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Facebook in den USA wegen Datenschutzverletzungen verklagt

Meldung von doelf, Donnerstag der 20.12.2018, 19:12:06 Uhr

Erst die Foto-Panne mit bis zu 6,8 Millionen betroffenen Nutzern, dann die Auswertung interner Firmenunterlagen, welche den gewaltigen Datenabfluss von Facebook an seine Geschäftspartner dokumentieren, und nun eine Klage des Generalstaatsanwalts des District of Columbia (Washington D.C.) aufgrund von Datenschutzvergehen. Frohe Weihnachten, Facebook!

Zusagen gebrochen
Wie der Klageschrift zu entnehmen ist, wirft der Generalstaatsanwalt dem Unternehmen vor, beim Schutz der Benutzerdaten auf ganzer Linie versagt zu haben. Facebook sammle und horte persönliche Informationen sowie Daten über das Online-Verhalten seiner Nutzer und gewähre seinen Partnern aus Industrie und Software Zugriff auf diesen Datenschatz. Im Gegenzug verspricht Facebook, die Benutzerdaten sowohl im eigenen Unternehmen als auch bei seinen Partnern vor Missbrauch zu schützen. Dieses Versprechen habe das Unternehmen aufgrund leichtfertiger Kontrollen und einer fehlenden Durchsetzung seiner Datenschutzrichtlinien wiederholt gebrochen.

Lascher Umgang ohne Kontrollen
Als Beispiel nennt der Generalstaatsanwalt die App von Aleksandr Kogan, über die Cambrige Analytica in den Jahren 2013 bis 2015 die Daten von rund 70 Millionen US-amerikanischen Facebook-Nutzern zum Zweck der politischen Einflussnahme abgreifen konnte. Obwohl lediglich 852 Einwohner des Hautstadtdistrikts diese App installiert hatten, ermöglichten Facebooks freizügige Einstellungen alleine dort den Datenabfluss von über 340.000 Personen. Dabei habe es Facebook versäumt, die Nutzungsbedingungen für Kogans Apps zu prüfen. Nach Bekanntwerden des Vorfalls wurden die Betroffenen viel zu spät informiert und auch das Löschen der widerrechtlich verkauften Daten hat Facebook nicht durchgesetzt.

Datenschutzeinstellungen ignoriert
Ein weiterer Punkt der Anklage: Facebooks Partnerfirmen konnten private Daten auch dann abgreifen, wenn die Benutzer dies in ihren Privatsphäre-Einstellungen ausdrücklich untersagt hatten. Eine Erlaubnis wurde hierfür nicht eingeholt und die Betroffenen wurden auch nicht über die Weitergabe ihrer Daten informiert. Insbesondere die Hersteller von Mobiltelefonen und Tablets konnten sich bei den Benutzern großzügig bedienen, wobei die Daten zumeist ins Ausland, beispielsweise nach Südkorea oder China, flossen. In ihrer Summe seien Facebooks Datenschutzeinstellungen mehrdeutig, verwirrend und schwer verständlich. All diese Punkte stellen im District of Columbia Datenschutzvergehen dar.

Ein subjektives Fazit
Jeder, dessen Daten von Facebook ohne Einverständnis weitergegeben wurden, sollte eine Datenschutzbeschwerde einreichen. Schließlich wurde die umstrittene Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) genau für solche Fälle eingeführt. Da sich die Datenschutzverletzungen bei Facebook häufen und das Unternehmen wenig Einsicht zeigt, wäre zudem ein Löschen des Benutzerkontos anzuraten. Letztendlich nutzen wir Facebook wesentlich mehr, als Facebook uns nutzt. Und solange das System Facebook derart kaputt ist, sollte man es nicht mehr nutzen. Die Chance auf eine Reparatur ist erst dann gegeben, wenn Facebooks Einnahmen sinken und die Investoren weglaufen.

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