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Review: TYAN Tachyon G9600Pro - 1/6
03.08.2003 by holger
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Wer es immer noch nicht weiß: Tyan, der Hersteller hochwertiger Dual- und Single-Mainboards, baut auch Grafikkarten – mit ATI-Cores bestückt. Der Grund dürfte schnell auszumachen sein, denn die Margen im Mainboardsegment sind nicht allzu ergiebig, da verspricht das Grafikkartengeschäft ein entsprechendes Zubrot zu sichern. Doch Tyan wäre nicht Tyan, wenn man nicht die exzellenten Monitoringfähigkeiten der Serverboards auf den Radeons verbauen würde. Gegenüber anderen ATI-Derivaten verspricht Tyan mit einem eigenen Platinendesign und zusätzlichen Überwachungsfunktionen einen signifikanten Mehrwert für den User zu schaffen.

Vergleichen wir einmal die aktuellen Modelle der ATi Radeon-Familie:

Chip GPU Takt Speicher Takt Speicher-
bandbreite
Speicher-
interface
Rendering
Pipelines
Vertex-
Shader
AGP DirectX
Radeon 9800Pro 380 MHz 340 MHz 21.8 GB/s 256 Bit 8 4 8x 9
Radeon 9700Pro 325 MHz 310 MHz 19.8 GB/s 256 Bit 8 4 8x 9
Radeon 9600Pro 400 MHz 300 MHz 9.6 GB/s 128 Bit 4 2 8x 9
Radeon 9500Pro 275 MHz 270 MHz 8.64 GB/s 128 Bit 8 4 8x 9
Radeon 9500 275 MHz 270 MHz 8.64 GB/s 128 Bit 4 4 8x 9

Der Takt des Grafikcores liegt bei der 9600 Pro 20 MHz über 9800 Pro-Niveau, der Speichertakt fällt um 40 MHz niedriger aus. Der RV350, der auf der Tyan schlägt, wird im Gegensatz zum RV300 (9500/Pro) oder R350 (9800 Pro) in 130 nm gefertigt. Betrachten wir zunächst die max. theoretische Speicherbandbreite der 9600 Pro:

Speicherbandbreite: 128-bits / 8 bits/byte * 300 Mhz * 2 (2 transfers/clock) = 9.6 GB/sec

Aufgrund des 128-bit-Speicherbusses verringert sich die mögliche Speicherbandbreite im Vergleich zur 9700/9800 Pro bereits um 50 %. Infolge des höheren Taktniveaus von 30 MHz gegenüber der 9500/Pro wird die resultierende Speicherbandbreite um beinahe 1 GB/s übertroffen. Doch gerade die Kastration der Rendering-Pipelines auf nur noch 4 Einheiten beraubt die 9600/Pro um wichtiges Performance-Potential. Auf dem Blatt Papier entspricht die 9600Pro demnach einer Radeon 9500 - doch weit gefehlt: Die Radeon 9600Pro wird zusätzlich um zwei Vertex-Shader-Einheiten kastriert, Auswirkungen sind jedoch lediglich in besonders Vertex-Shader-intensiven Applikationen zu befürchten.

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Review: TYAN Tachyon G9600Pro - 2/6
03.08.2003 by holger
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Lieferumfang und Ausstattung

Tyan legt alle Kabel sowie einen DVI-VGA Adapter bei, auf Spiele wird jedoch verzichtet. Dafür findet sich ein Software DVD-Player in der Vollversion in der Verpackung. Auch wenn andere hier mehr bieten, alles, was man wirklich braucht, liegt bei, und der Lieferumfang ist somit als "Gut" zu bewerten.

Tachyon Graphics Monitor
Wie bereits oben angedeutet, integriert Tyan eine vergleichsweise komplexe Monitoring-Ausstattung auf der Radeon 9600Pro.

Insgesamt lassen sich neun Bereiche Monitoren: VPU-Speed, Memory-Speed, Fan-Speed, Memory Core Voltage, Memory I/O Voltage, Memory Temperature 1, Memory Temperature 2, VPU Core Voltage 1, VPU Temperature.

Ob es sich bei der VPU Temperature tatsächlich um die Kerntemperatur des Radeon 9600Pro handelt, können wir nicht mit Sicherheit sagen, da sich ATIs-Dokumentationen zu diesem Thema ausschweigen. Fest steht, dass keine Temperaturfühler verbaut wurden, Heißleiter in Steckkopfformat waren ebenfalls nicht auszumachen.

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Review: TYAN Tachyon G9600Pro - 3/6
03.08.2003 by holger
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Um das Betriebsverhalten der Karte zu untersuchen, haben wir uns die Mühe gemacht und sämtliche Parameter mit ihren entsprechenden Messergebnissen festgehalten:

Über den Graphics Monitor wurden sogar Übertaktungsfunktionen für den Grafik-Core sowie für den Speicher implementiert, per Default hat Tyan die von ATI vorgesehenen Standardwerte umgesetzt. Die Umdrehungsgeschwindigkeit kann nicht nur überwacht, sondern auch durch einen Schieberegler beeinflusst werden, als Untergrenze hat Tyan >3000 Umdrehungen/min vorgesehen. Selbst wenn der Lüfter auf die einstellbare Untergrenze von 3480 Um/min. heruntergeregelt wurde, leistete die Lüfter-/Kühlerkonstruktion hervorragende Dienste, sodass sich die GPU im Vergleich zur maximalen (Default) Drehzahl gerade einmal um 3°C mehr erwärmte. Insbesondere in Minimum-Einstellung ist der Lüfter kaum noch wahrnehmbar, in einem geschlossenen Gehäuse ist von der Karte nichts mehr zu hören. Wird die Default-Drehzahl eingestellt, wird der Lüfter zum nervigen Radaubruder. Der Silent-Freak darf seine Karte demnach herunterregeln, der Overclocker muss eben mehr Lärm aushalten. Über evtl. Schäden an der GPU braucht man sich indessen keine Gedanken machen, sollte die GPU-Überhitzen, weist ein nerviger Alarmton – Tyan hat sogar einen Beeper verbaut – auf die Problemquelle hin! Der erste angegebene Wert stellt den beim Praxistest ermittelten Messwert dar, die Angaben in den Klammern den möglichen bzw. zulässigen Funktionsbereich.

VPU Temp.: Die GPU-Temperatur stieg selbst unter Last nicht höher als 45°C, im 2D-Betrieb erreichte die GPU Werte um 33°C.

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Review: TYAN Tachyon G9600Pro - 4/6
03.08.2003 by holger
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Das Layout
Laut der Werbebotschaft eines Automobilherstellers soll „Blau“ bekanntlich glücklich machen. Im Falle der Tyan trifft die Aussage jedenfalls voll und ganz zu! Das PCB hebt sich gegenüber anderen Herstellern wohltuend ab und verwöhnt das Auge des Betrachters.

Auch die wuchtige, beidseitig montierte Kühlerkonstruktion, die zudem als Speicherkühler fungiert, weiß zu gefallen. Tyan verwendet zur besseren Hitzeabfuhr relativ dickes Thermal-Compound-Material statt Wärmeleitpaste. Als Speicherhersteller tritt Hynix in Erscheinung, die den BGA-Speicher HY5DU283222F mit 3.6 ns zuliefern. Laut angegebenem Dokument ist dieser BGA-Speicher jedoch lediglich bis 275 MHz bei 2.5 Volt spezifiziert. Laut Tachyon-Tool wurde der Speicher hingegen mit 2.8 V betrieben, als mögliche Monitoring-Bandbreite wird immerhin 2.6-3.0 V angegeben – wobei wir nicht sicher sein können, ob die Monitoring-Funktion auf die Nachkommastelle genau ist. Eigentlich müsste Tyan Speicherchips mit 3.3 ns einsetzen, um die Spezifikationen zu erfüllen. Probleme traten während des Tests jedenfalls nicht auf, sodass wir davon ausgehen, dass sich Tyan ob des Einsatzes der 3.6 ns offensichtlich ausreichend Gedanken gemacht hat. Speicheroverclockingversuche brachten hingegen eine geringe Steigerung von 6 MHz/12 MHz DDR zu Tage, wohingegen die GPU 115 MHz mehr vertrug.

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Review: TYAN Tachyon G9600Pro - 5/6
03.08.2003 by holger
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Insbesondere die Verarbeitungsqualität der Karte ist auf einem derart beeindruckenden Niveau, dass wir uns zu der Aussage hinreißen lassen, noch keine so sauber gefertigte ATI-basierende (!) Karte inden Händen gehabt zu haben.

Wer den zusätzlichen Floppy-Stromanschluss bei den Radeon9500/9700/9800/Pro nicht gemocht hat, der kann bei den Radeon9600/Pro aufatmen, infolge der Strukturverkleinerung der GPU konnte der Stromhunger wohl soweit gesenkt werden, sodass dieser über den AGP-Port befriedigt werden kann.

Unsere Tyan 9600Pro war mit einem DVI-, S-VHS- sowie einem Sub-D-Anschluss bestückt; wer zwei digitale Anschlüsse benötigt, der sollte zur Dual-DVI-Variante greifen.

Die Bildqualität fällt auf allen drei Anschlüssen sehr gut aus und kann sogar die Ausgabequalität der HIS Radeon 9700Pro distanzieren. Freilich sind die Unterschiede nicht allzu groß, insbesondere bei der Verwendung des Sub-D-Anschlusses an unserem 19“-TFT fielen uns die Unterschiede in Form von besserer Konturenschärfe und einer nicht vorhandenen Schattenbildung auf.

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Review: TYAN Tachyon G9600Pro - 6/6
03.08.2003 by holger
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Benchmarks
Wie sich die Tyan Tachyon 9600Pro im Vergleich zu 27 weiteren Grafikkarten schlägt, könnt ihr in unserem großen Benchmarkvergleich nachlesen!

Fazit und Empfehlung
Bis auf die relativ geringen Speicher-Overclockingresultate, die jedoch für jedes individuelle Testmuster isoliert ermittelt werden müssen, weiß die Karte zu gefallen. Dass der relativ konservative Server-/Workstationboard-Hersteller Tyan plötzlich zum Hardcore-Overclocker aufsteigt, wird wohl kaum jemand erwartet haben.Tyan hat mit dieser wunderschönen Karte aufgrund der Monitoring- sowie Überwachungsfunktionen und der hervorragenden Signalqualität nicht den Hardcore-Gamer im Visier – die greifen zur 9700/9800Pro -, sondern den anspruchsvollen Spieler, der mehr auf Komfortfunktionen und ein sehr leises, einstellbares Betriebsverhalten Wert legt. Zudem zeigt Tyan mit der Dual-DVI-Version erneut professionelle Ansprüche, die kein Hersteller im Midrange-Bereich befriedigen kann! Alleine die Herstellerempfehlung von 205 Euro erscheint in Anbetracht der rund 50 Euro günstigeren Konkurrenz, die jedoch die umfangreichen Überwachungsfunktionen sowie die hervorragende Darstellungsqualität vermissen lassen, ein bisschen zu hochgegriffen.

Fürdie Bereitstellung des Testmusters bedanken wir uns bei der consus solutions GmbH recht herzlich!

consus solutions GmbH

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