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Apple vom iPhone ausgebremst

Meldung von doelf, Mittwoch der 31.07.2019, 14:55:31 Uhr

Apple fällt es immer schwerer, sein Vorzeigeprodukt iPhone zu verkaufen. Doch da die Umsätze mit Diensten weiter steigen, darf das Unternehmen aus Cupertino von einem weiteren Rekordquartal sprechen. Jedenfalls solange man nur den Umsatz sowie die Zahlen der im Juni beendeten Vierteljahre betrachtet. Die Anleger hatten jedenfalls Schlimmeres befürchtet und ließen Apples Aktie nachbörslich um 4,48 Prozent steigen.

Dienste statt Hardware?
Es ist noch nicht lange her, da hätte ein Umsatzwachstum von gerade einmal 1,02 Prozent unter Apples Investoren für höchste Unzufriedenheit gesorgt. 53,809 Milliarden US-Dollar sind natürlich eine stolze Summe, zugleich aber auch weit weg von den zweistelligen Zuwächsen vergangener Jahre. Apples Problem sind dabei die Geräte, deren Anteil am Umsatz trotz steigender Stückpreise um 1,72 Prozent auf 42,354 Milliarden US-Dollar geschrumpft ist. Bei den Diensten ist der Umsatz derweil um 12,64 Prozent auf 11,455 Milliarden US-Dollar angewachsen - ein weiterer Rekord. Analysten sehen hierin bereits einen Konzernumbau hin zu Diensten und Software, die höhere Gewinnmargen als Hardware versprechen. Dies würde jedoch bedeuten, dass Apple seine Dienste noch stärker für andere Plattformen öffnen muss, was den Druck auf die eigenen Geräte weiter erhöhen könnte.

Problemzone iPhone
Apple-Chef Tim Cook sprach bei der Präsentation der Geschäftszahlen für das dritte Quartal des fiskalischen Jahres 2019 von einer starken Nachfrage für iPads und Macs, signifikanten Verbesserungen hinsichtlich der iPhone-Verkäufe sowie einem beschleunigten Wachstum im Bereich der Wearables (Apple Watch). Tatsächlich ist der von Apple Watch, HomePod, AirPods, Apple TV und sonstigem Zubehör generierte Umsatz um 48 Prozent auf 5,525 Milliarden US-Dollar angewachsen und hat damit das iPad (5,023 Milliarden US-Dollar; +8,39%) überholt. Auch den Mac hätte diese Sparte bereits kassieren können, wenn dessen Umsatz nicht um 10,69 Prozent auf 5,820 Milliarden US-Dollar geklettert wäre. Die Problemzone des Konzerns bleibt derweil ausgerechnet sein Bestseller iPhone, das einen Rückgang von 11,82 Prozent auf 25,986 Milliarden US-Dollar - weniger als die Hälfte des Gesamtumsatzes - erlitt.

Gewinne fallen, Aktionäre werden beschenkt
Apples Gewinne bewegen sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau, sind im Jahresvergleich jedoch spürbar gefallen: Der operative Umsatz gab um 8,47 Prozent auf 11,544 Milliarden US-Dollar nach und der Nettogewinn rutschte sogar um 12,8 Prozent auf 10,044 Milliarden US-Dollar ab. Dass der Gewinn je Aktie mit 2,18 US-Dollar um lediglich 6,84 Prozent unter der Vorgabe vom dritten Quartal 2018 liegt, lässt sich mit dem Rückkauf von fast 88 Millionen Aktien im Wert von 17 Milliarden US-Dollar erklären. Zusammen mit 3,6 Milliarden US-Dollar, die Apple für Dividenden aufgewendet hat, sind zwischen April und Juni 2019 stolze 21 Milliarden US-Dollar an die Aktionäre geflossen. Die nächste Dividende in Höhe von 0,77 US-Dollar je Anteil soll am 15. August 2019 ausgezahlt werden, Stichtag für den Besitz der Aktien ist der 12. August 2019.

Ausblick und Reaktion der Anleger
Für das Schlussquartal erwartet Apple einen Umsatz zwischen 61 Milliarden und 64 Milliarden US-Dollar, was sich im Bereich des vierten Quartals 2018, dessen Umsatz bei 62,900 Milliarden US-Dollar lag, bewegen würde. Damals hatte Apple allerdings noch ein Umsatzplus von 19,63 Prozent vermelden können. Doch die reich beschenkten Investoren reagierten auf Apples Stagnation gnädig und kauften weitere Aktien. Der nachbörsliche Anstieg um 4,48 Prozent auf 218,13 US-Dollar hat sich inzwischen ein wenig relativiert: Momentan liegt das Papier nur noch mit 3,86 Prozent im Plus und kostet 216,83 US-Dollar.

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