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Android: Über Lizenzgebühren und Update-Pflicht

Meldung von doelf, Donnerstag der 25.10.2018, 17:06:30 Uhr

The Verge hatte Einblick in zwei interessante Verträge von Google: Der eine erläutert Googles Gebührenmodell für Anroid-Geräte, die in Europa verkauft werden. Der zweite beschäftigt sich mit Sicherheits-Updates für Android, deren Bereitstellung offenbar schon seit Juli für alle Hersteller verpflichtend ist.

Saftige Lizenzgebühren für Google-Apps
Mitte Juli 2018 hatte die Europäische Kommission eine Kartellstrafe in Höhe von 4.342.865.000 Euro gegen Google verhängt, da Google LLC bzw. die verantwortliche Dachgesellschaft Alphabet Inc. die marktbeherrschende Stellung von Android in wettbewerbswidriger Weise ausnutze. Als Reaktion kündigte Google unlängst neue Lizenzbedingungen für Geräte, die in der Europäischen Union verkauft werden, an. Wichtigster Punkt: Google spaltet seine "Google Mobile Application Suite" auf, so dass sich PlayStore, Google-Suche und Chrome zukünftig getrennt voneinander installieren lassen.

Bisher waren Hersteller, die den Zugriff auf Googles PlayStore ermöglichen wollten, dazu genötigt, gleich das ganze Paket von Google-Apps und Diensten mitzuliefern. Google erklärte hierzu, man habe die Android-Entwicklung über die Einnahmen der eigenen Dienste gegenfinanziert. Um diese Lücke zu schließen, müsse man nun Lizenzgebühren für EU-Geräte verlangen. Und weil Android selbst quelloffen und kostenlos bleiben soll, werden diese Lizenzgebühren kurioserweise auf die unfreien Google-Apps erhoben. Während Google zur Höhe dieser Gebühren geschwiegen hatte, nennt The Verge nun Preise zwischen 2,50 und 40 US-Dollar je Gerät. Der Internetriese staffelt die Gebühren offenbar nach Bildschirmqualität und Land. Sie gelten für alle Geräte, die nach dem 1. Februar 2019 aktiviert werden.

Für die Hersteller ergibt sich hieraus allerdings auch eine interessante Möglichkeit: Wenn sie auf "Googles Mobile Application Suite" verzichten, müssen sie auch keine Lizenzgebühren entrichten. Fehlt nur noch ein vertrauenswürdiger App-Store mit großer Auswahl, denn echte Alternativen zum PlayStore sind weiterhin Mangelware. Und das liegt natürlich auch daran, dass Google die Hersteller bisher so eng an seine eigenen Dienste gebunden hatte.

Sicherheits-Updates sind schon Pflicht
Ein weiteres Dokument ist mindestens ebenso spannend: Seit Juli 2018 verpflichtet Google die Lizenznehmer von Android, ihre Geräte über einen Zeitraum von zwei Jahren mit sicherheitsrelevanten Updates zu versorgen. Im ersten Jahr nach der Markteinführung müssen mindestens vier Sicherheits-Updates ausgeliefert werden. Für das zweite Jahr nennt Google derweil keine Mindestmenge, doch zumindest ein Update muss es geben, um den 2-jährigen Update-Zeitraum abzudecken. An anderer Stelle verlangt Google, dass bekannte Sicherheitslücken spätestens 90 Tage nach der Bereitstellung eines Patches behoben sein müssen. Dies entspricht den vier Updates, welche für das erste Jahr gefordert werden.

Wenn sich der Hersteller das Leben leichter machen möchte, greift er zu Android One. Hier kümmert sich Google selbst um die Sicherheits-Updates und versorgt die Geräte sogar über einen Zeitraum von drei Jahren nach ihrer Markteinführung. Ein Hersteller, der massiv auf Android One setzt, ist die finnische Firma HMD Global, welche seit Dezember 2016 den Markennamen "Nokia" nutzt.

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