Kolumne: Nieder mit der Kack-Zensur, Freiheit für den Hass!?
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Kolumne: Nieder mit der Kack-Zensur, Freiheit für den Hass!?

Meldung von doelf, Montag der 29.05.2017, 13:30:43 Uhr

Bundesjustizminister Heiko Maas, unser Ritter des guten Umgangstons, will wirksame Werkzeuge zur Bekämpfung von Hassbotschaften und Verunglimpfungen im Internet schaffen und wird hierfür von großen Teilen der Netzgemeinschaft an den Zensurpranger gestellt. Unterstützt werden die Netzrebellen dabei von den vermeintlichen Freiheitskämpfern der Digitallobby. Facebook und Co. behaupten nämlich, schon längst effektive Maßnahmen ergriffen zu haben. Nur merkt man davon herzlich wenig.

BildIch habe heute keine Lust auf das langweilige Gelaber von Politikern, Lobbyisten und Aktivisten, daher greife ich einfach mal in den sozialen Sumpf und ziehe zwei aktuellen Beispiele heraus und meine Nummer eins ist die frisch ausgepfiffene Helene Fischer. Ihre Musik ist nicht jedermanns Geschmack und ihr Auftritt beim DFB-Pokalfinale war vielen Fußballfans ein Dorn im Auge, insbesondere weil sich Frau Fischer zu einem der beiden Teams bekannt hatte. Auf Twitter finden sich hierzu folgende Kommentare:

  • Die SchEHRE: "Damit sie auch mal sehen, dass nicht ganz Deutschland ihren Idioten-Ehemann und ihre Kack-Promo-Ehe mögen im Gegenteil, ihre Ehe ist asozial"
  • Herr Bestimmer: "Dreh doch einfach Ostpornos oder so. Da reicht ein Club und Oooohooo. #Wichsvorlage"
  • Hahdeei Maul: "Sing doch demnächst lieber im Keller. Da siehst du wie ätzend der Großteil deine 'musik" finden. Zurecht ausgepfiffen, du machst keine Musik"

Mit dem "Idioten-Ehemann" und der Verunglimpfung von Frau Fischers Ehe überschreitet der Nutzer "Die SchEHRE" die Grenze zur Beleidigung, die beiden anderen Beispiele sind geschmacklich grenzwertig, insbesondere die Hashtag #Wichsvorlage könnte ebenfalls als Beleidigung ausgelegt werden. Twitter scheint seine freiwillige Selbstzensur nicht allzu gut im Griff zu haben, das kann Facebook vermutlich besser - oder? Folgende Kommentare fanden wir auf Facebook:

  • Tahir Tomac: "Ätzend, sie, ihre inszenierte Ehe, ihr verfickter Drang soviel Kohle mit Scheisse zu scheffeln wie nur irgendwie möglich. Menschen wie sie sollten in der Hölle schmoren. Wer will denn mit so einem Idioten zusammen sein, nur verpeilte Vollpfosten. Asoziales Geldmacherpack."
  • Patrick Gudd: "Piss dich Alde"
  • Marko Jo: "Hure"
  • Michi Luhm: "Arschficken"

Okay, auch bei Facebook werden Beleidigungen und Verunglimpfungen einfach durchgewunken. Nun ist Helene Fischer eine Frau, blond und nicht gerade hässlich, weshalb sich die Hater ein wenig zurückhalten. Bei Politikern sieht die Sache anders aus, insbesondere wenn diese nicht unumstritten sind. Schauen wir doch mal, wie Cem Özdemirs gute Wünsche zum Ramadan bei Facebook kommentiert werden:

  • Fatih Isiksoy: "Du schwachmaaaaaat,was verstehst du schon von Ramazan und über den Islam!!!"
  • Hamed Iz Back: "Halt deine verhurte fresse du abgefuckter haessliger heuchler"
  • Sedat Güldal: "Verpiss dich du Miststück"
  • Ge Ömür: "halt die Fresse cem özhurensohn"
  • Cavid Divac: "Was für ein Heuchler der Pisser"
  • Pnr Ngin: "Du hsohn du bist kein muslim du Heuchler du 88 gesichter"
  • Mehmet: "Er Verpiss dich mistgeburt"

Hier ist die Sache eindeutig: Alle aufgeführten Kommentare stellen eine Beleidigung und somit eine Straftat dar. Dennoch klingeln die Alarmglocken bei Facebook so leise, dass keiner reagiert. Dafür klingeln die Kassen bei jedem Shitstorm umso mehr. Wer Milliarden mit den Beiträgen Dritter verdient, zugleich aber jegliche Verantwortung für die dabei genutzten Inhalte ablehnt, ist meiner persönlichen Überzeugung nach nicht glaubwürdig. Wenn der Einsatz von Filtern oder Strafzahlungen das Geschäftsmodell von Facebook, Twitter und Co. gefährden, dann stimmt möglicherweise etwas mit deren Geschäftsmodell nicht. Sicher, das Netzwerkdurchsetzungsgesetz kann als nationaler Alleingang nicht der richtige Weg sein. Aber es ist höchste Zeit, die international agierenden Datenschmarotzer zur Verantwortung zu ziehen, ansonsten wird sich der Tonfall im Netz nur noch weiter verschärfen und darauf kann ich gerne verzichten.

Wer sich dazu genötigt fühlt, kann seine Kack-Arsch-Piss-Fresse-Kommentare gerne im Forum hinterlassen, wo ich diese höchstpersönlich zensieren werde. Versprochen!

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