Raytracing öffnet sich für ein breiteres Publikum
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Raytracing öffnet sich für ein breiteres Publikum

Meldung von doelf, Freitag der 22.03.2019, 14:49:10 Uhr

Die "Game Developers Conference" (GDC) in San Francisco hat gezeigt, dass Raytracing wohl doch keine Eintagsfliege sein wird. Neue Demos auf Basis der Unreal-Engine 4.22 und Unity 2019.1 Beta unterstreichen die Vorteile, während NVIDIA seinen GTX-Modellen das Raytracing über einen neuen Treiber beibringen will. Und auch von AMD gibt es ein Lebenszeichen.

Hintergrund: Raytracing
Das Wort "Raytracing" bedeutet übersetzt "Strahlenverfolgung". Es handelt sich um eine Berechnungsmethode für dreidimensionale Objekte im Raum, welche den Weg von Lichtstrahlen verfolgt. Raytracing ermöglicht eine fotorealistische Darstellung von Licht, Schatten und Spiegelungen, benötigt in der Regel aber sehr viel Rechenleistung. Die Technik wurde daher dort eingesetzt, wo die Qualität im Vordergrund stand und es weniger auf die Berechnungszeit ankam. Für Computerspiele wurden derweil Echtzeitrenderer verwendet, welche die Sichtbarkeit von Objekten mit einem Tiefenspeicher-Verfahren (Z-Buffer) ermitteln. Dieses Z-Buffering arbeitet nicht sonderlich genau, ist dafür aber schnell. Zudem lässt sich die Bildqualität mit Hilfe zahlreicher Tricks aufwerten.

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"Troll" (Unreal Engine 4.22)

Raytracing kommt auf die GeForce GTX
Mit der Vorstellung der "GeForce RTX"-Baureihe hatte der Grafikspezialist NVIDIA im August 2018 erstmals eigene Recheneinheiten für das Raytracing, die RT-Kerne, eingeführt. Laut Jensen Huang, NVIDIAs CEO und Gründer, handelt es sich dabei um den "heiligen Gral", welcher "das goldene Zeitalter des Gaming" einläutet. Doch noch ist dieses nicht angebrochen, denn NVIDIAs Echtzeit-Raytracer sind kostspielig und das Angebot an kompatiblen Spielen ist ausgesprochen mager. Um die Zielgruppe zu erweitern, ändert NVIDIA seine bisherige Produktpolitik und öffnet Raytracing für die "GeForce GTX"-GPUs der Generationen Pascal und Turing. Der passende Treiber soll im April veröffentlicht werden. In Ermangelung von RT-Kernen werden diese Grafikkarten ihre Shader-Kerne für Raytracing-Berechnungen verwenden. Laut NVIDIA arbeiten spezialisierte RT-Kerne allerdings um den Faktor zwei bis drei schneller.

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"The Heretic" (Unity 2019.1 Beta)

Und was ist mit AMD?
Microsoft hatte DXR (DirectX Raytracing) schon vor einem Jahr angekündigt und im Herbst 2018 mit Windows 10 Version 1809 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Damit stand die in Kooperation mit NVIDIA entwickelte Technologie von Anfang an allen Grafikprozessoren offen, sowohl der "GeForce GTX"-Baureihe als auch den Radeons von AMD. Denn sofern es keine dedizierten RT-Kerne gibt, greift ein Fallback-Mechanismus. Das muss der Grafiktreiber allerdings erlauben und unterstützen, was abseits der GeForce RTX bisher nicht der Fall ist. Insbesondere AMD hatte sich beim Thema Raytracing bisher sehr zurückgehalten, doch es gibt Hoffnung, denn das folgende Demo "Neon Noir" auf Basis der CryEngine 5.5 läuft auf AMDs Vega 56:

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"Neon Noir" (CryEngine 5.5 auf AMD Vega 56)

Die Entwickler der CryEngine betonen, dass auch dieses Demo in Echtzeit läuft. Es nutzt neue Funktionen der CryEngine 5.5, welche "Ray Tracing auf den meisten gängigen Mainstream-GPUs von AMD und NVIDIA ermöglichen", als Programmierschnittstellen werden DirectX 12 und Vulkan unterstützt. Bleibt die Frage, wann AMD DXR in seinen Treibern freigeben wird. Eventuell im April, wenn AMD statt der überlegenen GeForce RTX auch eine GeForce GTX für Leistungsvergleiche heranziehen wird können?

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