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Huawei Mate 30 und Mate 30 Pro: Huawei-Dienste ersetzen Google

Meldung von doelf, Freitag der 20.09.2019, 00:55:24 Uhr

Der weltweit zweitgrößte Smartphone-Hersteller Huawei hat sein neues 5G-Flaggschiff Mate 30 Pro in München vorgestellt. Das 6,53-Zoll-Smartphone mit dem hauseigenen High-End-Prozessor HiSilicon Kirin 990, 8 GiB Arbeitsspeicher und optionaler 5G-Unterstützung bietet alles, was man sich wünschen kann. Doch zwei Worte sucht man auf der Produktseite vergeblich: Google und Android.

Wie bereits im Vorfeld erwartet, muss Huawei auf den Markennamen Android und Google-Apps wie den Play Store, Gmail, Maps oder die Google Suche verzichten. Schuld ist der US-Handelsbann, der Huawei mitsamt 114 Tochterfirmen und mehr als 100 Einzelpersonen betrifft. Die zuletzt am 19. August 2019 um 90 Tage verlängerte Schonfrist greift beim Mate 30 Pro nicht, da es sich um ein neues Gerät handelt.

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Offiziell heißt das Betriebssystem der Smartphones EMUI 10 und basiert auf den quelloffenen Bestandteilen von Android 10. Die Chinesen haben die "Google Mobile Services" (GMS) durch eigene "Huawei Mobile Services" (HMS) ersetzt und versprechen über 40.000 Apps, ohne dabei Namen zu nennen oder auf mögliche Einschränkungen einzugehen. Ob man Googles App-Paket nachinstallieren kann, bleibt unklar. Zugleich spürt man, dass Huawei die Marktführerschaft für sich beansprucht. Das 6,53 Zoll große OLED-Display führen die Chinesen beim Mate 30 Pro nicht nur bis an den Rand, sondern auch über diesen hinaus (Horizon-Display). Ein solches Design-Merkmal fällt auf, wurde von Samsung aber schon vor Jahren vorgestellt. Da die Anzeige den Platz, welchen üblicherweise die physischen Tasten belegen, blockiert, übernimmt es deren Rolle. Der Bildschirm bietet eine Auflösung von 2.400 x 1.176 Pixel mit 16 Millionen Farben und Hochkontrast (HDR). Ohne Pro gibt es nur IPS-Kost mit 6,62 Zoll und 2.340 x 1.080 Bildpunkten. Eingaben mit Huaweis M-Pen werden von beiden Varianten unterstützt.

Der HiSilicon Kirin 990 wird mit Strukturgrößen von 7 nm gefertigt, er basiert auf der Architektur ARMv8.2-A. Huawei vertritt die Ansicht, diese zuvor lizenzierte Architektur auch für neue Produkte nutzen zu dürfen. Das SoC kombiniert eine Recheneinheit (CPU) mit einem Neuromorphen Prozessor (NPU) und einem Grafikkern (GPU) des Typs Mali-G76 MC16. Die CPU umfasst je zwei Kerne des Typs Cortex-A76 (2,86 GHz) und Cortex-A55 (2,36 GHz) sowie vier energieeffiziente DynamIQ-Kerne (1,95 GHz). Die Erkennung von Gesten und Gesichtszügen in Echtzeit übernimmt die NPU, die gerne auch als KI-Prozessor bezeichnet wird. Biometrische Daten, die bei der Gesichtserkennung und dem Scan des Fingerabdrucks anfallen, landen in einem isolierten Bereich (Security Engine), der von allen Apps abgeschottet ist. Auch Finanzdaten werden auf dieser abgetrennten Hardware verarbeitet. Ein 4-Kanal-Speicher-Controller für LPDDR4X-2133, ein Modem für 2G bis 4G bzw. 5G und spezielle Einheiten für die Audio- und Videobearbeitung komplettieren den Chip.

Huawei Mate 30 Pro

Das "kreisförmige" Kameradesign, entstanden in Zusammenarbeit mit Leica, ist eigentlich ein Quadrat aus vier Linsen inmitten eines auffälligen Rings. Die Cine- und SuperSensing-Kamera haben jeweils eine Auflösung von 40 Megapixel. Dazu kommt eine Tele-Kamera mit 8 Megapixel, die optisch dreifach und digital 30-fach zoomt. Ein Hybrid-Modus bietet den Zoom-Faktor 5. Kamera Nummer vier ist ein 3D-Tiefensensor, der einen professionellen Bokeh-Effekt ermöglicht. Auch auf der Frontseite findet sich ein solcher Sensor, der primär für die Erkennung von Gesten und Gesichtszügen Verwendung findet. Ihm steht eine Selfie-Kamera mit 32 Megapixel Auflösung zur Seite. Videos lassen sich um den Faktor 256 verlangsamen, indem die Kameras 7.680 Frames pro Sekunde aufzeichnen, und selbst im Dämmerlicht ermöglicht ISO 51200 noch klare Bilder. Die Hauptkamera kann auf einen doppelten LED-Blitz zurückgreifen. Bei Fotos und Videos dürfte das Mate 30 Pro jedenfalls ganz vorne mitmischen.

Der fest verbaute Akku leistet 4.500 mAh. Am Kabel lädt das Mate 30 Pro mit 40 Watt und damit sehr schnell, kabellos stehen immerhin noch 27 Watt zur Verfügung. Beim Mate 30 ohne Pro gibt es immerhin 4.200 mAh. Für Drittgeräte wie Kopfhörer können die Smartphones als drahtlose Powerbank dienen. Die Preise beginnen mit dem Mate 30 (8 GiB RAM, 128 GB Flash) ab 799 Euro, für das Mate 30 Pro (8 GiB RAM, 256 GB Flash) werden 1.099 Euro aufgerufen. In beiden Fällen wird allerdings nur 4G geboten. Für die 5G-Variante des Mate 30 Pro werden stolze 1.199 Euro aufgerufen. Huawei will beide Geräte in Europa verkaufen, wobei Deutschland dabei noch fraglich ist. Angesichts der in München abgehaltenen Produktpräsentation klingt dies seltsam unentschlossen. Aber wir haben ja auch seltsame Zeiten.

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