LibreOffice 6.3.0: Erster Veröffentlichungskandidat erhältlich
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LibreOffice 6.3.0: Erster Veröffentlichungskandidat erhältlich

Meldung von doelf, Mittwoch der 10.07.2019, 12:59:24 Uhr

Der erste Release Candidate von LibreOffice 6.3.0 liegt zum Download bereit und lässt sich parallel zu den stabilen Ausgaben installieren und verwenden, so dass einem Test nichts im Wege steht. Die Freigabe der finalen Version 6.3.0 ist für die Woche vom 5. bis zum 11. August 2019 geplant. Abgesehen vom "Tipp des Tages" gibt es zahlreiche Verbesserungen und ein Zensurwerkzeug.

Tipp des Tages in Libreoffice 6.3

Korrekturen und Kompatibilität
Nach 734 Korrekturen in der Alpha-Phase hatten sich die beiden Beta-Versionen um weitere 247 Probleme gekümmert. Für den ersten Veröffentlichungskandidaten führt die Document Foundation nochmals 66 Fehlerbereinigungen auf, darunter 13 mögliche Absturzursachen. Wie üblich wurden auch etliche Inkompatibilitäten beim Im- und Export von Dateiformaten beseitigt. LibreOffice 6.3.0 gibt es für die 64-Bit-Varianten von macOS und Linux (KDE 5 und Qt5) sowie für Windows 7 bis 10 (32 und 64 Bit). Für Windows wurde ein richtiger Kommandozeilen-Modus implementiert und 64-Bit-Systeme finden endlich den Scanner. Dies gelingt dank des Programms twain32shim.exe, welches auch mit 32-Bit-Treibern harmoniert. Unter macOS zeigt die Statusleiste nun an, ob Einfügen oder Überschreiben aktiv ist. Java 5 wird nicht mehr unterstützt, die neue Mindestanforderung ist Java 6.

Neu: Schwärzen wie die Profis
LibreOffice 6.3.0 bietet die Möglichkeit, vertrauliche Inhalte zu schwärzen. Dies geschieht mit Hilfe eines Rechtecks oder freihändig. Die derart zensierten Dokumente lassen sich dann ins PDF-Format exportieren, wobei man statt einer schwarzen auch eine weiße Überlagerung wählen kann - dies spart beim Ausdruck Toner bzw. Tinte. Auf diese Weise erstellte PDF-Dokumente enthalten keinen auswählbaren Text, sondern bestehen vielmehr aus einer Pixelgrafik. Hierdurch wird sichergestellt, dass die verborgenen Inhalte nicht nur unsichtbar, sondern gar nicht mehr vorhanden sind.

Redaction in Libreoffice 6.3

Neu im Writer
Eingabefelder für Variablen lassen sich im Writer ab sofort inline bearbeiten, was bisher nur bei Funktionen möglich war. Setzt man ein Hintergrundbild, bedeckt dieses die gesamte Seite und nicht nur den bedruckbaren Bereich innerhalb der Seitenränder. Der Export von Lesezeichen, die Verarbeitung umfangreicher Tabellen, die Arbeit mit eingebetteten Schriftarten und der Umgang mit bestimmten ODT-Dateien wurde spürbar beschleunigt.

Neu in Calc
Calc hat ein neues Dropdown-Widget für Formeln erhalten, der Dialog zu statistischen Stichproben wurde erweitert und das Währungszeichen für den russischen Rubel wurde eingepflegt. Eine Funktion für Fourier-Transformationen wurde ergänzt und für die Erstellung von Statistiken eingebunden. Leistungsverbesserungen gibt es für das Laden der Dateiformate .XLSX und .ODS sowie beim Schreiben von .XLS-Tabellen. Auch das Rendern läuft nun schneller.

Neu in Impress und Draw
In Impress kann man Animationen mit Hilfe von Drag & Drop umsortieren. Wer Ebenen über Makros manipuliert, kann die Option "WriteLayerStateAsConfigItem" auf falsch setzen und damit erzwingen, dass der Status der Ebenen ODF-konform geschrieben wird, um Inkonsistenzen zu vermeiden. Voreingestellte OOXML-Formen, wie sie in PowerPoint und SoftMaker zum Einsatz kommen, lassen sich in LibreOffice nun besser greifen und verändern.

Benutzeroberfläche und Design
Da Mozilla die Programmierschnittstelle für Firefox Personas kräftig umgebaut hat, haben die Entwickler die Unterstützung für diese Themen gestrichen und nutzen nun eigene "LibreOffice Themes". Ein weiterer Ausbau dieser Funktionalität soll in den kommenden Monaten erfolgen. Das Icon-Thema Karasa Jaga hatte bisher 22 x 22 Pixel große Symbole verwendet, während alle anderen Themen auf 24 x 24 Pixel setzten. Dies wurde nun angeglichen und zugleich eine Vektorgrafik-Version (.SVG) erstellt. Auch das Thema Sifr hat eine umfassende Überarbeitung erfahren. Die sechs Elemente der Werkzeugleiste "Weitere Steuerelemente" wurden in "Formular-Steuerelemente" integriert. Die maximale Breite der Seitenleiste ist nicht mehr auf 400 Pixel limitiert und die Tabs in Calc und Draw wurden neu gestaltet, um sie sichtbarer zu machen und ihre Verwendung zu erleichtern. Bei der Formel-Eingabe von Calc wurden ebenfalls visuelle Probleme beseitigt.

Wie geht es weiter?
Insgesamt sind auf dem Weg zur finalen Version drei Veröffentlichungskandidaten geplant: Der zweite soll zwischen dem 15. und 21. Juli erscheinen und ein dritter mit finalen Korrekturen ist für den Zeitraum vom 29. Juli bis zum 4. August geplant. Für die darauffolgende Woche ist die Freigabe der finalen Fassung terminiert.

Download: LibreOffice 6.3.0 RC 1

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