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Neu von MSI

Projekt & Test: Zwei moderne Komplett-PCs unter 250 Euro

Autor: doelf - veröffentlicht am 04.06.2014
s.3/9

Die CPUs: AMD Sempron 3850 und Athlon 5350

Bevor wir zum Mainboard kommen, müssen wir auf die Prozessoren oder genauer gesagt die SoCs eingehen. AMDs gesockelte Kabinis vereinen vier CPU-Kerne, die Grafikeinheit und den Chipsatz - Northbridge sowie Southbridge - in einem einzelnen Chip, was die Hauptplatinen recht simpel und billig macht. Obwohl AMD seine Jaguar-Architektur schon vor knapp einem Jahr vorgestellt hatte, dauerte es bis zum 9. April 2014, bis die gesockelten Prozessoren für den Desktop-Einsatz in den Handel kamen. Diese Chips werden mit Strukturgrößen von 28 nm gefertigt und verwenden den Sockel FS1b, den AMD kurz vor der Markteinführung in "AM1" umbenannt hat.
Abgesehen von den Taktraten gibt es keine Unterschiede zwischen den von uns ausgewählten SoCs Sempron 3850 und Athlon 5350. Beide umfassen vier Jaguar-Kerne und eine Grafikeinheit aus 128 Shader-Kernen. Alle CPU-Kerne teilen sich 2 MByte L2-Cache (16-fach assoziativ) und einen Speicherkanal mit der integrierten GPU. Um den Stromverbrauch und die Komplexität möglichst gering zu halten, verzichtet AMD auf eine dritte Cache-Ebene und den zweiten Speicherkanal. Zumindest wird DDR3-1600 unterstützt und mit AVX (Advanced Vector Extensions), BMI1 (Bit Manipulation Instructions Sets), CLMUL (Carry-less Multiplication), F16C, MOVBE (Move Big-Endian Instruction), AES-Beschleunigung und SSE 4a, 4.1 und 4.2 sind die CPU-Kerne auf einem aktuellen Stand. Der Datenpfad der FPU wurde mit Einführung der Jaguar-Architektur auf 128 Bit verbreitert. Dass die Rechenkerne Out-of-Order arbeiten und 64 Bit sowie Virtualisierung bieten, ist bei AMD selbstverständlich.
Um Strom zu sparen drosseln beide SoCs die Taktrate ihrer Rechenkerne im Leerlauf auf 800 MHz. Unter Last arbeitet der Sempron 3850 dann mit 1,30 GHz, während dem Athlon 5350 2,05 GHz vergönnt sind - zusätzliche Turbostufen gibt es nicht. Leider lassen sich die Multiplikatoren nicht ändern und der Basistakt bietet keinen nennenswerten Spielraum zum Übertakten. Die integrierte Grafiklösung auf Basis der aktuellen GCN-Architektur bezeichnet AMD in seinen Broschüren als "Radeon R3 Graphics", doch auch hier gibt es Taktunterschiede. Die integrierte GPU des Sempron 3850 taktet mit 450 MHz, während die Grafiklösung des Athlon 5350 mit 600 MHz arbeitet. In jedem Fall werden DirectX 11.2, OpenGL 4.3, OpenCL 1.2 und AMDs "Video Codec Engine" (VCE) geboten. Auch bezüglich der TDP macht AMD keinen Unterschied und bescheinigt beiden SoCs 25 Watt.
Beim integrierten Chipsatz spricht AMD von einem "Fusion Controller Hub" (FCH). Dieser umfasst zwei SATA-Ports mit 6 Gbps, zwei USB-3.0-Ports, acht USB 2.0-Ports und HD-Audio. Weitere Funktionen lassen sich über PCI-Express nachrüsten, welches die Kabinis in der zweiten Generation bieten. Leider gibt es nur 8 Lanes, von denen vier zur Anbindung einer Grafikkarte vorgesehen sind. Mit vier PCIe-2.0-Lanes erreichen wir lediglich 4 GB/s, während mit 16 PCIe-3.0-Lanes satte 32 GB/s möglich sind. Der Einbau einer schnellen Grafikkarten macht somit keinen Sinn, empfehlenswert sind lediglich Modelle in der Preisklasse bis 60 Euro.
Angesichts von 25 Watt benötigen weder Sempron 3850 noch Athlon 5350 einen aufwändigen Kühler. AMD beschränkt sich daher auf einen kleinen Aluminiumblock und einen 10 mm hohen Lüfter mit 50 mm Durchmesser. Dieser verrichtet seine Arbeit zwar nicht lautlos, aber unauffällig. Selbst unter Volllast übertönten die Festplattenzugriffe das Lüftergeräusch. Da sich die Befestigung auf vier Schrauben beschränkt, ist der Austausch des Lüfter problemlos möglich. Auch der Kühlerwechsel ist ein Kinderspiel, da dieser nur von zwei Kunststoffstiften gehalten wird.
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