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Preview: Windows XP 64-Bit Edition Release Candidate 2 - 1/5
21.02.2005 by doelf
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In der letzten Woche haben wir uns den Windows XP 64-Bit Edition Release Candidate 2 (v1433) angesehen, der seit einigen Tagen auch als kostenlose 360-Tage-Testversion bei Microsoft heruntergeladen werden kann. Während die meisten Testberichte zum Release Candidate 1 auf Systeme mit NVIDIA-Chipsatz und NVIDIA-Grafikkarte zurückgegriffen haben, möchten wir einen anderen Ansatz verfolgen. Auch wir werden uns 32-Bit sowie 64-Bit Benchmarks ansehen, aber wir werden hierfür ein Mainboard mit ULi 1689-Chipsatz sowie eine ATi Radeon 9800Pro einsetzen - also eine etwas exotischere Kombination, bei der wir gespannt sind, wie weit die Treiber und ihre Performance bereits fortgeschritten sind. Zudem werden wir einige Netzwerk- und Multimediakarten einsetzen und die Verfügbarkeit der Treiber prüfen. Bei den Benchmarks - soviel so hier vorweggenommen - gab es eine faustdicke Überraschung.
Das Testsetup
Die mit fetter Schrift hervorgehobenen Komponenten wurden für die Benchmarks verwendet:
Installation des Release Candidate 2
Der erste Schritt - bzw. die erste Hürde - war die Installation. Das Albatron K8Ultra-U Pro bietet zwei Serial-ATA-Ports, welche im "Native PCI"-Modus arbeiten. Somit muß auch an dem Rechner, auf dem wir die Windows XP 64-Bit Edition installieren wollen, ein Diskettenlaufwerk vorhanden sein, um nach dem Druck auf die "F6"-Taste zu Installationsbeginn, die Treiberdiskette eingeben zu können. Auf der Treiber-CD des Albatron K8Ultra-U Pro fanden sich die hierfür benötigten Dateien, welche wir auf eine Diskette kopierten und erfolgreich installierten. Nachdem die Windows XP 64-Bit Edition ihre Dateien auf die Festplatte kopiert hatte und starten wollte, tauchte bereits das erste Problem auf: Der Windows-Start begann, es wurde auf die Festplatte zugegriffen, der PC bootete neu. Wir ersetzen die S-ATA Treiber v 5.0.2.7 auf unserer Diskette mit einer neueren Version von der ULi-Homepage (v 5.0.2.9), dann begannen wir die Installation noch einmal von neuem. Nun gelang Windows der erste Start und wir konnten fortfahren.
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21.02.2005 by doelf
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Treibersalat
Der Windows XP 64-Bit Edition Release Candidate 2 hatte leider nicht alle Geräte richtig erkannt, das war allerdings auch nicht zu erwarten. Wir installierten ULis Integrated Treiberpaket 2.092 - natürlich ohne den darin enthaltenen S-ATA-Treiber - und starteten den PC neu. Nun hatte sich auch der ULi AGP-Treiber V2.20 eingebunden, der im Chipsatz integrierte LAN-Controller sowie der Audio-Codec wurden allerdings nicht erkannt. Für die Powercolor Radeon 9800Pro 128 MB hatte Windows einen eigenen Treiber installiert, welchen wir im nächsten Schritt gegen ATis aktuellen 64-Bit Catalyst v8-10-050119a-020581c austauschten. Danach installierten wir Realteks ALC655 64-Bit Treiber "5780 x64 pg505" und starteten abermals neu. Nun hatten wir zwar Grafik und Sound mit vollem Leistungsumfang verfügbar, doch es mangelte immer noch am Netzwerk.
Entnetzt
14 Tage bleiben uns zur Aktivierung der Windows XP 64-Bit Edition, da wäre ein Netzwerkzugriff sehr praktisch. In ULis Integrated Treiberpaket 2.092 sind LAN-Treiber mit der Version 3.10 enthalten, diese ließen sich weder automatisch noch manuell installieren. Von Albatron erhielten wir ULis Integrated Treiberpaket 2.093, doch auch hier fanden wir nur dem LAN-Treiber 3.10, der sich nicht installieren ließ.
Nun gut, bauen wir unsere 3Com 3C905B-TX PCI-Netzwerkkarte ein, ein älteres aber sehr weit verbreitetes 10/100-MBit Modell. Die Windows XP 64-Bit Edition hat keine passenden Treiber parat, auf der 3Com-Webseite hat man von XP 64-Bit noch nichts gehört, und wir sind wahrlich überrascht. Zumindest eine breite Treiberunterstützung für Netzwerkkarten hatten wir erwartet! Wir probierten schließlich noch eine Realtek 8139C und für diese gab es passende Treiber.
Treiber: Mangelware
Chipsatz- und Grafiktreiber sind zwar gut verfügbar, doch bereits Netzwerkkarten und Storage-Controllern sorgen für Probleme. Wendet man sich Multimedia-Geräten, wie etwa Sound- und TV-Karten, zu, so herrscht derzeit noch der Notstand. Die besten Chancen hat man bei onboard-Soundlösungen, bei älteren Soundkarten sieht es ebenso finster aus wie bei TV- und DVB-Karten. Auch bei Druckern und Scannern ist das Treiberangebot derzeit noch mangelhaft. Betrachten wir einige getestete Geräte:
Auch wenn Windows XP in der 64-Bit Edition bald fertig sein sollte, so wird noch einige Zeit ins Land gehen, bis man von einer guten Treiberunterstützung sprechen kann. Doch auch bei 64-Bit Software, die benötigt wird, um überhaupt von einem 64-Bit Betriebsystem profitieren zu können, sieht es bisher finster aus. Wir gehen davon aus, daß sich die 64-Bit Windows-Versionen (XP und Server 2003) zunächst auf Server und Worksations konzentrieren werden, für den Desktop-Einsatz halten wir ihren Einsatz für verfrüht und raten zum Abwarten. Zumindest sollte man seine Hardware sehr, sehr sorgfältig auswählen und sich mit dem Gedanken anfreunden, daß ältere Hardware kaum eine 64-Bit Zunkunft haben wird.
In Sachen Optik und Funktionen hat die 64-Bit Edition nicht viel Neues zu bieten, die Unterschiede zu Windows XP Professional sind minimal. Wir können derzeit zwar noch nicht den Lieferumfang des Endproduktes beurteilen, dennoch würde es uns sehr überraschen, wenn Microsoft hier noch große Änderungen vornehmen würde.
Anmerkungen zu den Benchmarks
Die Benchmarks teilen sich in zwei Abschnitte. Zunächst wollen wir mit 32-Bit Software testen, wie effektiv WoW64 den 32-Bit Code auf der Windows XP 64-Bit Edition umsetzt. Danach verwenden wir 64-Bit Tests, die uns das Steigerungspotential von 64-bittiger Software im Vergleich zu den 32-Bit Versionen verdeutlichen sollen. Erfreulicherweise funktionierte der Großteil unserer Benchmarksuite problemlos, lediglich Aquamark03 erwies sich als Totalausfall:
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21.02.2005 by doelf
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32-Bit Performance
Betrachten wir zunächst einige 32-Bit Benchmarks unter Windows XP Professional SP2 sowie dem Windows XP 64-Bit Edition Release Candidate 2. Die Ergebnisse werden uns zeigen, wie schnell und reibungslos WoW64, die 32-zu-64-Bit-Übersetzungsebene der 64-Bit Edition, arbeitet. Zudem werden uns die 3D-Benchmarks Aufschluß darüber geben, wie leistungsfähig die Grafikkartentreiber bereits sind.
| Futuremark 3DMark2003v360 | ||
| XP 32-Bit Pro | 5952 | |
| XP 64-Bit RC2 | 5946 | |
Futuremarks 3DMark2003 zeigt in der aktuellen Version 3.60 einen minimalen Vorteil für das 32-Bit Windows, allerdings liegt dieser im Tolleranzbereich solcher Messungen, so daß wir lieber von einem Gleichstand sprechen möchten. Microsofts WoW64 sowie ATis 64-Bit Catalyst können überzeugen und bremsen diesen 32-Bit Grafikbenchmark nicht aus.
| Futuremark 3DMark2005v120 | ||
| XP 32-Bit Pro | 2284 | |
| XP 64-Bit RC2 | 2284 | |
Betrachten wir Futuremarks 3DMark2005 v1.20, so bestätigt dieser das Ergebnis von 3DMark2003 v1.20: 32- und 64-Bit Windows geben und nehmen sich nichts, WoW64 setzt die 32-Bit Software ohne Performanceverluste um.
| AMD nBench 3.10: Overall; CPU; 3D | ||
| XP 64-Bit RC2 | 2835 2409 3262 | |
| XP 32-Bit Pro | 2802 2339 3266 | |
Auch bei AMDs nBench liegen die Ergebnisse eng beeinander. Während die 3D-Leistung wieder als gleichwertig zu bezeichnen ist, sehen wir bei der CPU-Leistung einen Vorsprung für die 64-Bit Edition, der die übliche Messtolleranz überschreitet. Betrachtet man die vier Messungen für die CPU-Wertung im Detail, so zeigt nur ein einziger Wert deutliche Abweichungen. Es handelt sich dabei um die Integer 2 (Mandelbrot) Messung, die bei der 64-Bit Edition mit 2898 Punkten gewertet wird, während das 32-Bit Windows XP Professional SP2 lediglich auf 2609 Punkte kommt.
| TMPEG: WMV zu VCD PAL, Highest Quality (niedrigere Werte sind besser) | ||
| XP 32-Bit Pro | 252 sec. | |
| XP 64-Bit RC2 | 254 sec. | |
Die 32-Bit Encoding-Software TMPEG arbeitet unter dem 64-Bit Windows 2 Sekunden langsamer, was sich möglicherweise auf weniger gut optimierte IDE-Treiber und den höheren Arbeitsspeicherbedarf des Betriebssystems zurückführen läßt.
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21.02.2005 by doelf
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64-Bit Performance
Sehen wir uns nun die Ergebnisse von SiSoft Sandra 2005 SR1 an:
| SiSoft Sandra 2005 SR1: Dhrystone; Whetstone; Whetstone SSE | ||
| XP 64-Bit RC2 | 9779 3585 4194 | |
| XP 32-Bit Pro | 9225 3171 4107 | |
Unsere Messungen wiedersprechen dem Testergebnis von xbitlabs.com auf ganzer Linie: Dhrystone, Whetstone und Whetstone SSE zeigen auch beim fünften Durchlauf Vorteile für den Athlon 64 im Zusammenspiel mit dem 64-Bit Windows! Erstaunlich, denn die Vorsprünge für die 64-Bit Plattform in unserem Messungen entspricht in etwa den Vorsprüngen des 32-Bit Windows XP bei xbitlabs.com. Ein Schlem, wer Böses dabei denkt.
| SiSoft Sandra 2005 SR1: INT/SSE; FPU/SSE | ||
| XP 32-Bit Pro | 19157 20602 | |
| XP 64-Bit RC2 | 14944 23131 | |
Bei xbitlabs.com profitiert der Athlon 64 gewaltig im INT/SSE Testlauf, fällt bei FPU/SSE dann aber wieder zurück. Bei uns ist es genau umgekehrt und auch diesmal entsprechen die prozentualen Unterschiede denen von xbitlabs.com, nur eben umgekehrt. Wenn dort mal nicht die Messungsergebnisse vertauscht wurden sind! Eines steht fest: Unsere Ergebnisse sind richtig und doppelt und fünffach geprüft!
| SiSoft Sandra 2005 SR1: Mem/INT; Mem/FPU | ||
| XP 64-Bit RC2 | 3110 3110 | |
| XP 32-Bit Pro | 3103 3103 | |
Bei der Speicherperformance liegen beide Plattformen gleich auf.
| POV-Ray 3.6 (benchmark.pov) in PPS | ||
| XP 64-Bit RC2 | 96.33 | |
| XP 32-Bit Pro | 76.97 | |
Der Raytracer POV gehört zu den wenigen Programmen, die es bereits als 64-Bit Version gibt. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn die 64-Bit Version erzielt satte 25 Prozent Leistungssteigerung.
| Whetstone (32- bzw. 64-Bit kompiliert) in MIPS | ||
| XP 64-Bit RC2 | 6273.5 | |
| XP 32-Bit Pro | 3809.5 | |
Die Whetstone C-Source wurde als 32-Bit sowie 64-Bit kompilierte Version verwendet. Dabei zeigte sich ein wahrhaft erstaunlicher Leistungsgewinn von 64 Prozent unter der 64-Bit Edition.
| Mandelbrot (32- bzw. 64-Bit compiliert) in Megaflops | ||
| XP 64-Bit RC2 | 33.698 | |
| XP 32-Bit Pro | 26.580 | |
Auch die Mandelbrot C-Source kam als 32-Bit sowie 64-Bit kompilierte Version zum Einsatz. Mit einer Leistungssteigerung von 26 Prozent sehen wir auch hier wieder einen beeindruckenden Wert für die 64-Bit Edition.
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Fazit
Bei unserem Test des Windows XP 64-Bit Edition Release Candidate 2 sahen wir zwei Seiten. Zum einen ist die Performance von 32-Bit Software erstaunlich gut, WoW64 bremst 32-Bit Programme keinesfalls aus und kam - mit Ausnahme von Aquamark03 - mit allen Testprogrammen problemlos zurecht. Wir erwarten zwar nicht, daß bei der Markteinführung der 64-Bit Edition alle 32-Bit Programme reibungslos funktionieren werden, doch unser erster Eindruck ist positiv. Auch die 64-Bit Performance konnte uns voll und ganz überzeugen: Hier steckt viel Potential, das aber zunächst einmal durch die Verfügbarkeit von 64-Bit Software freigesetzt werden muß. Leistung und Stabilität hinterließen einen sehr positiven Eindruck.
Allerdings laufen auf dem heimischen PC nicht nur Benchmarks, sondern vor allem Spiele und Anwendungssoftware. So schön es auch ist, nicht mit Leistungseinbrüchen rechnen zu müssen, so muß man dennoch festhalten, daß eine Windows XP 64-Bit Edition für 32-Bit Anwendungen keinerlei Vorteile bringt. Zudem finden wir an und in einem Desktop-PC eine Unzahl zusätzlicher Hardware, für die es zum größten Teil noch keine Treiber gibt. Wahrscheinlich werden die meisten namhaften Hersteller für aktuelle Modelle die passenden Treiber nachliefern, doch was ist mit älterer Hardware? Für diese bleiben nur 32-Bit Windows oder aber 64-Bit Linux.
Der Windows XP 64-Bit Edition Release Candidate 2 zeigt Potential und kann durchaus überzeugen, gleiches gilt für die 64-Bit Performance des AMD Athlon 64. Wir raten dennoch zunächst abzuwarten, wie sich die Software- und Treiber-Situation entwickelt, denn eine Plattform ohne Treiber ist für den Desktop-Einsatz kaum geeignet.
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