Werbung
Unser Musik-Tipp: Pearl Jam - Gigaton


Kolumne: Huawei gefährdet die westliche Überwachungshoheit

Meldung von doelf, Freitag der 14.02.2020, 00:39:54 Uhr

Der chinesische Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei ist abgrundtief böse, denn er hat möglicherweise Hintertüren in seine Geräte eingebaut und arbeitet sehr wahrscheinlich mit den chinesischen Geheimdiensten zusammen. Dies bedroht die westliche Überwachungshoheit, welche seit Jahrzehnten nachweislich durch die US-Geheimdienste CIA und NSA sowie deren europäische und ozeanische Helfer ausgeübt wird. Und das soll auch bitte so bleiben!

Erst diese Woche haben Recherchen von ZDF, SRF und "Washington Post" (#Cryptoleaks) belegt, mit welch Hingabe die westlichen Geheimdienste zu unser aller Wohl Drittstaaten ausspionierten und diese auch noch dafür bezahlen ließen - irgendwo musste Trump die Idee zur Finanzierung seiner Grenzmauer ja aufgeschnappt haben. Es ist wahrlich ein genialer Betrug, den Bundesnachrichtendienst (BND) und "Central Intelligence Agency" (CIA) Ende der 1960er-Jahre ausgeheckt hatten: Sie übernahmen den Verschlüsselungsspezialisten "Crypto AG" für 8,5 Millionen US-Dollar und verschleiern ihre Eigentümerschaft über eine Treuhandgesellschaft in Liechtenstein. In der Folgezeit kauften mehr als 100 Länder teure Verschlüsselungstechnologie von der "Crypto AG" und wähnten ihre Kommunikation sicher, während sie von BND und CIA über Hintertüren belauscht wurden. Auch vor Verbündeten machten die beiden Geheimdienste nicht halt. Erst im Jahr 1992 endete der große Betrug - für den BND. Seine 50-prozentige Beteiligung übernahm die CIA. Die Amerikaner machten alleine weiter und verkauften das Unternehmen erst 2018.

Das Wort "dreist" reicht nicht aus, um diesen Coup zu beschreiben. Das ist, als würde der Hersteller einer Alarmanlage Nachschlüssel an Einbrecherbanden versteigern und zudem die Überwachungskameras anzapfen, um mit authentischen Amateurpornos zusätzlich Kasse zu machen. Es ist an Unverschämtheit kaum zu überbieten und ein beispielloser Tabubruch, der das Vertrauen der Drittstaaten nachhaltig erschüttert hat. Auf eine ekelhafte und abartige Weise ist diese Betrugsmasche allerdings auch genial. Wenn BND, CIA und NSA vor dem Hintergrund des 5G-Ausbaus allerdings vor Huawei warnen, dürfte der Gipfel der Verlogenheit endgültig bezwungen sein, schließlich wurden diese Geheimdienste bereits mehrfach dessen überführt, was sie ihren chinesischen Kollegen und Huawei heutzutage vorwerfen. Es geht nicht darum, eine Überwachung und Kontrolle der Kommunikationsnetze zu verhindern, sondern um die Sicherung des Überwachungsmonopols der westlichen Geheimdienste. Dabei sagt einer der Grundsätze des Kapitalismus, dass Konkurrenz das Geschäft belebt, während Monopole die technische Weiterentwicklung hemmen. Vielleicht brauchen wir daher nicht weniger Überwachung, sondern vielmehr eine Öffnung des Wettbewerbs.

Wäre es nicht schön, wenn jeder Bürger ganz transparent auswählen könnte, von welchem Geheimdienst er überwacht wird? Für diesen Dienst zahlt er dann einen kleinen Obolus und kann jährlich den Überwachungsdienstleister wechseln. Die im Wettbewerb stehenden Geheimdienste können dann mit attraktiven Prämien locken - bei der NSA bekommt man beispielsweise ein neues iPhone, der chinesische Geheimdienst verschenkt das Flaggschiff von Huawei und der BND spendiert ein schönes Mettbrötchen mit frischen Zwiebeln. Und irgendwann kommt dann jemand mit einem funktionsfähigen Quantenprozessor daher, der jegliche Verschlüsselung binnen Nanosekunden bricht und die Welt von allen Geheimnissen befreit. Ich sollte nochmal John Brunners "The Shockwave Rider" lesen - irgendwie habe ich das Gefühl, dass sich Fiktion und Realität immer weiter annähern!

Diese Werbefläche wurde deaktiviert. Damit geht Au-Ja.de eine wichtige Einnahmequelle verloren.

Werbung erlauben ]