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Intel Core i7 Extreme 965, 940 und 920 im Test (Bloomfield) Autor: doelf - Veröffentlicht am 03.11.2008 - Letztes Update: 06.11.2008 |
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Uncore: Der Speicher-Controller (IMC)
Die Zahl der Kontakte im CPU-Sockel musste deutlich ansteigen, da Intel den Speicher-Controller vom Chipsatz in die Prozessoren verlagert hat. Dieser Schritt, welchen AMD bereits mit der Einführung der ersten Athlon 64-Generation vollzogen hatte, beseitigt ein Nadelöhr, welches Intels Plattformen bereits seit Jahren mit sich herumschleppen: Da der Arbeitsspeicher eine größere Bandbreite als seine Anbindung an den Speicher-Controller in der Northbridge des Chipsatzes und somit auch an die CPU selbst bietet, konnten weder Pentium 4/D, noch Conroe oder Penryn das Potential schneller Speicherriegel im Mehrkanalbetrieb voll ausschöpfen.
Speicherbandbreite: Single / Dual / Triple Channel in GB/s | ||||
| DDR2-1600 |
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| DDR3-1333 |
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| DDR2/3-1066 |
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| DDR2/3-800 |
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| DDR2-667 |
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| DDR2-533 |
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| FSB1600 |
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| FSB1333 |
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| FSB1066 |
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| FSB800 |
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Intel begnügt sich allerdings keinesfalls damit, den Speicher-Controller aus dem Chipsatz in die CPU zu verlagern, sondern erweitert seinen DDR3-Controller zugleich auf drei Kanäle. Während im Dual-Channel Betrieb zwei baugleiche DIMMs parallel angesprochen werden und sich die Speicheranbindung dabei von 64 auf 128 Bit verbreitert, haben wir es nun mit bis zu drei Speicherriegeln und einer 192 Bit breiten Anbindung zu tun. Inwiefern der Core i7 die gebotene Bandbreite ausnutzen kann und ob sich der Dreikanalbetrieb tatsächlich lohnt, wird eine der Fragen sein, welche unsere Messungen klären werden. Das Schicksal der im Workstation- und Server-Sektor genutzten FB-DIMMs scheint indes besiegelt: Zunächst wird es keine CPUs mit einem Speicher-Controller für FB-DIMMs geben. Falls der Markt es verlangt, könnte man ein solches Produkt nachreichen, erklärte Intel uns gegenüber.
Drei Speicherkanäle bedeuten allerdings auch mehr Datenleitungen und ein aufwändigeres Layout der Hauptplatinen. Da mit steigendem Speichertakt auch die physikalischen Grenzen bezüglich des Datensignals näher rücken, wird Intels neue Plattform zumindest offiziell nur Taktraten bis DDR3-1066 unterstützen. Dank der direkten Anbindung an den Prozessor und des dritten Kanals sollte der Core i7 der Penryn-Generation in Bezug auf die Speicherbandbreite dennoch deutlich überlegen sein.
Da die Speicherriegel den jeweiligen Speicherkanal zugleich auch terminieren, müssen zunächst jene Sockel bestückt werden, welche am weitesten vom CPU-Sockel entfernt liegen. Die maximale Speicherkapazität pro Modul beträgt 2 GByte, pro Kanal sind zwei Module möglich, was bei drei Speicherkanälen 3 x 2 x 2 GByte = 12 GByte ergibt. Mit Dual-CPU-Konfigurationen, welche Intel für den Server- und Workstationbereich vorstellen wird, sind analog hierzu 2 x 12 GByte = 24 GByte realisierbar.
Die Verlagerung des Speicher-Controllers hat alledings auch Auswirkungen auf das Übertakten: Hochgezüchteter DDR3-Speicher benötigt oftmals Spannungen von 1,80 bis 2,00 Volt, obwohl laut Spezifikation der JEDEC lediglich 1,50 Volt vorgesehen sind. Bisher lief man beim Übertakten mit solch hohen Spannungen "lediglich" Gefahr, den Chipsatz und somit das Mainboard zu beschädigen. Beim Core i7 grillt man im Ernstfall den Prozessor, ein zumeist ungleich teureres "Vergnügen". Intel hat uns eine maximale Spannung von 1,60 Volt nahegelegt, wodurch viele ältere DDR3-Module disqualifiziert wären. Auf der anderen Seite stehen im BIOS des Motherboards "Intel Extreme DX58SO" Spannungen von bis zu 2,50 Volt zur Auswahl, was nicht wirklich zusammen passt. Sozusagen frei nach dem Motto: "Feuer ist gefährlich, liebe Kinder. Also macht mit diesem Feuerzeug und diesen Streichhölzern keinen Unsinn, während Mutti und ich im Kino sind."
Der letzte Knackpunkt betrifft Intels Plattformstrategie: Erinnern wir uns zurück an AMDs erste Athlon 64 Prozesoren, als zunächst der Sockel 940 mit einem Dual-Channel Speicher-Controller als Premium-Plattform präsentiert wurde. Hierbei handelte es sich eigentlich um Workstation-CPUs der Opteron-Baureihe, während die Single-Channel Plattform mit dem Sockel 754 für den mittleren Preisbereich vorgesehen war. Auch Intels Sockel LGA1366 und der dazugehörige Core i7 (Bloomfield) stellen eine solche Premium-Plattform dar, die aus dem Workstation-Bereich stammt. Für den Massenmarkt wird es andere Chipsätze, Sockel und Prozessoren geben, welche nur zwei Speicherkanäle unterstützen. Insbesondere in Hinblick auf die Zukunftssicherheit ist eine solche mehrgleisige Sockelstrategie riskant.

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