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Enermax 550 Watt MR Computertechnik GmbH-Edition - 1/3
25.09.2002 by holger@au-ja.org

Handelte es sich bei unseren bisherigen Netzteiletests um relativ verbreitete Kraftspender, gehen wir diesmal der Frage nach, ob es Sinn macht, ein 550 Watt Kraftwerk in seinen heimischen Rechner zu integrieren. Um die enorme Hitzeentwicklung zu kompensieren, müssen geeignete Kühlmaßnahmen vom Hersteller getroffen werden – ein erhöhter Lärmpegel scheint unausweichlich. Dem steht jedoch die selbstbewusste Aussage unseres Testkandidaten gegenüber, der von sich selbst sagt: „Ich bin leise“. Ob die Mannen von MR Computertechnik mit ihrem modifizierten Serien-Netzteil richtig liegen, soll dieser Test klären.


Wer kennt sie nicht, die viel gerühmten, unübertroffenen und teuren Enermax-Netzteile?! Die potenten Kraftspender scheinen in manchen Kreisen oftmals die einzig richtigen Partner für das heimische, noch potentere Rechenzentrum zu sein. Ein Manko hatten jedoch die meisten Enermax Vertreter: Waren sie im idle-Mode noch relativ leise, so stieg ihre Lärmemission mit steigender Betriebszeit und Lastzunahme. Dem begegnete Enermax relativ erfolgreich mit der „no more noice“-Serie, die über einen manuell justierbaren 80 mm-Fan verfügt. Die Krux an der Geschichte war jedoch, dass mache User das Poti gleich auf Minimum einstellten, obwohl im Inneren des Rechners mehrere Festplatten, eine GeForce4 Ti4600, ein XP 2100+ usw. ihren Dienst verrichteten. Komischerweise gab das sündhaft teure Enermax-Gerätchen, das doch unschlagbar und unübertroffen ist, bald Rauchzeichen von sich, die nach einem Waffenstillstand aussahen. Sei es drum, wer ein „no more noice“-Enermax besitzt, der sollte dem Netzteil nicht gleich den Saft abdrehen und einen vernünftigen Ausgleich zwischen Luftdurchsatz, Temperaturentwicklung (im Netzteil und Gehäuse!) und einem vertretbaren Lärmpegel suchen.


Mit dem modifizierten 550 Watt Testkandidat setzt MR indessen auf autonom regelende Enermax-Version: Das normale, unmodifizierte Gerät wird jedoch nach wenigen Minuten unerträglich laut – sogar in unserer Testumgebung, einem Dual-Athlon-System, wäre der erhöhte Lärmpegel problemlos hörbar (nicht zuletzt deshalb, da auf jeder CPU ein Thermalright SLK 800 mit regelbarem Y.S.-Tech-Lüfter sitzt). In den Regelbereich der beiden Lüfter kann der User bei diesem Modell nicht eingreifen, vielmehr regelt das Netzteil selbständig, in Abhängigkeit der Hitzentwicklung den hinteren 80 mm- sowie den an der Unterseite verbauten 92 mm-Propeller. Doch dazu später mehr, zuvor wollen wir uns einen sinnvollen Gehäuseaufbau mit mindestens zwei Gehäuselüftern überlegen – so wie dies AMD empfiehlt.

In Anlehnung an die AMD-Spezifikationen druckt Enermax im Handbuch nachstehende Grafik ab.


Deutlich erkennbar ist, dass mindestens ein Gehäuselüfter an der Frontseite Frischluft in das Gehäuse hineinbläst und ein Lüfter an der Gehäuserückseite die erhitzte Luft aus dem Gehäuse heraussaugt. Die Enermax Netzteil-Konstruktion unterstützt das thermische Verhalten des Gehäuses, indem ein 92 mm-Lüfter in unmittelbarer Nähe der CPU die heiße Luft absaugt und über den außen liegenden 80 mm-Lüfter des Netzteils ins Freie befördert.

Weiter: 2. Der Testkandidat im Detail

1. Erster Blick
2. Der Testkandidat im Detail
3. Testergebnisse und Fazit

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