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Medien-Center-Endspurt: Kodi 18 (Leia) RC 2

Meldung von doelf, Dienstag der 04.12.2018, 12:09:25 Uhr

Im Januar 2017 hatten die Entwickler der Medien-Center-Software Kodi entschieden, der kommenden Version 18 in Erinnerung an die am 27. Dezember 2016 verstorbene Schauspielerin Carrie Fisher den Namen "Leia" zu geben. Zwei Jahre später wurden 9.386 Änderungen vorgenommen, 3.000 Vorschläge übernommen, 8.638 Dateien bearbeitet, 503.000 Codezeilen entfernt und 427.000 neue hinzugefügt. Und Kodi 18 ist fast fertig.

Zielsetzungen und Benutzeroberfläche
Die ganze Arbeit wurde von rund 36 Open-Source-Entwicklern geleistet. Ihre primären Ziele für "Leia" waren dabei eine höhere Stabilität, eine bessere Benutzbarkeit der Software sowie eine ordentliche Dokumentation für Entwickler und Benutzer. Die standardmäßige Benutzeroberfläche Estuary wurde beibehalten, hat aber etliche Optimierungen erhalten. Alternative Skins müssen für Leia angepasst werden, was bisher für Confluence, Pellucid, Rapier, Transparency und xperience1080 geschehen ist. Weitere Skins sollen bis zur Freigabe der finalen Fassung folgen. Danach müssen Add-on-Entwickler ihre Projekte auf Python 3.0 umstellen, denn ab der Version 19 wird Kodi die Unterstützung für Python 2.0 entfernen.

Kodi 18 RC1 Start

64-Bit für Windows und Xbox, DRM-Integration
Kodi 18 wird es erstmals als 64-Bit-Version für Windows geben. Und da Kodi mit Unterstützung durch Microsoft seit 2017 auch im Windows-Store zu finden ist, hat die als XBMC (Xbox Media Center) gestartete Software auch ihren Weg auf die Xbox One gefunden. Windows Vista wird derweil nicht mehr unterstützt. Für kommerzielle Streaming-Angebote wurde ein Zugriff auf das digitale Rechtemanagement (DRM) integriert. Ein Beispiel: Will man Netflix über Kodi nutzen, greift die Medien-Center-Software auf das DRM von Googles Chrome zurück. Kodi selbst übernimmt die Bedienung sowie das Abspielen der Inhalte. Um DRM zu ermöglichen und die Leistung zu verbessern, wurde der Video-Player aus den übrigen Komponenten herausgelöst und für 4K, 8K und HDR vorbereitet.

Kodi 18 RC1 Audio

Die Bibliotheken
Viele Änderungen betreffen die Musikbibliothek, deren Code zum Teil schon etliche Jahre auf dem Buckel hat. Die Überarbeitung soll die Musikbibliothek zuverlässiger und schneller machen. Auch an der Videobibliothek wurde gearbeitet, wobei sich diese bereits auf einem neueren Stand befand. Ergänzt wurde hier die Auswertung von eingebetteten Tags, welche aktuell aber noch deaktiviert ist. In Zukunft, wenn das Taggen von Videodateien weiter verbreitet ist, sollen die Tags anstelle der Dateinamen ausgewertet werden.

Kodi 18 RC1 LiveTV

Live-TV, PVR, RetroPlayer als Binär-Add-ons
Man kann über Kodi auch Fernsehen (Live-TV) sowie TV-Aufnahmen (PVR) anfertigen, die Medien-Center-Software agiert hierbei aber nur als Front-End für den eigentlichen TV-Empfänger. An diesem Konzept ändert auch die Version 18 nichts, doch die Konfiguration und Nutzbarkeit wurde einmal mehr verbessert. Der RetroPlayer verwirklicht derweil den Zugriff auf über 100 Emulatoren, mit denen sich klassische Spiele wiedererwecken lassen. Damit Kodi durch diese Funktionen nicht zu umfangreich wird, wurden sie in Binär-Add-ons ausgelagert, die man bei Bedarf nachinstalliert. Das Binär-Repository gibt es momentan für Android, macOS und Windows, hier konnte die Größe von Kodis Installationspaket halbiert werden. Für Linux und iOS wird Kodi weiterhin als Komplettpaket angeboten.

Kodi 18 RC1 RetroPlayer

Linux und Android
Unter Linux wird neben X11 auch Wayland als Display-Server unterstützt. Um die Wartung zu erleichtern, setzt Kodi 18 auf GBM (Generic Buffer Manager) und V4L2 (Video for Linux). Dies reduziert den Code und macht Kodi ohne Klimmzüge auf neueren Kernel-Versionen lauffähig. Bei der Android-Version wurden spezielle Code-Anpassungen durch offizielle Android-Standards ersetzt, was Kodi auf dieser Plattform schneller und zuverlässiger macht. Zudem sinkt auch hier der Wartungsaufwand. In Kodi 18 wurde die Leanback-Suche integriert, welche Kodi-Inhalte auf Android TV bringt. Auch Googles Sprachassistent wird standardmäßig unterstützt, so dass man auf eine Fernbedienung verzichten kann. Die neuen Kanäle (Channels) von Android TV Oreo lassen sich über Kodis Smartplaylists füllen und die Touch-Bedienung wurde spürbar verbessert.

Änderungen seit RC 1
Bei der Erkennung des Login-Managers systemd-logind wird nun auch D-Bus unterstützt, was Vorteile für die Energieverwaltung unter Linux verspricht. Unter Android werden Joysticks neuerdings anhand ihrer letzten Verwendung sortiert, zudem wurde die Wiedergabe über bestimmte PVR-Erweiterungen repariert. Ein Leistungsproblem im Untermenü für PVR-Aufnahmen wurde behoben und Add-ons ohne Versionsnummer lassen Kodi nicht mehr abstürzen. Beim Wechsel der Bildwiederholrate bleibt der Zustand des VideoPlayers erhalten und eine neue Einstellung ermöglicht es, den Spoiler-Text für TV-Sendungen und Filme zu unterdrücken. Darüber hinaus wurde die Dokumentation hinsichtlich Python und der Skin-Entwicklung auf den aktuellen Stand gebracht.

Download: Kodi 18 (Leia) RC 2 (nach Auswahl der Plattform unter Pre-Release)

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