Kolumne: Die verstörende Selbstzertörung der CDU
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Kolumne: Die verstörende Selbstzertörung der CDU

Meldung von doelf, Freitag der 24.05.2019, 18:56:18 Uhr

Über Jahre sind CDU und CSU planlos durchs Neuland gestolpert und haben sich strikt geweigert, das Internet zu verstehen. Erst liebäugelte man mit einem Verbot von Killerspielen, dann zeichnete man solche mit dem Deutschen Computerspielpreis aus. Axel Voss betätigte sich als Vorkämpfer für ein Urheberrecht, dessen Auswirkungen und Umsetzung er nicht einmal ansatzweise erklären konnte. Dabei hat der Rest der Partei noch nicht einmal die aktuelle Rechtslage verstanden, wie dutzendfache Urheberrechtsverletzungen auf YouTube zeigen. Dumm nur, dass die jungen Leute, die über solche Inkompetenz nur mit dem Kopf schütteln konnten, inzwischen wählen dürfen.

YouTube - war da nicht was? Ach ja, ein Witz: Wie viele YouTuber braucht man, um die komplette CDU zu demontieren? Einen. Herzlichen Dank an Rezo, dessen umfassende Abrechnung zwar einseitig, aber faktisch völlig korrekt ist. Sogleich hieß es aus der CDU-Zentrale, man werde dieses Video erwidern und entkräften. Doch da ist nichts draus geworden, da man entweder keine falschen Fakten finden konnte oder der Praktikant, der sich sonst um die CDU-Videos kümmert, gerade Schule hatte. Dafür ist Nico Semsrott, die stets kopfbedeckte Stimmungskanone von "Die PARTEI" im CDU-Kanal auf YouTube fündig geworden.

"Der Youtube-Kanal der CDU (cdutv) ist voller Mitschnitte aus den Öffentlich-Rechtlichen", twitterte Semsrott am Mittwoch, "Sind die Raubkopien der selbsternannten Urheberrechtspartei @cdu eigentlich mit euch abgesprochen, @daserste und @zdf? Oder verstehen die euch auch als ihr Eigentum und damit ist alles ok?"

Wie sich zeigte, war gar nichts abgesprochen oder OK. Das YouTube-Team der CDU hatte sich einfach mal ganz dreist bedient und das olle Urheberrecht, Urheberrecht sein lassen. Schließlich muss man die Zeit nutzen, in der es noch keine Upload-Filter gibt - oder ein Unrechtsbewusstsein, weil man ja nur das verwendet, was eh schon ein anderer ins Internet gestellt hatte. Dumm nur, wenn man dabei erwischt wird und seine digitale Inkompetenz für alle Welt sichtbar unter Beweis stellt.

Aber alles halb so wild, die Raubkopien wurden ja nur "irrtümlich" veröffentlicht. Wie Hundertschaften von Medienkonzernen abgemahnter Bundesbürger bestätigen können, lassen die Rechteinhaber in solchen Fällen immer Gnade vor Recht walten und verzichten gegen die Zahlung kleiner Vermögen auf die "berechtigte" Gefängnisstrafe.

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