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Im Test: Spire SPA04B4 WhisperRock IV vs. Thermalrigh SLK600 - 1/5
27.08.2003 by doelf
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Die Auswahl an CPU-Kühlern für den Sockel A ist groß, doch genauso groß ist die Preisspanne. So finden wir im HiQ-Shop Modelle zwischen 17.50 Euro (Arctic Cooling Copper Silent II) und 68.00 Euro (Thermalright SLK800 + Enermax 80mm regelbar), wobei fast alle Kühler - zumindest laut Hersteller - für den AMD Athlon XP 3200+ geeignet sind. Da stellt sich die Frage, warum man für den Kühler fast mehr Geld als für die CPU ausgeben sollte (z.B. AMD Athlon XP 2000+ für 62.00 Euro).

Abgesehen vom verwendeten Material und der Verarbeitung entscheidet auch der Name und Ruf des Herstellers über den Preis. Während sich jeder eine vernünftige Kühlung leisten kann, muß man für die wenigen Grad, die Spitzenmodelle besser kühlen können, sehr tief in die Tasche greifen. Wer seine CPU nicht massiv übertaktet, wird beim Einsatz eines Vollkupferkühlers von Thermalright oder Zalman sicherlich zuviel bezahlen. Aus diesem Grund haben wir uns mit dem Spire SPA04B4 WhisperRock IV einen preiswerten CPU-Kühler angesehen (17.90 Euro), der eine befriedigende Kühlleistung bei niedriger Geräschentwicklung verspricht. Eine Art Volks-Kühler? Wir werden sehen!

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Der Kühlkörper
Spire setzt beim SPA04B4 WhisperRock IV einen großen Kühlkörper aus Aluminium ein, in dessen Boden eine runde Kupferscheibe sehr sauber eingelassen wurde. AMD schreibt für viele aktuelle CPU-Modelle Kupfer als Kontaktmaterial zwischen Kühlkörper und CPU-Kern vor, da Kupfer eine ausreichend hohe Wärmeleitfähigkeit bietet. Alternativ wäre auch Silber als Kontaktmaterial möglich, dies ist jedoch deutlich teurer und weicher als Kupfer, so daß der CPU-Kern einen sehr deutlichen Abdruck hinterlassen würde und der mehrmalige Einsatz solcher Kühler unter Umständen problematisch wird. Aluminium führt die Wärme schlechter ab als Kupfer oder Silber, ist im Vergleich jedoch sehr preiswert und leicht. Viele Vollkupferkühler wiegen mehr als 500 Gramm und müssen auf dem Mainboard verschraubt werden, was nicht auf jeder Platine möglich ist. Für schwere Kühler mit Halteklammer wird für den Transport zur LAN-Party die Demontage des Kühlers empfohlen - in Anbetracht der empfindlichen AMD-Cores sicherlich kein Vergnügen! Eine Hybridkonstruktion aus Kupfer und Aluminium, wie Spire sie beim WhisperRock IV einsetzt, erscheint also sinnvoll.

Allerdings gibt es auch bei den Hybridkonstruktionen verschiedene Ansätze. Eine sehr billige Methode, den Aluminiumkühlkörper mit einer Kupferplatte zu versehen, besteht darin, diese anzukleben bzw. anzuschrauben (z.B. Thermaltake TR2-M1 oder Arctic Cooling Copper Silent II ). Zur Wärmeübertragung zwischen den beiden Materialien wird dann Wärmeleitkleber oder -paste eingesetzt, ein sehr fragwürdiges Vorgehen, denn die Pasten transportieren Wärme deutlich schlechter als Aluminium und Kupfer ab. Die Hitze wird also vom CPU-Core in die Kupferplatte übertragen, staut sich dort vor der Wärmeleitpaste und zieht erst nach und nach ins Aluminium weiter. Läßt man die Kupferplatte weg, erreicht man oft sogar eine bessere Kühlleistung. Spire geht einen etwas aufwendigeren Weg und läßt die runde Kupferplatte nahtlos in das Aluminium ein - es besteht also direkter Kontakt zwischen den beiden Materialien und die Kühlleistung sollte damit respektabel sein. Trotz seines voluminösen Kühlkörpers (80×80×44 mm LxBxH) mit 24 Rippen wiegt der Spire SPA04B4 WhisperRock IV gerade einmal 400 Gramm.

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Der Lüfter
Der von Spire gewählte Lüfter ist kugelgelagert und wird mit einer beachtlichen Lebensdauer von 50.000 Betriebsstunden spezifiziert. Die konstante Drehzahl liegt bei 2300 U/Min, dabei wird ein Luftdurchsatz von 28.0 m3/h erreicht. Was die Lautstärke des Lüfters betrifft, so gibt Spire 21.0 dBA an. Dieser Wert erscheint realistisch, denn im Betrieb ist der WhisperRock IV wirklich ein Flüsterer. Der Kühler eignet sich somit auch für Silent-PCs.

Spire hat das Stromkabel des Lüfters ummantelt, wodruch es nicht nur geschützt sondern auch besser zu verlegen ist. Und auch rein optisch kann sich der 80 mm Lüfter sehen lassen: Die Kombination aus silbernem Kühlkörper und transparent-blauem Lüfter wirkt elegant, ein silbernes Lüftergitter schützt zudem die Finger. Blinkende LEDs gibt es glücklicherweise keine! Einziger Kritikpunkt: Spire hat die Schrauben des Lüfters einfach zwischen die Rippen des Kühlkörpers gedreht. Dies hält und funktioniert, ist jedoch keine wirklich elegante Lösung. Weiterhin müssen wir im Zusammenhang mit den Lüftern das Tyan Tiger MP kritisieren: Drehzahlen unter 3000 U/Min werden nicht mehr erkannt!

Die Halteklammer
Erfreulich finden wir Spires Entscheidung, eine 3-Punkt-Halteklammer einzusetzen. Auch wenn die mittlere Haltenase eines Mainboards bereits stark beschädigt ist, sorgt diese Befestigungsmethode für einen sicheren Halt. Auf beiden Seiten der Halteklammer gibt es eine Ausbuchtung für Schraubenzieher, wodurch sich der Spire SPA04B4 WhisperRock IV einfach und sicher montieren läßt.

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Die Wärmeleitpaste
Spire bringt die weiße Wärmeleitpaste, die an Sil-Mores Silicone Compound erinnert, auf der Unterseite des Kühlkörpers an - sie muß also nicht mehr aufgetragen werden, kann aber - falls man z.B. Silberpaste einsetzen möchte - leicht abgewischt werden. Wir haben den Kühler mit der aufgebrachten Wärmeleitpaste getestet und bei den Vergleichskühlern Sil-More verwendet.

Das Setup
Als Testplattform setzen wir unser Tyan Tiger MP Mainboard (BIOS 1.05) mit zwei AMD Athlon MP 1500+ CPUs ein. Diese CPU mit Palomino-Core erreicht eine Maximum Thermal Power von 60.0 Watt, was mit einem XP 2000+ mit T-bred-Core (60.3 Watt) vergleichbar ist. Zum Vergleich werden zwei Thermalrigh SLK600 sowie zwei Alpha PAL6035 herangezogen, die mit je einem Y.S.Tech NFD1260255B-2A (12 V, 1.44 W) betrieben werden. Gemessen wird die Temperatur mit Tyans SysMon v2.12 (die Version 2.13 erkannte unser Mainboard nicht) jeweils nach 20 Minuten IDLE- und 20 Minuten Volllast-Betrieb. Im System liefen zudem drei 80 mm Gehäuselüfter von Enermax, jeweils auf die Minimaldrehzahl heruntergeregelt.

Die Leistung

 Spire Whisperrock IVThermalrigh SLK600Alpha PAL6035
CPU #1, IDLE43°45°47°
CPU #1, LAST48°50°54°
CPU #2, IDLE45°44°49°
CPU #2, LAST51°49°55°
Raum31°31°30°
LAST #1 - Raum17°19°24°
LAST #2 - Raum20°18°25°

Betrachtet man die Ergebnisse, so fällt auf, daß einmal CPU #1, dann wieder CPU #2 wärmer wird. Dies liegt an der jeweiligen Kühlerkonstruktion und den daraus resultierenden Luftströmen auf dem engen Dual-Mainboard. Während der Thermalright SLK600 etwa die gleiche Leistung erreicht, wie der Spire Whisperrock IV, fällt der Alpha PAL6035 etwas zurück. Wir haben den Test unter Extrembedingungen bei 30° Raumtemperatur durchgeführt, dafür sind die Ergebnisse mehr als ordentlich. Auch wenn sich der Spire SPA04B4 WhisperRock IV nicht gerade für Overclocker empfiehlt, so handelt es sich doch um einen leistungsfähigen und leisen Kühler zu einem echten Kampfpreis. Etwas enttäuschend fanden wir die Performance des Thermalrigh SLK600, von einem Vollkupferkühler hätten wir ein wenig mehr erwartet. Allerdings limitiert der 60 mm Lüfter die Leistungfähigkeit auf dem engen Dual-System doch merklich. Spire gibt den WhisperRock IV bis zum AMD Athlon XP 3200+ frei, wir haben einen XP 1700+ zusammen mit dem Kühler auf 2200 MHz betreiben können (1.70 VCore), somit scheint diese Freigabe gerechtfertigt zu sein. Viel Spielraum nach oben gibt es allerdings nicht!

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Im Test: Spire SPA04B4 WhisperRock IV vs. Thermalrigh SLK600 - 5/5
27.08.2003 by doelf
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Fazit
Der Spire SPA04B4 WhisperRock IV ist gut verarbeitet, sauber konstruiert und läßt sich einfach und sicher montieren. Der Lüfter ist sehr leise und die Kühlleistung gut, selbst für einen AMD Athlon XP 3000+ und 3200+ sollte sie ausreichen, zumindest wenn zusätzlich Gehäuselüfter zum Einsatz kommen. Bleibt der Preis: Mit 17,90 Euro ist der Kühler ganz klar ein Preis-Tipp! Somit ersetzt der Spire SPA04B4 WhisperRock IV nun den Thermalrigh SLK600 in unserem Dual-System, das nun bei gleichen Temperaturen deutlich leiser arbeitet.

Der Spire SPA04B4 WhisperRock IV ist für 17,90 Euro bei HiQ Computer erhältlich!

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