Microsoft 365: Zwischen Goldgräberstimmung und Härtetest

Meldung von doelf, Donnerstag der 26.03.2020, 11:53:39 Uhr

Für COVID-19 gibt es noch kein Heilmittel, für die negativen Auswirkungen auf Geschäftsabläufe aber schon - zumindest aus der Sicht von Microsoft. Microsoft Teams und Office 365 verwandeln das heimische Wohnzimmer in Büro und Konferenzraum, denn die Lösung für alle aktuellen Probleme lautet Cloud. Doch die Tragfähigkeit von Wolken ist arg begrenzt.

Lockangebote für neue Kunden
Dass die Deutsche Telekom und Vodafone ihren Geschäftskunden derzeit Microsoft Teams und Office 365 kostenlos anbieten, hat einen guten Grund: Microsoft hat es Firmen ohne Teams-Lizenz ermöglicht, die Variante Office 365 E1 für einen Zeitraum von sechs Monaten kostenlos zu nutzen und Microsoft-Partner wie die beiden Kommunikationsriesen geben dieses Geschenk lediglich weiter. Für die funktional eingeschränkte Freemium-Variante, diese richtet sich insbesondere an Einzelanwender, hatte Microsoft die Beschränkungen der Nutzerzahlen am 10. März 2020 aufgehoben. Auch mit der E-Mail-Adresse eines Unternehmens bzw. einer Bildungseinrichtung können sich Einzelanwender ganz schnell und unkompliziert registrieren. Natürlich hat man dabei in Redmond einer Hintergedanken: Wer einmal auf die Cloud-Dienste umgestiegen ist, bleibt auch dabei und entrichtet später seinen monatlichen Obolus.

Hohe Nachfrage verursacht Einschränkungen
Der Erfolg ist jedenfalls enorm: Millionen neuer Nutzer haben sich auf Microsofts Cloud-Dienste gestürzt und die dortigen Server zum Wackeln gebracht. Bereits am 16. März 2020 ließ Microsoft über das Office 365 Admin Message Center wissen, dass man die Auflösung von Videotelefonaten und die Frequenz einiger Statusabfragen (Ist ein Mitarbeiter aktiv? Wann tippt ein Team-Mitglied an seinem PC?) reduzieren werde. Am 24. März 2020 wurden zusätzlich OneNote für Teams - mit Ausnahme von Bildungseinrichtungen - in den reinen Lese-Modus versetzt und die Intervalle zur Datensynchronisation verlängert. Videoaufzeichnungen sind nun auf 720p limitiert und die Timeline für neu bereitgestellte Videos wurde komplett deaktiviert. Dateien, die im Cloud-Speicher OneDrive liegen, lassen sich nur noch über die Web-Apps bearbeiten. Ob diese Maßnahmen ausreichen werden, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass man mit der Buchung eines Cloud-Dienstes auch einen Teil seiner Freiheit aufgibt, denn die Spielregeln bestimmen von nun an Microsoft und Konsorten.

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