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MSI Ti4800SE 8X - 1/8
23.04.2003 by holger
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Die GeForceFX ist zwar bereits da, doch so richtig kann sich die nVidia-Fangemeinde nicht über den neuen Kraftprotz freuen. „Raw“-Power lautet offenbar bei den Amerikanern die Devise, egal wie: Egal, wie heiß oder laut, Hauptsache, die Karte übertrifft den härtesteten Konkurrenten Ati. Doch auch diese Rechnung scheint nicht völlig aufzugehen, offenbar hat Ati auf die smartere Technik gesetzt und kann sich recht gut gegen die FX behaupten. Also lassen wir Vernunft einkehren und halten nach einer guten und dennoch schnellen Karte Ausschau, die zudem anspruchsvolle Gamer ins Schwärmen bringt: Die neue MSI 4800SE 8X.

Der Name sagt es uns bereits, auf dem knallroten Board schlägt die 8X-AGP-Variante der 4400, die sich nun 4800SE schimpft. Erinnern wir uns an die kleine NV28 alias Ti4200 8X, so zeigte der Test offenkundig, dass die 8X-AGP-Fähigkeit nicht recht als Kaufargument herhalten kann. Was erwarten wir also von der Ti4800SE, die sogar mit der gleichen MHz-Zahl getaktet wird, wie die alte Ti4400? Evtl. bringt das schnellere Interface etwas bei dem im Vergleich zur kleineren Ti4200 8X höher getakteten Core/Speicher. So richtig schlüssig erscheint die These nicht, da die Karte bereits über satte 128MB verfügt, da passen bereits die meisten Texturen ohne Probleme rein.

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MSI Ti4800SE 8X - 2/8
23.04.2003 by holger
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Warten wir es ab, wie uns MSI die neue schmackhaft machen will! Doch zunächst ein Überblick über die GeForec4 Familie und deren technischen Daten:

  Ti4200 64 MB Ti4200 128 MB Ti4200 8X
64/128 MB
Ti4400 128 MB Ti4600 128 MB Ti4800SE
128 MB
Taktung GPU 250 MHz 250 MHz 250 MHz 275 MHz 300 MHz 275 MHz
Taktung Speicher 250 MHz 222 MHz 256 MHz 275 MHz 325 MHz 275 MHz
Resultierende Speicherbandbreite 8,0 GB/s 7,1 GB/s 8,0 GB 8,8 GB/s 10,4 GB/s 8,8 GB/s
Speicherinterface 128 Bit DDR 128 Bit DDR 128 Bit DDR 128 Bit DDR 128 Bit DDR 128 Bit DDR
Rendering Pipelines 4 4 4 4 4 4
Textureinheiten pro Pipeline 2 2 2 2 2 2
Unterstützte DirectX Version 8.1 8.1 8.1 8.1 8.1 8.1
Pixel Shader Version 1.3 1.3 1.3 1.3 1.3 1.3
Vertex Shader 2-fach 2-fach 2-fach 2-fach 2-fach 2-fach
Fertigungstechnik 0,15 Micron 0,15 Micron 0,15 Micron 0,15 Micron 0,15 Micron 0,15 Micron
Maximale Füllrate 1,8 GTexel/s 1,8 GTexel/s 1,8 GTexel/s 2,2 GTexel/s 2,4 GTexel/s 2,2 GTexel/s
Dual Monitor Support Ja Ja Ja Ja Ja Ja

Lieferumfang der MSI:
Mittlerweile sind wir von MSI verwöhnt, und auch diesmal ließ man sich nicht lumpen und packte gleich 10 (ZEHN) CDs in den gut gefüllten Karton:

Zu den weiteren Beigaben zählen: Die Dreingaben für die kürzlich in unserem Labor getestete Ti4200 8X sind mit denen der Ti4800SE identisch. Auch diesmal zeigt MSI Geschick bei der Auswahl der Beigaben: Den Gamer erfreuen die Spiele, den Video-Freak die Beigaben von interVideo, sogar an die Datensicherheit hat MSI mit dem Paket von FarStone gedacht. Das Handbuch ist detailliert und ausführlich gehalten, leider konnte man sich noch nicht zu einer deutschen Version durchringen. Den Universal-Adapter kennen wir ebenfalls von anderen MSI-Modellen, auch bei diesem sind alle Anschlüsse vergoldet.

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Die Karte im Detail
Schön ist sie, die neue MSI Ti4800SE, das müssen wir unumwunden zugeben, da kann die alte MSI Ti4400 nicht mithalten: Das grüne PCB hatte uns schon damals nicht vom Hocker gerissen. Dafür brennt MSI nun ein Designfeuerwerk ab, dass es den Freunden der Guckloch-Fraktion ganz warm ums Herz wird. Doch wie sieht es bei aller Designverliebtheit mit der Funktion und dem Nutzen an sich aus?

Die massive Kühlerkonstruktion, bestehend aus eloxierter Aluminium-Grundplatte und Kupfer-Lammelen, ziert die Karte auf der Vorderseite; auch die Rückseite wurde mit einer eloxierten Aluminium-Platte bedacht. Glücklicherweise hat sich MSI auch dem Thema „Lärmemission“ angenommen, das immer mehr Anhänger zu finden scheint. Wir haben nichts dagegen einzuwenden; vor allem dann nicht, wenn der zuvor verwendete, laute 40-mm-Rabauke einem durchsichtigen 55-mm-Propellerchen weichen muss.

Wer den Test der Ti4200 8X gelesen hat, dem wird die Konstruktion sehr bekannt vorkommen, damals kam der Autor des Tests aufgrund der Leisetretermanieren regelrecht ins Schwärmen. Im direkten Vergleich zur Ti4200 8X fiel die Geräuschentwicklung diesmal minimal lauter aus. Also wurde das Voltmeter gezückt, um die Spannung zu überprüfen, und siehe da: Beim Ti4800SE-Modell lagen konstant 12V an, bei der Ti4200 änderte sich die Drehzahl in Abhängigkeit der Hitzeentwicklung, die Spannung lag bei normaler Arbeitsweise bei ca. 5,6V. Damit wir uns nicht falsch verstehen, die Unterschiede sind hörbar, fallen jedoch minimal aus – im verbauten Zustand ist die Karte so gut wie gar nicht zu hören. Die Kühlerkonstruktion ist von der komplexeren Sorte, nur so kann die Lärmentwicklung im vertretbaren Rahmen gehalten werden. Der Lüfter sitzt nicht wie üblich direkt über dem Core, sondern ein wenig nach rechts versetzt.

An dieser Stelle kommen die zusätzlichen Kupferlammelen der Kühlerkonstruktion ins Spiel, die die linke Core-Hälfte abdecken. In Verbindung mit dem durchsichtigen Kunststoff-Gehäuse wird Frischluft definiert über die Lammelen, die der Oberflächenvergrößerung dienen, geführt.

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Beim Speicher geht MSI diesmal fremd, soll heißen, dass der Haus- und Hoflieferant für BGA-Chips nicht mehr Samsung ist, sondern Hynix. Natürlich waren wir gespannt, was die Datenblätter zum „HY5DU283222F“ mit 3,6ns hergeben würden.

Verwunderlich fanden wir die Tatsache, dass Hynix bei den 2,6- und 2,8ns-Derivaten 2,9V +/-5% erlaubt, zumal die JEDEC-Spezifikationen von 2,5V sprechen. Es könnte also sein, dass MSI auf Nummer sicher gehen will und dem Kärtchen daher lieber noch eine passive Speicherkühlung mit auf den Weg gibt. Erfreulicherweise verwendet der Hersteller ausreichend Wärmeleitpaste zwischen Speicher und eloxierter Aluminium-Platte – ansonsten hätte man sich den Aufwand sparen können.

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Die übrigen Bauteile liegen auf gewohnt hohem MSI-Niveau – diesmal hat man sich sogar dazu hinreißen lassen, die Spulen zu kapseln, um schädlichen Schwingungen gleich im Ansatz den Garaus zu machen. Offensichtlich kommt bei den 4800er Modellen eine geänderte Stromaufbereitung zum Einsatz, die weniger aufwändig zu sein scheint, uns jedoch weiterhin vor zusätzlichen Stromanschlüssen verschont.

Stabilitätsprobleme traten jedoch zu keinem Zeitpunkt auf – auch beim Hardcore-Overclocking bewegten wir uns in zu erwartenden Grenzen.

Bedauerlich fanden wir die Tatsache, dass der Winbond W83L785R, den wir auf der SI Ti4200 8X antrafen, auf dem hochwertigen 8 Layer-PCB der Ti4800SE nicht zu finden war. Dieser erlaubte es, sämtliche Spannungen einschließlich der Oberflächentemperatur (per zusätzlichem Fühler; die Temperaturmessungen sind daher lediglich grobe Anhaltspunkte) zu überwachen. Mit MSIs 3D!Turbo Experience, einer Flash-basierenden Applikation, die im Web-Browser ausgeführt wird, kann somit nur noch overclockt werden, Kontrast- und Helligkeitswerte sowie Bildlage-Veränderungen durchgeführt werden.
4 Prüfsiegel flößen dem Anwender zusätzlich Vertrauen ein. 4? Waren es nicht bisher 5? Wir wollen nicht kleinlich sein – solange überhaupt ein Prüfsigel auf der Platine klebt, soll es uns recht sein.

Anzeigequalität und Video-Funktionen
Die optischen Fähigkeiten der Grafikkarte überzeugen, an unserem EIZO T965 stellte sich erst ab 1600*1200 bei 85 Hz eine leichte Unschärfe ein. Auch die Qualitäten der Video-Out-Abteilung konnten versöhnen, leider steht dem User auch bei dem verwendeten Detonator 41.09 keine funktionierende Overscan-Funktion zur Verfügung. Auf unserem B&O-Fernseher war indessen kein Trauerrand sichtbar – das muss aber nicht heißen, dass dies bei jedem User der Fall ist. Der verbaute Philips SAA7108AE machte seine Sache augenscheinlich nicht schlecht, lediglich kleine Schriften wirkten bei 1024*768 arg matschig – dem DVD-Genuss tat dies jedoch keinen Abbruch.

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Die Benchmarks
Sämtliche Benchmarks wurden auf dem ASUS A7N8X aufgrund der AGP 8x-Tauglichkeit des nForce2 in Verbindung mit einem AMD XP2700+ durchgeführt. Zum Einsatz kam der offizielle nForce2-Treiber 2.03 sowie der Detonator 41.09, um größtmögliche Stabilität und Kompatibilität zu gewährleisten.

Quake III Arena 640x480x32 640x480x32
4xAA/8xAF
800x600x32 800x600x32
4xAA/8xAF
Asus Ti4600 309,4 226,9 304,2 165,3
NV28 4x 309,6 209,6 299,7 147,0
NV28 8x 309,2 210,1 300,8 147,4


Quake III Arena 1024x768x32 1024x768x32
4xAA/8xAF
1280x1024x32 1280x1024x32
4xAA/8xAF
Asus Ti4600 276,0 104,4 213,6 60,6
NV28 4x 262,8 92,5 196,0 53,4
NV28 8x 265,1 92,7 196,0 53,4


Quake III Arena 1600x1200x32 1600x1200x32
4xAA/8xAF
Asus Ti4600 157,2 40,2
NV28 4x 139,7 35,1
NV28 8x 140,5 35,1


Die Werte bescheinigen dem AGP8X-Interface lediglich marginale Vorteile, im Vergleich zur Ti4600 bleibt ein gebührender Abstand gewahrt, der auf das höhere Taktniveau zurückzuführen ist.

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UT 2003 1024x768x32 1024x768x32
4xAA/8xAF
1280x960x32 1280x960x32
4xAA/8xAF
1600x1200x32 1600x1200x32
4xAA/8xAF
Asus Ti4600
Flyby
170,34 50,74 125,65 32,52 85,38 20,92
Asus Ti4600
Botmatch
71,83 29,56 64,98 19,27 41,37 12,41
NV28 4x
Flyby
160,84 45,76 114,69 29,11 77,02 18,63
NV28 4x
Botmatch
71,16 26,78 62,39 17.30 47,17 11,14
NV28 8x
Fylyby
160,31 45,90 114,53 29,22 77,02 18,63
NV28 8x
Botmatch
71,04 26,79 62,27 17,36 47,19 11,08


3DMark2000 1024x768x32 1024x768x32
4xAA/8xAF
1280x1024x32 1280x1024x32
4xAA/8xAF
1600x1200x32 1600x1200x32
4xAA/8xAF
Asus Ti4600 14113 5026 10997 2910 8445 1930
NV28 4x 13524 4481 10120 2546 7680 1677
NV28 8x 13483 4486 10147 2547 7697 1678


3DMark2001SE
Built 330
1024x768x32 1024x768x32
4xAA/8xAF
1280x1024x32 1280x1024x32
4xAA/8xAF
1600x1200x32 1600x1200x32
4xAA/8xAF
Asus Ti4600 13259 5134 10616 3101 8528 2133
NV28 4x 12560 4599 9912 2757 7791 1879
NV28 8x 12598 4611 9923 2758 7841 1883

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MSI Ti4800SE 8X - 8/8
23.04.2003 by holger
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Codecreatures Pro avg fps
1600x1200
avg fps
1600x1200
4xAA/8xAF
avg fps
1280x1024
avg fps
1280x1024
4xAA/8xAF
Asus Ti4600 19,6 9,2 24,6 12,3
NV28 4x 18,0 8,2 22,7 11,2
NV28 8x 18,2 8,4 22,9 11,4


Codecreatures Pro avg fps
1024x768
avg fps
1024x768
4xAA/
8xAF
Total Score Total Score
4xAA/
8xAF
Asus Ti4600 31,6 19,9 2479 1310
NV28 4x 29,3 18,0 2287 1182
NV28 8x 29,4 18,3 2305 1205


Durch sämtliche Benchmarks zieht sich das gleiche Resultat: Wie erwartet kann die Ti4800SE die ältere Ti4600 nicht schlagen – das hätten wir aufgrund des Core-/Speicher-Takt-Unterschieds jedoch auch nicht erwartet. Die Vorteile des AGP8X-Interfaces sind nahezu zu vernachlässigen, lediglich bei Codecreatures lässt sich ein Vorteil von etwa 2% ausmachen.

Fazit und Empfehlung
Die MSI Ti4800SE spricht schon beinahe die Vernunft des Käufers an: Mit einem moderaten Preis von unter 200 Euro steht die Karte beim Händler in den Regalen. Dabei vermisst man bei diesem Produkt überhaupt nichts, im Gegenteil: Das Laufgeräusch ist für das gebotene Leistungsniveau erfreulich niedrig, zudem ist die MSI mit dem neuen Philips SAA7108AE ausgestattet, der TV-Out-Support bis 1024*768 bei ansprechender Qualität bietet, und die Packungsbeilagen sind diesmal so zahlreich ausgefallen, dass der Karton kaum zu schließen ist. Freunde von Schaufenstern im Gehäuse werden sich über das überaus gelungene Design freuen, erst recht, wenn das Mainboard im gleichen, feuerroten Farbton gehalten ist.
Was das Leistungsniveau anbelangt, so braucht sich die Ti4800SE keineswegs zu verstecken, der Abstand zur höher getakteten Ti4600 fällt gering aus. Mit dieser Karte und dem niedrigen Preisniveau dürfte es schwierig werden, die User davon zu überzeugen, dass man noch mehr Leistung benötigt!

Checkliste MSI Ti4800SE:

Zum Abschluss dieses Testes möchten wir uns recht herzlich bei MSI Deutschland bedanken, die uns die Grafikkarte zur Verfügung gestellt haben.

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