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Im Test: MR Computertechnik VGA GeForce FX Pro auf MSI GeForceFX 5800Ultra - 1/5
21.11.2003 by holger
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…oder wie man ein Monster bändigt!

Am 08.07.2003 präsentierten wir euch das Review zur MSI GeForceFX 5800Ultra. Imposant trat die Karte damals zum Test an: Die Kühlerkonstruktion lies dem Tester ehrfürchtige Schauer über den Rücken jagen….bis der Lüfter ansprang. Was war das für ein Höllenlärm? Noch dazu beförderte der Auspuff die Schallwelle ungedämmt in das Testlabor der Redaktion, sodass die Benchmarkorgien zur Qual wurden. Die Leistung, insofern anisotrope Filter und Antialiasing deaktiviert bleiben, sowie die Bildqualität wussten indessen zu überzeugen. Was sollte derjenige User unternehmen, um seinen Radaubruder in den Griff zu bekommen? Ständig Ohrenstöpsel tragen? Wohl kaum! Schließlich will man bei der nächsten LAN nicht wieder mit blauen Flecken nach Hause kommen, weil man das Zockervergnügen des Nachbarn zu arg strapaziert hat.

MR Computertechnik will eine smarte Lösung gefunden haben: Den MR VGA GeForce FX Pro. Mit diesem Kühlerset wollen Michael Ruoff und seine Mannen, die sich den Spruch „Ich bin leise“ auf die Fahnen geschrieben haben, das Grafikmonster, das mit einer Leistungsaufnahme von satten 75 Watt momentaner Grafikkartenverbrauchsweltmeister ist, in einen zahmen Schmusetiger verwandeln.

Schauen wir uns zunächst die Komponenten des Kühlersets an:

Beim Anblick des Sets fällt uns zunächst ein Wort ein: Bescheiden! Bescheiden, überhaupt nicht pompös oder übertrieben aufgemotzt wirkt die Konstruktion aus dem Hause MR Computertechnik. Und damit soll man eine FX5800Ultra kühlen können? Schauen wir uns zunächst den Originalkühler an.

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Dieser besteht aus einer Materialmixtur, die wir nur schwer identifizieren können: Reines Kupfer ist es auf keinen Fall, ansonsten wäre die Konstruktion – immerhin 370 Gramm schwer – erheblich massiver ausgefallen. Hinzu kommt das ungewöhnliche Kühlprinzip mittels dreier Heatpipes. Was auf den ersten Blick gut aussieht, übersteht den genaueren, prüfenden Blick des Testers wohl kaum: Die Verarbeitung ist unsauber ausgeführt, selbst die Röhren der Heatpipe sind derart miserabel verlötet, dass man Angst haben muss, dass die Kondensationsflüssigkeit nicht plötzlich austritt.

Die Kupferlammellen am Auspuffausgang scheinen zudem auf das Trägermaterial geklebt worden zu sein, was wohl kaum einen effektiven Wärmeübergang garantiert. Den Abschuss erlaubt sich nVidia jedoch bei der Verwendung des Thermal-Compound-Materials: Die Masse sieht eher wie ein Isolator aus – derart dick wurde diese auf GPU und Speicher aufgetragen! So nicht, möchte man nVidia zurufen, so bitte nicht!

Bevor es ans Montieren des Umbausatzes geht, muss der Originalkühler natürlich verschwinden, was auch erstaunlich einfach vonstatten geht. Zunächst werden die beiden Klammern an der Oberseite entfernt, sodass die rückwärtige, passive Speicherkühlung abgenommen werden kann. Anschließend wird der sich ebenfalls auf der Rückseite befindende Verspannungsbügel gelöst, sodass nun die gesamte Kühlerkonstruktion entfernt werden kann.

Anschließend geht es ans Reinigen der GPU sowie der Speicherbausteine. Das ist keinesfalls trivial, da das von nVidia verwendete Pad auf der GPU erheblichen Widerstand leistet, selbst reiner Alkohol kann den „Fensterkitt“ nicht rückstandsfrei beseitigen. Den teuren DDRII-Speicherbausteinen ist es wohl nicht besser ergangen: Auch sie wurden molligwarm in ein Kunststoffmäntelchen gebettet, wodurch diese infolge der kräftigen Hitzeentwicklung derart ins Schwitzen gekommen sind, sodass sich ein öliger Schmierfilm, der nur äußerst schwierig zu beseitigen ist, auf der Oberfläche gebildet hat.

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Die Montage des MR-Kühlers gestaltet sich unspektakulär: Der Kühler wird vermittels zweier Langschrauben – zum Verkontern pro Schraube zwei Muttern - sowie jeweils zwei Kunststoffunterlegscheiben befestigt. Die acht Speicherkühler befestigt man mithilfe der beigelegten 3M-Wärmleitfolie.

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Diese Methode können wir jedoch nicht empfehlen, da die Speicherkühler nicht optimal auf der sehr glatten Oberfläche der DDRII-BGA-Chips haften wollen; hier sollte künftig Wärmeleitkleber zum Einsatz kommen.

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Ein wenig Kritik müssen wir an der Verarbeitungsqualität des handwerklich hergestellten Kühlers üben. Dass dieser nicht wie ein in „Taiwan vom Band gefallener Blitzeblankkühler“ aussieht, dürfte klar sein. Alleine die Tatsache, dass sich zwischen den beiden Schrauben feine Aluspähnchen befinden, die infolge des Eindrehens in das weiche Aluminium entstanden sind, finden wir bedenklich. Falls Rückstände auf die Platine gelangen, ist ein Kurzschluss nicht ausgeschlossen, hier sollte der Hersteller beim Assemblieren mehr Sorgfalt walten lassen. Nach erneuter Rücksprache mit Herrn Ruoff gelobte dieser umgehend Besserung, eigentlich hätte dieses Problem bei der Endkontrolle auffallen müssen. Dass Menschen nun einmal Fehler machen ist verständlich, von daher wollen wir diesen Einzelfall nicht überbewerten. Positiv finden wir indessen, dass der Hersteller die Testsample nicht extra selektiert, sodass wir einen möglichst authentischen Eindruck von dem jeweiligen Produkt bekommen.

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Die Messergebnisse
Zunächst wurde die GeForceFX 5800Ultra mit dem Original-Kühler in Betrieb genommen, was den Ohren des Testers weniger gut gefallen hat. Die Karte dümpelte zunächst im 2D-Idle-Mode, danach wurden vier Benchmarkdurchläufe 3DMark2001SE gestartet – der Tester verlies den Raum…. Fünf Minuten nach Beendigung der 3D-Anwendung wird die GPU- sowie die Ambient-Temperatur – letztere kann näherungsweise als RAM-Temperatur bezeichnet werden - gemessen, um die Effizienz des Kühlers zu dokumentieren. Anders ausgedrückt: Um welchen Betrag hat sich die Temperatur innerhalb von fünf Minuten verändert? Das Procedere wurde anschließend mit dem MR-Kit im 12V- sowie im 5V-Mode wiederholt.
Die Kühler erzeugen folgenden Lärmpegel:

Temperatur: Idle nach Neustart - Core/Ambient
Original
Kühler
72°
58°

MR 12V43°
40°

MR 5V44°
41°

Temperatur: 3D-Applikation - Core/Ambient
Original
Kühler
67°
61°

MR 12V62°
53°

MR 5V64°
53°

Temperatur: Idle nach 3D-Applikation - Core/Ambient
Original
Kühler
72°
59°

MR 12V45°
42°

MR 5V46°
43°

Die Werte des nVidia OEM-Kühlers lassen den Tester mit der Stirn runzeln: Ob eine Core-Temperatur von 72 °C und ein Ambient-Wert von 58 °C auf Dauer vertretbar ist? Für nVidia offensichtlich schon; dass diese Hitzeentwicklung jedoch kaum sein muss, zeigt die niedrigere Core-Temperatur von 67 °C im 3D-Mode, da jetzt der Lüfter anspringt! Die Ambient-Temperatur steigt hingegen unter Last lediglich um 3 °C, folglich hat die passive Speicherkühlung eher als Isolator gewirkt, ansonsten wären die Temperaturwerte im 2D-Mode signifikant niedriger gewesen.

Erstaunen macht sich beim MR-Kit im 12V-Betrieb breit – der Lüfter liefert bei einem Schalldruck von 29 dB(A) ca. 27 m3/h. Die Core-Temperatur nach dem Neustart liegt bei gerade einmal 43 °C, das ist eine Verbesserung um 29 °C. Auch die Speicherkühlung arbeitet wesentlich effizienter, dieser arbeitet jetzt 18 °C kühler. Dass der leise MR-Kühler jedoch den wahnsinnig lauten nVidia-Kühler selbst im 3D-Mode um 5 °C (Core), respektive 8 °C (Ambient) schlägt, kann als absolute Sensation gewertet werden.
Während nach Beendigung einer 3D-Applikation die Temperatur beim nVidia-Kühler wiederum auf das alte Temperaturniveau ansteigt, kühlt das MR-Kit die Temperaturen innerhalb von 5 Minuten beinahe auf das Ursprungsniveau ab.

Im flüsterleisen 5V-Betrieb – der Lüfter wird mittels beigelegtem Adapter direkt ans Netzteil angeschlossen, wobei die Drehzahl weiterhin per separatem Tachosignal abgegriffen werden kann - schießt die MR-Lösung bei einer Förderleistung von 18 m3/h den Vogel ab: Sämtliche Temperaturwerte sind lediglich marginal schlechter als im 12V-Betrieb. Erneut deklassiert das MR-Kit die nVidia-Kühlung um Längen. Ein Kommentar ist angesichts derart beeindruckender Messergebnisse wohl überflüssig.

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Fazit und Empfehlung
Angesichts der Kühlleistung des MR-Kits kann man nur begeistert sein. Lärmgeplagten FX5800Ultra-Besitzer – andere FX-Karten darf der User ebenfalls mit dem Kit ausstatten -, werden Freudentränen über die Wange laufen – ja, selbst wir von Au-Ja! lassen uns diesmal zu einer solch gefühlsduseligen Formulierung hinreißen.

Was zum Geier hat sich nVidia bei der Konstruktion dieser Kühlermissgeburt überhaupt gedacht? Offensichtlich wollte man durch den unverwechselbaren „FX-Sound“ bewusst die Käufer vom High-End-Modell fernhalten, da man dieses nicht in ausreichenden Stückzahlen fertigen konnte. Anders können wir uns das Debakel kaum erklären!

Bei allem Jubel müssen wir einen kleinen Kritikpunkt loswerden: Wir empfehlen die Verwendung von Wärmeleitkleber, da die beigelegten 3M-Wäremleitpads den Kontakt zu den äußerst glatten DDRII-Speichern nicht dauerhaft herstellen können. Der Hersteller erklärte uns gegenüber, dass man die besagten 3M-Wärmeleitpads beilege, damit der User die Möglichkeit habe, die Karte wieder in den Originalzustand zurückzuversetzen. Weiterhin sei man bei den eigenen Tests bisher nicht auf das genannte Problem gestoßen.

Aufgrund der fantastischen Messergebnisse können wir jedem lärmgeplagten User nur zum MR VGA GeForce FX Pro-Kit zum Preis von 34.90 Euro raten. Optional sollte man jedoch den Kauf von Wärmeleitkleber - beispielsweise von Zalman zum Preis von 3.20 Euro - einkalkulieren.

Unser Dank gilt der MR Computertechnik GmbH für die Bereitstellung des Testmusters!

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