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Im Test: HIS Excalibur Radeon 9800Pro IceQ-Edition vs. Tyan Tachyon G9800Pro - 1/7
27.11.2003 by holger
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Bevor die ersten ATI Radeon 9800TX anrollen, wollen wir noch einmal einen Blick auf den Radeon 9800Pro werfen. Diesmal schauen wir uns zwei Modelle an, die sich vom üblichen Karteneinerlei abheben wollen: Zum einen verspricht Tyan mit einem eigenen Platinendesign und zusätzlichen Überwachungsfunktionen einen signifikanten Mehrwert für den User zu schaffen. Zum anderen tritt HIS mit einer Kühlerkonstruktion von Arctic Cooling, dem „VGA Silencer“ an, der auch separat beim Händler des Vertrauens erworben werden kann und auf alle Grafikkarten mit Radeon 9500/Pro, 9600/Pro, 9700/Pro und 9800/Pro und nVidia GeForce 3 GTS passen soll.
Vergleichen wir einmal die aktuellen Modelle der ATi Radeon-Familie und ihre Mitbewerber:
| Chip | GPU Takt | Speicher Takt | Speicher- bandbreite | Speicher- interface | Rendering Pipelines | AGP | DirectX |
| Radeon 9800XT | 412 MHz | 365 MHz | 23.4 GB/s | 256 Bit | 8 | 8x | 9 |
| Radeon 9800Pro | 380 MHz | 340 MHz | 21.8 GB/s | 256 Bit | 8 | 8x | 9 |
| Radeon 9700Pro | 325 MHz | 310 MHz | 19.8 GB/s | 256 Bit | 8 | 8x | 9 |
| Radeon 9600XT | 500 MHz | 300 MHz | 9.6 GB/s | 128 Bit | 4 | 8x | 9 |
| Radeon 9600Pro | 400 MHz | 300 MHz | 9.6 GB/s | 128 Bit | 4 | 8x | 9 |
| Radeon 9500Pro | 275 MHz | 270 MHz | 8.64 GB/s | 128 Bit | 8 | 8x | 9 |
| Radeon 9500 | 275 MHz | 270 MHz | 8.64 GB/s | 128 Bit | 4 | 8x | 9 |
| Radeon 9200 | 250 MHz | 200 MHz | 6.40 GB/s | 128 Bit | 4 | 8x | 8 |
| GF FX5950 Ultra | 475 MHz | 475 MHz | 30.4 GB/s | 256 Bit | 4 | 8x | 9 |
| GF FX5900 Ultra | 450 MHz | 425 MHz | 27.2 GB/s | 256 Bit | 4 | 8x | 9 |
| GF FX5900 | 400 MHz | 425 MHz | 27.2 GB/s | 256 Bit | 4 | 8x | 9 |
| GF FX5800 Ultra | 500 MHz | 500 MHz | 16.0 GB/s | 128 Bit | 4 | 8x | 9 |
| GF FX5800 | 400 MHz | 400 MHz | 12.8 GB/s | 128 Bit | 4 | 8x | 9 |
| GF FX5600 Ultra | 350 MHz | 350 MHz | 11.2 GB/s | 128 Bit | 4 | 8x | 9 |
| GF FX5600 | 325 MHz | 275 MHz | 8.8 GB/s | 128 Bit | 4 | 8x | 9 |
| GF FX5200 Ultra | 325 MHz | 325 MHz | 10.4 GB/s | 128 Bit | 4 | 8x | 9 |
| GF FX5200 | 250 MHz | 200 MHz | 6.4 GB/s | 128 Bit | 4 | 8x | 9 |
| GF4 Ti4800 | 300 MHz | 325 MHz | 10.4 GB/s | 128 Bit | 4 | 8x | 8.1 |
| GF4 Ti4600 | 300 MHz | 325 MHz | 10.4 GB/s | 128 Bit | 4 | 4x | 8.1 |
| GF4 Ti4800SE | 275 MHz | 275 MHz | 8.8 GB/s | 128 Bit | 4 | 8x | 8.1 |
| GF4 Ti4400 | 275 MHz | 275 MHz | 8.8 GB/s | 128 Bit | 4 | 4x | 8.1 |
| GF4 Ti4200 8x | 250 MHz | 250 MHz | 8.0 GB/s | 128 Bit | 4 | 8x | 8.1 |
| GF4 Ti4200 128MB | 250 MHz | 222 MHz | 7.1 GB/s | 128 Bit | 4 | 4x | 8.1 |
| GF4 Ti4200 64MB | 250 MHz | 250 MHz | 8.0 GB/s | 128 Bit | 4 | 4x | 8.1 |
Alleine die technischen Daten lesen sich beeindruckend, sodass ein mehr oder weniger deutlicher Abstand zu den hauseigenen Familienmitgliedern gewahrt bleibt. Insbesondere gegenüber dem Mitbewerber nVidia scheint ATI sehr gut aufgestellt: Nicht nur die die Leistung weiß zu überzeugen, auch in Sachen Preisgestaltung hat ATI momentan die Nase vorn. So muss der User zumeist 370-400 Euro für einen Radeon 9800Pro, für eine vergleichbare nVidia GeForceFX 5900Ultra gar 100 Euro mehr auf den Tisch legen. Die beiden Kontrahenten aus dem Hause HIS und Tyan geben sich beim Endkundenpreis ihrerseits wenig, beide werden für ca. 400 Euro erhältlich sein.
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27.11.2003 by holger
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Lieferumfang und Ausstattung der Tyan Tachyon G9800Pro
Tyan legt alle Kabel sowie einen DVI-VGA Adapter bei, auf Spiele wird jedoch verzichtet. Dafür findet sich ein Software DVD-Player in der Vollversion in der Verpackung. Auch wenn andere hier mehr bieten, alles, was man wirklich braucht, liegt bei, und der Lieferumfang ist somit als "Gut" zu bewerten.
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27.11.2003 by holger
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Tachyon Graphics Monitor
Wie bereits oben angedeutet, integriert Tyan eine vergleichsweise komplexe Monitoring-Ausstattung auf der Radeon 9800Pro. Insgesamt lassen sich neun Bereiche Monitoren: VPU-Speed, Memory-Speed, Fan-Speed, Memory Core Voltage, Memory I/O Voltage, Memory Temperature 1, Memory Temperature 2, VPU Core Voltage 1, VPU Temperature.
Ob es sich bei der VPU Temperature tatsächlich um die Kerntemperatur des Radeon 9800Pro handelt, können wir nicht mit Sicherheit sagen, da sich ATIs-Dokumentationen zu diesem Thema ausschweigen. Fest steht, dass keine Temperaturfühler in der Nähe der GPU verbaut wurden, Heißleiter in Steckkopfformat waren ebenfalls nicht auszumachen. Bei der Memory Temperautre 1/2 gibt es hingegen wenig Rätselraten, hier können eindeutig die zwei verbauten Temperturfühler identifiziert werden.
Um das Betriebsverhalten der Karte zu untersuchen, haben wir uns die Mühe gemacht und sämtliche Parameter mit ihren entsprechenden Messergebnissen festgehalten:
Über den Graphics Monitor wurden sogar Übertaktungsfunktionen für den Grafik-Core sowie für den Speicher implementiert, per Default hat Tyan die von ATI vorgesehenen Standardwerte umgesetzt.
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Die Umdrehungsgeschwindigkeit kann nicht nur überwacht, sondern auch durch einen Schieberegler beeinflusst werden. Wurde bei der Tyan 9600Pro als Untergrenze >3000 Umdrehungen/min vorgesehen, so meldet das Tool lediglich in der niedrigsten Einstellung, dass die Drehzahl zu gering eingestellt sei, erst oberhalb von 3000 U/min beruhigt sich das Monitoring-Tool wieder. Hier sollte Tyan Abhilfe schaffen und gleich eine zulässige Mindestumdrehung definieren.
Der erste angegebene Wert stellt den beim Praxistest ermittelten Messwert dar, die Angaben in den Klammern den möglichen bzw. zulässigen Funktionsbereich.
VPU Temp.(safe range< 70°C):
Die GPU-Temperatur stieg im 2D-Betrieb bei nervigen 5700 U/min des Lüfters nie über 58 °C, während bei 3000 U/min (Drehzahluntergrenze) bereits bedenkliche 63 °C erreicht wurden.
Daher überraschte es uns nicht, als während des 3DMark2001SE-Durchlaufs das Hardware-Monitoring-Tool eingriff und eine zu hohe Temperatur monierte; die Messkurve zeigte während des Benchmarkdurchlaufs Werte von 69-70 °C, wobei Tyan als zulässige Höchsttemperatur besagte 70 °C definiert. Aufgrund der Tatsache, dass bereits bei maximaler Drehzahl an der 66 °C-Marke gekratzt wurde, können wir, anders als bei der Tyan Tachyon G9600Pro, nicht die Empfehlung geben, den Lüfter per default in niedrigeren Regionen arbeiten zu lassen – schließlich wurden unsere Messungen nicht bei sommerlichen Höchsttemperaturen, sondern bei moderaten 23 °C Zimmertemperatur durchgeführt.
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27.11.2003 by holger
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Lieferumfang der HIS Excalibur Radeon 9800 Pro IceQ-Edition
Im Vergleich zur Tyan ist die Ausstattungder HIS als großzügig zu bezeichnen, obwohl die beigelegten Spiele nicht mehr ganz taufrisch sind - die Fähigkeiten einer Radeon 9800Pro dürften wohl kaum ausgenutzt werden - , können die übrigen Beigaben incl. PowerDVD sowie Power Director überzeugen.
Über die komplexen Softwaremonitoringfähigkeiten der Tyan verfügt die HIS Radeon 9800Pro in der Platinum IceQ-Variante mit Arctic Cooling VGA-Silencer nicht, da deren Platinenlayout dem ATI-Referenzdesign folgt. Da wir, wie bereits oben angedeutet, nicht klären konnten, ob der Radeon 9800Pro über eine interne Diode verfügt und das Tyan-Monitoring-Tool die HIS-Radeon nicht akzeptieren wollte, haben wir aus zwei Gründen auf externe Temperaturmessungen verzichtet: Einerseits wären die Messungen zwischen der HIS sowie der Tyan ohnehin aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen nicht vergleichbar gewesen, andererseits war es schlicht nicht möglich einen Temperaturfühler in der Nähe der GPU zu positionieren, da die Grundplatte des Kühlers den Core vollflächig bedeckt. Ein Verschieben der Platte hätte zwangsläufig falsche Messergebnisse zur Folge gehabt.
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27.11.2003 by holger
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In diesem Fall müssen wir uns also an die Werksangaben von HIS halten: Der Kühler kann über einen rückwärtigen Kippschalter im sog. „high speed fan mode“ oder im „low speed mode“ betrieben werden. Der Hersteller gibt bei höchster Drehzahl eine GPU-Temperatur von gerade einmal 47.1 °C, bei niedriger Drehzahl eine GPU-Temperatur von vertretbaren 58 °C an. Dabei soll der Geräuschpegel im Turbo-Mode den der ATI-OEM-Standard-Lösung nicht übersteigen, im Silent-Mode jedoch lediglich 50 % betragen. 50 % von was? Welche Maßeinheit verwendet der Hersteller? dB(A) oder Sone? Dies macht jedoch einen beträchtlichen Unterschied, da eine Messung in Sone dem menschlichen Empfinden am ehesten entspricht. Weiterhin handelt es sich um eine lineare Einheit, sodass ein doppelt so hoher Sone-Wert mit einer doppelt so laut empfundenen Lärmbelastung einhergeht.
Erinnert der VGA Silencer auf den ersten Blick an die Auspuffkonstruktion der GeForceFX 5800Ultra und weckt damit schlimmste Erinnerungen, unterscheidet sich dieser glücklicherweise signifikant von der nVidia-Lösung: Die Artic Cooling-Konstruktion verwendet keine Heatpipe, keinen nervtötend lauten Radiallüfter, die Frischluft wird nicht von außen angesaugt, auch auf einen heiklen Materialmix mit diversen Lötstellen hat man verzichtet. Nein, bei unserer HIS wird die GPU konventionell über den Innenraum gekühlt, die aufgewärmte „Abluft“ wird jedoch über einen Kühltunnel nach außen abgeführt. HIS nennt diese Konstruktion „Direct Heat Exhaust System (DHES), sodass der VGA-Kühler aktiv zur Kühlung des Gehäuseinnenraums beitragen soll. Erwärmt eine konventionelle Grafikkarte den Innenraum eines Rechners, so konnten wir in unserem gut durchlüfteten Yeong Yang Cube keinen weiteren Temperaturanstieg feststellen. Mit anderen Worten: Eine Temperaturreduzierung war nicht messbar, jedoch kein weiteres Aufheizen infolge stundenlanger Stresstests im 3D-Mode. Dabei spielte es keine Rolle, ob der Lüfter im Silent- oder Turbo-Mode betrieben wurde; auch wenn der Lüfter lediglich mit geringer Drehzahl arbeitete, konnten wir keinerlei Instabilitäten feststellen, sodass wir bedenkenlos einem Dauerbetrieb im Flüster-Mode zustimmen können.
Offensichtlich hat man bei Artic Cooling/HIS die Hausaufgaben erledigt: Die Verarbeitung und das Design der massiven Aluminiumkonstruktion kann voll und ganz überzeugen, wohingegen der nVidia-Störenfried einem prüfenden Blick keinesfalls standhalten kann. Eine genaue Betrachtung des nvidia-Staubsaugers lieferten wir bereits beim Test des MR Computertechnik VGA GeForce FX Pro Kühlers.
Ohne Licht kein Schatten: Aufgrund der massiven Kühlerkonstruktion geht der erste PCI-Slot verloren, wobei wir jedoch bei Verwendung einer 9800Pro im Ein-Slot-Design davon abraten, den ersten PCI-Slot zu verwenden – zu stark würde bei solch performanten Grafikkarten der Frischluftbedarf beschnitten werden.
Im Test: HIS Excalibur Radeon 9800Pro IceQ-Edition vs. Tyan Tachyon G9800Pro - 7/7
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Alltagsbetrieb
Verwöhnt die Tyan den User mit ihrem wunderschönen blauen PCB, so setzt man bei HIS auf das ATI-Standard-PCB. Dass dies kein Nachteil ist, wird bei der Beurteilung der Bildqualität deutlich: Diese fällt bei beiden Karten auf allen drei Anschlüssen sehr gut aus und kann sogar die Ausgabequalität der HIS Radeon 9700Pro distanzieren. Freilich sind die Unterschiede nicht allzu groß, insbesondere bei der Verwendung des Sub-D-Anschlusses an unserem 19“-TFT fielen uns die Unterschiede in Form von besserer Konturenschärfe und einer nicht vorhandenen Schattenbildung auf.
Benchmarks
Wie sich die HIS Radeon 9800Pro sowie die Tyan Tachyon 9800Pro im Vergleich zu 33 weiteren Grafikkarten schlägt, könnt ihr in unserem großen Benchmarkvergleich nachlesen!
Fazit und Empfehlung
Tachyon 9800Pro
Tyan liefert mit der Tachyon 9800Pro inklusive der Monitoring- sowie Überwachungsfunktionen und der hervorragenden Signalqualität eine überzeugende Vorstellung ab. Leider konnten uns diesmal die Reglungsmöglichkeiten des 40 mm-Propellers wenig überzeugen: Um die GPU in vertretbaren Temperaturgefilden zu halten, muss der Lüfter mit default-Einstellungen betrieben werden – viel Spielraum bleibt, insbesondere bei sommerlichen Temperaturen, nicht, um die deutlich vernehmbare Geräuschentwicklung zu senken.
HIS Excalibur Radeon 9800Pro Paltinum IceQ-Edition
Die HIS Radeon 9800Pro ist in der Platinum-Serie mit dem Artic Cooling „VGA Silencer“ einfach umwerfend: Im Flüster-Modus ist die Karte kaum hörbar, will der User jedoch an der Performance-Schraube drehen, dürfte im Turbo-Modus mehr drin sein, als mit einem Standard-Kühler. Leider müssen wir auf einen solchen Vergleich verzichten, da uns kein ATI-OEM-Kühler zur Verfügung stand, den wir auf der HIS Platinum IceQ hätten montiert können. Zudem verhindert die Kühlerkonstruktion ein zusätzliches Aufheizen des PC-Innenraums; bei all den hitzigen Komponenten in einem Gehäuse eine notwendige und richtige Entscheidung. Tatsächlich sind wir von der Idee des Silencers aufgrund seiner konstruktiven sowie der resultierenden Leisetretereigenschaften derart begeistert, dass wir der HIS Excalibur Radeon 9800Pro in der Paltinum IceQ-Edition unsere volle Empfehlung aussprechen:
Unser Dank gilt:
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