht so stark von der Abwärme des Prozessors betroffen ist.

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Die Onboard Komponenten
Von der S3 ProSavage8 Grafiklösung des VIA P4M266 darf man nicht zuviel erwarten. Die 3D-Performance befindet sich auf unterstem Niveau, die Qualität der Grafikausgabe ist bei 1024x768 Pixeln mit 32 Bit Farbtiefe recht ordentlich, bei höheren Auflösungen wirkt das Bild allerdings verwischt. Auf meinem CTX 19-Zoll war die Qualität bei 1280x1024 Pixel ausreichend, begeistern konnte sie mich aber nicht. Der TV-Ausgang liefert ein durchschnittliches Bild, auf Dauer wird der Mini-PC mit seiner onboard-Grafik einem DVD-Player aber keine Konkurrenz machen. Aber man kann ja auch eine AGP-Grafikkarte mit besserer Qualität nachrüsten. Hier kommt dann übrigens nochmals Verwunderung auf: CFI spricht auf dem Karton des Barebone Systems sowie auf der Webseite von AGP 8x Grafik, der VIA P4M266 unterstützt allerdings - wie CFI es in der Dokumentation des Mainboards dann auch richtig beschreibt, nur AGP 4x. Hier ist wohl jemand mit S3 ProSavage8 und AGP 4x durcheinandergekommen!


Die GeForce 4 Ti4200 paßt...


... die GeForce 4 Ti4600 auch. zu A) die Befestigungsschraube vor dem Einbau entfernen; zu B) eine GeForce 4 Ti4600 blockiert leider eine Speicherbank

Der AC 97 2.2 onboard Sound hinterläßt einen brauchbaren Eindruck, Auflösung und Bässe hielten sich im Stereobetrieb allerdings in Grenzen, er liegt etwa auf dem Niveau der C-Media Soundchips, die Asus derzeit auf fast allen Mainboards einsetzt. Auch hier gilt: mit einem DVD-Player kann der Sound nicht mithalten, es sei denn, man rüstet eine hochwertigere PCI- oder USB-Soundlösung nach.
Die onboard Netzwerklösung von Realtek sowie der USB 2.0 Controller von NEC funktionierten einwandfrei. Ich hatte den Mini-PC ins lokale Netzwerk eingebunden sowie diverse USB 1.1 Geräte an dem Rechner getestet.
Die Laufwerke, die HiQ im Mini-PC einsetzt, sind allesammt hochwertig. Neben einer Floppy von Teac kommt ein Toshiba SD-M1612 DVD-Laufwerk zum Einsatz. Dieses ist zwar nicht das Schnellste (gerade wenn es ums Audio-Grabben geht), es läuft aber recht ruhig und hat kurze Login-Zeiten beim Einlegen eines Datenträgers. Alternativ kann man natürlich auch ein CD-ROM, einen CD-Brenner, ein DVD-Kombilaufwerk oder einen DVD-Brenner einbauen. In meinen Augen macht ein DVD-Kombilaufwerk den meisten Sinn, da man neben dem DVD-Abspielen auch seine Daten auf CD-R oder CD-RW sichern kann. Wer seine Daten auf Diskette oder per Netzwerk sichert, kann auf ein solches Laufwerk allerdings auch verzichten. Die Festplatte ist eine flotte Seagate ST340016A, die trotz ihrer 7200 U/Min sehr leise läuft und 40 GB Speicherplatz bietet. Für die meisten Benutzer werden 40 GB ausreichen, wer mehr braucht, sollte sich gleich für die 80 GB Varinate entscheiden. Ich selber setzte zwei Seagate Festplatten dieser Serie ein und bin mit der Laufruhe sowie der niedrigen Wärmeabgabe sehr zufrieden, für den Mini-PC sind diese Festplatten eine gute Wahl.

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Netzteil und Mainboard
Das Netzteil des Mini-PC ist extrem flach und leistet 150 Watt. Wir konnten folgende Werte messen:

Alle Werte liegen im grünen Bereich, der Speicher wird mit erstaunlich wenig Spannung versorgt, die meisten Hersteller (Asus, EPoX) stellen hier per Default zumeist 2,6 Volt ein, um die Stabilität des Mainboard zu erhöhen. Mal sehen, ob sich die bescheidenen 2,44 Volt des HiQ Mini-PC auf seine Stabilität auswirken.
Zurück zum Netzteil selber: nach außen hat es einen Lüfter, zum Innenraum ist es allerdings - abgesehen von den schmalen Seiten - geschlossen. Durch eine größere Öffnung zum Innenraum hin oder gar einen zweiten Lüfter, hätte CFI die Entlüftung des Mini-PC wesentlich effektiver gestalten können. Stattdessen werden unterhalb des Netzteiles zwei kleine 4 cm Lüfter eingesetzt, die nicht wirklich leise sind. Auch hier zeigt der Mini-PC, daß CFI beim Design des Gehäuses zwar hochwertig gearbeitet, das Lüftungskonzept aber nicht zu Ende gedacht hat.


links: die Steckplätze und der Chipsatz; rechts: Speicherbänke und Frontanschlüsse

Das Mainboard des HiQ Mini-PC bietet einen normalen ATX-Stromanschluß sowie den obligatorischen ATX-12V Stecker. Die Stromversorgung wurde 3-phasig ausgeführt und selbst einen Clear-CMOS Jumper finden wir. Die Northbridge wird passiv gekühlt, der Kühlkörper wurde auf die Northbridge geklebt. Die Verarbeitung des Mainboards macht einen guten Eindruck. Bevor wir zum Stabilitätstest kommen, möchte ich noch die IRQ-Vergabe des Mainboards ansprechen:

 IRQ 10IRQ 11
AGP-X
PCIX-
AC97 AudioX-
Realtek LANX-
USB 2.0XX

Onboard Komponenten und die PCI- sowie die AGP-Steckkarte tummeln sich auf nur zwei IRQs - das hätte man besser lösen können. Das Mainboard bietet ACPI, aber kein APIC und auch den Suspend-To-RAM (S3) Modus sucht man im BIOS leider vergeblich. Zum Übertakten werden folgende Einstellungen für den Systembus/AGP/PCI angeboten: Üppig ist das zwar nicht, aber ein Mini-PC ist ja auch nicht unbedingt ein Rechner für Overclocker. Das BIOS ist zwar nicht gerade üppig, bietet aber genügend Konfigurationsmöglichkeiten.

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Stabilität
Das System wurde einmal ohne Erweiterungskarten getestet, so wie es HiQ als Einsteiger Modell auch anbieten will. Wir haben den HiQ Mini-PC in einem zweiten Durchgang aber auch mit einer Palit Daytona 128 MB GeForce 4 Ti4200 getestet, denn erst mit einer richtigen Grafikkarte eignet sich der Mini-PC auch für Spieler.

Was soll ich sagen: der HiQ Mini-PC auf Basis des CFI Mini Barebone Systems gibt sich keine Blöße. Das Flex-ATX Mainboard auf VIA P4M266 Basis läuft stabil und einwandfrei und läßt sich nicht einmal durch hohe Temperaturen aus der Ruhe bringen. Diese traten vor allem beim Einsatz der GeForce 4 Ti4200 auf und bestätigen unsere Annahme, daß es dem CFI Mini Barebone System an einem thermischen Konzept mangelt.

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Die Temperaturen
Wie wir schon erwartet hatten, entpuppte sich der Intel Celeron 1.7 GHz als echter Heizer. Solange die onboard Grafik genutzt wurde, blieben die Temperaturen allerdings im Rahmen.
Nach unserer Kritik baute HiQ Computer den Mini-PC um: ein Intel Pentium 4 Northwood mit 1.8 GHz ist nun das Herz des Systems, was die Temperaturen von CPU und Chipsatz im Betrieb mit der onboard Grafik um etwa 8°C senkte. Das gibt wieder etwas Spielraum, um eine Grafikkarte einzubauen. Die GeForce 3 Ti200 und die GeForce 4 MX440 sind meiner Meinung nach passende Begleiter für den Mini-PC:

  Zimmer Gehäuse CPU Chipsatz
onboard VGA
Celeron 1.7
25,0°C 39,7°C 50,0°C 49,0°C
GF4 Ti4200
Celeron 1.7
25,0°C 46,3°C 57,0°C 57,0°C
onboard VGA
Pentium 4 1.8
25,0°C 35,5°C 42,0°C 41,0°C
GF3 Ti200
Pentium 4 1.8
25,0°C 40,5°C 48,5°C 47,5°C
GF4 MX440
Pentium 4 1.8
25,0°C 39,4°C 47,5°C 46,5°C


Die Temperaturen waren beim Einsatz einer GeForce 4 Ti4200 eindeutig zu hoch. Der Mini-PC lief zwar absolut stabil, doch auf Dauer schaden solch hohe Innentemperaturen jedoch den Komponenten. Die Gehäusetemperatur bezieht sich auf einen von uns außen auf der Rückseite (gleich neben dem CE-Zeichen) angebrachten Temperatursensor.

Was bedeutet dies für den HiQ Mini-PC - ist der AGP-Steckplatz überhaupt nutzbar?
Nutzbar ist er schon, aber aufgrund der Größe und der mäßigen Durchlüftung des Gehäuses sollte man Komponenten auswählen, die wenig Abwärme erzeugen. Eine GeForce 4 Ti ist mit Sicherheit nicht die beste Wahl! Aber rechnen wir doch einfach mal durch:

In unserem HiQ Mini-PC fand sich ein Intel Celeron 1,7 GHz mit einer Leistungsaufnahme von bis zu 63,5 Watt. Wird stattdessen ein Intel Pentium 4 Northwood mit 2 GHz eingesetzt, fällt der Verbrauch auf 52,4 Watt - das sind 11,1 Watt weniger, beim Einsatz eines Northwood Prozessors mit 1,6 oder 1,8 GHz fällt die Ersparnis sogar noch höher aus.

GeForce 4 Ti4400 und Ti4600 gönnen sich zwischen 25 und 40 Watt,
die GeForce 4 Ti4200 liegt mit 18 bis 31 Watt etwas niedriger
und eine GeForce 4 MX440 mit 8 bis 21 Watt nocheinmal deutlich darunter.
ATi's Radeon 8500LE braucht 14 bis 27 Watt,
die höher getaktete 8500er 16 bis 29 Watt
(siehe auch: tecchannel.de)

Eine GeForce 2Ti oder eine GeForce 4 MX440 wären also eine gute Wahl für den Mini-PC. Wer eine schwächere CPU oder weniger Speicher einsetzt, kann dafür eine stärkere Grafikkarte einsetzen.
Wir haben den Mini-PC auch mit einer GeForce 4 Ti4600 von MSI getestet, allerdings hatten wir hierbei die Seitenteile nicht montiert. Während der Einsatz einer solchen Karte rein bautechnisch möglich ist, macht er leider absolut keinen Sinn, da die Hitze im CFI Mini Barebone System nicht gut genug abgeführt wird.

Auch in die verbesserte Version mit dem 1.8 GHz Intel Pentium 4 Northwood würde ich keine GeForce 4 Ti4200 einsetzen, das thermische Konzept ist hierfür zu unausgewogen. Mit der GeForce 3 Ti200 und der GeForce 4 MX440 sehen ich allerdings keine Probleme.

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Benchmarks
Kommen wir nun zu den Benchmarks. Auf unserem HiQ Mini-PC war die Windows XP Home Edition installiert, diese ist nicht Teil des Lieferumfanges aber optional erhältlich. Der Mini-PC muß sich zunächst mit einem Intel Pentium 4 mit 1.7 GHz auf einem Asus P4B266 (BIOS 1005) messen lassen. Hierbei ist zu beachten, daß zwar beide CPUs auf dem Willamette Core aufsetzen, der Celeron des HiQ Mini-PC mit 128 kb jedoch nur halb soviel Level 2 Cache hat wie der Pentium 4 (256kb) in dem Intel i845D Mainboard von Asus. Der Mini-PC auf Pentium 4 Northwood 1.8 GHz Basis hat wiederum doppelt soviel Level 2 Cache wie der Pentium 4 Willamette 1.7 GHz, nämlich 512 kb.

Sandra
2002.1.8.59
Dhrystone Whetstone INT/SSE FPU/SSE Mem/INT Mem/FPU
Asus P4B266
DDR266 2.5-3-3-6
Pentium 4 1.7
GF 3 Ti200
3352 899/2103 6796 8297 1960 1955
HiQ Mini-PC
DDR266 2-3-3-6
Pentium 4 1.8
GF 4 MX440
3471 934/2198 7101 8617 1887 1887
HiQ Mini-PC
DDR266 2-3-3-6
Pentium 4 1.8
GF 3 Ti200
3470 932/2195 7098 8614 1885 1885
HiQ Mini-PC
DDR266 2-3-3-6
Pentium 4 1.8
onboard VGA
3303 936/2215 7114 8678 1129 1128
HiQ Mini-PC
DDR266 2-3-3-6
Celeron 1.7
GF 4Ti4200
3247 885/2097 6685 8165 1872 1872
HiQ Mini-PC
DDR266 2-3-3-6
Celeron 1.7
onboard VGA
3335 887/2092 6702 8186 1071 1131

Der Mini-PC mit 1.7 GHz Celeron schlägt sich hier wacker, die Pentium 4/i845D liegt nur ganz knapp vorne. Mit dem Intel Pentium 4 Northwood 1.8 GHz Prozessor liegt der Mini-PC wie zu erwarten vorne. Allerdings sehen wir auch eines überdeutlich: wird die onboard Grafik statt der GeForce 4 Ti4200 verwendet, so ist dies pures Gift für den Speicherdurchsatz des Mini-PC!
Kommen wir nun zu MadOnion's Benchmarks:

MadOnion PCMark2002/CPU PCMark2002/MEM 3DMark2000 3DMark2001SE
HiQ Mini-PC
DDR266 2-3-3-6
Pentium 4 1.8
GF 4 MX440
4379 4119 8351 5313
HiQ Mini-PC
DDR266 2-3-3-6
Pentium 4 1.8
GF 3 Ti200
4366 4100 8547 6428
HiQ Mini-PC
DDR266 2-3-3-6
Pentium 4 1.8
onboard VGA
4276 3177 1462 657
HiQ Mini-PC
DDR266 2-3-3-6
Celeron 1.7
GF 4Ti4200
3958 3479 4904 6945
HiQ Mini-PC
DDR266 2-3-3-6
Celeron 1.7
onboard VGA
3818 2539 1310 591

Auch bei PCMark bricht die Speicherperformance im Zusammenspiel mit der onboard Grafik dramatisch ein. Seltsam mutet das Ergebnis der GeForce 4 Ti4200 bei 3DMark2000 an, aber auch nach einer Neuinstallation der Treiber und einem weiteren Benchmarkdurchgang wollte es sich nicht verbessern. Die GeForce 3 Ti200 und die GeForce 4 MX440 machten solche Faxen nicht, hier liegt alles im grünen Bereich. Auch nicht verwunderlich sind die sehr niedrigen Werte der onboard Grafik: der S3 ProSavage8 des VIA P4M266 Chipsatzes ist keine Option für Spieler!

OpenGL Vulpine GL
1024x768x32
Codecreatures
1024x768x32
Cinebench
Shading
Cinebench
Raytrace
HiQ Mini-PC
DDR266 2-3-3-6
Pentium 4 1.8
GF 4 MX440
31,2 - 14,15 17,53
HiQ Mini-PC
DDR266 2-3-3-6
Pentium 4 1.8
GF 3 Ti200
38,1 11,4 fps / 3,8 Mio. 14,02 17,65
HiQ Mini-PC
DDR266 2-3-3-6
Pentium 4 1.8
onboard VGA
- - 12,06 17,59
HiQ Mini-PC
DDR266 2-3-3-6
Celeron 1.7
GF 4Ti4200
53,9 21,6 fps / 7,6 Mio. 12,52 12,49
HiQ Mini-PC
DDR266 2-3-3-6
Celeron 1.7
onboard VGA
- - 10,70 10,97

Codecreatures kann weder mit der onboard Grafik noch mit der GeForce 4 MX440 ausgeführt werden. Vulpine GL läuft zwar mit der onboard Grafik und das auch stabil, aber leider nur als Slideshow. Nachdem ich zuerst einkaufen und dann etwas essen war, brach ich Vulpine GL ab, denn der Benchmark hatte mit Stage 2 noch nicht einmal begonnen.

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Fazit
Der HiQ Mini-PC kann optisch und was die Verarbeitung betrifft voll und ganz überzeugen. Die Montage ist einfach und durchdacht, der Tragegriff praktisch, der Einsatz von Rändelschrauben und die leicht abnehmbaren Seitenteile ideal ausgeführt. Auch innen setzt sich dieses Konzept beim Käfig für die 3,5-Zoll Laufwerke fort.
Das Mainboard sowie der VIA P4M266 Chipsatz konnten ebenfalls überzeugen. Onboard Grafik und Sound bringen eine brauchbare Qualität, wer mehr braucht kann per PCI- und AGP-Slot aufrüsten. Genug Platz wird für Erweiterungskarten jedenfalls geboten. Allerdings sollte als Grafikkarte kein High-End Heizer eingesetzt werden!
Die von HiQ ausgewählten Komponenten sind stimmig, nur der Intel Celeron 1.7 GHz sollte lieber durch einen Intel Pentium 4 Northwood ersetzt werden. Am Toshiba DVD-ROM und der Seagate Festplatte gibt es nichts auszusetzen beide Laufwerke arbeiten zuverlässig und vor allem leise. Der Markenspeicher ist ebenfalls eine gute Wahl.


Schick: die blaue Power LED im Zusammenspiel mit der Plexiglas-Front

Und damit sind wir auch schon bei meinem einzigen Kritikpunkt, für den HiQ Computer allerdings nichts kann. Das CFI Mini Barebone System hat kein sonderlich durchdachtes System, um die Hitze nach außen zu führen. Von vorne kommt zu wenig Frischluft hinein, das Plexiglas auf der Vorderseite und den Seitenteilen sowie der Kunststoff auf der Oberseite behindern die Wämeabgabe an die Außenluft. Auch beim Netzteillüfter hat man Chancen vergeben, eine größere Öffnung zum Innenraum hin wäre sinnvoll gewesen, um die Wärme schnell und effektiv über das Netzteil herauszuführen. Die beiden 4 cm Lüfterchen unter dem Netzteil sind zu laut und zu schwach. Auch ein Lufteinlaß vor der Grafikkarte wäre sinnvoll gewesen. Vor der Oberseite der Grafikkarte befindet sich die Außenwand des Gehäuses, so daß die Luft zwischen der Außenwand und der Platine der Grafikkarte gefangen wird und kein richtiger Austausch stattfindet.

Update 12.07.2002:
Aufgrund dieser Kritik, hat HiQ Computer unseren Vorschlag aufgegriffen, einen Intel Pentium 4 Northwood Prozessor mit 1.8 GHz einzusetzen. Als AGP-Grafikkarte ist nun eine GeForce 3 Ti200 vorgesehen. Die überarbeitete Version kann überzeugen! Zwar hat sich am Wärmekonzept des CFI Mini Barebone Systems nichts geändert, diesem Umstand ist nun aber deutlich besser Rechnung getragen wurden. Am Ende hatten wir drei verschiedene Varianten des HiQ Mini-PC zu bewerten:


www.Au-Ja.de Wertung für den
HiQ Mini-PC mit Intel Celeron 1,7 GHz:
Silber


www.Au-Ja.de Wertung für den
HiQ Mini-PC mit Intel Pentium 4 1,8 GHz:
Gold


www.Au-Ja.de Wertung für den
HiQ Mini-PC mit Intel Pentium 4 1,8 GHz und GeForce 3 Ti200:
Gold

Sollte CFI das Mini Barebone Systems CF-S868 nachbessern und eine Lüftungsöffnung für die Grafikkarte vorsehen, das Netzteil abändern oder eine Heatpipe einsetzen, wäre auch der Editor's Choice möglich. Ohne ein innovatives Konzept zur Hitzeableitung, bleibt diese Auszeichnung vorerst verwehrt.

Den HiQ Mini-PC auf Basis des CFI Mini Barebone Systems gibt es natürlich bei HiQ Computer!
HiQ Mini-PC mit Intel Celeron 1.7 GHz: ca. 940 €
HiQ Mini-PC mit Intel Pentium 4 Northwood 1.8 GHz: ca. 1040 €
HiQ Mini-PC mit Intel Pentium 4 Northwood 1.8 GHz und GeForce 3 Ti200: ca. 1199 €

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