www.Au-Ja.de - http://www.au-ja.de/review-revoltec-rhodium-print.phtml
Im Test: Revoltec Rhodium RT-201B - 1/6
15.08.2007 by Jan Philip
Zur HTML-Ansicht
Nachdem wir Anfang Juni das Revoltec Zirconium unter die Lupe genommen haben, wollen wir uns heute dessen großen Bruder anschauen. Neben der kryptischen Bezeichung RT-201 trägt dieser Midi-Tower auch den einprägsameren Namen "Rhodium". Dahinter verbirgt sich eigentlich das 45. Element des Periodensystems, welches etwa zehn Mal wertvoller als Gold ist. Dessen Bezeichnung wiederum stammt von dem griechischen Wort "rhodeos" ab, was übersetzt "rosenrot" bedeutet. Ob man ein Rhodium RT-201 Gehäuse mit Gold aufwiegen muss und ob wir bei unserem Test alles rosenrot sahen, wird sich im Rahmen dieses Artikels klären.
Bei beiden Gehäusen handelt es sich um Midi-Tower, welche in den Farben Silber und Schwarz angeboten werden. Die Farbkennzeichnung wird dem Produktnamen angehängt, wobei ein "B" für black also schwarz steht und ein "S" die silberfarbene Variante kennzeichnet. Bei unserem schwarzen Testmuster handelt es sich folglich um das Modell Rhodium RT-201B.
Rhodium RT-201B und RT-201S auf der CeBIT 2007:
Das obige Foto stammt von der diesjährigen CeBIT, wo wir bereits einen ersten Blick auf die Modellreihen Zirconium und Rhodium werfen konnten.
Technische Daten
Kommen wir zurück zu unserem heutigen Testkandidaten, dem Rhodium RT-201B. Es handelt sich um ein Stahlgehäuse mit einem klassischen Midi-Tower Aufbau:
Vergleicht man das Rhodium mit seinem kleinen Bruder, so fällt zunächst auf, dass es zwar um einiges größer ist, aber dennoch weniger Laufwerksschächte bietet. Bei einer Tiefe von 56,5 cm und einer Höhe von 47,0 cm erwarten wir zumindest sechs 3,5-Zoll Schächte, das Rhodium kommt jedoch nur auf fünf. Schaut man sich das Anschlusspanel auf der Oberseite des Gehäuses an, fällt sogleich der e-SATA Anschluss ins Auge, über den das Zirconium nicht verfügt. Über diese Schnittstelle lassen sich externe SATA-Festplatten anschließen, die im Vergleich zu USB 2.0 einen deutlich höheren Datendurchsatz bei zugleich geringerer CPU-Last erzielen. Zudem stattet Revoltec das Rhodium mit einem 120 mm Frontlüfter aus, dessen blaue LEDs die Vorderseite des Gehäuses beleuchten. Weiterhin kommt beim Rhodium ein etwas dickeres Stahlblech (1,0 statt 0,8 mm) zum Einsatz.
Lieferumfang:
Im Lieferumfang finden sich zwei Lüfter mit 120 mm Durchmesser, die bereits an der Front- und der Rückseite des Gehäuses montiert wurden. Den Frontlüfter hatten wir im Zirconium noch schmerzlich vermisst. Im Gehäuse liegt zudem folgendes Material:
Im Lieferumfang findet sich alles, was zur Montage der Hardware benötigt wird. Wofür die Stecknieten und der Inbusschlüssel gebraucht werden, wird sich im Laufe dieses Testberichts zeigen. Die Bedienungsanleitung ist, wie auch beim Zirconium, leider etwas knapp geraten und in recht holprigem Deutsch verfasst.
Im Test: Revoltec Rhodium RT-201B - 2/6
15.08.2007 by Jan Philip
Zur HTML-Ansicht
Das Äußere
Revoltecs Rhodium RT-201B ist komplett in mattem Schwarz gehalten, es gibt wie gesagt auch eine silberfarbene Modellvariante. Die Front ist mit 235 mm etwas breiter als der Rest des Gehäuses (205 mm). Beim Vergleich der Modelle Rhodium und Zirconium fallen zunächst die unterschiedlichen Fronten auf. Das Rhodium besitzt eine massive Fronttür aus Aluminium vor, in der zentral ein "Leuchtstab" eingelassen wurde, während das Zirconium ohne Tür auskommt.
Die Arretierung der Tür verwirklicht Revoltec mit einen Clip. Zum Öffnen braucht man vergleichsweise viel Kraft, zudem fehlt ein Angriffspunkt, so dass man seine Fingernägel in eine der Kanten einhaken muss. Insgesamt wirkt diese Konstruktion recht robust, praktisch oder fingernagelfreundlich ist sie jedoch nicht.
Hat man die Tür erst einmal zur Seite geklappt, blickt man auf die sechs externen Laufwerksschächte und die Einlassöffnung des vorderen, blau beleuchteten 120mm Lüfters. Revoltec hat diesen Lüfter mit einem Gitter versehen. In der Tür befinden sich vor dem Lüfter vier horizontal verlaufende Schlitze, durch die die blauen LEDs des Lüfters nach außen scheinen.
Auf dem Deckel hat Revoltec - wie beim Zirconium - die Frontanschlüsse gut erreichbar untergebracht und das Firmenlogo eingelassen. Die Form dieses Elementes erinnert sehr an das Logo der Sternenflotte in Star Trek. Sie wird von einem Gitter ergänzt, welches den oberen Rand der Fronttür abschließt und das auch bei geschlossener Tür für einen ausreichenden Luftfluss sorgt.
Ein identisches Gitter bildet auch den unteren Abschluss, dort sehen wir die Füße des Gehäuses, welche an HiFi-Geräte erinnern.
Wer sich das Gehäuse nur flüchtig ansieht, wird ein wichtiges Detail vermissen: Den Einschaltknopf. Doch Revoltec hat diesen keinesfalls eingespart, sondern so sehr ins Design integiert, dass man ihn glatt übersehen kann. Er besteht aus durchsichtigem Kunststoff und greift das Thema der vertikalen Lichtleiste auf, wenn die Fronttür geöffnet wurde. Der Einschaltknopf leuchtet im eingeschalteten Zustand blau und dient somit zugleich als Power-LED.
Das Seitenteil wurde im Vergleich zum Zirconium verändert: Im unteren Bereich des Seitenteils befinden sich zwar immer noch Lüftungsschlitze, diese orientieren sich beim Rhodium allerdings eher horizontal statt vertikal. Kurioserweise hat Revoltec den Fanduct für den CPU-Kühler weggelassen und durch eine kleine Luftöffnung ersetzt. Diese wurde in einen Kunststoffgriff integriert, der das Öffnen der Seitentür erleichtern soll.
Das Seitenteil wurde mit zwei Thumbscrews befestigt und lässt sich daher auch ohne Schraubenzieher entfernen.
Im Test: Revoltec Rhodium RT-201B - 3/6
15.08.2007 by Jan Philip
Zur HTML-Ansicht
Im Inneren
Beim Innenaufbau ähnelt das Rhodium dem Zirkonium in den wesentlichen Punkten. Auch bei dem hochwertigeren Gehäuse geht Revoltec keine Experimente ein und setzt stattdessen auf eine klassische Anordnung der Komponenten: Das Mainboard wird mit der CPU nach oben und den Steckkarten nach unten eingebaut, das Netzteil befindet sich oberhalb des Prozessors, so dass der Lüfter im Netzteilboden die Abwärme aus dem Umfeld der CPU abfόhren kann.
Unterstützt wird das Netzteil hierbei von einem 120 mm Lüfter aus Revoltecs hauseigener "Air Guard" Baureihe, der sich unterhalb des Netzteils in einer Halterung aus Kunststoff befindet. Für die Befestigung dieses Lüfters werden die so genannten Senknieten benötigt.
Im vorderen Bereich des Gehäuses hat Revoltec einige Veränderungen vorgenommen: So wurde der beim Zirconium um 90° gedrehte 3,5-Zoll Einschub in einen externen 3,5-Zoll Schacht umgebaut. Außerdem wurde der vordere Lüftersteckplatz wie bereits beschrieben - vom Hersteller mit einem 120 mm Lüfter der Revoltec "Dark Blue" Baureihe bestückt.
Die beiden Lüfter rotieren mit je 1200 U/min und erzeugen dabei einen Schallpegel von 22,5 (Dark Blue) bzw. 23,94 dB(A) (Air Guard). Den Luftdurchsatz spezifiziert Revoltec mit 83,6 m3 (Dark Blue) bzw. 87,62 m3 (Air Guard). Während des Tests empfanden wir den Schalldruck etwas lauter als angegeben.
Dabei ist zu beachten, dass die Lüfter im eingebauten Zustand gegen einen Widerstand arbeiten müssen und die Lautstärke durch zusätzliche Luftverwirbelungen ansteigt. Die Herstellerangaben beziehen sich jedoch auf frei drehende Lüfter ohne jeglichen Widerstand.
Im Test: Revoltec Rhodium RT-201B - 4/6
15.08.2007 by Jan Philip
Zur HTML-Ansicht
Der Einbau der optischen Laufwerke
Beim Einbau der Hardware geht man im Wesentlichen wie beim Zirconium vor: Um die 5,25-Zoll Laufwerke in die Schächte schieben zu können, muss man zunächst die Gehäusefront entfernen. Während die Front beim Zirconium von Kunststoffnippeln gehalten wird, verwendet Revoltec beim Rhodium einige Inbusschrauben, welche dezent in die Front eingelassen sind.
Im Inneren finden sich zwar auch Plastiknippel, doch diese dienen hier mehr als Führung als zur Befestigung, so dass man die Front nach dem Entfernen der Inbusschrauben mit ein wenig Gefühl einfach abziehen kann. Nun mangelt es uns entweder an Gefühlt oder der Kunststoff, welchen Revoltec an dieser Stelle verwendet, ist nicht allzu hochwertig, denn einer der Nippel brach bei dieser Aktion ohne die Einwirkung nenneswerter Kräfte ab.
Wir nehmen nun zwei graue Laufwerksschienen aus der praktischen "Schublade", welche nach dem Einbau in einem unbenutzten 3,5-Zoll Schacht verstaut werden kann, und stecken diese auf unser DVD-Laufwerk. Dieses führen wir nun in einen der vier 5,25-Zoll Schächte ein, danach wird die Gehäusefront wieder verschraubt.
Im Gegensatz zum Zirconium lässt sich der Festplattenkäfig beim Rhodium nicht ausbauen.
Das ist jedoch nicht weiter schlimm, da die Festplatten ebenfalls mit Hilfe eines Schienensystems montiert werden und man diese nicht verschrauben muss.
Im Test: Revoltec Rhodium RT-201B - 5/6
15.08.2007 by Jan Philip
Zur HTML-Ansicht
Einbau von Mainboard und Steckkarten
Eine Folge des fest verbauten Festplattenkäfigs ist allerdings, dass man den Frontlüfter nun nur von vorne erreichen kann. Durch das Lösen einer Thumbscrew lässt sich dessen Halterung entfernen und man kann sofern man möchte den Lüfter austauschen. Den erfreulicherweise von Revoltec eingebauten Staubfilter kann man entfernen, ohne zuvor den Lüfterkäfig lösen zu müssen. Wie üblich kann man den ausgebauten Filter mit klarem Wasser ausspülen.
Beim Mainboard und den Steckkarten ist die Vorgehensweise wieder identisch zum Zirconium: Nachdem man einige Gewindeverlängerungen in die nummerierten Löcher geschraubt hat, legt man die Hauptplatine auf und arretiert diese wiederum mit Schrauben. Die Steckkarten lassen sich mit schraubenlosen Halterungen fixieren. Soll eine Grafikkarte verbaut werden, welche zwei Slotbleche besitzt, muss man das Klemmensystem allerdings entfernen und wieder zu den gewohnten Schrauben greifen.
Nach der abschließenden Verkabelung gelangt man zu dem folgenden Ergebnis:
Das Schließen des Seitenteils erweist sich nun als kleine Geduldsprobe: Normalerweise hat dieses Blechteil die gleiche Höhe wie das Gehäuse, doch das ist hier leider nicht der Fall. Ober- und Unterkante des Gehäuses ragen etwas hervor, so dass man zum Schließen auch die Ober- und Unterkante des Seitenteils exakt anpassen muss, sonst passt es nicht hinein. In vertikaler Position erschwert die Schwerkraft im wahrsten Sinne des Wortes dieses Vorhaben. Nur wenn das Gehäuse auf die Seite gelegt wird, lässt sich das Seitenteil problemlos schließen. Das hätte man besser umsetzen können.
Zum Abschluss noch zwei Impressionen der Lichteffekte bei geschlossener und offener Front.
Im Test: Revoltec Rhodium RT-201B - 6/6
15.08.2007 by Jan Philip
Zur HTML-Ansicht
Fazit
Mit dem Rhodium setzt Revoltec in Sachen Design noch einmal etwas auf das Zirconium drauf. Die neue Aluminiumfront verpasst ihm ein edles und schickes Aussehen. Auch die Beleuchtungseffekte wurden überarbeitet und integrieren sich harmonisch in die Gehäusefront. Löblich ist auch der zweite 120 mm Lüfter sowie die gute Erreichbarkeit des Staubfilters.
Etwas schade finden wir allerdings, dass Revoltec im Innenraum kaum etwas verbessert hat. 7,5 cm mehr Tiefe ermöglichen zwar den Einbau von Workstation Mainboards, doch angesichts der um 3,9 cm gewachsenen Höhe hatten wir auch auf weitere Laufwerksschächte gehofft. Zu bemängeln ist auch der etwas umständliche Schließmechanismus des Seitenteils und die schwergängige Fronttür.
Das Rhodium empfiehlt sich für Leser, die vor allem viel Wert auf das Äußere legen und eine überschaubare Anzahl an Laufwerken verbauen wollen. Im Inneren erweist sich das Gehäuse als konservativ und innovationsarm, es ist zwar ein solides Produkt mit weitgehend guter Verarbeitung, doch für einen Ladenpreis von 109,90 € erwarten wir von einem Stahlgehäuse etwas mehr.
Pro:
|
Contra:
|
Unser Dank gilt Listan für die Teststellung des Revoltec Rhodium RT-201B.
www.Au-Ja.de - http://www.au-ja.de/review-revoltec-rhodium-print.phtml