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MSI K7D Master-L, Dual Power mit AMD 760MPX Chipsatz - 1/7
15.07.2002 by holger
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Das MSI K7D Master-L
Eine Dual-Plattform valide und reliabel zu testen, stellt eine wirkliche Herausforderung dar. Sind aussagekräftige Singel-CPU-Tests schon kompliziert genug, da eine schier unüberschaubare Anzahl von Parameter betrachtet werden muss. Bei einer Dual-Plattform steigt der nötige Testaufwand enorm an, hier wird selbst die Wahl des Gehäuses zur Sinnfrage, bedenkt man die enorme Hitzeentwicklung einer solchen Lösung. An dieser Stelle gehen wir, wie dies schon oft in der Vergangenheit geschehen ist, unorthodoxe Wege: Mit diesem Review wollen wir dem interessierten User die Komponenten vorstellen, die in unserem Falle zielführend waren. Dies betrifft, wie bereits oben angedeutet, die Wahl des richtigen Gehäuses, aber auch die des richtigen Netzteiles, Speichers usw. Wer die Workstation gar im heimischen Wohnzimmer einsetzen möchte, dem kann aufgrund der exorbitanten Lautstärkeentwicklung geholfen werden: Neben einer konstruktiv richtigen Dämmung zeigen wir eine sinnvolle Bestückung des Gehäuses mit geeigneten Lüftern, um eine vertretbare Innengehäusetemperatur zu gewährleisten.

Das Mainboard mit USB 2.0 Karte sowie zwei AMD Athlon MP 2000+
Der MPX Chipsatz
Im Grunde genommen ist der MPX ein alter Bekannter, da er sich von dem Vorgänger, dem MP lediglich durch die SB, der nun verwendeten 768 unterscheidet. Die White-Paper zum MP http://www.amd.com/us-en/assets/content_type/white_papers_and_tech_docs/24229.pdf und MPX http://www.amd.com/us-en/assets/content_type/white_papers_and_tech_docs/24494.pdf dienen zur Veranschaulichung. Über die SB 768 wird der konventionelle 32 Bit/33 MHz-PCI-Bus realisiert, der primäre PCI-Bus 66 MHz/32 Bit/64 Bit wird jedoch direkt mit der NB762 verbunden. Traurige Berühmtheit erlangte die SB 768 durch den nicht funktionierenden USB 1.1-Hub in der Revision B1, die gefixte SB trägt die Kennung B2 und müsste auf allen erhältlichen MPX-Boards verbaut sein. Aus diesem Grund legten die Hersteller
zunächst USB 1.1/2.0-Karten zu den Boards, MSI blieb dieser Beigabe trotz gefixter SB treu – das freut den User.

Das MSI K7D Master-L bringt nicht nur Farbe in die Dual-Plattform
Das MSI K7D Master-L
MSI steht für qualitativ hochwertige Mainboards, die der Anwender zu vertretbaren Kosten erwerben kann. Da der Hersteller insbesondere bei Dual-Plattformen einige Erfahrungen gesammelt hat, waren die Erwartungen an diese erste Sockel-A-Lösung hoch gesteckt. Der Support von MSI steht dem kaum nach, zumal MSI umfangreiche Validierungstests auf ihrer Homepage veröffentlicht. Ein wenig Kritik verdient jedoch bereits im Vorfeld die Versorgung mit Bios-Updates: Insbesondere ein wirklich unschönes Problem verzögerte diesen Test. Mit der Bios-Version 1.1 stellten wir ab und an unerklärliche Performance-Einbrüche fest, jedoch gab es keinerlei Stabilitätsprobleme oder sonstige Anzeichen einer Fehlfunktion. Nachdem wiederholt das genannte Problem auftrat, kontrollierte ich sämtliche Einstellungen (zum x-ten Mal) im Gerätemanager, doch es waren beide CPUs aktiv. Oder etwa nicht? Ein Blick in den Task-Manager schaffte Klarheit: Was mussten meine geröteten Augen da sehen? Das System konnte offensichtlich
lediglich eine CPU adressieren, die zweite war schlicht und einfach nicht vorhanden. Ein kleiner Hinweis sei erlaubt: Denkt nicht, es könnte an einer anderen Komponente wie dem Netzteil, Speicher oder Kühler liegen. Der Fehler trat vollkommen unregelmäßig auf, egal ob nach einem Kalt- oder Warmstart, es fehlte ab und zu die zweite CPU im Task-Manager. Auch der Austausch beider CPUs brachte keine Besserung, nur am Rande, es wurden tatsächlich zwei MP2000+ eingesetzt, keine XPs! Die Lösung war einfacher als gedacht: Abwarten und andere Tests durchführen. Das Bios 1.3
behob die oben geschilderten Probleme, die zweite CPU verrichtet zuverlässig ihren Dienst – jetzt konnten wir den Test endlich weiterführen. Wer also ähnliche Probleme zu verzeichnen hat, der braucht lediglich die bis dato neueste Bios-Version 1.3 flashen.
Genug der Vorrede, schauen wir uns endlich den schicken, roten Renner an.
MSI K7D Master-L, Dual Power mit AMD 760MPX Chipsatz - 2/7
15.07.2002 by holger
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Die Ausstattung:
| MSI K7D Master L | |
| DDR-RAM | 4 (PC2100, ab 2 DIMMs Reg. vorgeschrieben) |
| AGP-Pro, PCI, ISA, ACR | 1 (4x), 3 x PCI 32 Bit/33 MHz, 2 x PCI 64 Bit/66 MHz |
| COM, LPT, USB | 2, 1, 4 (Adapter beigelegt) |
| UDMA100/Raid | 2 / 0 |
| Sound | VIA VT1611A/AC97 |
| LAN | 100 MBit Intel 82559ER |
| Hardwaremonitor | ja |
| Lüfteranschluß | 4 |
| Besonderheiten | D-LED-Bracket mit zwei USB 1.1, USB 2.0-Karte mit 4 externen und einem internen Anschluss |
Unschwer kann der User erkennen, dass es auf dem extended ATX-Board recht eng zugeht. Daher ist es umso lobenswerter, dass MSI sinnvolle Ausstattungsmerkmale auf dem Mainboard integriert hat. Insbesondere der Intel-LAN-Adapter macht angesichts der knappen Anzahl von PCI-Steckplätzen Sinn. Wird das MB als echtes Workstation-Board genutzt, das nur ab und zu einen Piepser von sich geben muss, so reicht die VIA-AC97-Soundlösung durchaus aus. Soll der Rechner als High-Performance-Zocker-Kiste missbraucht werden, kann man den AC97 gleich im Bios abschalten. Über das D-LED-Feature haben wir uns besonders gefreut, zumal MSI auf das mitgelieferte Bracket gleich zwei weitere USB 1.1-Anschlüsse draufpackt. Anhand des Handbuches können, in Abhängigkeit der rot und grün aufleuchtenden Lämpchen, mögliche Fehlerquellen leicht identifiziert werden. Gerade ein Failure des “Memory Detection Test” muss den User stutzig machen und sollte keinesfalls ignoriert werden.
Leider kann man die INT-Request-Tabelle auf Seite 2.29 des Handbuches keinesfalls als vollständig bezeichnen:
| Order 1 | Order 2 | Order 3 | Order 4 | |
| PCI 1 | INT A | INT B | INT C | INT D |
| PCI 2 | INT B | INT C | INT D | INT A |
| PCI 3 | INT A | INT B | INT C | INT D |
| PCI 4 | INT B | INT C | INT D | INT A |
| PCI 5 | INT C | INT D | INT A | INT B |
MSI ist offensichtlich der Auffassung, dass es dem User genügen muss, wenn er das Routing über die PCI-Slots kennt. Zunächst wollen wir allerdings den obigen Table erläutern, da immer wieder Verwirrung bezüglich der Ablesbarkeit der MSI-Tabellen besteht. Im Grunde ist die
Auflistung sehr viel aussagekräftiger als die Darstellung von Asus und Co (insofern diese überhaupt dokumentiert werden). Anhand der beigelegten USB 2.0-Karte erkennt der User die Problematik, die die MSI-Tabelle zu lösen versucht: Der verwendete USB 2.0-Chipset von NEC begnügt sich keinesfalls mit nur einer INT-Leitung, sondern verlangt gleich noch 3 Schienen! Wird die Karte also in Slot 4 eingesteckt, so werden die INT-Leitungen B,
C und D adressiert (macht drei IRQs im Gerätemanager). Verwendet eine Karte jedoch lediglich eine INT-Leitung, muss man sich nur an der Order 1 orientieren – ganz einfach. Jetzt kommt der Haken an der obigen Tabelle: Der AGP-Slot belegt offensichtlich die INT-B, da sich der AGP mit einer im Slot 2 und 4 befindlichen Karte shared. Heutige Grafikkarten, insbesondere die GeForce 4 Ti4400/4600 sind jedoch wahre Heizöfchen, ein Einsatz einer PCI-Karte in Slot 1 kann unter Umständen problematisch werden. Wurde jedoch eine Promise TX2 in Slot 2 eingesteckt, so kam der Rechner offensichtlich
aus dem Tritt, Windows XP Pro ruckelte und stockte; dies kann als Anzeichen gedeutet werden, das ein gemeinsame Adressierung von zwei bandbreitenhungrigen Geräten über die INT B nicht funktioniert. Hinzu kommt, dass MSI den Intel-Netzwerkchip ebenfalls über die INT B adressiert, wird die genannte USB-Karte in Slot 4 eingesteckt, dann shared sich eine weitere Karte auf dieser Leitung.
Die Lösung unter Verwendung einer SBLive 5.1, der USB 2.0-Karte, dem Intel-Netzwerkchip und einer Promise TX2 sieht folgendermaßen aus:
Die Promise TX2 wird, da diese über den primären Bus weitaus höhere Burst-Rates überträgt als am sekundären Bus, in Slot 1 gesteckt – es wird INT A belegt. Slot 2 und 3 bleiben leer. Slot 4 beheimatet die USB 2.0-Karte, da über die Order 3 die INT D adressiert
werden kann – die Karte benötigt drei Leitungen! Die SBLive 5.1 fühlte sich in Slot 5 wohl, es wurde also die INT C genutzt. Wer also ein instabiles Verhalten auf seiner Maschine beobachtet, der sollte unbedingt die PCI-Belegung noch einmal überdenken.
Der MPX-Chipsatz steht in dem Verdacht am sekundären PCI-Bust schlechte Burst-Rates zu produzieren, der Einsatz von SCSI- oder Raid-Controllern sollte also am primären PCI-Bus erfolgen. Tatsächlich beobachteten wir am sekundären Bus Werte um 72 MB/s, während am primären Bus (WD1200JB, 8 MB-Cache) satte 84 MB/s gemessen wurden. Uns geht es keinesfalls um eine lächerlichen Unterschied von 12 MB/s bei Burst-Rate-Messungen, vielmehr kann so indirekt auf die Leistungsfähigkeit des PCI-Busses geschlossen werden. Der Einsatz eines 64 Bit/66 MHz-PCI-Busses (oder gar höher, wie z.B. PCI-X) erscheint bereits heute unumgänglich, gerade auf einem Workstation-Board!
MSI K7D Master-L, Dual Power mit AMD 760MPX Chipsatz - 3/7
15.07.2002 by holger
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Wie bereits oben angedeutet, zwingt der Einsatz einer zweiten CPU die Designer zu konstruktiven Kompromissen. Obwohl das Board über vier Bohrungen zur Aufnahme gewaltiger Kühlkörper einlädt, wird daraus meistens nichts. Der große Swiftech musste um zwei Haltepunkte für den 80 mm-Lüfter beraubt werden, um ihn sicher auf dem Board platzieren zu können, unser neuer Referenzkühler, der Termalright AX7, stieß sich an den wuchtigen Kühlrippen der MOSFETs. Nun gut, dann mussten die beiden Termalright SK6 ran, die mit der Verlustleistung von ca. 66 Watt der MP2000+ umzugehen wissen, es war sogar kein Problem, die Kühler mit den 60 mm-Y.S.-Tech silent auszustatten. Lasst mich an dieser Stelle eindringlich darauf hinweisen, dass unbedingt qualitativ hochwertige Kühler zum Einsatz kommen müssen. Wer an dieser kritischen Stelle sparen will, der sollte eine Dual-Plattform überhaupt nicht in Betracht ziehen – das klingt hart, entspricht aber den Tatsachen.

A - der ATX Stromstecker wurde ganz oben plaziert; B - passiv gekühlte MOSFETs; C - aktiv gekühlte Northbridge
Überhaupt scheint MSI bei der Realisierung der Stromversorgung außerordentlich qualitätsorientiert vorgegangen zu sein: Neben der passiven Kühlung der MOSFETs wurden die dicken Spulen zur Schwingungsdämpfung in ein Mäntelchen gehüllt. Die Northbridge trägt einen Kühler nebst 40 mm-Lüfter. Hoffentlich ist das Kerlchen hochwertiger ausgefallen, verglichen mit den Billigrandalierern mancher KT-Boards. Jedenfalls läuft der Lüfter kaum hörbar, leider realisiert MSI kein Monitoring, um den Ausfall signalisieren zu können. Dass der Lüfter berechtigt ist, wird jedem klar, der den Kühlkörper im Betrieb anfasst.

A - AGP-Pro; B - die neue Southbridge mit gefixtem USB 1.1 Support; C - das gesockelte BIOS; D - ATX 12V bringt Extra-Power für AGP-Pro Grafikkarten; E - viel Platz zwischen Speicher und Grafikkarte; F - eng wird's zwischen Floppy-Anschluß und GeForce 4Ti
Ansonsten kann das Layout als durchaus gelungen bezeichnet werden. Der ATX-Anschluss ist einigermaßen gut erreichbar, der 12V-Anschluss geht auch in Ordnung, bedenkt man, dass dieser nur in unmittelbarer Nähe der Grafikkarte Sinn macht (gerade diese soll ja unterstützt werden). Sogar die RAM-Bänke sind gut erreichbar, ein Austausch der DIMMs mit eingebauter GeForce4 Ti4600 macht keinerlei Probleme – die der GeForce4 selbst natürlich auch nicht.

Erlaubt: für DIMM 1 und 2 wird kein registered RAM verlangt!
Wenn wir schon von der Speicherbestückung reden, dann lasst mich gleich diesen Punkt ansprechen: Wir hatten absolut keine Probleme unbuffered Module von Micron (PC2100) und Corsair (PC3000) einzusetzen. Wer jedoch mehr als zwei Module verbauen möchte, der muss zu reg. DIMMs greifen. Wie sich allerdings die Module anderer Hersteller auf dem Mainboard verhalten, können wir nicht vorhersagen! Im Zweifelsfall solltet ihr euch mit eurem Händler absprechen, ob die Rückgabe der RAMs möglich ist. Grundsätzlich halten wir die Empfehlung reg. Module zu nutzen, für absolut gerechtfertigt, zumal sich beim Aufbau einer professionellen Workstation keinerlei Alternativen ergeben dürften. Der Power-User muss selbst entscheiden, ob er (die bereits vorhandenen) DIMMs einsetzen will – ein Versuch ist es jedenfalls wert.
MSI K7D Master-L, Dual Power mit AMD 760MPX Chipsatz - 4/7
15.07.2002 by holger
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Das Setup
Testkomponenten:
Als Gehäuse präferieren wir das Chieftech AX01, das eng mit dem CS601 verwandt ist, jedoch aus Aluminium gefertigt ist – dieses Material verfügt über bessere thermische Eigenschaften im Vergleich zu einem konventionellen Stahlblechgehäuse. Bei dem Aufbau des Systems legten wir vor allem Wert auf einen praktikablen Kompromiss zwischen einer annehmbaren Betriebstemperatur und einem möglichst leisen System. Das AX01 bietet ideale Vorraussetzungen, da es über vier 80 mm-Aufnahmekäfige verfügt. Diese wurden sogleich mit temperaturgeregelten Y.S.-Tech Lüftern bestückt, die ein Gesamtfördervolumen von min. 154 Kubikmeter pro Stunde und max. 253 Kubikmeter pro Stunde leisten. Gleichzeitig erreicht man mit dieser Lösung ein angenehm leises Laufverhalten, da die Lüfter immer nur so laut drehen, wie dies unbedingt erforderlich ist.

Chieftech AX01, gerundete Airflow Kabel und be quite!-Dämmmatten von Listan
Um eine ungehinderte Belüftung des Gehäuses zu erreichen, wurden gerundete, silberne Airflowkabel eingesetzt. Gerade die Leistungsfähigkeit
des 80 mm-Lüfters, der unmittelbar vor den Festplatten montiert ist, wird durch den Einsatz der Airflowkabel gesteigert.
Der Geräuschpegel des Gesamtsystems lag zu diesem Konfigurationszeitpunkt auf noch erträglichem Niveau, das allerdings auf Dauer (für mich) zu hoch war. Deshalb wurde das Chieftech mit den maßgeschneiderten Dämmmatten „be quiet!“ von Listan bestückt. Die Montage gestaltete sich aufgrund der sehr gut bebilderten Anleitung relativ leicht. Jedoch sollte man sorgfältig beim Anbringen der Matten vorgehen, da ein Ablösen derselben unmöglich ist – wenn die Dinger kleben, dann kleben sie. Einige User werden sicher den Kopf schütteln: Da redet der Autor von guter Belüftung und annehmbaren Innentemperaturen und dann klebt er Dämmmatten in das Gehäuse, die die Temperaturen wieder ansteigen lassen. Recht habt ihr, daher wurde die Seitentür mit einem zusätzlichen temperaturgeregelten Papst-Lüfter bestückt, der zum einen den Gesamtgeräuschpegel nicht ansteigen lässt und zum anderen der Grafikkarte, die den Promise in Slot 1 erdulden muss, die nötige Frischluft zuführt. Unter dem Strich kann man sagen, dass sich der Einsatz sämtlicher Komponenten absolut lohnt, da der Geräuschpegel merklich gesunken, die Innentemperatur jedoch nicht angestiegen ist.
Als Netzteil kam das Enermax 433 Watt der „no more noise“-Serie zum Einsatz, um im Bedarfsfall den äußeren Fan manuell regeln zu
können. Auch an dieser Stelle warne ich ausdrücklich davor, ein unterdimensioniertes Netzteil einzusetzen, vor allem wenn weitere stromhungrige Komponenten wie eine GeForce4 und zahlreiche Festplatten zum Einsatz kommen.
Wenn wir schon bei dem Thema Temperaturentwicklung sind, dann schauen wir uns gleich die Werte der beiden MP2000+ an. Da das Board die interne Diode der CPUs auslesen kann, gingen wir zunächst von einer verlässlichen Messmethode aus. Im Betrieb mussten wir allerdings feststellen, dass die zweite CPU systematisch wärmer wurde, als die erste. Die Differenz betrug manchmal nur 1 bis 2 C°, ein anderes Mal jedoch bis zu 10 C°. Einen Montagefehler können wir vollkommen ausschließen – wie oft habe ich den Kühler demontiert…Außerdem sitzt die zweite CPU im Vergleich zur ersten an einer sehr guten Stelle, da der untere Y.S.-Tech-Lüfter des Gehäuses die erhitzte Luft sofort absaugen kann. Die Schwankungen traten sowohl im Bios als auch unter Verwendung des Tools PC Alert III (Server-Version) auf. Auch wenn sich Windows im IDLE-Mode befand, traten von einer Sekunde auf die andere sprunghafte Temperatursprünge auf. Wir konnten leider nicht klären, ob es sich um tatsächlich existente Änderungen handelt oder lediglich um Auslesefehler. Ein Messen mit externen Fühlern erscheint nicht zielführend, da solch schnelle Sprünge keinesfalls mit dieser Methode aufgespürt werden können. Uns erscheint jedoch ein Messfehler logisch, da während des Torture-Tests als auch im Alltagsbetrieb kein einziger Absturz zu verzeichnen war, vorausgesetzt, die Konfiguration der Erweiterungskarten wurde sorgfältig vorgenommen (siehe oben). Noch ein Wort zu den diversen Monitoring-Tools: Es sollte unbedingt das MSI-eigene Tool PC Alert III in der Server-Version eingesetzt werden, da sämtliche andere Tools die 2,5 V-DDR-Spannung als VCore2 identifizieren!
Eine weitere Merkwürdigkeit viel uns während unseres Test auf. Sobald ein Parameter der DIMM-Settings im Bios manuell verändert wurde, wachte das Mainboard aus dem ansonsten fehlerfrei funktionierenden S3-Modus mit einem Blue-Screen auf. Wurden die Parameter per SPD ausgelesen, traten keinerlei Aufwach-Probleme auf! Dass unsere Module selbst schärfste Timings vertragen, steht außer Frage.
MSI K7D Master-L, Dual Power mit AMD 760MPX Chipsatz - 5/7
15.07.2002 by holger
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Stabilität
Derzeit haben wir wohl den extremsten Lasttest aller Hardware-Sites im Programm und mehr wäre auch kaum sinnvoll. Die Hürden sind hoch, sehen wir doch mal, wie das MSI K7D Master-L benimmt. Die Stabilitätstests wurden mit zwei AMD Athlon MP 2000+ durchgeführt.
Das BIOS
Für ein Dual-Board zeigte sich das Bios überraschend vielfältig. Wie bereits oben erwähnt, lassen sich sämtliche Timing-Paramter der RAMs manipulieren, mit dem Resultat, dass das Board mit einem Blue-Screen aus dem S3-Mode aufwacht. Werden die Werte per SPD ausgelesen, traten keine Probleme auf. Selbst mit schärfsten Timings traten hingegen keinerlei Stabilitätsprobleme auf.
Herausragend für ein Dual-Board ist hingegen die Möglichkeit, dass man selbst die VCore als auch den Multiplikator manuell ändern kann. Dass wir keine großen Overclocker-Freaks sind, dürfte euch mittlerweile klar sein, dies trifft besonders auf eine Dual-Plattform zu. Wer gerne overclocken möchte, der soll es tun, sich aber gleichzeitig nicht über Probleme wundern.
MSI K7D Master-L, Dual Power mit AMD 760MPX Chipsatz - 6/7
15.07.2002 by holger
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Benchmarks
| EPoX 8K3A+ AMD XP1800+ RAM 133 MHz | MSI K7D Master-L 2xMP2000+ | |
| Cinebench 4D XL Raytracing Singel CPU | 20,50 CB | 22,94 CB |
| Cinebench 4D XLRaytracing Dual CPU | - | 37,50 CB (MP-Factor: 1,63) |
| TMPGEnc Single | 25,907 fps | 26,502 fps |
| TMPGEnc Dual | - | 45,045 fps |
| CPUMark 99 | 140 | 140 |
| FPU WinMark 99 | 8280 | 9120 |
| Sandra Dhrystone | 4245 | 9218 |
| Sandra Whetstone | 2122 | 4596 |
| Sandra INT/SSE | 8318 | 18.077 |
| Sandra FPU/SSE | 9731 | 21.207 |
| Sandra Mem/INT | 1994 | 1591 |
| Sandra Mem/FPU | 1872 | 1450 |
| PCMark2002/CPU | 4553 | 4763 |
| Codecreatures Pro | 1171 | 1054 |
| AMD nBench 2 | 2074 | 2054 |
| 3DMark2000 | 10815 | 10272 |
| 3DMark2001SE | 7983 | 7584 |
Der Raytracing Test von Cinebench zeigt für den Dual-Betrieb einen Zuwachs um den Faktor 1,63 - nicht schlecht! Sogar noch besser sieht es bei der Videoberechnung aus. Mit TMPEG wurde ein AVI Video in das Video-CD Format, PAL, 352x288 Pixel und 25 fps gewandelt. Alle Ergebnisse liegen über 25 Video-Frames pro Sekunde und sind somit schneller als Echtzeit! Während bei der Verwendung von nur einer CPU die Echtzeitberechnung nur knapp unterboten wird, zeigt der Dual-Betrieb deutliche Vorteile. Mit 45,045 Video-Frames pro Sekunde nähern wir uns der halben Echtzeit - eine Stunde Film wäre als in etwa 33 Minuten berechnet! Auch die CPU Benchmarks von SiSoft Sandra legen deutlich zu.
Bei PCMark2002 sieht man hingegen kaum Vorteile im Vergleich zur Single CPU Plattform, nur die schnellere CPU wirkt sich hier aus. Zudem ist der Speicherdurchsatz des AMD 760MPX, wie SiSoft Sandra zeigt, nicht besonders hoch. Vor allem aus diesem Grund fällt das MSI K7D Master-L bei den Grafikbenchmarks hinter das EPoX 8K3A+ zurück.
An dieser Stelle sehen wir wieder einmal deutlich den Sinn bzw. Unsinn einer Dual-Plattform: während Video- und Rendering-Fans mit der geeigneten Software sofort Nutzen aus der zweiten CPU ziehen können, erweist sich das Dual System für Spieler und Office Benutzer als unbrauchbar: weniger Performance, mehr Lärm, höherer Stromverbrauch, höhrere Anschaffungskosten!
MSI K7D Master-L, Dual Power mit AMD 760MPX Chipsatz - 7/7
15.07.2002 by holger
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Fazit
Eine Dual-Plattform ist eine feine Sache, derjenige, der einen Haufen Applikationen gleichzeitig laufen lässt, profitiert immer von der Power der
zwei Herzen: Im Task-Manager ist es ohne weiteres möglich, Prozesse an eine bestimmte CPU zu binden, wer echte dualfähige Software einsetzt, braucht sich um Verteilungsaspekte natürlich keine Gedanken machen. Wer jedoch meint, dass alle Anwendungen automatisch von der enormen Rechenpower profitieren, der irrt gewaltig. Derjenige, der seinen Rechner zum Zocken benutzt, sollte die Finger von Dual-Rechnern lassen. Insbesondere der nicht zu
unterschätzende Sachverstand, der benötigt wird, um ein System fehlerfrei aufzubauen, sollte nicht unterschätzt werden. Fragt euch vorher genau, ob es für euch Sinn macht, sich ein solch kostspieliges System anzuschaffen. Diejenigen, die mit einer Dual-Lösung umgehen können und auch die Rechenpower benötigen, werden wohl nie wieder auf eine Single-Plattform umsteigen. Die Materie ist für einen Hardwarefreak wie mich
außerordentlich faszinierend, bedenkt jedoch, dass man einige Zeit mitbringen muss, bis das System zuverlässig läuft. Mit Grauen denke ich daran, dass selbst solche Profihardware mittlerweile leichtfertig zum Overclocking benutzt wird – um sich dann zu wundern, dass der Rechner nicht stabil läuft. Um es ganz eindeutig und unmissverständlich deutlich zu machen: Ihr braucht die nötige Hardware und zwar in allen Belangen. Tut euch einen Gefallen und fangt nicht damit an, XPs zu unlocken! MPs haben ihren Preis, jedoch erscheint aus meiner Sicht kein anderer Weg zielführend, als diese CPUs einzusetzen.
Auf der Support-Site von MSI findet sich unter der Ref.-Nr. 25-0053 folgende Ausführung:
„Seit Februar 2002 verlassen die AMD-Fabrik nur noch Athlon XP und Duron-CPUs mit unterbrochenem Snoop-Bus. Damit erkennt das Board nur noch eine CPU, auch wenn zwei eingesetzt wurden. Somit ist nur noch der Athlon MP für den Dual-Betrieb tauglich.“
Einen Konfigurationsvorschlag haben wir euch weiter oben gemacht, wer also Probleme mit dem MB hat, der sollte sich diesen Punkt anschauen. Wenn ihr mich persönlich fragt, was ich von der beschriebenen Dual-Plattform halte, dann würde ich das System auf jeden Fall empfehlen (mit den oben ausgeführten Einschränkungen auf die Zielgruppe bezogen). Das Board arbeitet nach dem Biosupdate auf die Version 1.3 absolut zuverlässig und stabil, im Testzeitraum konnte ich keine Instabilitäten erkennen. Die bereitgestellte Rechenleistung ist wirklich beeindruckend, gerade wenn man mehrere Programme gleichzeitig laufen lässt. Ob MSI die beschriebenen Monitoring-Problemchen, falls es sich um solche handelt, mit einem Bios-Update in den Griff bekommt, konnten wir trotz intensiver Zusammenarbeit mit dem MSI-Support nicht klären. Uns erscheinen die rapiden Temperatursprünge von bis zu 10 C° innerhalb einer Sekunde nicht den Tatsachen zu entsprechen. Dass die zweite CPU laut Bios und Monitoring-Software systematisch wärmer wird, als die erste, scheint ebenfalls ein Auslesefehler zu sein. Möchte man den S3-Mode nutzen, so dürfen die Speicher-Timings nicht verändert werden, andernfalls erwacht der Rechner mit einem Blue-Screen.
Sieht man von den mehr oder weniger relevanten Problemen ab, handelt es sich bei dem MSI K7D Master-L um eine zuverlässige und überaus leistungsstarke Workstation-Plattform. Denkt man andere Dual-Lösungen der Konkurrenz, so kann man die genannten Ungereimtheiten lediglich als marginal bezeichnen. Verursacht auf anderen Dual-Boards die Wahl der richtigen Komponenten imense Kopfschmerzen, so war die Konfiguration dieser Plattform wirklich ein Kinderspiel (man muss nur die Routing-Tabelle lesen können), selbst mit der auf Dual-Boards kritischen SBLive hatten wir absolut keine Probleme, die Karte lief einwandfrei ohne Störungen oder Aussetzer. Das typische Bewertungsschema wollen wir bei dieser Dual-Plattform nicht anwenden: Zum einen verdient das Board für den richtigen Interessentenkreis meine volle Empfehlung, zum anderen sind die geschilderten Ungereimtheiten für einen reibungslosen Dual-Betrieb einfach irrelevant. Unser erster Dual-Test auf der Basis des Tyan Tiger MP kann überhaupt nicht mit diesem Test verglichen werden, das MSI verhielt sich absolut lammfromm. Die folgende Bewertung kann daher nur mit anderen Dual-Systemen verglichen werden!

Die Bewertung im Überblick:
| MSI K7D Master.L AMD 760MPX (Bios Version 1.3) | |
| Layout (max 5) | 4,0 |
| Ausstattung (max 5) | 4,0 |
| Installation (max 5) | 5,0 |
| Performance (max 25) | 24.5 |
| Stabilität(max 40) | 39.5 |
| Übertakten (max 5) | 3,5 |
| Preis (max 15) | 12,5 |
| Summe (max 100) | 93.0 |
Herzlichen Dank an unsere Partner, durch die dieser Test erst möglich gemacht wurde: AMD Deutschland für die unbürokratische Bereitstellung der beiden AMD Athlon MP 2000+, MSI Deutschland für die Teststellung des MSI K7D Master-L und für den sehr guten Support, Listan für das Chieftech AX01, das Dämmmattenset „be quiet!“, das temperaturgeregelte Y.S.-Tech FD 1281255-2T-Lüfterset und die gerundeten Airflowkabel und last, but not least PC-Cooling für die beiden Corsair PC3000-Speichermodule.
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