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Sun Solaris 10 - Ein erster Blick auf das Wunder-Unix - 4/5
23.03.2005 by doelf
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Grafisch problematisch
Solaris schlägt uns einen GeForce4 Ti4800-Treiber für die Grafikkarte vor, das ist richtig, denn wir setzten eine Albatron GeForce4 Ti4800-V Medusa im Testsystem ein. Unseren Monitor, ein Hitachi CM611ET mit 17-Zoll, erkennt Solaris jedoch nicht. Eine Auflösung von 1024x768 Bildpunkten bei 256 Farben und 75 Hertz Bildwiederholrate finden wir ein wenig mager. Während sich die Tastatur problemlos auf "Deutsch" umstellen läßt, können wir uns beim Monitor lediglich eine bessere Farbtiefe verschaffen. Die anderen Änderungen unserer Auswahl werden ignoriert. Wir setzen die Installation fort, die sich dank hilfreicher Erkärungen recht einfach gestaltet. Die Festplatte können wir automatisch partitionieren, die Softwarepakete selber auswählen.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Nachdem wir auch die Software der Companion-CD (ein zusätzlicher 431 MByte umfassender Download) aufgespielt haben, kommt der spannende Moment: Solaris 10 bootet und das Desktop landet in der VGA-Auflösung! Während die Auflösung während der Installation zumindest die versprochenen 1024x768 Bildpunkte bei 75 Hertz gehalten hatte, flackern uns nun 640x480 Bildpunkte mit 60 Hertz entgegen.


Fotostrecke mit weiteren und größeren Fotos...

Die Auflösung umstellen
Nun gut, dann stellen wir schnell die Auflösung um. Was unter Windows ein Kinderspiel ist, bereitet unter Solaris zunächst Kopfzerbrechen. Mit einem Klick der rechten Maustaste auf das Desktop erhalten wir zwar den Menupunkt "Desktop Auflösung ändern", doch dieser bietet uns nur "640x480" sowie "60 Hertz" an. Nun gut, obwohl uns Solaris 10 während der Installation nach unserer Wunschauflösung gefragt hat, fehlt die Datei "xorg.conf" und wir müssen diese neu erstellen. Hierzu klicken wir wieder mit der rechten Maustaste auf das Desktop und wählen "Terminal öffnen". Dort tippen wir folgendes ein (Groß-/Kleinschreibung beachten!):

/usr/X11/bin/xorgconfig
Nun startet die X11-Konfiguration und wir müssen wieder einmal Details zu unserer Maus (PS/2, angeschlossen am Default-Port), Tastatur (105-Tasten, Deutsches Layout), der Grafikkarte (NVIDIA GeForce, 128 MB) sowie dem Monitor (unterstütze Auflösungen, maximale vertikale und horizontale Frequenzen) angeben. es empfiehlt sich, zumindest das Handbuch des Monitors bereit zu halten. Wir starten Solaris neu und nach dem Login dreht zunächst Gnome völlig ab: Wilde Fehlermeldungen und ein leeres Desktop zeugen davon, daß irgendwo etwas ganz schief gegangen ist. Per Reset wagen wir einen zweiten Anlauf und nun läuft alles einwandfrei. Warum nicht gleich so? Wir haben nun alle gewüschten Auflösungen zur Auswahl und arbeiten flimmerfrei mit 1152x864 Bildpunkten bei 75 Hertz!

Weitere Hardware
Weiterhin im System: Eine 3Com 3C905B-TX 10/100 MBit Netzwerkkarte sowie eine Z-Cyber Nightingale Pro6 Soundkarte mit dem 6-Kanal-Chip C-Media 8738. Die Netzwerkkarte wurde sofort erkannt und funktionierte fehlerfrei. Die Soundkarte wurde zwar als Audio-Device erkannt - bei einer Soundblaster 128 gelang nicht einmal das - aber sie gab keinen "Piep" von sich. Auch der Wechsel auf die Hercules Game Theater XP brachte uns bei den mitgelieferten Treibern nicht weiter. Allerdings soll das Treiberpaket von opensound.com für Abhilfe sorgen. Also haben wir das Paket für Solaris 10 herunter geladen und installiert. Nach dem Download ins "tmp"-Verzeichnis wird ausgepackt:

uncompress oss*.tar.Z
tar xvf oss*.tar
Und nun die Installation starten:
chmod +x oss-install
./oss-install
Die grafische Installationsroutine sollte die Karte nun finden und uns zu einer Audioausgabe verhelfen. Unter "/usr/lib/oss/bin" finden sich die Scripte "soundon" und "soundoff", mit denen man die Audio-Unterstützung bei Bedarf an- und ausschalten kann. In unserem Falle hat das tadellos funktioniert.


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Angesichts dessen, daß Solaris 10 primär ein Serverbetriebssystem ist, kann man den Bastelaufwand für die Soundunterstützung verschmerzen. Das Opensound-Paket ist schließlich noch immer in der Beta-Phase und nicht für Produktionsumgebungen empfohlen. Schmerzlich vermissen wird der Arbeitsplatz-Benutzer auch die Unterstützung für USB-Laufwerke und Wireless-LAN. Wir denken, daß Sun die Installtion noch etwas verfeinern sollte und für das Workstationpaket eine bessere Unterstützung typischer Arbeitsplatzhardware einbinden sollte.

Weiter: 5. Software

1. Was ist Solaris 10?
2. Ein paar Solaris 10 Details
3. Installation von CD oder DVD?
4. Hardware-Hürden
5. Software

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