Huawei wächst, doch die Uhr tickt
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Huawei wächst, doch die Uhr tickt

Meldung von doelf, Freitag der 02.08.2019, 16:04:20 Uhr

Chinas Vorzeigeunternehmen Huawei glänzte im ersten Halbjahr 2019 mit einem Umsatz in Höhe von 401,3 Milliarden Yuan (ca. 52,374 Milliarden Euro), das sind 23,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das klingt erstaunlich, da US-Präsident Trump die Firma in den Wirtschaftsverhandlungen mit China als Faustpfand nutzt. Doch der umfassende Handelsbann der USA wird erst ab dem 19. August 2019 greifen.

Weitere Eskalation statt Deal
Am diesem Tag endet nämlich eine 90-tägige Gnadenfrist, welche die USA dem Unternehmen nicht ganz uneigennützig gewährt hatten. Schließlich hatte der harte Handelsbann viele US-amerikanische Zulieferer ganz unerwartet getroffen, zudem drohten Sicherheitslücken bzw. Ausfälle im Bereich von Rechenzentren und mobiler Infrastrukturen. Aufgrund der Gnadenfrist konnten Huawei und seine Partner sehr schnell zum "Business as usual" zurückkehren und Ende Juli hatte Donald Trump sogar über einen Deal mit dem chinesischen Präsidenten Xi getwittert. Die Chinesen würden Mais, Soja und andere Agrargüter aus den USA importieren und im Gegenzug werde man die totale Blockade von Huawei lockern. Doch die Verhandlungen mit China sind keinen Schritt vorangekommen und auch die Agrargüter warten bei den Farmern nach wie vor auf die chinesischen Käufer. Und so hat Trump in den Morgenstunden neue Strafzölle auf alle verbleibenden Waren aus China angekündigt. Es geht um Güter und Produkte im Wert von 300 Milliarden US-Dollar, auf die die USA ab dem 1. September 2019 zehn Prozent Zoll aufschlagen werden. Hinsichtlich Huawei schweigt der US-Präsident seit Wochen, doch ein Entgegenkommen scheint angesichts des immer weiter eskalierenden Konflikts sehr unwahrscheinlich.

Ein paar Zahlen zum ersten Halbjahr
Doch zurück zu den Geschäftszahlen: Mit 220,8 Milliarden Yuan (ca. 28,82 Milliarden Euro) steuerte das Endkundengeschäft (Smartphones, Tablets, PCs, Wearables) mehr als die Hälfte des Umsatzes bei. Die beiden Marken Huawei und Honor konnten dabei weltweit 118 Millionen Smartphones absetzen, das sind 24 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2018. Die zweitwichtigste Umsatzquelle war die Netzwerkausrüster-Sparte (Mobilfunk- und Telefonnetze, optische Datenübertragung) mit 146,5 Milliarden Yuan (ca. 19,12 Milliarden Euro) vor dem Geschäftskundensegment (Cloud, künstliche Intelligenz, Campus-Netzwerke, Rechenzentren, Internet der Dinge) mit 31,6 Milliarden Yuan (ca. 4,12 Milliarden Euro). Huaweis Generaldirektor Liang Hua sieht allerdings "Schwierigkeiten" voraus, welche die "Schrittzahl des Wachstums beeinträchtigen können". Der Absatz in den USA ist für Huawei dabei nicht allzu relevant - im Jahr 2018 generierten die Chinesen lediglich 6,6 Prozent ihres Umsatzes in Nord-, Mittel- und Südamerika. Es geht vielmehr um den Verlust von Software- und Hardware-Lizenzen sowie um massive Ausfälle in der Lieferkette, welche das Überleben des Konzerns so gut wie unmöglich machen würden. Huawei steht weiterhin mit dem Rücken zur Wand und hält entgegen erster Behauptungen auch keine Alternative zu Android in der Hinterhand.

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