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Kolumne: Make Games, Not War!

Meldung von doelf, Donnerstag der 23.08.2018, 15:31:03 Uhr

Früher war die Bundeswehr öde und jeder Heranwachsende männlichen Geschlechts musste für ein paar Monate Langeweile und Besäufnisse über sich ergehen lassen. Heute ist die Bundeswehr total krass, mehr so etwas wie ein Verein für Extremsport und Team-Bildung. Mit ihrem Auftritt auf der Gamescom unterstreicht die hippe Truppe: Mehr 3D und VR geht einfach nicht!

In Halle 5 am Stand A-070 C-071 präsentiert sich die Bundeswehr mit zwei Plakaten, welche den Betrachter fassungslos machen. Ist das wirklich die echte Bundeswehr oder hat sich hier ein YouTuber einen bitterbösen Scherz erlaubt? Ne, kein YouTuber. Es ist die echte Bundeswehr. Also diejenigen, die unser schönes Land unter Einsatz ihres Lebens am Hindukusch verteidigen. Die ihren Arsch für eine ziemlich aussichtslose Sache riskieren. Die mit mangelhafter Ausrüstung in die Krisenherde dieser Welt geschickt werden. Doch leider werden keine Soldaten damit beauftragt, Werbeplakate für einen Spielemesse zu erstellen, sondern irgendwelche PR-Agenturen. Denn niemand, der diesem Land beim Einsatz in einer Krisenregion gedient hat, würde auf solch blöde Motive kommen!

Bundeswehr auf der Gamescom 2018

Vor dem Hintergrund von Soldaten mit Fahrzeugen und Waffen im Sonnenuntergang steht allen Ernstes "Multiplayer at its best!". Und vor Soldatenköpfen, die vor einen Dschungel montiert wurden, prangt der Spruch "Mehr Open World geht nicht!". "Geschmacklosigkeit at its best!", sage ich dazu, "Mehr Dummheit geht einfach nicht!". Kriegseinsätze und die Verteidigung des Vaterlandes sowie unserer demokratischer Werte sind kein Open-World-Shooter und kein Multiplayer-Erlebnis. Wer bei solchen Einsätzen tagtäglich sein Leben, das Leben seiner Kameraden und auch das unbeteiligter Zivilisten riskiert, muss sich stets seiner gewaltigen Verantwortung bewusst sein. Solche Einsätze sind kein Spiel, kein tolles Gruppenerlebnis und auch nicht die Erkundung fremder Welten. Sie sind ein notwendiges Übel.

Bundeswehr auf der Gamescom 2018

Eine Bundeswehr, die sich mit solchen Plakaten auf einer Spielemesse präsentiert, gibt sich der Lächerlichkeit preis. Während Spieler sehr wohl zwischen der virtuellen und realen Welt unterscheiden können, scheint diese Differenzierung bei den Verantwortlichen der Bundeswehr abhanden gekommen zu sein. Ganz absurd wird es dann, wenn man den dazugehörigen Tweet auf dem offiziellen Bundeswehrkonto auf Twitter liest:

"Schon unsere Werbung zur #Gamescom gesehen? Wir wollen zum Nachdenken darüber anregen, was wirklich zählt: Krieg spielen oder Frieden sichern?"

Man will mit diesen Plakaten "zum Nachdenken anregen"? Die Aussage lautet, "Frieden sichern" ist wichtiger als "Krieg spielen"? Sorry, Leute, das ist ein ganz großer Haufen Bockmist! Diese Motive erklären den Dienst bei der Bundeswehr zum ultimativen Kriegsspielerlebnis. Punkt. Da gibt es nichts zu deuteln oder zu interpretieren. Und da gibt es auch nichts zum Nachdenken, sondern nur zum Kopfschütteln. Ruf bitte mal einer die Ursula Gertrud von der Leyen an, in Köln muss dringend was abgehängt werden!

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