Entfessele dein Jagdfieber

FRITZ!OS Labor 7.19-75207 und 7.19-75208 verfügbar

Meldung von doelf, Mittwoch der 22.01.2020, 17:57:24 Uhr

Mit der kommenden Version 07.20 wird FRITZ!OS, das Betriebssystem der weit verbreiteten Router des deutschen Herstellers AVM, endlich SMB3-Unterstützung bekommen - ein Vorhaben, das zuletzt im Frühjahr 2019 kläglich gescheitert war. Zur Absicherung von WLAN-Verbindungen wird zudem der Verschlüsselungsstandard WPA3 geboten. Besitzer von FRITZ!Boxen des Typs 7590 oder 7490 können beides bereits anhand der Labor-Version 07.19 ausprobieren, deren heute veröffentlichte Updates etliche Fehler beseitigen.

SMB3: Stabil aber langsam
Beim Test der SMB3-Funktionalität des FRITZ!NAS konnten wir diesmal keine groben Schnitzer wie die im Frühjahr von uns dokumentierten DoS-Lücke entdecken, dennoch ist nicht alles eitel Sonnenschein. Aktuell hängt am USB-3.0-Anschluss unserer FRITZ!Box 7490 ein USB-3.0-Stick mit Leseraten von um die 80 MiB/s. Mit dem stabilen FRITZ!OS 07.12 und SMB1 benötigen wir 2:25 Minuten, um unsere 1,76 GiB Testdaten zu kopieren, was einer Datenrate von 12,43 MiB/s entspricht. Nach dem Aufspielen von FRITZ!OS 07.19 (Labor) und dem Wechsel zu SMB3 verlängert sich die Datenübertragung um 38 Sekunden auf 3:03 Minuten und die Datenrate bricht auf 9,85 MiB/s ein. Die ohnehin sehr geringe Geschwindigkeit ist somit nochmals um über zwanzig Prozent gefallen, obwohl SMB3 Potential für Leistungsgewinne bietet. Doch zumindest verspricht das Update mehr Sicherheit und stabilere Verbindungen.

WPA3: Mehr Sicherheit im WLAN
Die meisten Besitzer lassen die NAS-Funktionalität ihrer FRITZ!Box eh links liegen und hoffen stattdessen auf Verbesserungen in den Bereichen WLAN und Mesh. Hier bietet die Labor-Version 07.19 den Verschlüsselungsstandard WPA3, der das seit 2017 als angreifbar geltende WPA2 ablösen soll. WPA3 wird in der Konfiguration der FRITZ!Box unter "WLAN", "Sicherheit", "WPA-Modus" über die Auswahl "WPA2 + WPA3" aktiviert. Somit läuft WPA3 nicht exklusiv, sondern im Tandem mit WPA2, was eine praxisnahe Lösung darstellt. Zu WPA3 kompatible Geräte und Treiber sind nämlich noch selten anzutreffen und nicht einmal AVM hat solche im Programm. Stattdessen verweisen die Berliner auf Intels AX200. Als kompatible Betriebssysteme nennt AVM nur Windows 10 ab der Version 1903, doch auch aktuelle Linux-Distributionen wie Ubuntu 19.10 bieten bereits WPA3.

Erweitertes Mesh-Steering
Beim sogenannten Mesh-Steering greift FRITZ!OS aktiv ein, damit sich WLAN-Geräte wie Smartphones und Tablets mit dem bestgelegenen WLAN-Zugangspunkt (Access-Point Steering) verbinden bzw. bei Bedarf zwischen den 2,4 und 5 GHz Bändern (Band Steering) wechseln. Damit dies funktioniert, müssen alle Zugangspunkte für alle Frequenzbänder die selbe Netzkennung (SSID) verwenden, was bei den FRITZ!Boxen inzwischen die Standardeinstellung ist. Darüber hinaus müssen die WLAN-Geräte Mesh-Steering beherrschen, was nicht immer der Fall ist. Die Neuerung beim Mesh-Steering besteht nun darin, dass AVM bei der Labor-Version 07.19 aggressiver eingreift und auch bei guten Verbindungen prüft, ob es doch noch eine bessere Alternative gibt. Gleichzeitig wurden Verbesserungen eingepflegt, die das Zusammenspiel mit Geräten, welche Mesh-Steering nicht oder nur unvollständig beherrschen, verbessern.

Weitere Verbesserungen
AVM hat das Telefonbuch seiner FRITZ!Fons smart gemacht, so dass bei der Eingabe von Telefonnummern dazu passende Vorschläge aus den Telefonbüchern unterbreitet werden. Die FRITZ!Boxen haben zudem die verschlüsselte Auflösung von Domain-Namen per "DNS over TLS" gelernt und die Benutzeroberfläche von FRITZ!OS wurde einmal mehr aufgeräumt und optimiert, ohne sich dabei grundlegend zu verändern.

Neu in FRITZ!OS 07.19-74082/74093
Diese Labor-Versionen umfassen einige Fehlerbehebungen, beispielsweise wird als Detailansicht von Geräten am LAN-Gastzugang keine leere Seite mehr angezeigt und MESH-Repeater können wieder auf den Mesh-Master zugreifen, nachdem dessen Verschlüsselung von WPA2 auf WPA2+3 gewechselt wurde. Die Funktionsdiagnose verzichtet auf die fälschliche Meldung von Verbindungsfehlern und der Zugriff auf Netzlaufwerke mit NTFS-Partitionen über Windows funktioniert nun zuverlässiger. AVM verspricht zudem eine höhere Stabilität der Firmware.

Die Funktionsdiagnose für das Internet wurde optimiert und die Darstellung gesperrter Geräte in den Details wurde verbessert. Neu hinzugekommen ist Unterstützung für verschlüsselte Telefonie (TLS und SRTP) für Telekom, Easybell und dus.net. Die Laborbegrüßungsseite zeigt neuerdings Hinweise und Neuigkeiten an, zudem wurde eine Sprach- und Landesauswahl hinzugefügt. Praktisch: Der WAN-Port lässt sich als 5. LAN-Port nutzen. Sollte die FRITZ!Box nicht aus dem Internet erreichbar sein, wird beim Erzeugen neuer NAS-Freigabelinks auf dieses Problem hingewiesen.

Neu in FRITZ!OS 07.19-74232/74231
Diese Updates beheben unerwartet häufige Neustarts, wenn der Router als Mesh-Repeater mit speziellen Einstellungen betrieben wird.

Neu in FRITZ!OS 07.19-74611/74610
Wenn Tickets der Kindersicherung für den Internetzugriff ausgestellt worden, sollen diese auch akzeptiert werden. Beim Deaktivieren von "DNS over TLS" (DoT) werden die bekannten Auflösungsnamen (FQDNs) verworfen. Zudem wird die Syntax der FQDNs nun strikt überprüft und die Fehlermeldung aufgrund einer leeren FQDN-Liste wurde überarbeitet. Im Heimnetz zeigen Mesh-Repeater ihren eigenen Namen an und nicht mehr den des Mesh-Masters, was auch zu Problemen mit den Push Services geführt hatte. Der Vermerk "gültig ab der nächsten Abfrage" unter der IP-Adresse ungenutzter Verbindungen wird nur noch angezeigt, wenn dies tatsächlich der Fall ist.

Neben Google unterstützt die FRITZ!Box nun auch die Online-Telefonbücher von Apple (iCloud), der Telekom (MagentaCLOUD) sowie CardDAV-Anbietern. Die Einstellungen für Smarthome und Telefon lassen sich separat übernehmen, bisher war dies nur zusammen möglich. Beim Aufruf der Bedienoberfläche weist die FRITZ!Box auf veraltete Webbrowser hin, welche die Bedienoberfläche mitunter nicht korrekt anzeigen können und auch generell ein Sicherheitsrisiko darstellen. Über die Support-Seite lassen sich wichtige Daten zur Fehlerbehebung direkt an AVM versenden und die Hilfestellungen unter "FRITZ!Box-Support um Mesh-Informationen" wurden erweitert.

Neu in FRITZ!OS 7.19-75207/75208
Dieses Update verbessert die Stabilität und unterbindet die häufigen Neustarts im Zusammenspiel mit bestimmten Mobilfunk-Sticks. Die Helligkeit der LEDs lässt sich wieder ändern und auch ans Umgebungslicht anpassen. In der Bedienoberfläche wurden die Darstellung der LEDs und weitere Symbole modernisiert, beispielsweise jene für öffentliche WLAN-Hotspots mit "OWE/Enhanced Open" (Opportunistic Wireless Encryption) sowie gleichartig gesicherte Gastnetze. Das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen ohne ausdrückliche Bestätigung wurde unterbunden und bei Aktivierung der verschlüsselten Namensauflösung im Internet (DNS over TLS) wird eine entsprechende Informationsmail verschickt. Die Deaktivierung der VPN-Zugänge nach dem Update wurde ebenso repariert wie der "Fehlercode 1" beim Aufruf von "Diagnose & Wartung". Das Mesh funktioniert nun auch "unverschlüsselt" und auch die Wahlregeln zum Telefonieren werden wieder beachtet. AVM hat sich zudem um Probleme beim Einrichten statischer Routen, beim Ändern der Geschwindigkeit von LAN-Ports sowie der Übernahme neuer USB-Einstellungen gekümmert. Komplett ohne Funktion war zuletzt der USB-Fernanschluss, welchen man mit FRITZ!OS 7.19-75207/75208 wieder verwenden kann.

Probleme mit der WLAN-Zeitschaltung, der Neubewertung der WLAN-Umgebung durch Autokanal und der Anzeige von Geräten an öffentlichen WLAN-Hotspots konnten die Entwickler ebenso lösen wie einen Fehler, aufgrund dessen unterschiedliche SSIDs für die Frequenzbänder nicht übernommen wurden. Der Netzwerkspeicher FRITZ.NAS zeigte nur in deutscher Sprache das korrekte Änderungsdatum für Dateien an, beim Kopieren per Drag & Drop wurden die Dateien doppelt hochgeladen und auch die Suche auf dem Netzwerkspeicher funktionierte nicht zuverlässig. AVM konnte diese Fehler abstellen und verspricht zudem, dass der Zugriff über SMB jetzt zuverlässiger funktioniert. Bisher konnte es vorkommen, dass sich Dateien nicht öffnen ließen und bei den Ereignissen die IP-Adresse des zugreifenden Geräts unterschlagen wurde. Die Diagnose-Funktion wurde um NTP und die Anzeige gesperrter Geräte erweitert sowie im Bereich WLAN verbessert. Für den Fall, dass eine nachgeschaltete FRITZ!Box als IP-Client bei MyFRITZ! registriert ist, wirft die Diagnose keine irreführenden Fehlermeldungen und die Informations-Mail mit der "FRITZ!Box-Info" führt nun auch die DSL-Version auf.

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