In vielen Wohnzimmern haben Heimkino-PCs die übliche Unterhaltungselektronik bereits abgelöst. HTPCs vereinen den digitalen TV-Empfänger, den Videorecorder, den DVD- und Blu-ray-Spieler und die Spielekonsole in einem Gerät, zusätzlich handelt es sich um normale Computer, welche das Internet ins Wohnzimmer holen. Aktuelle HTPC-Gehäuse reichen von elegant bis unauffällig und mit entsprechender Hardware arbeiten diese Computer auch sehr leise. Nur ein Problem ist geblieben: Wohin mit Tastatur und Maus?
Kabelgebundene Geräte scheiden für die meisten Benutzer aus und einige Funk-Tastaturen und Mäuse bekommen nach wenigen Metern bereits Reichweitenprobleme. Und wer will schon Tastatur und Maus auf dem Couchtisch liegen haben? Spezielle Fernbedienungen sollen für Abhilfe sorgen, doch diese eignen sich meist nur für die Nutzung der Mediacenter-Software. Für Texteingaben und Spiele sind sie gänzlich ungeeignet.
Gleich vier sehr interessante Lösungen kommen nun von der Firma Keysonic: Es handelt sich um kompakte Bluetooth-Tastaturen, von denen zwei mit einem Touchpad ausgestattet sind und somit auch die Funktion der Maus übernehmen. Diese Tastaturen, welche sich auch zum Einsatz mit Pocket-PCs oder Smartphones eignen, sind das Thema unseres heutigen Artikels.
Lieferumfang
Im Lieferumfang aller vier Tastaturen befindet sich ein ausführliches Handbuch in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch, eine schwarze Tasche zum Transport der Tastatur und zwei Batterien japanischer Produktion, welche die Tastatur mit Strom versorgen.
Übersicht
Die Modelle ACK-540 BT und ACK-595 BT sind 291 mm breit, ihr 89-Tasten-Layout entspricht zahlreichen Notebook-Tastaturen. Keysonic verwendet bei diesen beiden Modellen normalgroße Tasten mit einer Breite und Tiefe von ca. 18 mm. Die Tastaturen ACK-340 BT und ACK-3400 BT sind nur 218 bzw. 219 mm breit. Keysonic beschränkt sich bei diesen beiden Modellen auf 77 Tasten und reduziert deren Größe auf knapp 16 mm Breite und 13 mm Tiefe.
Alle vier Tastaturen sind in einem matten Schwarz mit satinierter "SoftSkin" Oberfläche gehalten. Das Design ist schlicht, wirkt aber elegant. Die Tastaturen verfügen über drei blau leuchtende LEDs, welche das Bluetooth-Pairing, einen Verbindungsaufbau sowie einen niedrigen Batteriestand anzeigen. Der Status von Caps-Lock, Num und Rollen wird hingegen nicht angezeigt.
Die Bluetooth-Funkübertragung erlaubt einen Abstand von bis zu zehn Meter vom PC, getestet haben wir die Geräte mit Entfernungen zwischen einem und sechs Meter. Da die Tastaturen das normale Bluetooth HID-Profil verwenden, müssen keine Treiber installiert werden. Somit ist die Nutzung unter Windows 98SE, ME, 2000, XP sowie Vista möglich und auch 64-Bit Betriebssysteme funktionieren einwandfrei.
Keysonic ACK-540 BT und ACK-595 BT
Betrachten wir zunächst die etwas größeren Modelle ACK-540 BT und ACK-595 BT. Aufgrund der normalgroßen Tasten mit einer Grundfläche von 18 x 18 mm fällt das Schreiben auf diesen Geräten sehr leicht, dennoch ist selbst das Modell mit Touchpad kleiner als eine Fernsehzeitschrift. Die Tasten haben laut Hersteller eine Lebensdauer von fünf Millionen Anschlägen und einen Hub von 3,0 mm. Der deutlich zu spürende Druckpunkt wird nach ca. 55 Gramm erreicht.
Keysonic verspricht einen "besonders leisen und spürbaren Anschlag durch hochwertige Soft-Touch-Membrantechnologie". Während der Druckpunkt zu gefallen weiß, empfinden wir den Anschlag nicht als ungewöhnlich leise. Er ist mit handelsüblichen Notebook-Tastaturen vergleichbar. Die Beschriftung der Tasten wurde aufgedruckt, wie haltbar dieser Druck ist, können wir aufgrund des Testzeitraums von wenigen Wochen nicht abschließend beurteilen.
Zu Gunsten der Abmessungen hat Keysonic auf einen separaten Nummernblock verzichtet und diesen stattdessen ins Buchstabenfeld integriert. Durch einen Druck auf die Taste "Num" wird der Nummernblock aktiviert. Wer mit aktiviertem Nummernblock arbeitet, kann durch das Gedrückthalten der Taste "FN" wieder auf die eigentliche Funktion der Tasten zugreifen. Ist "Num" nicht aktiv, kann man mit "FN" auf die sekundären Funktionen des Nummernblocks zugreifen:
Die Funktions-Tasten und die Steuertasten fallen deutlich kleiner aus, als die Buchstaben und Zahlen. Bei den Funktionstasten können wir 15,0 mm Breite und 12,3 mm Tiefe leicht verschmerzen, als unpraktischer empfinden wir die nur 13,5 mm breiten und 18,0 mm tiefen Steuertasten.
Hierzu gehören beispielsweise der Tabulator, Caps-Lock, Steuerung, Alt, Alt GR, Einfügen, Entfernen und die Windows-Tasten. Die FN-Taste erscheint uns überflüssig, mehr noch gilt dies für die zweite Windows-Taste. Deren Platz hätte Keysonic besser anderen Tasten zuschlagen sollen.
Das Modell Keysonic ACK-540 BT verfügt zusätzlich über ein Touchpad mit zwei Tasten und einer seitlichen Scrollfläche. Die Tasten mit ihrem sehr deutlichen Druckpunkt sind zwar recht breit, aber sehr schmal geraten, so dass ihre Bedienung gewöhnungsbedürftig ist.
Auf der Unterseite beider Tastauren befindet sich eine Pairing-Taste, mit welcher die Tastatur bei erstmaliger Benutzung dem Bluetooth-Empfänger des PC vorgestellt wird. Weiterhin sehen wir den Ein-/Ausschalter, die Abdeckung des Batteriefaches und zwei ausklappbare Füße, welche ein ergonomisches Arbeiten ermöglichen.
Keysonic ACK-340 BT und ACK-3400 BT
Soll es noch etwas kleiner sein? Dann bieten sich die beiden Modelle ACK-340 BT und ACK-3400 BT an. Mit einer Breite von 218 bzw. 219 mm sich diese Tastaturen nur noch doppelt so groß wie eine Mehrgerätefernbedienung. Die keinere Variante ACK-3400 BT ohne Touchpad bringt gerade einmal 220 Gramm auf die Waage (zuzüglich Batterien).
Aufgrund der kleinen Tasten mit 16 mm Breite und nur 13 mm Tiefe erfordern diese Modelle allerdings mehr Übung. Auch die Tasten der Super-Mini-Klasse weisen eine typische Lebensdauer von fünf Millionen Anschlägen auf. Der Tastenhub fällt mit 1,6 mm deutlich geringer aus, der Druckpunkt bleibt jedoch bei 55 Gramm. In der Praxis erweist sich der geringe Tastenhub als ungewohnt, nach einigen Stunden kommt man damit aber ganz gut zurecht.
Während uns der Anschlag der hier verwendeten "X-Type-Membrantechnologie" nicht ganz überzeugen kann, fällt das sehr leise Tippgeräusch positiv aus. Die Beschriftung der Tasten wurde abermals gedruckt, was die Frage nach der Haltbarkeit dieses Drucks aufwirft.
Der blaue Nummernblock wird über die NumLk-Taste aktiviert, doch im Gegensatz zu den Modellen ACK-540 BT und ACK-595 BT hat die FN-Taste auf den kleinen Tastaturen noch eine andere Funktion. Sie legt die grün markierten Funktionen "AltGr", "Pos1", "Bild auf/ab", "Ende", "Rollen", "F11" und "F12" frei. Sehr ungewohnt ist die Ansteuerung des "ä", welches mit "FN" + "AltGr" + "ö" erreicht wird. Besonders viel Gelenkigkeit erfordert das "Ä", da zusätzlich zu "FN" + "AltGr" + "ö" auch noch die Shift-Taste gedrückt werden muss.
Abermals fallen die Funktions-Tasten und die Steuertasten kleiner aus und erreichen dabei die Grenzen der Bedienbarkeit. Wer die 11,5 mm breiten und 7,5 mm tiefen Funktionstasten sicher treffen will, muss gut zielen. Gleiches gilt für die ebenso kleinen Tasten für Escape, Einfügen und Entfernen. Als besonders nervig empfanden wir den knapp 7,5 mm breiten Tabulator, der 13 mm Tiefe aufweist. Ebenfalls 13 mm Tiefe, aber immerhin 11,5 mm Breite weisen die Tasten Caps-Lock, Steuerung, FN, Alt sowie die Pfeiltasten auf. Auf eine Windows-Taste hat Keysonic bei diesen Tastaturen gänzlich verzichtet.
Beim Modell Keysonic ACK-340 BT wird zusätzlich ein Touchpad geboten, welches über ein seitliches Scrollfeld und zwei Tasten verfügt. Abermals sind die Tasten recht breit, aber leider auch sehr schmal geraten. Sie stehen allerdings ein wenig aus dem Tastaturgehäuse hevor und vermitteln damit einen angenehmeren Druckpunkt.
Der Blick auf die Unterseite der beiden Tastaturen offenbart die Pairing-Taste, mit welcher die Tastatur bei erstmaliger Benutzung am Bluetooth-Empfänger des PC angemeldet wird. Auch der Ein-/Ausschalter und die Abdeckung des Batteriefaches sind vorhanden, ausklappbare Füße gibt es hingegen nicht.
Praxistest
Da die Reichweite der vier Tastauren auf zehn Meter limitiert ist, was für den täglichen Einsatz im Wohnzimmer allerdings mehr als ausreichend ist, haben wir uns für einen entsprechenden Bluetooth-USB-Adapter von Emtec entschieden. Das Gerät beherrscht Bluetooth 2.0 EDR mit bis zu 3 Mbps und wird von Windows 2000, XP und Vista unterstützt. Wir haben unseren Test unter Windows XP 64-Bit durchgeführt.
Zunächst wurde das Pairing ausgeführt. Hierzu wurde die Erkennung neuer Geräte bei unserem Adapter aktiviert, die Tastatur angeschaltet und die Pairing-Taste auf der Unterseite der Tastatur gedrückt. Nach der erfolgreichen Erkennung tippen wir das angezeigte Passwort auf unserer Tastatur ein und die Verbindung stand.
Wir haben alle vier Tastaturen je eine Woche lang im täglichen Arbeitseinsatz genutzt. Die Gewöhnung an die Modelle Keysonic ACK-540 BT und ACK-595 BT dauerte nur wenige Minuten, da die Tastengröße und das Layout dieser Geräte handelsüblichen Desktop- und Notebook-Tastaturen gleichen. Beide Tastaturen arbeiten einwandfrei und zuverlässig, so dass die Erstellung längerer Texte problemlos möglich ist. Für pixelgenaue Zuschnitte bei der Fotobearbeitung empfanden wir das Touchpad der ACK-540 BT als zu ungenau, einen vollwertigen Mausersatz stellt es somit nur bedingt dar.
Mit den Super-Mini Varianten Keysonic ACK-340 BT und ACK-3400 BT taten wir uns deutlich schwerer. Auch diese Tastaturen arbeiten einwandfrei und zuverlässig, doch die winzigen Tasten und die reduzierte Tastenzahl erschweren die Arbeit deutlich. Zudem sorgten der kurze Tastenhub und der damit verbundene unklare Druckpunkt regelmäßig für vergessene Zeichen.
Die Bedienung der Super-Mini Tastaturen verlangt wesentlich mehr Konzentration, dafür sind diese Geräte äußerst kompakt und das Tippen geschieht sehr leise. Wer seine Diplomarbeit schreiben will, sollte eine andere Tastatur verwenden, doch für gelegentliche Tipparbeiten sind auch diese beiden Modelle durchaus geeignet.
Fazit: Keysonic ACK-540 BT und ACK-595 BT
Kompakte Abmessungen gepaart mit großen Tasten und einem deutlichen Druckpunkt machen die Modelle Keysonic ACK-540 BT und ACK-595 BT zu alltagstauglichen Tastaturen. Ihre Reichweite von zehn Metern reicht für die Bedienung eines Heimkino-PCs aus, doch auch zum Erstellen längerer Texte sind diese beiden Geräte sehr gut geeignet. Die Verarbeitung ist makellos, die matt-schwarze, satinierte Oberfläche fühlt sich gut an und erweist sich im Alltag als unempfindlich.
Da selbst das größere Modell ACK-540 BT mit integrietem Touchpad noch kleiner als eine Fernsehzeitschrift ist, steht dem Wohnzimmereinsatz nichts entgegen. Ob man nun zum Modell mit oder ohne Touchpad greift, ist mehr oder weniger Geschmacksache. Während man für das Modell ACK-540 BT einen Straßenpreis von ca. 64 Euro einkalkulieren muss, findet sich die Tastatur ACK-595 BT bereits zu Preisen ab 53 Euro im Handel. In Verbindung mit einem HTPC würden wir eine Tastatur mit Touchpad vorziehen.

Fazit: Keysonic ACK-340 BT und ACK-3400 BT
Die Stärke der Modelle Keysonic ACK-340 BT und ACK-3400 BT ist zugleich auch ihre Schwäche: Beide Tastauren sind klein genug, um mitgenommen zu werden, lassen sich aufgrund ihrer geringen Abmessungen jedoch nicht ganz so gut bedienen. Die kleinen Tasten, die Mehrfachbelegungen und der extrem kurze Tastenhub machen diese Geräte für Vielschreiber unattraktiv.
Wer jedoch nur einen HTPC steuern will oder gelegentlich kurze Texte auf sein Smartphone schickt, ist mit diesen beiden Tastaturen gut bedient. Für den Heimkino-PC würden wir zum Modell Keysonic ACK-340 BT mit integrietem Touchpad greifen, wer in der Hauptsache sein Smartphone mit Texten füttern möchte, sollte zur kompakteren und leichteren ACK-3400 BT greifen. Die Straßenpreise liegen bei 63 Euro für das Modell ACK-340 BT sowie 52 Euro für die Tastatur ACK-3400 BT.

Unser Dank gilt Maxpoint für die Teststellung der Tastaturen.