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Frankreichs Wettbewerbsbehörde verhängt Rekordstrafe gegen Apple

Meldung von doelf, Montag der 16.03.2020, 17:29:44 Uhr

Diese Woche beginnt alles andere als positiv für Apple: Im Jahr 2012 hatte sich der Distributor eBizcuss bei Frankreichs Wettbewerbsbehörde über illegale Absprachen zwischen Apple und den beiden Großhändlern Tech Data und Ingram Micro beschwert, was zu Razzien in den Firmensitzen der drei Unternehmen geführt hatte. Dabei wurden Beweise für Kartellrechtsverstöße sichergestellt, welche nun Strafen in Höhe von 1,24 Milliarden Euro nach sich ziehen.

Mit 1.101.969.952 Euro muss Apple den Großteil davon berappen, während 76.107.989 Euro auf Tech Data und 62.972.668 Euro auf Ingram Micro fallen. Isabelle de Silva, die Präsidentin der Autorité de la concurrence, sieht es als erwiesen an, dass Apple die Preise für seine Produkte in Frankreich auf wettbewerbswidrige Weise hochgehalten hatte. Tatsächlich wurde ein richtiger Wettbewerb vom US-Unternehmen unterbunden und stattdessen eine vollständige Kontrolle des Marktes erzwungen. Apple sieht das natürlich ganz anders und will die Strafe juristisch anfechten.

In Frankreich verkaufte Apple seine Produkte einerseits über die eigenen Apple Stores und andererseits über ein Netz aus Distributoren. Diese Distributoren mussten ihre Ware über zwei Großhändler erwerben, nämlich Tech Data und Ingram Micro. Dabei fand allerdings kein freier Handel statt, denn Apple legte für jedes Produkt fest, welche Stückzahl ein bestimmter Distributor bei einem Großhändler kaufen durfte. Die Apple Premium Reseller (APRs) wurden gedrängt, die selben Preise zu verlangen, welche vom offiziellen Apple Store aufgerufen wurden. Über weitreichende Vertragsklauseln kontrollierte Apple alle Angebotsaktionen sowie die tatsächlich berechneten Verkaufspreise, so dass den APRs keinerlei Spielraum bei ihrer Preisgestaltung blieb. Und wenn ein APR dann doch gegen diese Spielregeln verstieß, setzte Apple sein Kontingent bei den Großhändlern einfach auf Null. Das brachte APRs schnell in eine prekäre Lage, denn weitere vertragliche Klauseln verpflichteten sie, so gut wie ausschließlich Produkte von Apple anzubieten - und das sogar bis zu sechs Monate über den Auslauf eines solches Vertrages hinaus.

Es ist offensichtlich, dass Apple die totale Kontrolle über den Verkauf seiner Produkte haben wollte - insbesondere über die Verkaufspreise. Dabei sollten die Verkaufspreise für aktuelle Produkte stabil auf hohem Niveau gehalten werden und der Abverkauf von weniger gefragten oder auslaufenden Produkten nach Apples Vorgaben bzw. auf Basis der Aktionspreise im Apple Store stattfinden. Mit einem freien Markt und Wettbewerb zwischen den Händlern hat dies freilich nichts zu tun. Man darf zudem annehmen, dass Apple in anderen Ländern ebenso vorgegangen ist und auch dort ähnliche Strafen folgen könnten.

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