Entfessele dein Jagdfieber

Huaweis Mate 30 und Mate 30 Pro bleiben verschlossen

Meldung von doelf, Mittwoch der 25.09.2019, 19:44:19 Uhr

Der chinesische Smartphone-Hersteller Huawei liefert seine Telefone stets mit verschlossenem Bootloader aus und verhindert damit die Installation alternativer Betriebssysteme und Android-Versionen. Doch nun steht das Unternehmen mit dem Rücken zur Wand und darf für seine neuen Flaggschiffe weder die Marke Android verwenden noch Googles Apps vorinstallieren. Für die Chinesen ist das aber kein Grund, ihren Bootloader zu öffnen.

Erst Hü, dann Hott
Und diese offizielle Ankündigung der chinesischen Firma kommt überraschend, schließlich hatte Huawei-Chef Richard Yu anlässlich der Produktvorstellung von Mate 30 und Mate 30 Pro genau das Gegenteil in Aussicht gestellt. Ein Google-freies Smartphone der absoluten Spitzenklasse ist in den westlichen Ländern praktisch unverkäuflich, doch genau in diese Situation hat der US-Handelsbann gegen Huawei und 114 seiner Tochterfirmen die Nummer 2 der Welt gebracht.

Eine Chance vertan
Seit Monaten inszeniert sich Huawei daher als Rebell, der diese Lücken mit eigenen Diensten stopfen wird. Sogar ein eigenes Betriebssystem will man etablieren. Dies hat den Chinesen durchaus Sympathien eingebracht, die sie nun leichtfertig verspielen. Die Möglichkeit, den Bootloader zu entsperren und Huaweis Software durch LineageOS oder andere Android-Abkömmlinge zu ersetzen, hätte der Firma zu Glaubwürdigkeit und Vertrauen verholfen. Doch statt neuer Offenheit gibt es nun eine Zwangsbindung an Dienste made in China.

Huawei hofft weiter auf Android
Es scheint, als wolle sich Huawei alle Türen offen halten. Sollte es zu einer Einigung zwischen der USA und China kommen, wird Huawei außerhalb seines Heimatmarkts wieder voll auf Android und Google setzen und damit den Weg des geringsten Widerstands einschlagen. Daher wäre es kontraproduktiv, Google mit Lizenzverstößen oder Android-Alternativen zu erzürnen. Tatsächlich ist dieser Gedanke nachvollziehbar, schließlich sind schon anderen Mobilsysteme wie Windows Phone/Mobile und Firefox OS kläglich gescheitert.

Verschlossen wie Apple
Auch will man bei Huawei die volle Kontrolle über die eigenen Produkte nicht aus der Hand geben und präsentiert sich ähnlich verschlossen wie Apple. Doch Apple hat einen florierenden Marktplatz und ist weltweit als Marke etabliert, während Huawei den meisten Käufern nur als Googles Lizenznehmer bekannt ist. Huaweis Produkte werden gekauft, weil Preis und Leistung attraktiv sind. Apple wird gekauft, weil die Marke einen Nimbus hat. Mitbewerber Xiaomi präsentiert sich da viel offener und bietet über seine Webseite die Entsperrung der Telefone an.

Keine Marktchancen im Westen
Bleibt die Frage, wer Mate 30 und Mate 30 Pro kaufen soll. Ganz ohne Google-Dienste taugen diese Telefone nicht als Massenprodukt. Bietet Huawei indes eine einfache Möglichkeit, die Google-Dienste nachzuinstallieren, könnte dies rechtliche Folgen bis hin zu Verkaufsverboten nach sich ziehen. Experten und Enthusiasten wird derweil der gesperrte Bootloader abschrecken, der die Möglichkeiten dieser neuen Spielzeuge massiv einschränkt. Bleiben also nur Kunden im Heimatmarkt China, die eh keine Google-Apps zu sehen bekommen.

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