Schleichwerbung: The North Face verärgert Google und Wikimedia
MSI I Love You 3000 AMD

Schleichwerbung: The North Face verärgert Google und Wikimedia

Meldung von doelf, Freitag der 31.05.2019, 13:44:49 Uhr

Die Werbeagentur Leo Burnett und die Outdoor-Marke "The North Face" haben sich in ein neues Terrain vorgewagt und damit Google sowie Wikimedia erzürnt. Wie die Agentur in einem eigenen Promotionsvideo prahlt, hatte sie Bilder in Wikipedia-Artikeln ausgetauscht, um Fotos mit Kleidung und Ausrüstung ihres Auftraggebers "The North Face" in Szene zu setzen. Und da sich die Bildersuche von Google bei Wikipedia bedient, landete die Schleichwerbung auch bei den Suchergebnissen von Google ganz weit vorne.

Dieses Ziel verfolgen viele Werbeagenturen, doch eine erstklassige Sichtbarkeit in Googles Bildersuche bekommt man nur für Inhalte mit sehr hoher Relevanz oder als teuer eingekaufte Werbung. Burnett und "The North Face" wollten, wie man dem Video entnehmen kann, weder eine Werbekennzeichnung noch irgendwelche Kosten. Alleine ihre Zusammenarbeit mit bzw. ihr Mitwirken bei Wikipedia sei erforderlich gewesen ("paid absolutely nothing just by collaborating with Wikipedia"). Wie Wikimedia nun klarstellt, hat es keinerlei abgesprochene Zusammenarbeit gegeben. Und die von Burnett betriebene Art der Mitarbeit sei alles andere als erwünscht.

Wikimedia wertet die Platzierung der Schleichwerbung vielmehr als einen Akt des Vandalismus, denn die Werbeagentur hat nicht nur gegen die Regeln der Online-Enzyklopädie verstoßen, sondern deren ehrenamtlichen Moderatoren auch viel Arbeit bereitet. Diese mussten die von Burnett platzierten Bilder aufspüren und wieder gegen die zuvor genutzten Fotos austauschen. Waren keine alternativen Fotos vorhanden, wurden zumindest die Firmenlogos von "The North Face" herausgeschnitten. Auch für die vielen Freiwilligen, die ihre Fotos und ihr Wissen unentgeltlich bei Wikipedia einbringen, war die Aktion von Burnett und "The North Face" ein Schlag ins Gesicht.

Diese Werbefläche wurde deaktiviert. Damit geht Au-Ja.de eine wichtige Einnahmequelle verloren.

Werbung erlauben ]