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Linux 4.12 ist da: AMD Vega und Live-Patching

reported by doelf, Dienstag der 04.07.2017, 00:53:35 Uhr

Der Linux-Kernel ist in der stabilen Version 4.12 verfügbar. Diese erweitert das "Kernel Live Patching" (KLP) mit dem Ziel, in Zukunft alle Sicherheitslücken im laufenden Betrieb stopfen zu können. Bisher greifen die Änderungen aber nur auf x86-Systemen. Eine weitere wichtige Neuerung ist die Unterstützung für AMDs frisch vorgestellte Vega-Grafikkarten.

Grafik, Sound und USB-C
AMDs Vega-Serie wird von Linux 4.12 über den Amdgpu-Treiber unterstützt. Bisher bietet AMD allerdings noch keine Modelle für Spieler an, sondern setzt mit der "Radeon Vega Frontier Edition" auf Profis, welche auf den Karten primär rechnen wollen. Die stört es dann auch nicht, dass der aktuelle Treiber noch keine Bildschirme ansteuern kann. Auf Seiten NVIDIAs bringt ein neuer Nouveau-Treiber 3D-Beschleunigung für die Modelle der 1000er-Serie (Pascal) - jetzt inklusive der GeForce GTX 1050 (GP107). Der Grafiktreiber für Intel (i915) unterstützt "Atomic Modesetting" - er kann damit vorab testen, ob der gewünschte Modus überhaupt unterstützt wird. Und dank "Explicit Fencing" zeichnen Intel-GPUs unterschiedliche Ebenen nun zeitgleich auf den Monitor. Wer noch das veraltete "Open Sound System" (OSS) verwendet, hat ein Problem, denn dieses lässt sich bei Linux 4.12 nicht mehr aktivieren. Es soll in Kürze komplett aus dem Kernel entfernt werden. Es gibt auch Verbesserungen rund um USB-C, die allerdings nur dann von Bedeutung sind, wenn die entsprechenden Funktionen nicht über eine spezifische Firmware geregelt werden.

Rund um die Datenträger
Mit "Budget Fair Queueing" (BFQ) sollen Festplattenzugriffe beschleunigt werden. Dabei wird den Prozessoren tatsächlich ein Budget für I/O-Operationen zugeteilt und zugleich eine komplexe Priorisierung vorgenommen. Anwendungen, mit denen der Nutzer interagiert, werden von BFQ ebenso bevorzugt wie Lesezugriffe und Prozesse, die in Echtzeit laufen. Hintergrundaufgaben lässt BFQ dafür etwas schleifen. Für den Einsatz mit SSDs scheint BFQ weniger geeignet zu sein. Ebenfalls neu ist ein weiterer I/O-Scheduler namens Kyber, welcher primär auf über PCIe-angebundene SSDs zielt. Kyber arbeitet mit mehreren Warteschlagen und priorisiert ebenfalls die Lesezugriffe. Das neue "Partial Parity Log für MD RAID 5" (RAID5-PPL) schützt RAID-5-Konfigurationen vor Datenverlusten, bremst die Leistung der Datenträger aber auch um ein gutes Drittel aus. Andere Änderungen versprechen indes Performance-Gewinne für RAID-5- und RAID-6-Verbünde. Beim Dateisystem Btrfs soll es Fortschritte hinsichtlich RAID 5 und 6 geben und bei CIFS soll das Mounten von SMB-Freigaben durch macOS zuverlässiger funktionieren.

Für Ubuntu schon verfügbar
Wer eine auf Ubuntu basierende Distribution verwendet, kann die offiziellen Linux-Kernel (Mainline-Kernel) ganz leicht manuell installieren. Der Mainline-Build des Kernel 4.12 ist bereits verfügbar und war zudem erfolgreich. Welche Dateien man benötigt und wie man diese installiert erklärt ein ausführlicher Beitrag in unserem Forum.

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