Mehr Datenschutz: Zwei Alternativen zu Google Maps
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Mehr Datenschutz: Zwei Alternativen zu Google Maps

Meldung von doelf, Mittwoch der 17.07.2019, 16:51:34 Uhr

Die französische Suchmaschine Qwant und deren US-amerikanischer Mitbewerber DuckDuckGo machen Platzhirsch Google zunehmend auch bei Kartendiensten Konkurrenz. Und genau wie bei ihren Websuchen setzen die beiden Anbieter auch bei ihren Kartendiensten auf Datenschutz und legen keine Benutzerprofile an.

DuckDuckGo mit Sitz in Paoli, Pennsylvania, hat allerdings kein eigenes Kartenmaterial zusammengetragen sondern kooperiert mit Apple. Dazu hatte DuckDuckGo Mitte Januar 2019 als eine der ersten Firmen Apples MapKit JS in sein eigenes Angebot integriert. Auf den Ergebnisseiten der Suche findet sich seither ein Kartenfeld in der Seitenleiste, zudem gibt es den Menüeintrag "Karten" (Beispiel: Paoli, Pennsylvania). Bei der Verwendung der Karten werden keine persönlichen Nutzerdaten an Apple übermittelt, der Zugriff erfolgt somit ebenso anonym wie die Textsuche über DuckDuckGo. Zudem verspricht das Unternehmen, jegliche Standortdaten unmittelbar nach der Bearbeitung der Anfrage zu verwerfen. Wird eine Wegbeschreibung benötigt, bietet DuckDuckGo diese nur extern über Bing Maps, Google Maps, HERE Maps oder OpenStreetMap an. Unter iOS und macOS kommt Apples hauseigene Karten-App zum Einsatz. Beim Zugriff auf diese Dienste gelten natürlich andere Spielregeln.

Auch bei der französischen Suchmaschine Qwant, welche wir auf Au-Ja.de als Google-Ersatz verwenden, werden keine Nutzerdaten erfasst geschweige denn gespeichert. Einstellungen zur Personalisierung von Qwant speichern die Franzosen konsequent und verschlüsselt auf den Geräten der Nutzer. Die gleichen Spielregeln gelten für Qwant Maps, das sich aktuell noch im Beta-Test befindet. Doch im Vergleich zu DuckDuckGo geht Qwant noch einen entscheidenden Schritt weiter: Die Karten stammen vom Open-Soruce-Anbieter OpenMapTiles.org, dessen Material wiederum von OpenStreetMap kommt. Qwant Maps vollzieht aber keineswegs einen externen Zugriff auf OpenStreetMap, sondern hostet die Karten vielmehr auf seinen eigenen Servern. Und auch Qwant Maps selbst ist quelloffen - das Projekt liegt auf GitHub und kann somit leicht in eigene Projekte integriert werden.

Wer Google Maps für eigene Webprojekte nutzt und sich über die fortschreitende Kommerzialisierung dieses Dienstes aufregt, sollte Qwant Maps als Alternative ins Auge fassen. Seit gut einem Jahr verlangt Google einen API-Schlüssel für die Verwendung seines Kartendienstes. Um diesen zu bekommen, muss man zunächst Kunde bei Googles Cloud-Diensten werden und ein gültiges Zahlungsmittel, also eine Kreditkarte, hinterlegen. Dank recht großzügiger Freikontingente werden nur selten echte Kosten anfallen, doch Google kann seine Spielregeln jederzeit ändern und sammelt in der Zwischenzeit munter die Daten aller Nutzer.

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