AM4-Aktion

Ubuntu 18.04 LTS und seine Derivate sind fertig

reported by doelf, Freitag der 27.04.2018, 13:52:06 Uhr

Ubuntu 18.04 mit Langzeitunterstützung ist fertig. Die neue Version der beliebten Linux-Distribution trägt den Beinamen "Bionic Beaver" (Bionischer Biber) und bringt - insbesondere für LTS-Nutzer - umfangreiche Änderungen. Ubuntus Standard-Desktop Unity und dessen Anzeige-Server Mir wurden aufgegeben und durch GNOME und X-Server ersetzt. Letzteres überrascht ein wenig, denn die Version 17.10 (ohne Langzeitunterstützung) hatte noch auf den moderneren Anzeige-Server Wayland gesetzt.

Ubuntu 18.04 LTS wird über einen Zeitraum von fünf Jahren mit Updates versorgt. Das klingt erst einmal sehr gut, doch insbesondere für die Desktop-Variante ist diese Versorgung recht lückenhaft, da die Repositories "Universe" und "Multiverse" von Freiwilligen aus der Community gepflegt werden. Daher kam es in der Vergangenheit immer wieder vor, dass veraltete Pakete mit bekannten Sicherheitslücken und Inkompatibilitäten über Jahre in den Repositories verblieben. Hier hilft die neue Option einer Minimal-Installation für Desktop-PCs und Notebooks, mit der sich das Risiko veralteter Software zumindest verkleinern lässt. Der GNOME-Desktop kommt in der Version 3.28 zum Einsatz und der Linux-Kernel stammt aus der 4.15-Reihe. Das ist erstaunlich, denn Langzeitunterstützung gibt es nur für die 4.14-Reihe. Doch der Kernel 4.15 punktet mit Kernel-Live-Patching ohne Neustart und das ist eine der wichtigen Neuerungen in Ubuntu 18.04 LTS. Zudem bietet der Kernel 4.15 eine bessere Treiber-Unterstützung für neuere AMD-GPUs (Vega, RX 500, RX 400) und aktiviert das "AHCI Link Power Management" (ALPM) für Intel-Chipsätze.

Download: Ubuntu 18.04.0 LTS (für Desktop-PCs, Sever, Cloud oder IoT)

Kubuntu 18.04.0 LTS wird nur über einen Zeitraum von drei Jahren Updates erhalten. Als Desktop kommt das aktuelle KDE Plasma 5.12 LTS zum Einsatz, welches die Erstellung und Verwaltung verschlüsselter Ordner über "Plasma Vault" ermöglicht. Ein dunkles Thema sorgt bei der Benutzeroberfläche für eine neue Optik. Mit an Bord sind die KDE Applikationen 17.12.3, Firefox 59 und LibreOffice 6.0. VLC ersetzt Dragonplayer als standardmäßiger Media-Player und als Alternative zum Paketmanager "Plasma Discover" ist Muon enthalten. Zum Öffnen von Dateien wird nun ein Doppelklick verlangt, man kann aber in den Mauseinstellungen zum 1-Klick-Öffnen zurückkehren. Die Entwickler empfehlen, bei der Installation das komplette Laufwerk zu verschlüsseln. Die Möglichkeit, nur den Home-Bereich zu schützen, gibt es nicht mehr.

Download: Kubuntu 18.04.0 LTS (verfügbar für PC mit 32 oder 64 Bit)

Ubuntu MATE 18.04.0 LTS wird ebenfalls nur drei Jahre lang Updates erhalten. Der neue MATE Desktop 1.20.1 basiert nun auf GTK 3.22, während sein Vorgänger MATE 1.12 noch auf GTK 2.24 limitiert war. Standardmäßig kümmert sich libinput um die Eingabegeräte und ermöglicht nun auch Mehrfingergesten. MATE wurde für hochauflösende Anzeigegeräte optimiert, wobei man die passenden Einstellungen automatisch oder manuell vornehmen kann. Der Fenstermanager Marco arbeitet nun Hardware-beschleunigt - sofern die Grafiklösung DRI3 beherrscht. Unity-Umsteiger finden in "Mutiny" ein vertrautes Desktop-Layout, zudem wird die Super-Taste (Windows-Taste) unterstützt und auch das von Unity 7 bekannte "Head-Up Display" (HUD) wird geboten. Zu den Software-Paketen gehören Firefox 59.0.2, VLC 3.0.1, LibreOffice 6.0.3.2 und Thunderbird 52.7.0. Das Ubuntu MATE 18.04.0 LTS für den Raspberry Pi soll im Juli 2018 folgen.

Download: Ubuntu MATE 18.04.0 LTS (verfügbar für PC mit 32 oder 64 Bit)

Xubuntu 18.04 LTS setzt auf den schlanken Desktop Xfce, doch dessen nächste Version 4.14 ist leider noch nicht fertig. Daher gibt es erst einmal nur Detailverbesserungen, beispielsweise wurden der Xfce Power Manager und das Xfce XKB Plugin nach GTK 3 portiert. Das aktualisierte "Greybird GTK"-Thema verbessert die Unterstützung für hochauflösende Anzeigegeräte und sorgt für eine bessere Konsistenz zwischen GTK-3- und GTK-2-basierten Applikationen. Das "Xfce PulseAudio Plugin" ersetzt den "Sound Indicator" und ermöglicht universelle Multimedia-Tastenkürzel für Applikationen, die MPRIS2 unterstützen. Mit zum Lieferumfang gehören Firefox 59, Thunderbird 52 und LibreOffice 6. Updates wird es für einen Zeitraum von drei Jahren geben.

Download: Xubuntu 18.04.0 LTS (verfügbar für PC mit 32 oder 64 Bit)

Lubuntu 18.04 LTS nutzt das "Lightweight X11 Desktop Environment" (LXDE) und richtet sich an leistungsschwache PCs. Dennoch sind die Anforderungen gestiegen: Vorausgesetzt werden nun 1 GiB Arbeitsspeicher, empfohlen werden 2 GiB. Der Prozessor sollte zumindest ein Intel Pentium 4 oder Pentium M bzw. ein AMD K8 (Athlon 64, Sempron, Turion 64) sein. Auch bei Lubuntu 18.04 LTS gibt es für drei Jahre Updates. Die Änderungen halten sich in Grenzen, denn eigentlich arbeitet das Projekt am Nachfolger "Lubuntu Next", welcher mit LXQt ein wesentlich moderneres Desktop bieten wird, das Qt 5 als Unterbau nutzt. Ein Image für den Raspberry Pi ist noch nicht verfügbar.

Download: Lubuntu 18.04.0 LTS (verfügbar für PC mit 32 oder 64 Bit)

Ubuntu Budgie 18.04 LTS ist eine neue Geschmacksrichtung auf Basis des Budgie-Desktops, die nun erstmals mit einer Langzeitunterstützung von drei Jahren angeboten wird. Ursprünglich kam Budgie bei der Linux-Distribution Evolve OS, die später in Solus umbenannt wurde, zum Einsatz. Es basiert auf GTK 3 und verspricht "Einfachheit und Eleganz". Dazu orientiert sich Budgie an mobilen Betriebssystemen wie Android und kombiniert deren Bedienkonzept mit Elementen von GNOME. Inzwischen läuft Budgie deutlich stabiler und ist auch wesentlich konfigurierbarer als zu seinen Anfangszeiten, was diese Variante zu einer interessanten Alternative macht.

Download: Ubuntu Budgie 18.04.0 LTS (verfügbar für PC mit 32 oder 64 Bit)

Bleiben noch das auf den Multimedia-Einsatz ausgelegte Ubuntu Studio 18.04 und das für die chinesische Sprache optimierte Ubuntu Kylin 18.04 LTS. Während es sich bei Kylin um eine weitere Variante mit drei Jahren Langzeitunterstützung handelt, fehlt der Studio-Version der Zusatz LTS - hier gibt es lediglich für neun Monate Support.

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