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Google streicht "Allo" und will SMS durch "Chat" ersetzen

reported by doelf, Freitag der 20.04.2018, 13:14:07 Uhr

iPhone-Nutzer verschicken ihre Nachrichten mit iMessage, dem Quasi-SMS-Nachfolger von Apple. Android-Nutzer benutzen indes ganz unterschiedliche Apps und vielen von ihnen ist Googles hauseigene Messaging-App "Allo" gänzlich unbekannt. Daher will Google "Allo" einstellen und "Chat" als SMS-Nachfolger etablieren.

Google hatte "Allo" erst im September 2016 gestartet und wollte mit seinem Sprachassistenten und künstlicher Intelligenz einen starken Herausforderer für WhatsApp und den Facebook Messanger etablieren. Doch bisher konnte "Allo" erst 50 Millionen Nutzer (Quelle: Wikipedia) gewinnen, weshalb die Weiterentwicklung der App nun eingestellt wurde. Ein Nachfolger ist laut Googles Anil Sabharwal nicht geplant, zumindest nicht in Form einer App.

Stattdessen hat sich Google mit den Telekommunikationsunternehmen auf einen SMS-Nachfolger geeinigt. Dieser soll unter dem Namen "Chat" vermarktet werden und basiert auf dem Standard "Rich Communication Services" (RCS). Als solcher soll Chat in "Android Messages" integriert werden und von Hause aus auf allen Android-Geräten verfügbar sein. Chat bietet neben Text auch Fotos und Videos, Empfangsbestätigungen sowie Gruppen-Chats. Was Chat allerdings nicht bieten wird, ist eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Interessanterweise hat die GSM Association, der Industrieverband der internationalen Mobilfunkanbieter, seit dem Jahr 2012 vergeblich versucht, einen SMS-Nachfolger auf Basis der "Rich Communication Services" zu etablieren. "Joyn", später auch "message+" oder einfach "RCS" genannt, hat die gleichen Funktionen wie "Chat". Auch "Joyn" muss ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auskommen und als Dienst der Telekommunikationsunternehmen können diese - wie bei SMS und MMS - Gebühren erheben.

Offenbar hat Google den alten Joyn-Wein in neue Schläuche gepackt, wobei die "Chat"-Mitteilungen wohl auf das Datenvolumen angerechnet werden. Letztendlich entscheiden aber die Telekommunikationsanbieter über die Preise und das Datum der Markteinführung. Allerdings werden die Kunden darüber entscheiden, ob sie für einen Standard ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung möglicherweise auch noch Geld bezahlen wollen. Und dabei dürfte die Antwort auf der Hand liegen.

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