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ARM: NVIDIA sagt 40 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme ab

Meldung von doelf, Dienstag der 08.02.2022, 15:14:42 Uhr

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Im September 2020 hatte der Grafik- und KI-Spezialist NVIDIA zum großen Schlag ausgeholt und die Übernahme des britischen CPU-Entwicklers ARM für 40 Milliarden US-Dollar bekannt gegeben. Ziel sei die Schaffung des weltweit führenden Computerunternehmens für das Zeitalter der KI, hieß es in der damaligen Ankündigung vollmundig. An der Durchführbarkeit dieser Übernahme hatte es schon länger Zweifel gegeben und gestern ist das Geschäft endgültig geplatzt.

ARM-Architekturen dominieren den Markt der Smartphones, Tablets und Smart-TVs, kommen in Mini-Computern wie dem Raspberry Pi zum Einsatz und finden auch verstärkt in Notebooks und Servern Verwendung. Doch im Gegensatz zu AMD oder Intel fertigt ARM keine eigenen Prozessoren, sondern verkauft Lizenzen an Firmen wie Apple, NVIDIA oder Qualcomm. NVIDIAs CEO und Gründer Jensen Huang sah in ARM die Chance, zur beherrschenden Computerfirma der KI-Epoche aufzusteigen. Zur Ankündigung der Übernahme hatte er seine Vision eines KI-gesteuerten Internet-der-Dinge (IoT), dessen Teilnehmerzahl im Vergleich zum jetzigen Internet der Menschen tausendfach höher sein sollte, formuliert. Von der Cloud über Smartphones, PCs, selbstfahrende Fahrzeuge und Roboter bis zum Edge-Computing (Edge IoT) sollte sich NVIDIAs AI-Computing in jede noch so entlegene Ecke des Globus erstrecken.

Für SciFi-Fans klang das alles zu sehr nach Skynet, doch IT-Firmen wie Microsoft, Google und Qualcomm sowie die zuständigen Regulatoren hatten in erster Linie wettbewerbsrechtliche Bedenken. Vermutlich hatten Jensen Huangs weltumspannende KI-Phantasien nicht allzu sehr geholfen, diese zu zerstreuen, doch auch beim Blick auf die Geschichte NVIDIAs zeigt sich, dass dieses Unternehmen nicht gerade als Vorreiter in den Bereichen Offenheit und Fairness aufgefallen ist, sondern eher nach einer maximalen Kontrolle über den Einsatz seiner Technologien strebt. Ursprünglich hatte NVIDIA 18 Monate für die Übernahme von ARM eingeplant und diese wären im März 2022 abgelaufen. Doch im Dezember 2021 hatte die US-amerikanische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde FTC (Federal Trade Commission) gegen die Übernahme geklagt und wurde dabei von den Regulierungsstellen in England, der EU und Japan unterstützt. Dies dürfte der Sargnagel für den 40-Milliarden-Deal gewesen sein.

ARM gehört seit 2016 dem japanischen Telekommunikationskonzern Softbank, der die Briten für rund 27,95 Milliarden Euro gekauft hatte. Auch nach dieser Übernahme war ARM weitgehend eigenständig geblieben. Nun, da der Verkauf an NVIDIA endgültig gescheitert ist, wollen die Japaner ARM stattdessen an die Börse bringen. Der Börsengang soll im Kaufe des kommenden Rechnungsjahrs, welches am 31. März 2023 enden wird, stattfinden.

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