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Facebook teilte sogar private Nachrichten mit der Industrie

Meldung von doelf, Mittwoch der 19.12.2018, 17:23:39 Uhr

Den nächsten Facebook-Skandal präsentiert die New York Times: Interne Dokumente des sozialen Netzwerks belegen, dass Facebook über Jahre mehr als 150 Firmen Zugriff auf Nutzerdaten eingeräumt hat. Insbesondere Branchengrößen wie Amazon, Microsoft und Yahoo wurden bedient, während man Netflix und Spotify sogar die privaten Nachrichten der Benutzer überließ.

Laut New York Times hatte Microsofts Suchmaschine Bing Zugriff auf die Freundeslisten aller Facebook-Nutzer, ohne dass hierfür ein Einverständnis vorlag. Amazon durfte die Nutzernamen und Kontaktdaten von Facebook-Freunden auslesen und Yahoo konnte die Beiträge von Freunden einsehen. Zumindest für Yahoo bestand diese Möglichkeit bis in den Sommer 2018, obwohl Facebook öffentlich verkündet hatte, solche Datenzugriffe schon vor Jahren eingestellt zu haben. Und selbst damals hätte Facebook gegen Auflagen der US-Handelsaufsicht FTC (Federal Trade Commission) aus dem Jahr 2011 verstoßen.

Die Unterlagen sowie Aussagen von 50 ehemaligen Mitarbeitern von Facebook und den beteiligten Partnerunternehmen zeigen, dass einige Zugriffsmöglichkeiten bis in dieses Jahr offen gehalten wurden. Für die Nutzer des sozialen Netzwerks gab es derweil keine Möglichkeit, den Datenabfluss zu unterbinden. Die ältesten Verträge zur Datenüberlassung stammen aus dem Jahr 2010 und alle waren bis ins Jahr 2017 aktiv. Und es geht um eine gewaltige Datenmenge: Hunderte Millionen von Datensätzen sollten die Partner Monat für Monat erhalten. Dass Netflix und Spotify Zugriff auf die privaten Nachrichten der Benutzer erhielten, darf dabei als Spitze des Dateneisbergs betrachtet werden.

Facebooks Datenschutzbeauftragter Steve Satterfield kann in dem Vorgehen seiner Firma keinerlei Verstöße erkennen. Auch die Auflagen der FTC hätte man eingehalten. Schließlich seien alle Partner vertraglich daran gebunden, Facebooks Richtlinien zu beachten. In einigen Fällen hätte der Zugriff auf die Daten zwar länger bestanden, als es für den ursprünglichen Zweck notwendig gewesen wäre, doch es gäbe keinen Beleg für eine missbräuchliche Nutzung.

Nun, letztendlich hat der Nutzer es selbst in der Hand, diese Ansammlung von Unschuldslämmern bluten zu lassen: Wahlweise mit einer Datenschutzbeschwerde oder mit der Löschung seines Facebook-Kontos. Denn das System Facebook ist von vorne bis hinten kaputt.

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