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VIA EPIA M9000: Grundlage für energiesparende PC-Zwerge - 4/6
24.01.2003 by doelf
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Praxistest:
In der Praxis erwies sich das M9000 als sehr stabil und problemlos. Es gab keinen einzigen Absturz, USB 2.0 und Firewire funktionierten auf Anhieb und unser DDR433 Speicherriegel von GeIL lief mit den schärfsten Timings auf 266 MHz. Der VGA Anschluß liefert bei 1024x768 Pixeln ein brauchbares Bild, darüber wird die Anzeige schnell matschig. Das könnte deutlich besser sein! Dafür entschädigt der gute TV-Ausgang, der sowohl über Cinch sowie S-Video ein gutes Bild zauberte. Allerdings müssen zugleich ein Monitor und ein Fernseher angeschlossen sein, um den Grafiktreiber auf TV-Wiedergabe einzustellen. Ist nur ein TV-Gerät angeschlossen, so sieht man zwar den Bootbildschirm, sobald Windows den Grafiktreiber initialisiert, wird der Fernseher schwarz. Nachdem wir einmal den Treiber auf den TV-Betrieb umgestellt hatten, konnten wir den Monitor wieder abklemmen und alles lief wunderbar. Nicht nur Windows kommt prima mit der VIA EPIA Plattform zurecht, auch Mandrake Linux 9 hatte an der Plattform nichts auszusetzen und auch FreeBSD soll funktionieren, was ich allerdings nicht geprüft habe.

Beim Abspielen von DVDs leistete sich unser Mini-Rechner keine Blößen, der Chipsatz entlastet die CPU bei der MPEG-2 Wiedergabe. Bei hochwertigen DivX Aufnahmen sah dies anders aus, hier rechnete der C3 am Anschlag und es ruckelte doch recht oft. DivX Dateien von mittlerer Qualität liefen da schon deutlich besser. Auch wenn der TV-Ausgang recht gut gelungen ist und so manche teure Grafikkarte in den Schatten stellt, mit einem 99 Euro DVD-Player (Cyberhome CH-DVD 402) kann unser Mini nicht mithalten, der Unterschied ist sehr deutlich! Die Audio-Wiedergabe ist nicht schlecht und kann mit heutigen onboard Lösungen auf C-Media oder Realtek Basis durchaus mithalten, doch auch hier ist der Klang des 99 Euro DVD Players besser. Allerdings beherrscht der DVD-Player lediglich Audio-CD, DVD, Video-CD, S-VCD und mp3, die EPIA Plattform hingegen beherrscht alles, was man ihr softwaretechnisch ermöglicht.

Als Arbeitsplatz-PC machte die EPIA Plattform eine gute Figur. Weder beim Surfen noch bei Office Arbeiten fiel der Unterschied zu meinem Intel Pentium 4 1,8 GHz groß auf. Einzig Bildverarbeitung und komplexe, großformatige Zeichnungen brauchten deutlich länger. Für Video-Bearbeitung ist die Plattform schlicht und einfach unbauchbar, Audio-Bearbeitung ist möglich, macht auf die Dauer - besonders bei umfangreichen Berechnungen - aber nur wenig Spaß.

Im Netzwerkdienst macht der Mini-Rechner durchaus Sinn. Gerade weil er gut mit Linux zurecht kommt, kann er als Mailserver, Webserver oder FTP-Server mit mäßigen Zugriffsraten durchaus eingesetzt werden. Da die Plattform - im Zusammenspiel mit einem anderen Gehäuse - sehr leise arbeiten kann und nur wenig Strom verbraucht, eignet sie sich auch für den ganztags-Betrieb. Stabil genug für einen solchen Einsatz war unser M9000 Mainboard.

Mit Spielen konfrontiert, erwies sich die onboard Grafik - wie erwartet - als absolut untauglich. Während VIAs EPIA Mainboards durchaus Einsatzgebiete als Mutlimediaplayer, Office-PC oder Netzwerkrechner haben, so sind sie keine Playstation 2 oder gar X-Box.

Nachdem mir das laute Netzteil des Mini-ITX Gehäuses gehörig auf die Nerven gegangen war, habe ich das M9000 an einem leisen TSP 350 Watt Netzteil betrieben - eine echte Erleichterung. Nur hörte man den CPU Lüfter mit 6500 bis 6800 Umdrehungen nun überdeutlich surren. Ein größerer (höherer) Kühlkörper gepaart mit einem leiseren und langsameren Lüfter wären besser, denn mein Silent-P4 mit 1,8 GHz macht deutlich weniger Lärm als der VIA-Zwerg - hier werden die Chancen der Plattform leider vergeben. Ohne Lüfter wird der Kühlkörper sehr heiß und auch größere Kühlkörper (z.B. der Zalman Chipsatzkühler) können die Wärme ohne Lüfter leider nicht kompensieren. Abhilfe brachte eine Zalman Fanmate Lüftersteuerung: statt mit 6800 Umdrehungen pfeifend, lief der Lüfter nun leise säuselnd mit mit 4500 Umdrehungen, wobei die CPU Temperatur kaum anstieg (1-2 Grad). An dieser Stelle müssen Gehäuse-Netzteil und CPU-Kühler zu einer Einheit verschmelzen. Derzeit verkauft VIA nur die Mini-Mainboards, der nächste logische Schritt wäre ein durchdachtes Barebone System für preiswerte, kompakte und stromsparende Mini-PCs.

Weiter: 5. Benchmarks

1. Der Trend zur Kompaktklasse
2. VIAs EPIA M9000 im Details
3. Das Casetek CK-1010 Mini-ITX Gehäuse
4. Stabilität, Kompatibilität, Einsatzgebiete
5. Benchmarks
6. Fazit und Empfehlung

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