Ausgebrüllt: Loewe hat seinen Geschäftsbetrieb eingestellt
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Ausgebrüllt: Loewe hat seinen Geschäftsbetrieb eingestellt

Meldung von doelf, Montag der 01.07.2019, 14:32:38 Uhr

Im Jahr 1923 gründeten die Brüder David Ludwig Loewe und Siegmund Loewe in Berlin eine Firma namens "Radiofrequenz GmbH", um Geräte für den frisch eingeführten Hörfunk zu verkaufen. Heute, 96 Jahre später, endet bei Loewe im oberfränkischen Kronach die Produktion und es bleibt nur noch eine handvoll Mitarbeiter, der die Zeit auf der Suche nach neuen Investoren davonläuft.

Eine erste Krise musste die seit 1999 börsennotierte Loewe AG im Jahr 2004 überstehen, als der japanische Elektronikkonzern Sharp zu Hilfe eilte und im Zuge einer Kapitalerhöhung knapp ein Drittel der Anteile erwarb. Nach einem Zwischenhoch ging dem traditionsreichen TV-Hersteller im Juli 2013 erstmals das Geld aus und die damalige Aktiengesellschaft beantragte ein Schutzschirmverfahren. Im Oktober des selben Jahres ging dieses nahtlos in ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung über. Es folgte ein dramatischer Überlebenskampf mit Zusagen und Absprüngen von Investoren, der erst im März 2014 mit einer Komplettübernahme durch die Beteiligungsgesellschaft Stargate Capital aus München endete.

Der Kaufpreis "im oberen einstelligen Millionenbereich" reichte allerdings nicht einmal aus, um alle Gläubigerforderungen zu erfüllen. Die Aktionäre gingen damals ebenfalls leer aus, denn die Aktiengesellschaft wurde delistet und aufgelöst. Den Geschäftsbetrieb übernahm die "Loewe Technologies GmbH", die allerdings von Anfang an mit einem schwachen Euro zu kämpfen hatte. Im Jahr 2015 holte sich Stargate Capital ein millionenschweres Darlehen mit fünfjähriger Laufzeit von der britische Investment-Gesellschaft Riverrock, um die an der Übernahme beteiligten Banken auszahlen zu können. Als Sicherheit erhielt Riverrock die Rechte am Markennamen "Loewe". Am 3. Mai 2019 kündigte Loewe abermals ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung an und benannte den Anwalt Rüdiger Weiß von der Kanzlei Wallner/Weiß aus Dresden zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Heute, also zwei Monate später, reicht das Geld nicht mehr aus, um den Betrieb weiter aufrecht zu erhalten. Der Geschäftsbetrieb wurde eingestellt, die Mitarbeiter nach Hause geschickt. Da die Namensrechte bei Riverrock liegen, kann Loewe keine Sicherheiten für eine Übergangsfinanzierung bieten. Sollte nicht doch noch ein Investor wie ein Deus Ex Machina auftauchen, ist das Ende von Loewe besiegelt. Die Marke "Loewe" dürfte dann schon bald auf Elektronikimporten aus Fernost prangen, wie man es von Blaupunkt, Grundig, Schaub Lorenz oder Telefunken bereits kennt.

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