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Tödliche Schüsse bei YouTube

reported by doelf, Mittwoch der 04.04.2018, 10:46:06 Uhr

Am Hauptquartier des Videoportals YouTube hat es eine tödliche Schießerei gegeben. Eine bewaffnete Frau eröffnete das Feuer auf drei Personen und erschoss sich im Anschluss selbst. Die Polizei und YouTubes Sicherheitskräfte evakuierten sicherheitshalber den gesamten Gebäudekomplex, doch es gab keine weiteren Angreifer.

Die Schüsse fielen am Dienstag um 12:45 Uhr Ortszeit in einem Hof vor dem Hauptquartier, welches sich im kalifornischen San Bruno südlich von San Francisco befindet. Ein Mann und zwei Frauen wurden angeschossen, der Mann und eine der Frauen befinden sich nach Angaben des Krankenhauses in einem kritischen Zustand. Die Schützin wurde tot aufgefunden, sie hatte sich nach der Tat selbst gerichtet. Laut US-Medien handelt es sich um eine YouTuberin namens Nasim Aghdam, welche von ihrer Familie seit mehreren Tagen vermisst wurde. Offenbar hegte sie einen Groll gegen das Videoportal.

Zeugen berichten, Aghdam hätte eine Sonnenbrille und einen Schal getragen, so als ob sie nicht erkannt werden wollte. Die 39-jährige kämpfte auf sozialen Netzwerken für Veganismus und Tierrechte, dazu zählten auch YouTube-Videos. Offenbar war YouTube für sie eine wichtige Einnahmequelle, doch als diese versiegte, warf sie dem Unternehmen Zensur und Unterdrückung der Meinungsfreiheit vor. YouTube sei eine Diktatur, welche die Wahrheit unterdrücke und nur das System stütze. Videos wie die ihren würden indes vor den anderen Nutzern versteckt.

Nachdem zunächst eine Beziehungstat vermutet wurde, geht die Polizei nach aktueller Faktenlage nicht mehr von einem gezielten Angriff aus. Vielmehr vertreten die Ermittler die Ansicht, dass die Schützin ihre Opfer zufällig ausgewählt habe. Damit hätten wir es hier mit einem Amoklauf zu tun und das macht den Fall ausgesprochen ungewöhnlich, da diese Verbrechen fast ausschließlich von Männern begangen werden. Auf eine Frau kommen nach einer Statistik der US-Bundespolizei FBI rund 27 männliche Amokschützen.

Bei YouTube und Google zeigt man sich geschockt. Sundar Pichais Tweet zur "Tragödie" wird inzwischen für einen Schlagabtausch für und wieder Waffen missbraucht, obwohl Googles CEO seine Worte sehr distanziert und neutral gewählt hat. Aber nicht nur über Waffen sollte man nachdenken, sondern auch über die Rolle sozialer Medien. Diese bergen ein großes Potential, Menschen zu radikalisieren und dazu bedarf es nicht einmal der Religion. Auch Weltanschauungen und persönliche Überzeugungen werden zu einer Gefahr, wenn man diese anderen aufzwingen will.

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