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Ubuntu: "Artful Aardvark" jetzt oder "Bionic Beaver" später?

reported by doelf, Sonntag der 29.10.2017, 20:57:00 Uhr

Die beliebte Linux-Distribution Ubuntu liegt in der neuen Version 17.10 (Codename: Artful Aardvark), welche umfassende Änderungen bringt, zum Download bereit. Doch diese Änderungen lassen Ubuntu 17.10 unfertig erscheinen. Zudem fehlt die Langzeitunterstützung (LTS), weshalb es nur bis Juli 2018 Updates geben wird. Sinnvoller erscheint es, auf die nächste LTS-Version 18.04 (Codename: Bionic Beaver) zu warten.

Ubuntu im Umbau
Wer Ubuntu 17.10 auf seinem Desktop oder Notebook neu installieren möchte, benötigt einen 64-Bit-Prozessor, denn eine 32-Bit-Variante wird nur noch für Server angeboten. Interessanterweise lassen sich vorhandene 32-Bit-Installationen von Ubuntu 17.04 dennoch auf 17.10 aktualisieren. Trotzdem: Das Ende der 32-Bit-Unterstützung ist nah! Während Ubuntu 17.04 (Zesty Zapus) den Linux-Kernel 4.10 verwendet, kommt bei 17.10 der Kernel 4.13 zum Einsatz. Für 4.10 wurde die Entwicklung bereits eingestellt und auch 4.13, der aktuellen Stable-Schiene, fehlt die Langzeitunterstützung. Erst der Kernel 4.14 soll wieder langfristig gepflegt werden.

Nachdem Ubuntus Ausflug auf Smartphones und Tablets gescheitert war, wurde auch die mit der Version 11.04 eingeführte Unity-Oberfläche aufs Abstellgleis geschoben und es kehrt GNOME in der Version 3.26.1 zurück. Zugleich musste der hauseigene Display-Server Mir weichen und wurde von Wayland abgelöst. Sollte es Probleme geben, kann man auf Xorg ausweichen. Damit Ubuntus Aussehen vertraut bleibt, wurde GNOME an die Unity-Optik angepasst. Die bisher angebotene Geschmacksrichtung Ubuntu GNOME wurde gestrichen, Ubuntu Budgie, Ubuntu Kylin, Ubuntu MATE und Ubuntu Studio sowie Kubuntu, Lubuntu und Xubuntu bleiben uns erhalten.

Risiken und Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen der umfassenden Änderungen zeigen sich anhand diverser Admin-Werkzeuge, die noch nicht an das PolicyKit angepasst wurden und daher nicht unter Wayland laufen. Auch Remote-Desktop-Server-Apps und Programme für Screenshots und Screencasts sind von diesem Rechteproblem betroffen. Der einzige Ausweg bleibt vorerst eine Xorg-Sitzung. Die Systemerweiterungen Dock und Appindicator werden von GNOME-Tools als deaktiviert angezeigt, obwohl sie von der laufenden Ubuntu-Sitzung verwendet werden und sich gar nicht abschalten lassen. Wenn xserver-xorg-input-synaptics, welches bisher von Unity benötigt wurde, installiert ist, lassen sich Maus und Touchpad nicht richtig konfigurieren.

Bluetooth-Audiogeräte funktionieren nicht mit dem Begrüßungsbildschirm, was ein großes Problem für Benutzer, welche die Vorlesefunktion nutzen, darstellt. Obwohl GNOME 3.26 farbige Emojis bietet, stehen diese in Ubuntu 17.10 nicht zur Verfügung. Bei Grafikkarten mit NVIDIA-GPU kann der Systemstart scheitern, wenn der Bildschirm über einen DisplayPort angeschlossen ist. USB-Drucker werden nicht automatisch eingerichtet und IPP (Internet Printing Protocol) über USB ist ein Totalausfall. Bis diese Probleme behoben sind, sollte man Drucker über das Netzwerk einbinden.

Kann man überspringen
Ja, "Artful Aardvark" zeigt uns, wo es mit Ubuntu hingehen soll. Doch die aktuelle Version ist in erster Linie eine große Baustelle und wer nicht die kommenden Wochen und Monate auf einer Baustelle verbringen möchte, sollte lieber auf Ubuntu 18.04 LTS, den "Bionic Beaver", warten. Sofern Canonical seinen Zeitplan einhalten kann, wird der bionische Biber im April 2018 losnagen.

Download: Ubuntu 17.10

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